Beiträge von Ava

    @ Werner:
    Für MICH ist das alles ohne Belang- ich bin kein Anhänger der " traditionellen Anbieter"....
    Man sollte nur nicht den Fehler begehen mit einer Form von Hochmut (die niemandem gut zu Gesicht steht) Gläubige als Unmündige hinzustellen.
    Daß die " heiligen Schriften" eine unendliche Interpretationsvielfalt bieten, ist unbestritten, ABER sie entbinden den Gläubigen nicht (ganz im Gegenteil sie fordern! und das wird von NIEMANDEM bestritten) ein Streben nach Perfektion des eigenen Handelns (gleichzeitig wissend, daß Perfektion unmöglich ist).
    WAS das jedoch beeinhaltet, ist strittig.
    Insofern sollten wir uns nicht damit beschäftigen, im Glauben anderer herumzutrampeln, sondern uns bemühen, aufzuzeigen, daß Beschneidung schadet.
    Man kann mit einem Auto in den Urlaub fahren oder ein Selbstmordattentat begehen. Das Auto ist nur das Medium. Der Mensch ist der entscheidende Faktor.

    Auch so herum formuliert wird kein Schuh daraus....
    Man KANN als Gläubiger, nicht einfach sagen:" Lassen wir das!" Für ihn IST die Schrift Ausdruck von Gottes Willen, aber sie steht nicht zwingend im Gegensatz zur Vernunft. Es liegt also am MENSCHEN diesen Willen in den Worten zu erkennen. Dazu wird er ausdrücklich aufgefordert. Du erinnerst dich....Gut und Böse.... Baum der Erkenntnis.....?!


    Die Gläubigen sind zum Schutz des Lebens und der Gesundheit verpflichtet.
    Nur mal so als Beispiel :


    "...- Die Tora betont an mehreren Stellen die Wichtigkeit des gesunden Körpers. Jede Art von Beschädigung des eigenen Leibes ist strikt verboten. Der Israelit ist ein Knecht Gottes und ist verpflichtet, allein ihm zu dienen. Zu diesem Zweck muss er auf seine Gesundheit und Unversehrtheit achten. Dass eine Tätowierung ungesund ist und unter Umständen großen Schaden anrichten kann, war schon vor dreitausend Jahren bekannt. Im Übrigen: Auch die Entfernung einer Tätowierung kann nach medizinischen Kenntnissen schädlich sein, weshalb dies auch verboten wäre...."

    Frag den Rabbi: Ttowierung und Bestattungen


    Statt also den Menschen ihren Glauben ausreden zu wollen (was du in diesem und den nächsten zehn Leben nicht schaffen wirst) und was auch schwer den Respekt vor anderen vermissen läßt, sollten wir uns darauf besinnen, MIT ihnen einen Weg zu finden.
    Viele Wege führen nach Rom.....

    B.O.Bachter:
    Wofür man die Religionen braucht.....
    Unter der Annahme daß es Gott gibt,verbietet sich die Frage. Dann IST Gott.
    (Und wie wir alle wissen, kann man weder seine Existenz noch seine Nichtexistenz beweisen).
    Dann ist Religion keine Wahlmöglichkeit wie die Mitgliedschaft im Kegelverein.
    Mit der eigenen Existenz untrennbar verbunden ist in allen Religionen die Forderung zum Handeln in sozialer Verantwortung- das "Streben zum Guten".
    Natürlich muß man diese Annahme nicht teilen und kann dagegen argumentieren: Es gibt Gott nicht, weil,...oder: die biochemischen Vorgänge, die im Gehirn ablaufen wenn ich jemandem einen Gefallen tue, führen zu einer Aktivierung des Belohnungszentrums im Gehirn.....
    Dann können die Gläubigen wieder argumentieren: Da kann man mal sehen: Selbst auf molekularer Ebene ist Gott sichtbar....
    Dann setzt die Gegenseite wieder an:....

