Beiträge von sause18

    Damit gehörst Du zu einem Facharzt. Als Laie würde man bei der optischen Betrachtung der OP. von einer Minimalbeschneidung ausgehen. Du sprichst dagegen von einem Radikaleingriff. Das klingt sehr widersprüchlich und offensichtlich hast Du, wie selbst beschrieben, starke Schwellungen, die zu dazu führen, dass die Resthaut Deine Eichel nahezu umklammert.
    Erkundige nach der Wirkung von Enzymen nach der OP (Wobenzym oder Phlogenzym ). Unser alter Hausarzt hat diese Mittel empfohlen; ich selber konnte damit den Heilungsprozess nach dem Ziehen von Weisheitszähnen beschleunigen; meine Frau hat sie nach einem Kaiserschnitt erfolgreich eingesetzt. Die Tabletten sind nicht verschreibungsfähig, aber von immenser Wirkung.

    Gute Besserung

    Ein interessanter Beitrag für unser Forum und ganz gewiss kein Einzelfall.
    Wir hatten in unserer Familie ein ähnliches Ereignis.
    Mein Cousin musste als Kleinkind wegen eines Leistenbruches operiert werden.
    Leider nahm der Chirurg die OP zum Anlass, auch seine Vorhaut radikal und mit einem optisch unmöglichen Ergebnis zu entfernen.
    Bei seinem 2 Jahre jüngerer Bruder unterblieb der Eingriff.

    Das Resultat: Mein Cousin wurde nicht nur von seinen Klassenkameraden wegen seines schief beschnittenen Penis sondern auch noch vom eigenen Bruder regelmäßig gehänselt. Es gab zu Hause in der Familie häufige Diskussionen mit dem Vorwurf: "Weshalb wurde ich operiert und Jochen nicht ?"

    Vermutlich wollten Deine Eltern diesem Zwist zwischen Geschwistern vorbeugen und Du warst letztlich das "Bauernopfer", das ohne Diagnose seiner Vorhaut beraubt wurde. Vielleicht hat der zuständige Arzt auch zu dem Schritt geraten - nach dem Motto: "Wenn schon ein Kind an der Phimose operiert werden muss, lassen Sie es doch gleich beim Bruder mit ausführen.

    Die Modewelle, Beschneidungen

    Nur die "Modewelle" der Beschneidung hält schon sehr lange an, in Deutschland seit den 60er Jahren, mit Schwerpunkten in den 70er und 80er Jahren. Bei vielen meiner damaligen Klassenkameraden wurde die Zirkumzision bei anderen Operationen gleich "mitgemacht", wobei meine Klassenkameraden nur wußten, daß sie wegen Mandeln, Leisten oder was auch immer ins Krankenhaus kamen und danach eben meinten, daß sie auch am Penis operiert worden sind, weil das wohl besser sei. Sie wußten es also vorher nicht.

    Die Schulärzte damals verkörperten auch diese Einstellung, indem sie wohlwollend registrierten, bei wem es schon gemacht wurde, das Thema also erledigt sei, bei wem noch nicht.

    Die Aussage kann ich nur bestätigen. Der "Beschneidungswahn" setzte wohl schon in den 60er Jahren ein.
    Ich kenne mehrere Fälle von sog. "Rundum-Operationen".
    So musste mein Cousin als Kleinkind an einem Leistenbruch operiert werden. Der Chirurg nahm offensichtlich den Leistenbruch zum Anlass, ihm zugleich die Vorhaut komplett zu entfernen.
    Einem Schulfreund wurde bei der Korrektur eines Hodenhochstandes die Vorhaut beschnitten.

    Meine ersten Zweifel an dem Sinn und der Notwendigkeit der vollzogenen Operation kamen beim Konfirmandenunterricht auf. Unser Pastor war glücklicher Vater von 6 Buben. Als im Unterricht das Thema Beschneidung angesprochen wurde, äußerte er sich sehr kritisch und sagte: " Wenn es nach dem Willen einiger Ärzte an unserem Städtischen Krankenhaus ginge, würden wohl allen Buben nach der Geburt die Vorhaut entfernt oder würde man eine Reihenbeschneidung einführen " Offensichtlich gab es in seiner eigenen Familie entsprechende Vorfälle.

    Das Geschäft mit der Vorhaut war zu der Zeit recht lukrativ. Die Verweildauer im Rahmen der OP. belief sich damals auf knapp eine Woche ! Ich wurde als Kleinkind an einem Montagnachmittag eingeliefert, am Dienstag operiert und am Samstag wieder entlassen. Ähnlich erging es anderen.
    Heute werden Zirkumzisionen ambulant vorgenommen.

    Auffällig war auch der Beschneidungsstil, der sehr unterschiedlich geprägt war. Während das hiesige städtische Spital nur radikale Zirkumzisionen vornahm; war die Chirurgie des Spitals der katholischen Kirche bemüht, Vorhautverengungen durch eine Spaltung des Schnürringes zu beheben.
    Bei diesem Verfahren bleibt die Vorhaut erhalten, die unangenehmen Folgen der Zirkumzision bleiben dem Patienten erspart und der krasse, optische Unterschied stellt sich nicht ein.

