Der Artikel beschreibt die individual- und sozialpsychologischen Wirkungen des Beschneidungsrituals sehr eindrucksvoll.
Beiträge von R(h)einwein
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Das Publikum bestand würde ich sagen aus drei Viertel KritikerInnen, ich war in den Pausen umringt von Menschen, die ihre Solidarität ausdrückten, vom Forum oder Betroffenenvertretungen erfahren wollten und sich über die Einseitigkeit der Veranstaltung beschwerten.
Danke Pizarro,
dann hat es sich doch gelohnt hinzufahren. Auf diese Weise formiert sich der Widerspruch. Die Kirche tut halt das, was sie seit Jahrhunderten eingeübt hat: die Menschen manipulieren. Kann man von ihr was anderes erwarten? Je mehr das erfahren, desto besser für die Aufklärung. Leider sind die Bennis die große Ausnahme.
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Mir ist ganz schwindelig! So viel dummes Zeug. Wäre er Handchirurg geworden, hätten wir an dieser Stelle gelesen, welche enormen Vorteile die Entfernung des Daumens hat: Kein Dreck unter dem Nagel, einfache Herstellung von Strickhandschuhen, Reduktion des Hautkrebsrisikos an den Extremitäten durch Reduktion der sonnenexponierten Stellen, leichtere Durchführung bestimmter sexueller Praktiken- selbst das Putzen in den Ecken fällt leichter.....

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Der Evangelischen Akademie habe ich im Voraus folgende Mail geschickt. Bisher habe ich keine Antwort bekommen. Die Akademie erweist sich in der Beschneidungsfrage als eine Indoktrinierungsinstitution wie die kath. Glaubenskongregation oder wie die Ideologieapparate der früheren kommunistischen Staaten. Leider hat sich meine Befürchtung über den Charakter des Seminars bestätigt.
"Sehr geehrte Damen und
Herren,beim Lesen des Veranstaltungsprogrammes konnte ich nur ungläubig mit dem Kopf schütteln.
Die Verortung der Referenten zeigt eine einseitige Auswahl, darunter zum Teil vehemente Verfechter einer staatlich sanktionierten Genitalverstümmelung an nicht einwilligungsfähigen Jungen.Mir erscheint diese Veranstaltung einzig den Zweck zu haben, nach einer öffentlich sehr kontrovers geführten Debatte
(auch unter evangelischen Geistlichen) eine Harmonisierung bei den noch zweifelnden Seelen herbei zu führen, mit
dem Ziel der öffentlichen Akzeptanz eines gesetzlich fixierten religiösen Rechts auf die ansonsten unbegründete Körperverletzung an kleinen Jungen. So sollen wohl die letzten Gewissensbisse im evangelischen Lager aus der Welt geschafft werden.Da sich inzwischen immer mehr betroffene Männer öffentlich zu den erlittenen Verletzungen bekennen, empfehle ich Ihnen, aus deren Kreis einen Referenten zu gewinnen. Wenn bei Ihnen nur ein wenig Empathie zu finden ist, dann werden Sie dieses Gesetz anschließend sicher anders beurteilen.
Es handelt sich bei der Beschneidung von Jungen um eine mittelgradige Genitalverstümmelung, die mit der weiblichen leichten bis mittleren Grades absolut vergleichbar ist.Wenn Sie die Diskussion um die Einschränkung statt Abschaffung der FGM in orthodoxen islamischen Staaten verfolgen, wo man unter Verweis auf die männliche Beschneidung leichte Formen der weiblichen rechtfertigt, dann werden sie vielleicht auch erkennen, dass weltweit die weibliche Genitalverstümmelung nur dann erfolgreich bekämpft werden kann, wenn zugleich die Knabenbeschneidung als das geächtet wird, was sie ist: männliche Genitalverstümmelung.
Ich halte dieses Gesetz im übrigen für verfassungswidrig. Leider ist es für die Betroffenen nur so gut wie unmöglich, ihren Fall zum BVerfG zu bringen. Da sie als Kinder beschnitten wurden, liegt i.dR. bereits Verjährung vor, wenn sie den Rechtsweg beschreiten wollen. Sie sind also doppelt benachteiligt.