    Merkst du etwas? SO kommt man nicht weiter.
    Du wirst keinen Gläubigen überzeugen können- ebensowenig wie er dich. Deshalb heißt es GLAUBEN.
    ("GEHEIMNIS des Glaubens, deinen Tod oh Herr verkünden wir....." jetzt mal am Beispiel der Kirche)

    Wichtig ist nicht der Glaube an Gott in dieser Frage, wichtig ist die Erkenntnis, daß Beschneidung nicht gut ist. Und zu dieser Erkenntnis kann man als Gläubiger und als Atheist kommen. Schließlich sind die physischen Körper der Menschen alle gleich.

    "....Dass der Gegensatz von Vernunft und Religion zumindest zeitweise "unüberbrückbar" ist, zeigt die gegenwärtige Beschneidungsdiskussion..."


    Das sehe ich etwas anders und zitiere mich noch einmal selber:
    "...und somit die scheinbaren religiösen Erfordernisse von der ethischen Verantwortung zu befreien und die Gläubigen moralisch in eine Position zu bringen,eine scheinbar zwingende Wahl zwischen Ratio und Gott zu treffen....."


    Religion ist doch kein Selbstzweck!
    Sie ist doch eigentlich zur moralischen Vervolkommenung des Menschen gedacht indem sie als Handlungsmaximen all das hat, was gut für das menschliche Zusammenleben sein soll.

    Das Problem ist, das Religion IMMER instrumentalisiert wird.
    Und was überhaupt nicht verständlich ist,daß einige, die sich die Deutungshoheit gesichert haben, bestimmen können, was wörtlich zu nehmen ist und was nicht- und die Mehrheit läuft einfach hinterher...
    Wieso keine Beschneidung des Herzens? Wieso geburtserleichternde Maßnahmen,wenn Frauen unter Schmerzen gebären sollen? Im Koran steht nichts über Autos, sie werden aber benutzt.....
    Wenn Religion unreflektiert daherkommt und in ihrem Namen Menschen Schaden zugefügt wird ( und diese Bewertung KANN IMMER NUR auf dem jeweils aktuellsten Kenntnisstand getroffen werden) ist sie eine sich selbst widersprechende Sache und die jeweiligen Anhänger sind die wirklichen Blasphemisten indem sie Gottes Werk mit Füßen treten....

    Ich versuche es später noch mal..irgendwie kann ich mich da nicht anmelden.

    Ist das ein Spiel? Wer die meisten Fehler findet, hat gewonnen.
    Ich fang mal an....
    1. Gesundheitliche Gründe führen nicht zur Entfernung der Vorhaut, sie führen zur Nichtentfernung
    2. Weil EIN Mann keine Probleme dadurch hat, ist eine Verallgemeinerung nicht zulässig.
    3.Jemand, der nur diesen Zustand kennt, kann wohl kaum Aussagen darüber treffen, wie es anders wäre
    4.Amputationen von Körperteilen zwecks Charakterbildung durch soziale Ausgrenzung halte ich für eine äußerst fragwürdige Erziehungsmaßnahme. Und warum nur die Vorhaut? Wer schaut schon in die Unterhose? Ein fehlender Unterschenkel sorgt ( bei entsprechendem sozialen Umfeld und/oder einem ideologischen Klima, das ICH ablehne) viel plakativer für die notwendige Aufmerksamkeit und Stigmatisierung.
    Hinzu kämen noch die Möglichkeit bei den Paralympics zu starten, ein Schwerbehindertenausweis mit der Garantie auf freie Parkplätze und nicht zu vergessen: die Entwicklung ganz neuer Fähigkeiten. Wer von uns kann schon Rollstuhlfahren?! Gesund werden wir das nie erfahren!
    Und Fahnenflucht müßte auch keiner begehen....Wehrpflicht ist abgeschafft und im Krieg werden die wenigsten Einbeinigen als unverzichtbar eingestuft, da sind die Hirnamputierten gefragt....
    Wer jetzt noch zögert, spinnt!