    Auch die Schulärzte waren ein Thema für sich. In der 4. Klasse - kurz vor dem Ende unserer Grundschulzeit - fand diese Untersuchung bei uns statt. Wir mussten uns bis auf die Unterhose ausziehen. Die zuständige Ärztin nahm dann entsprechende Untersuchungen vor. ( Rachenmandeln, Plattfüße etc. ) Dann wurde den Buben - in Gegenwart der Klassenlehrerin - (ledig und kinderlos ) die Unterhose heruntergezogen. Als ich an der Reihe war, warf die Ärztin einen Blick auf meinen Penis, klappte die restliche, bei mir immer noch recht verdickte und rot schimmernde Vorhaut am Eichelkranz zurück und sagte nur "Saubere Arbeit". Ich spürte, wie mir die Röte in den Kopf schoss; ganz abgesehen von jenem unangenehmen Gefühl des Zurückziehens des Vorhautrestes. Das alles geschah in unmittelbarer Nähe der hinter mir in "Reih' und Glied" wartenden Schulkameraden und einer betagten, kinderlosen Grundschullehrerin.

    Lieber Kira,
    Deinen Bericht kann ich als Betroffener sehr gut nachvollziehen. Den anfänglichen Schmerzen nach der Beschneidung ( z.B. beim Waschen des operierten Bereiches ) folgte nach einigen Jahren eine extreme, zunehmende Unempfindlichkeit. Deine beschriebenen Probleme beim Sex kenne ich aus eigener Erfahrung.
    Es gibt aber durchaus Möglichkeiten, dieser Situation zu begegnen. Es gibt - neben den bereits von anderen Mitgliedern im Forum erwähnten Geräten zu Dehnung der verbliebenen Vorhaut - Lotionen und Salben, die den Prozess der zunehmenden Verhornung der Eichel stoppen. ( z.B. Eucerin Repair Lotion mit Urea ) oder eine Harnstoff haltige Lotion. Bei regelmäßiger Anwendung dieser Lotion wird die Eichel zunehmend weicher, erhält ihren ursprünglichen,glänzenden Farbton zurück und wird sensibler. Aber dieser Prozess benötigt Zeit und Geduld; letztlich hat sich bei Dir in 25 Jahren sicherlich eine nicht unerhebliche Hornhaut gebildet.
    Der Hersteller des Dehngerätes CAT II Q bietet einen Retainer an, den ich - trotz meiner weitgehenden Wiederherstellung der Vorhaut - seit einer Zeit erfolgreich nutze. Dadurch wird die verbliebene Haut sanft über die Eichel gezogen und fixiert. Die Eichel kann dann - bei Anwendung der Lotion - über Stunden mit dieser Creme und ihrem Wirkstoff versorgt werden.
    Ich empfehle Dir aus eigener Erfahrung, Dich mit dem Thema Vorhautwiederherstellung zu befassen. Im Internet gibt es zahlreiche Übersichten zu den einzelnen Geräten mit ihren Vorzügen, aber auch Nachteilen. Aus meiner Sicht lohnt sich der Versuch einer Vorhautwiederherstellung.
    Viel Glück !

    Die Kosten sind in der Tat immens. Das Argument bzgl. der Dauer einer erfolgreichen Dehntherapie kann ich nachvollziehen. Es gibt bei den Geräten aber durchaus Unterschiede über ihre Wirkung und die daraus resultierende Dauer einer Vorhaut-Rekonstruktion. Eine Wiederherstellung mit O-Ringen dauert länger als der Einsatz von Dehnungs- oder Spannungsgeräten, die in den USA hergestellt und angeboten werden. Hierbei gibt es bzgl. der Installation und des Tragekomforts wiederum interessante, individuell abstimmbare Nuancen.
    Ich würde mich gründlich über die Vor- und Nachteile dieser Geräte informieren und dann das entsprechende /geeignete Gerät erwerben. Im Internet gibt es dazu Tabellen mit den einzelnen Geräten, ihren Anschaffungskosten, Vor- und Nachteilen und mit Aussagen über die Dauer des Dehnungsprozesses.




    Das Erlebnis, feststellen zu müssen, dass der eigene Penis anders ausschaut, als bei anderen Jungen, ist schlimm. Mir erging es so nach der ersten Unterrichtsstunde eines Schwimmkurses in der Umkleidekabine etwa im Alter von 6 Jahren. Bis dahin war ich davon ausgegangen, dass die Geschlechtsteile von Jungen gleich aussehen.
    Das war ein Irrtum !

