Beiträge von R(h)einwein
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Ist das von Gauck so gesagt oder nur vom Verfasser des zitierten Artikels hineininterpretiert worden?
Immerhin hat Gauck die Beschneidungsgegner als Vulgärrationalisten bezeichnet. Mit dieser Herabsetzung hat er sich als über unabhängiges, auf Ausgleich bedachtes und vorurteilsfreies Staatsoberhaupt nicht gerade qualifiziert.
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Da kommt mir grade ein Gedanke: Gibt es eigentlich eine kirchliche Begründung, warum "christliche" Kinder nicht beschnitten werden? Gab es in der religionsgeschichtlichen Anfangszeit nicht auch hier diese Unsitte?
Mir war in der Predigt des evang. Bischofs Huber zum Reformationstag aufgefallen, dass er die Beschneidung von Christen für eine Sünde hält (ohne Begründung), dagegen gleichzeitig für die Tolerierung der Beschneidung bei Moslems und Juden plädiert. Für mich ist das buchstäblich hirnrissig: ist dann auch das Steinigen und Handabhacken bei den Christen eine Sünde und bei anderen Religionen zu tolerieren? Ich habe die Vermutung, dass die Ablehnung der Beschneidung von Christen sehr weit in die Geschichte zurück reicht. Diese Diskussion spielte nach meiner Kenntnis schon eine große Rolle, als sich die damals noch jüdische Sekte der Christen von den Juden trennte. Die polemischen Auseinandersetzungen waren seinerzeit sehr hart, wie es bei Abweichlern einer Religion oder Ideologie stets zu sein pflegt.
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gbs lädt zu einer Diskussion ein: Der Streit um die Knabenbeschneidung -symptomatisch für das Verhältnis von Staat und Kirche in Deutschland?
Termine | Giordano Bruno Stiftung
"Ziel der Debatte ist es, noch einmal grundlegend über die Konsequenzen nachzudenken, die mit der Legalisierung des Rituals verbunden sind: Ist mit dem Gesetz schon das letzte Wort in Sachen Beschneidung gesprochen? Könnte mit gleicher Begründung auch das Verbot der weiblichen Genitalbeschneidung fallen? Wie kommt es, dass deutsche Politiker in vielen Fällen dazu tendieren, religiöse Interessen stärker zu gewichten als säkulare Rechtsnormen? Ist die politische Entscheidung in der Beschneidungsfrage symptomatisch für das Verhältnis von Staat und Religion in Deutschland?"
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Es tut gut, so eine klare Stellungnahme zu lesen.

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Das sehe ich wie foreskin: eine Freigabe der FGM durch das Bundesverfassungsgericht ist so gut wie ausgeschlossen angesichts der internationalen Ächtung. Die kämen nur mit dem Deutschen Gesetz ins Schleudern.
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forskinEine clevere Idee. Ich weiß nicht mit welchen Verfahrens- und Zulässigkeitsfragen die Gerichte das Verfahren erst gar nicht zur Entscheidung annehmen, um einem Urteil auszuweichen.
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Die Tendenz ist aber sehr eindeutig pro Duldung der Beschneidung, sonst hätte man auch mit einem Gegenbeispiel enden können, wo eine Mutter sich für ihren Sohn dagegen entscheidet. Für mich liegt der Beitrag in der Richtung wie das meiste, was wir in den letzten Wochen von der Presse dazu gehört haben - bei allen Für- und Widerargumenten.
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M.E. ist dieser Schuss gesellschaftlich gesehen nach hinten losgegangen. Die Religionsvertreter haben wegen ihrer zum Teil abenteuerlichen Argumentation erheblich an Glaubwürdigkeit eingebüsst.
Das kann ich nur hoffen. Strafe muss sein.
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Beide werden doch sagen "aber nein, das ist doch nur symbolisch"
Könnte der Atheist auch antworten: das ist alles Hokuspokus? Oder: das sind die Relikte alter Beschwörungsriten?
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Oder beißt du in den Leib Christi, wenn Du die Hostie verschluckst? Und, wird der Pfarrer ein Vampir, wenn er vom Blute Christi kostet?
Die Antwort wird sehr unterschiedlich ausfallen, je nachdem, ob ein christlicher Theologe oder ein Atheist antwortet.