    Noch nicht einmal das Thema ist klar erkennbar

    "....Beschneidung von Buben, die „bis hinauf in die Qualitätspresse oft mit unsäglichen verbalen Begleiterscheinungen und entsprechender Bebilderung“ geführt werde, ...."


    Wenn es um die körperlichen Folgen geht, kann man wohl kaum Kunstdrucke von " Die Beschneidung des Herren"abbilden. Ist das die Forderung nach Euphemismus? Lachende Kinder im Prinzenkostüm statt frisch operierte Geschlechtssteile,die bei seelisch Gesunden sofort Phantomschmerzen in der entsprechenden Region auslösen?

    "....Wäre der Begriff Kulturkampf nicht so klar historisch besetzt, hier wäre er angebracht“,...."


    Welche Kulturen kämpfen? Religion gegen Säkularismus? Vollkommen falsch! Die gegnerischen Linien laufen nicht entlang der Grenzen zwischen Religion und Atheismus, nicht zwischen Gläubigen und Ungläubigen, sondern zwischen Kritikern und Befürwortern der Beschneidung. Das wäre zwar sehr praktisch für eine derartige Argumentation,daß es sich um eine antireligiöse Bewegung handelte,ist aber sachlich falsch.


    "...Heil nannte es fraglich, ob die drei monotheistischen Religionen bei der Frage nach der Vernunft die richtigen Adressaten seien.. "
    Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Natürlich haben " Vernunft" und " Religion " nicht viel gemeinsam. Kniestrümpfe und gemischter Salat auch nicht. Und dennoch ist es möglich beides wertzuschätzen. Das Leben ist eben nicht Schwarz und Weiß- es hat unendlich viele Grautöne.

    Das, was hier gemacht wird, ist der ganz gefährliche Versuch, Religion als Gegensatz zur Vernunft zu konzipieren und somit die scheinbaren religiösen Erfordernisse von der ethischen Verantwortung zu befreien und die Gläubigen moralisch in eine Position zu bringen,eine scheinbar zwingende Wahl zwischen Ratio und Gott zu treffen.
    Das ist nicht nur unredlich, das ist in bester mittelalterlicher Tradition. Vernunft und Glaube sind keine Gegensätze. Religiöses Dogma und Ethik können es sein.

    "...Religion ist keine Privatsache, wie viele lange geglaubt haben, sondern sie will und sucht immer die Öffentlichkeit, und dort gehört sie auch hin...."


    Soviel Unsinn in nur einem Satz....Unfaßbar!
    Religion IST Privatsache. Es kann per DEFINITION schon gar nicht anders sein- es sei denn, man würde Religion nicht mit Glauben definieren.
    GLAUBEN kann nämlich nur jeder für sich ganz alleine. Was für eine absurde Vorstellung, ich GLAUBTE für jemand anderen.
    Wenn ich Religion jedoch mit " institutionalisierter Meinung" gleichsetze, könnte sie öffentlichen Raum beanspruchen. Dann jedoch wäre sie aufgrund der hier herrschenden Meinungsfreiheit fehl am Platze.
    Die Überzeugungen einzelner und ihr Glaube sind zu respektieren und es ist ihnen Raum- auch öffentlicher z. B. In Form von Prozessionen- zu gewähren.
    Das alles darf die Übrigen jedoch nicht unzulässig einschränken.

    Ich finde es toll, daß Ihr so viel Mut aufbringt!
    Diese ganze Diskussion ist so unwürdig und schamlos.
    Man stelle sich mal vor, vergewaltigte Frauen müßten sich öffentlich so zu Behauptungen, die ihnen vorgehalten werden, äußern müssen um ein Verbot von Vergewaltigungen zu erreichen....
    " Kein Mann( Frau) hat jemals ein Trauma erlitten."
    "Je jünger sie sind, umso unproblematischer ist das."
    " Weltweit gibt es das."
    "Wer damit ein Problem hat, ist kein Mann( Frau)"
    " Das verheilt doch schnell"
    ......
    Wildfremde Männer spekulierten über den vaginalen Zustand dieser Frauen in den Medien, äußerten sich zu Sex mit ihnen und beleidigten sie.
    Ein undenkbares Szenario.
    Es geht neben den ganzen körperlichen Aspekten auch um Würde - nicht umsonst kennt man den Ausdruck des "Hose- runter- lassens", des sich schutzlos präsentierens.
    Wieviel ist die Würde wert?
    Und letztlich: Welchen Wert hat der Einzelne?
    Es wird nicht nur der Penis beschnitten, es wird der Mensch beschnitten.

