Beiträge von Ava

    Wissenschaftlicher Dienst- Aha!
    Es wäre mal interessant zu erfahren, nach welchen Gesichtspunkten derartige " Zusammenfassungen" vorgenommen werden. Der Autor scheint Jurist zu sein. Wer wird zu religiösen Standpunkten, wer zu medizinischen befragt?


    "...Dem entspricht, dass in der Verwaltungsgerichtsbarkeit klagenden muslimischen Eltern ein
    Anspruch gegen die Träger der Sozialhilfe auf Übernahme der Kosten der Zirkumzision und ei-
    ner entsprechenden Familienfeier zugesprochen wurde (OVG Lüneburg, NJW 2003, S. 3290)...."


    Dieses Urteil ist ja nun schon einige Jahre alt. Seine Erwähnung impliziert, daß es sich um eine "normale Familienfeier" ähnlich einer Taufe handelt. Aber ist es nicht so, daß sich auch innerhalb eines Jahrzehnts die Sozialadäquanz ändern kann? Gerade in diesem Fall, der durch die gesamtgesellschaftliche Diskussion erst bei vielen Menschen ein Gefühl und Bewußtsein dafür geweckt hat, was Beschneidung bedeutet und welche z.T. Schwerwiegenden Folgen daraus resultieren können.


    "...

    So wird angenommen, dass die Beschneidung die sexuelle Übertragungsgefahr für viele Infekti-
    onskrankheiten – namentlich AIDS – verringere, weshalb die Weltgesundheitsorganisation
    (WHO) 2007 die Zirkumzision grundsätzlich empfohlen hat..."


    Das ist fachlich falsch.

    War es wieder Zeit für meinen monatlichen "Zeugen Jehovas" Besuch. Leider hatte ich keine Zeit für die beiden Herren. Wir kennen uns schon mehrere Jahre und trainieren aneinander. In geschätzten 3500 Jahren werde ich sie missioniert haben. Ich denke, sie sehen das ähnlich.
    Sehr höflich und nett, niemals aufdringlich, aber total verblendet. Ich habe sie gebeten, kommende Woche vorbeizuschauen, weil ich wissen will, wie sie zur Beschneidung stehen und weil man an ihnen schön testen kann, welche Argumente sie ins Schleudern bringen. Kann ich nur empfehlen! (und nachher erzähle ich Euch auch, wie man Homosexualität heilen kann- hab' s noch nicht im " Wachturm" gelesen, nur überflogen)
    Obwohl man vieles von Freuds Theorien sicher fragwürdig finden kann, so denke ich, daß "Religion als Zwangsneurose" in diesem Fall sehr zutreffend ist.

    Hatten Sie das schon einmal? Kommen in Ihre Familie irgendwelche Krankheiten vor?

    Ich tue jetzt mal so, als wären das ernstzunehmende Aussagen:
    Unversehrtheit ist der Zustand in dem die Integrität des Körpers gewahrt ist.
    " freier Wille" -Das ist natürlich eine philosophische Frage, Sie Fuchs!
    Leider haben Sie ein entscheidendes Detail übersehen: Es geht NICHT um den freien Willen der Erwachsenen, es geht um das Kind! Es spielt also keine Rolle, wem oder was gegenüber SIE sich verpflichtet fühlen und lassen Sie sich versichern: Niemand, der (Entschuldigen Sie bitte den Ausdruck!) noch alle Tassen im Schrank hat oder jemals ein Neugeborenes aus der Nähe gesehen hat, zweifelt an, daß ein 8 Tage altes Kind KEINEN freien Willen haben KANN- es hat Bedürfnisse.
    Das hätten wir also geklärt.
    Nennen Sie mir bitte den deutschenKindergarten oder die Schule, in der Kinder körperlich mißhandelt werden! Ich werde keinen Augenblick zögern Anzeige zu erstatten.
    Chinese wird man, weil man in China geboren wird. Deutscher, weil man in Deutschland geboren wird. Man wird aber nicht gezwungen hier zu bleiben (Dafür haben wir Artikel 2 des Grundgesetzes). Wo sehen Sie hier " Stempel"??!
    Und jetzt?!
    Nun haben die deutschen, italienischen, chinesischen,armenischen.....Menschen die Möglichkeit,ihre Kinder zu erziehen- auch religiös.
    Sie haben jedoch nicht die Möglichkeit, ihren Kindern Teile ihres Körpers zu amputieren.
    Man, man, man.....
    Das klingt noch nicht mal ähnlich....Erziehung und Operation.....wie kann man das verwechseln?!

    ..."Das Argument klingt lächerlich, weil es lächerlich ist; und es ist auch gar kein Argument, sondern Unsinn..."

    In der Tat: Das ist alles Unsinn!
    Da wären wir wieder: Hatten Sie das schon einmal.....?