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"Solange man es nur gut genug meint, ist es völlig egal, welchen Schaden man damit anrichtet."(Zitat)
Das waren auch die Ausreden bei der Hexenverbrennung und bei der Inquisition: Das Foltern und Töten war durch den guten Zweck geheiligt und im Interesse der Gequälten. Auch hier waren die offiziellen Begründungen theologischer Natur.
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Den Brief unterschreibe ich gerne mit. Wohl wissend, dass auch dieser vorerst vergebliche Liebesmüh sein wird. Während wir für die Eine Komiker sind, sind wir für den Anderen Vulgärrationalisten. Solche Etikettierungen machen es eben leichter, sich den Argumenten der herabgesetzten Kritiker zu verschließen.
Zwei Phasen von Guys Motto haben wir jetzt durch: das Lächerlichmachen der Wahrheit, ihre vehemente Bekämpfung. Wir können jetzt zuversichtlich der dritten Phase entgegensehen (auch wenn es noch etwas dauert): dass (fast) alle Menschen selbstverständlich anerkennen, dass die Zwangsbeschneidung verwerflich ist.

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wird auch schon wieder fälschlich unterschieden zwischen Kindern aus religiösem Umfeld oder aus nicht religiösem. Es gibt keinen Unterschied!!! Alle Kindervorhäute in Deutschland sind für überflüssig erklärt worden! Jeder Junge muss leiden, wenn Eltern es für richtig halten.
Dem Gesetz glotzt doch - wenn ich hier dieses Bild gebrauchen darf - das religiöse Sonderrecht aus den Augen. Nicht nur durch den Weg, wie es zustande kam: nämlich auf Druck von zwei Religionsgemeinschaften, kräftig unterstützt durch die christlichen Kirchen. Auch wird im Gesetz - wie Prof.Merkel feststellt - auf lautere Motive - sprich die religiösen - und auf missbräuchliche (Ästhetik, Hygiene) Motive abgestellt. Er führt dazu aus, dass dies nicht funktioniere und somit jeder Junge aus welchem Grund auch immer beschnitten werden kann. Es ist nur einer der inneren Widersprüche des Gesetzes, dass es zugleich religiöse Rituale schützen will und die religiöse Motive leugnet. Das kriegen nur Winkeladvokaten hin.
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auch die bisher benachteiligten Mädchen mit einer kleinen Beschneidung näher zu Gott zu bringen
Ich frage mich sowieso die ganze Zeit: sind die Frauen/Mädchen vom Bund mit Gott ausgeschlossen, oder kommt der anderweitig zustande und welches körperliche Opfer ist dafür notwendig? Oder brauchen diese den Bund gar nicht, ist er vielleicht sogar unerwünscht? Oder schließen die beschnittenenen Jungs den Bund gleich für ihre unbeschnittenen Schwestern mit? Wer kann meiner theologischen Unkenntnis abhelfen?
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Von mir haben die auch schon eine E-Mail mit der Frage nach ihrem Verständnis von hippokratischem Eid.
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Ohne Zwang "von außen" (sei es durch Gesetze, Wissenschaften oder Humanismus) ändert sich nichts bei den Religionen.
So ist es. Ich habe den Verdacht, dass einige in unserem Land in der Debatte um die Knabenbeschneidung die Gelegenheit sehen, den Religionen bzw. den Kirchen eine noch stärkere Stellung in der Gesellschaft zu verschaffen. Warum sonst haben die christlichen Kirchen so vehement das Beschneidungsritual verteidigt, obwohl Bischof Huber die Beschneidung in seiner Reformationstagspredigt diese für Christen als Sünde bezeichnet hat? Auf den Punkt gebracht hat es ein christlicher Politiker in der Bundestagsdebatte am 12.12.12 als er es begrüßte, dass das Religiöse in unserer Gesellschaft wieder an Bedeutung gewinne. Zurück zum Gottesstaat?
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Rolf Schwanitz hat Wort gehalten und eine überzeugende Erklärung im Bundestag abgeben. Seine Antwort auf mein anerkennendes Schreiben:
"Sehr geehrter Herr xxxxxxx,
vielen Dank für die Unterstützung meiner Position zur Beschneidung männlicher Kinder. Auf meine mündliche Erklärung zur Abstimmung habe ich ein fast ausschließlich positives Echo erhalten. Dies bestärkt mich in meiner Haltung. Ich gehe davon aus, dass die Debatte über die Zirkumzision nicht zu Ende ist und werde mich dabei weiterhin einbringen. Es gibt inzwischen auch viele jüdische und muslimische Eltern, die die Beschneidung kritisch sehen.
Diese Menschen brauchen unsere Unterstützung und dafür werde ich mich künftig einsetzen.Mit freundlichen Grüßen
Rolf Schwanitz "