Hallo, an dieser Diskussion möchte ich mich gerne beteiligen, da ich unmittelbar vom Thema betroffen war und darüber berichten möchte. Alle bisher genannten Meinungen kann ich nur bestätigen. Selbst bin ich zwar nicht beschnitten, aber wegen einem einseitigen Leistenhoden bis in die Pubertät hinein von Ärzten und dessen Helfern gedemütigt worden. Als Kind mit 4 Jahren wurde ich zum ersten mal diesbezüglich operiert - vermutlich wurde der Hoden nicht richtig festgenäht - jedenfalls ist er wieder hochgerutscht. Bei einer Schuluntersuchung mit ca. 13 Jahren wurde diese Tatsache offiziell entdeckt und ich wurde zum Hausarzt geschickt. Wegen einem Brief an meine Eltern konnte ich diese Tatsache nicht weiter verheimlichen. Die Hausärztin spielte diese Situation als eine Kleinigkeit herab, mit Hormonspritzen kann diese Sache bald behoben werden, das haben viele Jungen, so ihre Aussage. So wurde ich das erste mal von der Ärztin untersucht, auf einer Pritsche liegend versuchte sie vergebens, den Hoden aus dem Leistenkanal in den Hodensack zu massieren. Sie konnte ihn zwar fühlen aber jedoch nicht bewegen. Er war an der alten Operationsnarbe entlang dem Leistenkanal festgewachsen, wie sich später herausstellte. Im Zeitraum von fast 9 Monaten bekam ich nun wöchentlich eine Hormonspritze in den Hintern verpasst, was alles andere als angehm war. Insgesamt 4 Hormonkuren a´ 10 Spritzen. Jedesmal die gleiche Prozedur, die Sprechstundenhilfe brachte mich in ein Behandlungszimmer, dort musste ich mich schon mal entkleiden und mit nacktem Unterleib auf der Pritsche liegend auf die Ärztin warten. Diese hat dann immer der gesunde Hoden abgetastet und gedrückt, die Lage des Leistenhodens wurde überhaupt nicht mehr ertastet, zum Abschluss wieder aufstehen, die Spritze, mal von der Ärztin selbst, bei vielen Patienten machte das auch die Sprechstundenhilfe, dann den nächsten Termin ausmachen, fertig war die wöchentliche Pflichtaufgabe. Mir war das sehr peinlich und ich schämte mich sehr, vor allem wenn die Sprechstundenhilfe dabei zugesehen hat. Schon im Wartezimmer war mir ganz übel, weil ich genau wusste was wieder passieren würde, wie in einer endlosen Fortsetzung. Nach 3 Monaten Behandlung fragte ich die Ärztin, weshalb sie jedesmal meinen gesunden Hoden untersucht und abtastet, daraufhin gab sie mir zur Antwort, die Nebenwirkungen der Hormonspritzen könnten sich auf den gesunden Hoden auswirken. Diese Aussage verängstigte mich noch viel mehr und ich dachte diese üble Behandlung wird niemals ein Ende finden. Erst als meine Eltern im Laufe der vierten Spritzenkur mehrere Gespräche mit der Ärztin führten, hatte sie mich zu einer zweiten Operation in eine Kinderklinik überwiesen. Dort angekommen untersuchte mich ein Arzt, dieser fühlte im Stehen und im Liegen den Hoden im Leistenkanal, auch im "Schneidersitz" versuchte er den Hoden herunter zu massieren. Dies tat sehr weh, aber es dauerte nicht sehr lange. Den gesunden Hoden untersuchte er überhaupt nicht und ich war sehr froh, endlich diese unangenehmen Untersuchungen überstanden zu haben. Am nächsten Tag sollte ich operiert werden. Aber anscheinend habe ich mich zu früh gefreut. Sobald ich wieder angekleidet war sagte er, dass dies seine Kollegin noch ansehen möchte. Er führte mich in ein anderes Zimmer, dort befanden sich gleich zwei Schwestern oder Ärztinnen. Beide höchstens 25 bis 30 Jahre alt, beide hübsch. Ich hatte enorme Komplexe nur einen Hoden zu haben und fühlte mich deshalb schlecht, ich schämte mich und war darüber sehr unglücklich. Der Arzt hatte das Zimmer verlassen und und ich musste mich erneut entkleiden und auf eine Pritsche liegen. Eine hat nun wieder meinen gesunden Hoden abgetastet und erklärt, dieser sei in Ordnung, sie kann auch deutlich den Nebenhoden ertasten, so erklärte sie das ihrer Kollegin. Diese schaute sehr interessiert zu und nickte. Bei dieser Untersuchung drückte sie den Hoden so fest, dass ich richtig Schmerzen empfunden habe uns sie gebeten habe, etwas sanfter zu sein. Nun durfte die andere "Hand anlegen". Mit der einen Hand mit den flachen Fingern drückte sie mit kreisenden Bewegungen den gesunden Hoden nach oben zum Körper hin, so dass dieser ebenfalls im Leistenkanal verschwunden ist. Gleichzeitig zog sie mir mit der anderen Hand meine Vorhaut zurück.Daraufhin habe ich sofort eine Erektion bekommen. Wohlgemerkt war ich zu diesem Zeitpunkt gerade mal ca.14 Jahre alt. Die Beiden haben sich darüber amüsiert und sich gegenseitig angegrinst. Sie schob den gesunden Hoden wieder zurück in den Hodensack und tastete ihn gründlich ab. Dies muss ebenfalls korrigiert werden, er muss auch im Hodensack fixiert werden, nur ein kleiner Eingriff, so sagte die junge Frau. Ich habe sie gebeten, nun die Untersuchungen zu beenden, meine Erektion war mir sehr peinlich gewesen. Als sie mich nun noch fragte, was ich denn hier für eine Narbe hätte, ( Operationsnarbe der ersten Orchidopexie im Kindesalter ) wurde mir bewusst, dass die Beiden überhaupt nicht wussten, was der eigentliche Grund meines Klinikaufenthaltes gewesen ist. Ich war lediglich Mittel zum Zweck, die beiden Gören zu belustigen und zu amüsieren. Darüber bin ich heute noch verärgert. Wenigstens verlief die zweite Operation gut, die alte Narbe wurde wieder geöffnet, der Hoden wurde mit einem Wattetupfer aussen am Hodensack festgenäht. Der andere Hoden ist nicht festgenäht worden, was zusätzlich beweist, dass die Schwestern keine Ahnung gehabt haben. Nach ca. 14Tagen nach der Entlassung aus der Klinik wurde der Wattetupfer von der Hausärztin und der neugierigen Sprechstundenhilfe entfernt. Zum Glück ist der Hoden richtig angewachsen und nicht mehr hochgerutscht. Zu den Nachuntersuchungen nach einem Jahr bin ich ich nicht mehr gegangen, mich hatte man während der unnötig langen und falschen Behandlung bereits genug vergrämt.
Abschliessend möchte ich erwähnen, dass so eine Behandlung in frühester Kindheit oder erst im Erwachsenenalter durchgeführt werden sollte. Während der Pubertät wie ich es gerade war, ist es eine sehr schwierige Situation mit diesen Belastungen fertig zu werden. In dieser Zeit wird die eigene Sexualität entdeckt und solche Eingriffe und Manipulationen gehen dann nicht spurlos vorüber. Übrigens ist der Hoden nach solanger Fehllage ohnehin schon geschädigt. Als Erwachsener ist man ganz einfach in der Lage solche Manipulationen leichter zu verarbeiten.