    Das würde ich genau umgekehrt formulieren: Bei Menschen, die sich gegen die körperliche Unversehrtheit aus religiösen Gründen aussprechen, muß an ihrer demokratischen Einstellung gezweifelt werden.
    Die Gefahr für die Demokratie sehe ich auch noch an anderer Stelle: Es gibt ein Gesetz, einen Verstoß dagegen, eine Anklage und ein Urteil- soweit akzeptabel
    Doch dann: Das Urteil gefällt nicht, die Politik reagiert auf Lobbydruck UND ÄNDERT DAS GESETZ.
    Gesetze passend zu den Interessen bestimmter Gruppierungen.

    Vollkommen unaufgeregt erläutert Herr Stücker die gesellschaftliche Bedeutung der Beschneidung als Instrument der Unterdrückung.


    "...Die Frontlinie verläuft zwischen denjenigen, die in den Menschenrechten eine ärgerliche und zu überwindende Ablenkung vom göttlichen Gesetz sehen, und denjenigen, die eben genau in diesen Menschenrechten die epochale Überwindung eines jahrtausendealten Kollektivismus sehen, die Befreiung des Individuums vom Zwang durch Kollektiv, Volk, Sippe und Religion..."

    Ich meine zu erkennen, daß wir uns nun auf eine neue Art der Begründung gefaßt machen müssen:
    Nachdem es zuerst das " konstituierende Merkmal" und dann der " Antisemitismus" war, wird nun von " Gesetz" gesprochen (schon bei der Demonstration am Sonntag hieß es doch: " Lieber eine Anzeige von der Staatsanwaltschaft als von Gott.") Das ist ganz praktisch, weil es persönliche Verantwortung des Einzelnen ausschließt. Was soll man machen?! Gesetz ist Gesetz. Und dann wird - ganz selbstverständlich - der religiöse Inhalt gegen das Grundgesetz gesetzt.

    Maria:
    Ich glaube, DIE zionistische Idee gibt es nicht. Es sind ja immer Menschen, die Ideen haben und von dem Punkt an, wo irgendeine Idee absolute Züge trägt, wird sie gefährlich. Ich hatte diesen Link nur eingestellt, um zu zeigen, daß selbst der " Vater Israel" kein ausschließlich friedfertiges Gedankengut in diese Welt gesetzt hat, das nachher "aus dem Ruder gelaufen ist". Natürlich kann man all das nur im historischen Kontext bewerten.

    Gääähn!
    Den Artikel hätte man schon vor zwei Wochen schreiben können und es wäre nicht aufgefallen. Warum das so ein Medienhype ist? Weil das Thema viele Menschen beschäftigt (Ich kenne nicht einen Menschen, der FÜR Beschneidung ist), weil es gute Bilder verspricht, weil es so schön gegensätzlich ist (dafür- dagegen, Religion- Aufklärung....)- und weil es einen gewissen Grusel hat.
    Wenn man es schafft, das Ganze aus größerer Entfernung zu betrachten, muß man eigentlich lachen:
    Da stehen ein paar Leute mitten in der Hauptstadt mit sehr lustigen Hütchen auf dem Kopf und bestehen mit frechen Sprüchen darauf, daß sie kleinen Kindern die Vorhaut amputieren dürfen.
    Ein wenig skurril, oder?

    "ob ich den Judenmord überleben durfte, um das erleben zu müssen".
    Was soll man dazu sagen? Mord ist so schlimm wie verbale Kritik? Bei jemandem, der solche Maßstäbe vertritt, wundert mich irgendwie gar nichts mehr- nicht einmal die Tatsache, daß derjenige darauf besteht, an den Geschlechtsteilen von Säuglingen Operationen ohne medizinischen Nutzen durchführen zu wollen.
    Zwangstörung?

    Ganz bestimmt wird es solche geben.
    Es wird auch 80jährige geben, die noch davon überzeugt sind- allerdings werden das nicht mehr so viele sein.
    Die Probleme nehmen mit dem Alter zu. Und das sage ich dir aus weiblicher, älterer Sicht. Unter Jungen und Männern ist das Thema "Probleme nach der Beschneidung" eher unbeliebt wie mir scheint und ganz häufig wird es noch ins Gegenteil verkehrt. Da wird sich dann gegenseitig versichert, wieviel hygienischer und besser der beschnittene Penis sei und wir Frauen sehen dann, wie es tatsächlich ist: Männer, die viel weniger Empfindungen in ihrem Penis haben, manche, die Schwierigkeiten haben zum Orgasmus zu kommen, häßliche Narben....
    Das, was ich erreichen möchte ist, daß sich jeder Mensch aus freiem Willen für oder gegen eine solche Operation entscheiden kann- als Erwachsener.
    Ich wünsche dir, daß deine Beschneidung folgenlos bleibt!