Mit freundlichen Grüßen,
J.H."
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Wer frei sein will, muss sich jeglicher Bevormundung widersetzen: politischer, sexueller und religiöser Bevormundung. Wer sich auch nur in einem Bereich (ideologisch) bevormunden lässt, hat das Zeug, dies auch in anderen Bereichen zuzulassen. Emanzipation ist unteilbar.
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der grünen Familienpolitik, in derer Mittelpunkt immer das Wohl des Kindes steht
Lol.
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fast 10 Millionen Kirchensteuer
das wäre nicht sehr viel. Sind es nicht fast 10 Milliarden?
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@ werner
Danke für dieses vielsagende Dokument. Ich kann mich nur immer wiederholen: auch die Beschneidung kleiner Mädchen lässt sich auf der Welt nur dann ausrotten, wenn zugleich die Beschneidung kleiner Jungen in gleicher Weise als Genitalverstümmelung geächtet wird. Das Recht auf den Schutz der körperlichen Integrität ist grundsätzlich und für alle Menschen zu gewährleisten. Nur wenn diese Überzeugung in die Mehrzahl der Köpfe einzieht, hört die verbreitete Genitalverstümmelung beiderlei Geschlechts auf.
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The new statement is expected to be more neutral.
Reaktionäre aller Länder vereinigt euch!!
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Der Artikel romantisiert ein überkommenes, barbarisches Ritual - und ist damit zugleich schlechter Journalismus.
Weniger als zwei Minuten....kann ja nicht so schlimm sein?!
Wenn das das entscheidende Kriterium für die Beschneidung eines Säuglings ist, dann könnten das auch die Traditionalisten für sich in Anspruch nehmen, die nach wie vor die weibliche Genitalverstümmelung praktizieren (lassen): auch das Wegschneiden der kleinen Labien lässt sich in dieser Zeit vollbringen. Ob sich die Redakteurin vorstellen kann, dass dies für einen Jungen letztlich genauso grausam ist, wie für ein Mädchen? -
Und darin stimme ich Guy nach allem, was ich über die Geschichte dieser beiden Religionen weiß unbedingt zu.
Ich auch. Und das wollte ich mit meinen Anmerkungen auch zum Ausdruck bringen. Ohne eine relativierendes Aufrechnen.
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Ich hab das auch mit Entsetzen in der Zeitung gelesen. Der Junge könnte noch leben. Allen Bundestagsabgeordneten zur Lektüre empfohlen.
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Wenn wir über den Referenten nichts Genaues wissen: vielleicht ist er sogar kritisch eingestellt? Ein Link zu unserer BvJ-Seite ist sicher hilfreich.
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Geschichtliche "Schweinereien" gegeneinander aufzurechnen, bringt sicherlich wenig bis nichts, und ist in der Regel ideologisch motiviert. Auch die Reduktion von Gewalt allein auf die Beschneidung ist mit Sicherheit viel zu kurz geschlossen. Aber auch dann, wenn man Gewalt in nicht-beschneidenden Kulturen wahrnimmt, ist m.E. die Frage legitim, welche Rolle die Beschneidung in beschneidenden Kulturen bei der Frage der Gewaltentstehung speziell bei ihnen spielt.
Bin ich absolut bei Dir. Sehe ich genauso. Vor allem erspart der Verweis auf die Fehler und Schweinereien der anderen auch, dass ich mich mit meinen eigenen nicht auseinander setzen muss.
(Das bei Wikipedia zitierte Massaker von Granada im Jahre 1066 gegen die jüdische Bevölkerung wurde übrigens von einem muslimischen Mob verübt.)
Das habe ich auch um der Ehrlichkeit willen mit ausgewählt.
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"Die Behandlung der religiösen Minderheiten unter dem Kalifat wird in der Forschung und in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert."
