Beiträge von Wavediver

    Hallo Mario,

    ok das ist ziemlich viel Stoff für mich zum auseinandersetzen, aber danke für Deinen Ausführlichen Beitrag es ist wie Du sagst wichtig nach Erklärungen und Möglichkeiten zu suchen anstadt nur nach Schuldigen.

    Zitat

    Was hast Du denn an Informationen bekommen, als Du anfingst, Dich mit
    dem Thema zu befassen? Wo und wie hast Du Dich informiert und was hat
    Dich von diesen Informationen emotional am meisten berührt? Was ist im
    Gedächtnis „hängengeblieben“?

    Das ist etwas schwierig zu beschreiben ich weiß nicht mehr ob mich das damals mit 14 Jahren so sehr berührt hat. Es ist allerdings so dass ich mit 27 Jahren eine Therapie gemacht hatte und eine Psychologin mir erklärte dass (möchte nicht alles schreiben) einige meiner Probleme wahrscheinlich von meiner Beschneidung herüren. Ist selbst heute so dass ich nicht so ganz an dieses Thema emotional herankommen. Ich habe es z.B. noch nicht geschafft mir ein Video von einer Beschneidung zuende anzusehen. Ok, ist auch etwas ziemlich extremes.

    Zitat

    Was denkst Du denn, was man in Zukunft in Bezug auf andere, heutige
    Jungen besser machen könnte? Was hättest Du Dir für Dich selbst
    gewünscht, damals, mit 14 oder schon früher?

    Ist nicht ganz einfach zu beantworten da ich damals die Beschneidung nicht wirklich bewusst als Problem angesehen hatte. Mir war auch nicht bewusst, dass diese Über-/Unterreizung, Missempfindungen usw. überhaupt etwas mit meiner Beschneidung zu tun haben könnten. Heute glaube ich, dass das wichtigste (zumindest wenn der Schaden schon entstanden ist) die Aufklärung und das offene Gespräch der Eltern ist, auch wenn ich selber noch weiß, dass ich damals sicher nicht darüber sprechen wollte kann es denke ich schlimmeres verhindern. Ich glaube heute nämlich dass ich als Kind mir selbst eine Erklärung suchen hab müssen was da mit mir passiert ist und das ganze vielleicht auch als Strafe gesehen habe oder... . Genau weiß ich das allerdings nicht.

    Zitat

    Du schreibst, der andere Junge hat sich damals nicht abfällig geäußert,
    trotzdem hat die Frage Dir bewusst gemacht, dass „etwas“ anders ist bei
    Dir.

    Stimmt, ich war glaub ich ziemlich irritiert.

    Zitat

    Leider, weil Dir niemand etwas erklärt hat und zum Glück, weil Dir damit
    möglicherweise ein Trauma erspart geblieben ist – so verstehe ich die
    Überschrift.


    Trotzdem hat der Moment, in dem Dir dein Anderssein bewusst wurde, Dein
    Leben zumindest vorübergehend aus dem Gleichgewicht gebracht.

    Leider weil ich eher ein Sachtyp bin und es mir daher Lieber ist wenn ich weiß womit ich es zu tun hab. Woher z.B. meine Wut kommt, warum mich mein Mutter nicht wirklich in den Arm nehmen kann woher die Missempfindungen kommen... . Ihr seht es ist schwierig für jemanden der nicht 100%ig sagen kann: Diese scheiß Beschneidung ist an allem Schuld. Wäre mir manchmal Lieber, nur müsst ich sollte es der Fall sein auch mit diesen Bildern Leben und deshalb "zum Glück".

    Zitat

    Na ja, wahrscheinlich hast Du Dich geschämt. Auch hier ist die Frage:
    Woher kam das plötzlich? Woher kommt denn Scham? Aus den Informationen,
    die Du gewonnen hast?

    Würde ich gerne eindeutig Beantworten. Hat aber mit Sicherheit auch sehr stark mit Scham zu tun.