    Ihr könnt mich jetzt steinigen, aber ich finde es gut.
    Das offenbart in wenigen Sätzen die ganze Absurdität: Pseudoargumente wie Fortschritt oder hygienische Vorteile, Ungleichbehandlung, Leugnen von Komplikationen und Folgen des Eingriffs.
    Ein mehr als klares Statement dagegen.
    Vielleicht liegt es an meiner etwas robusten Art von Humor, daß ich darüber lachen kann.

    @ Guy: Wer sagt, daß man selber des Lesens und Schreibens kundig sein muß? Man bekommt erbauliche Dinge VORGELESEN.
    Das wird sowieso überbewertet! Alphabetisierung hat noch keine lange Tradition und war früher Experten vorbehalten. ;)

    "...Parteien wie die Linke und die Grünen leisten diesem Neuaufguss von Antisemitismus und Islamfeindlichkeit mit ihrer Kampagne gegen einen weit verbreiteten und elementaren Brauch von Juden und Muslimen Vorschub – diesmal unter dem Deckmantel von Kinderrechten und nicht, wie bisher üblich, von Frauenrechten...."

    Genau das Gegenteil ist richtig:
    Indem von Seiten der Medien und entsprechenden Interessensverbänden mantraartig wiederholt wird, daß diese Diskussion in Wirklichkeit von antisemitischen oder rassistischen Motiven getragen sei, leisten sie einer Teilung der Gesellschaft Vorschub und arbeiten (was noch viel gefährlicher ist!) mit den tatsächlichen Antisemiten Hand in Hand, die nun unerkannt in der großen Menge agieren können.

    Nicht alles, was religiösen Interessensvertretern nicht gefällt, ist antireligiös.
    In diesem Fall handelt es sich um die Frage, ob kleinen Jungen aufgrund der Überzeugungen ihrer Eltern ein Stück ihres Körpers entfernt werden darf und welche potentiellen Folgen für den Betroffenen daraus erwachsen können.

    Die Tatsache, daß der vorgelegte Gesetzesentwurf sich auf eine Stellungnahme der AAP bezieht statt auf die Stellungnahme der Deutschen Kinder- und Jugendärzte, die sich darüber "entsetzt" zeigten, spricht Bände:
    Diese Stellungnahme der amerikanischen Kinderärzte, die von 30(!) weiteren pädiatrischen Fachverbänden kritisiert wurde, kam pünktlich mit der Forderung der Kostenübernahme für Zirkumzisionen durch die Krankenkassen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!
    Die dieser Stellungnahme zugrunde liegenden Studien werden in der Fachwelt teilweise äußerst kontrovers diskutiert.
    Aus diesem Grund MÜSSEN wir darauf bestehen, daß die körperliche Unversehrtheit für jeden Menschen in diesem Land- unabhängig von Alter, Herkunft oder Religionszugehörigkeit - unantastbar bleibt.
    Diese Erkenntnis schulden wir unserer dunklen Vergangenheit in einem politischen System, das Operationen zum Gemeinwohl durchführen ließ, das Eingriffe an Wehrlosen erlaubte, das für Menschen bestimmter Weltanschauungen oder Herkunft besondere Gesetze erließ.
    Nie, nie mehr wieder- egal aus welcher Motivation- sollten wir körperliche Integrität in Frage stellen.
    Wie das ausgeht, wissen wir.