Quelle: Wikipedia
"Im Jahr 1066 kam es zum Massaker von Granada, bei dem ein Mob einen jüdischen Wesir sowie den Großteil der jüdischen Bevölkerung der Stadt ermordete; die Bluttat wird als das erste Pogrom auf europäischem Boden angesehen.
Am 2. Januar 1492 kapitulierte der letzte naṣridische Herrscher Muhammad XII. (auch Boabdil) und übergab die Stadt an Königin Isabella I. von Kastilien und König Ferdinand II. von Aragón, die so genannten „Katholischen Könige“ (Reyes Católicos). Damit war die Reconquista, die „Rückeroberung“ der iberischen Halbinsel für das Christentum, abgeschlossen. Gemäß einem Passus des dabei abgeschlossenen Vertrages durfte die maurische Bevölkerung in Granada weiterhin ihre Religion frei ausüben, die Naṣriden mussten Granada jedoch verlassen. Boabdil lebte zunächst für einige Zeit auf einer ihm als Lehen zugestandenen Burg in der Alpujarra, bevor er, nach dem Tod seiner Gattin, in das Gebiet des heutigen Marokko übersiedelte.
Im Jahre 1499 wurde auf Geheiß des Erzbischofs Jiménez de Cisneros von Toledo auf dem Marktplatz von Granada ein Scheiterhaufen errichtet, um Bücher zur islamischen Theologie, Philosophie, Geschichtsschreibung und Naturwissenschaften zu verbrennen. Im Laufe dieser Ereignisse kam es zu einem eintägigen Pogrom gegen alle Nichtchristen, dem vor allem Juden zum Opfer fielen. Das seit mehreren Jahrhunderten bestehende Viertel der jüdischen Gemeinde wurde vermutlich zu diesem Zeitpunkt zu großen Teilen zerstört.
Nach Aufständen der in Spanien verbliebenen Muslime, der so genannten Morisken (span. Moriscos, d. h. soviel wie „kleine Mauren“), gegen die Unterdrückung (Verbot der Religionsausübung, Enteignung) durch die neuen Herrscher wurden sie in den Jahren 1569–1571 erst in andere Teile der iberischen Halbinsel zwangsumgesiedelt und 1609–1611 nach Afrika vertrieben. Viele siedelten sich im heutigen Tunesien und Algerien an und prägten dort die Kultur. Granada verfiel zugleich in wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit. So ging etwa die Seidenproduktion, für die Granada im Mittelalter ein Zentrum war, ganz unter. Ein wichtiges Zeugnis dieser Zeit sind die Bleibücher vom Sacromonte die den Überlebenskampf gebildeter Muslime in einer christlichen Gesellschaft auf ganz eigene Art widerspiegeln."
Eine kontroverse Diskussion ist offensichtlich. Aus der Bemerkung, dass das Viertel der jüdischen Gemeinde seit mehreren Jahrhunderten bestand, lässt sich wohl ohne Kühnheit der Schluss ziehen, dass die Kalifen den Juden sehr wohl eine (sicher nicht gleich berechtigte) Existenz in Spanien zubilligten, wie auch den Christen. Dies ist mir auch aus anderen Quellen geläufig. Unter den Reyes Católicos wurden die ethnischen und religiösen Säuberungen dann mit besonderer Konsequenz betrieben. Neben den Muslimen wurden auch die Juden aus Spanien vertrieben.Da sich die Reconquista über ein halbes Jahrtausend und von Norden nach Süden erstreckte und selbst die Mauren zwischenzeitlich von Berbern unterworfen wurden, wird man sich die einzelnen Phasen dieses Prozesses und die jeweils entwickelte religiöse Toleranz/Intoleranz in der jeweiligen Periode genau ansehen müssen. Denn es kann jeder das finden, was er für seine Sicht der Dinge sucht. Das läuft nach dem kindlichen Schema: du hast aber viel früher (mit deinen Gemeinheiten) angefangen. So sehe ich einen spanischen Literaturwissenschaftler, der sich zu dem Thema äußert, mit kritischer Distanz. Das katholische Spanien hat in dieser Frage alle Veranlassung, auf andere mit dem Finger zu zeigen, um die eigenen Sünden klein zu reden.