    Zitat

    Interessant ist, dass viele Jungen und Männer Ähnliches berichten, dass
    aber in den teilweise auch heute noch gängigen Ratgebern,
    Aufklärungsmaterialien u. ä. – im krassen Gegensatz zur Wirklichkeit –
    Beschneidung, Zirkumzision oder die „Phimose-OP“ durchweg verharmlost
    werden. Psychische Folgen werden oft gleich ganz ausgeschlossen oder in
    Frage gestellt.

    Hat man ja bei der Politikdebatte gut mitbekommen dass das ganze Politisiert wird. Wenn ich mir vorstelle ich wäre ein Arzt der hunderte von Beschneidungen durchgeführt hat. Wie kann es mir möglich sein mir selbst einzugestehen so viel Leid verursacht zu haben. Da muss man schon sehr gefestigt sein.

    Zitat

    Zu den Bildern, die Du siehst, kann ich nichts sagen. Da fehlt mir wohl
    das psychologische Wissen. Das wäre aber vielleicht etwas für einen
    Psychologen (Schreib doch mal an Prof. Dr. Matthias Franz. Vielleicht
    kann er Dir das erklären), zumal Du damals ja schon 14 warst, also 8
    Jahre seit der OP keinerlei Probleme hattest.

    War nicht ganz Problemlos bis zu meinem 14 Lebensjahr. Ich habe meine Eltern mit ca. 7 Jahren immer wieder von einem eigenartigen "tuen" aus der Ginitalgegengen berichtet das nur etwas zu lindern war indem ich urinierte. Waren so wie ich das heute Sehe Überreizungen die ich irgendwie verarbeiten musste. Wobei ich mich auch nicht mehr an eine wirkliche Sexualität in diesem Alter bis zu meiner Pupertät erinnern kann obwohl ich diese eigentlich mit 3 Jahren entdeckt hatte.

    So jetzt brauche ich eine Pause.

    Danke auch hier für's zuhören/lesen

    LG Wavediver

    Hallo Guy,

    stimmt, ist irgendwie ziemlich interessant. Ich weiß jedoch nicht mehr ob die Beurteilung von dem Schulkameraden oder, dass ich mich über das Thema informiert habe etwas ausgelöst hat.

    Glaube auch, dass Respekt und Empathie zusammen gehören. Meine Erfahrung ist die, dass man zwar verstandesmäßig etwas nachempfinden kann jedoch nur das was anhand des eigenen schon erlebten Gefühlsspektrums eben vorhanden ist.

    Hallo zusammen,

    vorweg muss ich sagen, dass es mich erfreut hat wie respektvoll in diesem Forum miteinander umgegangen wird.

    Was wahrscheinlich auch der Grund ist warum ich meine Geschichte erzählen möchte.

    Ich war damals fast 6 Jahre alt und habe bis heute keine Erinnerung an das Ereignis noch an die Schmerzen danach.
    Habe mich überhaupt mit dem Thema Beschneidung erst mit 27 Jahren auseinandergesetzt.
    Wenn ich so darüber nachdenke kann ich sehr gut verstehen warum sich so viele Betroffene nicht zu Wort melden.
    Hatte bis mich mit 14 Jahren ein damaliger Schulkamerad in der Dusche auf meine Beschneidung angesprochen hatte keine Probleme.
    Ich muss dazu sagen, dass er sich nicht abfällig geäußert hat. Nur ich wußt bis dahin gar nicht was er überhaupt meint. Hatte mich dann informiert was es damit auf sich hat.
    Schlug es damals nur kurz nach und informierte mich auch nicht weiter. Eigenartig war nur, dass ich seit dieser Zeit extreme Probleme hatte mit anderen zu duschen oder auch nur eine öffentliche Toilette zu benutzen wenn andere dabei waren. Hatte mich zudem mit 14 Jahren verliebt, nur waren meine Gefühle für sie nach diesem Ereignis fast nicht mehr existent. Außerdem haben sich bei mir Bilder eingeschlichen, wie mein Penis abgeschnitten wird. Es waren keine Erinnerungsbilder nur irgendwie die Vorstellung von so einem Ereignis.
    Seit dieser Zeit "kämpfe" (ich muss es fast so ausdrücken) ich um meine Männlichkeit und auch gegen die Vorstellung entmannt worden zu sein.

    Zur damaligen Zeit konnte ich mir auf all das keinen Reim bilden. Seit dem ich mich jedoch damit auseinandersetze wird mir so einiges klarer.

    Bin heute um einiges gefestigter und habe auch wieder zumindest teilweise erfreuliche Empfindungen.

    Sehr gut hat mir der Beitrag von Traubenzucker gefallen "Meine Beschneidung als neugeborenes Kind".
    Es hört sich wirklich komisch an aber es hilft wenn man sich selbst vergiebt und natürlich auch den vermeintlichen Verursachern.

    Danke für's zuhören/lesen.

    Liebe Betroffene,

    möchte hier nur eine Möglichkeit präsentieren die mir geholfen hat zumindest mit der Überreizung/Unterreizung der Vorhaut und Eichel etwas besser umzugehen.

    Vorweg muss ich leider sagen dass das wahrscheinlich nicht bei einem voll beschnittenen Penis funktioniert.

    Eine Bitte noch sollte diese Idee schon oft besprochen worden sein und euch nichts neues bieten seid bitte nachsichtig mit mir.
    Ich befasse mich mit diesem "Leiden" nur sehr vorsichtig, lese also nicht so viele Beiträge und informiere mich nicht 100%ig da mich das bisher fast nur belastet hat.

    Hier das was mir etwas Erleichterung verschafft hat:

    [Blockierte Grafik: http://up.picr.de/18531604wq.jpg]


    Noch ein Paar Erleuterungen:

    - Hab nur Hansaplast probiert könnt auch was anderes Versuchen hatte damit aber auch nach Wochen keine Probleme mit der Haut. (Sie wird an der klebestelle nach einer Woche etwas empfindlicher aber nicht unangenehm. Empfehle eine Woche Tragen und dann 1-2 Tage weglassen. (Ihr werdet bald sehen wie Empfindlich das ganze eigentlich ist :D "nehmts mit Humor Ihr könnt es nicht rückgängig machen nur damit richtig umgehen")

    Anleitung:

    1. Schneidet nur soviel Klebeband wie zu 3/4 um euren Penis geht.

    Vorsicht!
    - umrundet den Penis nicht mit dem Band
    - nur ganz lose drum herum legen und andrücken, dann schnürt es nicht ein.

    2. Klebt das Band auf (bei mir sind es etwa 2cm unterhalb der Vorhaut). Die Schlauf aus Nähgarn zeigt zum Körper.
    3. Zieht vorsichtig daran bis die Eichel mit der übrigen Vorhaut bedeckt ist.
    Wenn jetzt der Faden vor euch aus der Unterhose hängt macht nach ca 3cm einen Knoten.
    4. Nehmt den Faden um die Klammer und macht sie je nach dem ob rechts oder linksträger :P entsprechend rechts an der unterhose oder eben links soweit fest wie Ihr die Vorhaut dehnen wollt.


    Wenn Ihr Cremes benutzt. Nivea oder Penaten geht bei mir ganz gut (bitte immer gut beobachten der Körper zeigt es meist wenn er etwas nicht verträgt)

    Ich hoffe zumindest etwas geholfen zu haben und kann Euch aus Erfahrung sagen, dass die Eichel empfindlicher wird und die Vorhaut etwas gedehnt wird.
    Ihr werdet dann auch feststellen wie sehr das Ganze überreitzt und unangenehm war als Ihr noch Gefühl hattet. Ist meiner Meinung nach auch ein Inneres Organ das nicht nach außen darf.

    Bevor hier noch eine andere Diskussion entfache verabschiede ich mich und wünsche viel Erfolg.

    Wavediver