    Während die Geschlechtsteile der anderen Jungen länger und mit Haut überzogen waren, sah mein Penis merklich kleiner aus. Die Eichel schimmerte damals noch bläulich und die Haut endete noch am Eichelkranz.
    Ein Teilnehmer des Kurses, der neben mir stand, warf einen Blick auf mich und rief laut durch die Umkleidekabine: "Guckt Euch den mal an, dem hat man den Piepmatz vorne abgeschnitten " ! Alle starrten auf mich, einige fingen an zu lachen.

    Kinder können grausam sein. Ein operierter Penis ohne Vorhaut in eben etwas anderes als eine Narbe nach einer Blinddarmoperation oder ein eingewachsener Fußnagel.

    Als ich meine Mutter auf diese " Entdeckung " und das Erlebnis ansprach, wurde mir erklärt, dass ich im Alter von 15 Monaten an einer Phimose operiert worden sei. Die Harnstrahl sei damals extrem schmal gewesen bzw. hätte anfänglich nur getröpfelt; die Haut sei mit der Eichel verklebt gewesen. Nachdem eine konsultierte Kinderärztin ratlos mit der Schulter gezuckt hätte, sei ich einem Chirurgen vorgestellt worden, der die Entfernung der Vorhaut alternativlos als Heilmittel vorschlug und dabei auch die aus seiner Sicht vielen Vorteilen einer Beschneidung (Intimpflege,Krebsrisiko etc. ) erwähnte. Dass meine Eltern ihm Vertrauen schenkten, kann ich ihnen nicht zum Vorwurf machen, zumal der Arzt in unserer Stadt als Kapazität bekannt war. Dennoch bezweifel ich heute mehr denn je, dass diese Operation notwendig war. Vielmehr unterblieb der Versuch, eine mögliche Vorhautverengung oder Verklebung medikamentös zu behandeln.
    An den Eingriff kann ich mich nicht mehr erinnern; wohl aber an die Empfindlichkeit der Eichel, die mir einige Jahre danach, z.B. bei der Intimpflege zu schaffen machte, ich oft Angst vor dem Waschen bekam, weil sich danach regelmäßig ein unangenehmer Schmerz einstellte.

    Nach dem Schockerlebnis in der Umkleidekabine habe ich mich bemüht, den beschnittenen Penis vor Klassenkameraden zu verbergen. Selbst meine besten Freunde merkten nicht, dass ich unten anders aussah als sie. Zudem war ich in der Regel der einzige Junge in der Klasse, dem aufgrund einer Phimose die Vorhaut entfernt worden war. So musste ich mein Geheimnis hüten.

    Ganz anders ging meine Mutter mit dem Thema um. Kam in unserer Familie oder bei Bekannten das Thema "Kinderkrankheiten" zur Sprache, musste sie immer wieder erwähnen, dass mir als Kleinkind die Vorhaut entfernt worden sei. Selbst in Gegenwart anderer Kinder, z.B. meiner Cousinen, konnte sie über den erfolgten Eingriff nicht schweigen und ich stand wie ein " begossener Pudel " daneben und spürte, wie mir die Röte in den Kopf stieg. Wurden Alben mit Kinderbildern in unserer Familie ausgetauscht, ahnte ich schon, was mir bevorstand. Bei einer Photographie von mir als Kleinkind ohne Hose - ein Bild, das wahrscheinlich kurz vor der Beschneidung entstanden sein muss - folgte grundsätzlich die Erläuterung, dass mein Penis auf dem Bild noch nicht "vorne abgeschnitten" worden sei. Irgendwann habe ich das Bild heimlich vernichtet. Diese Erläuterungen waren "überflüssig wie ein Kropf".

    Die von anderen Teilnehmern dieses Forums beschriebene, vermutlich durch diese Erfahrungen zunehmende Außenseiterrolle kann ich nur bestätigen. Vor dem Schwimmunterricht in der Schule habe ich mich häufig "gedrückt"; Erkältungen und Magenschmerzen vorgetäuscht, um nicht später in der Umkleidekabine die Badehose ausziehen zu müssen. Zudem hatte ich den Eindruck, dass sich der Penis im kalten Wasser des Schwimmbades noch weiter zusammenzog, er dadurch noch auffälliger oder unnormal gegenüber anderen wirkte.
    Zudem hatte ich das Gefühl, dass sich auch der Wachstumsprozess deutlich langsamer gestaltete als bei anderen Jungen, denen dieser Eingriff erspart geblieben war. Ich muss zugeben, dass ich auf meine intakten Klassenkameraden und Freunde immer neidisch war.

    Zum Schwimmsport habe ich nie eine Verbindung entwickeln können.

    Als ich nach Jahren erfuhr, dass einem entfernten Cousin das selbe Schicksal widerfahren war, empfand ich eine gewisse Erleichterung, verbunden mit dem Gefühl, nicht der einzige Junge zu sein, dem die Vorhaut entfernt worden war. Zudem erging es ihm ähnlich wie mir. Sein recht radikal beschnittener Penis sorgte während seiner Schulzeit immer wieder für Hohn und Spott seitens seiner Klassenkameraden.

    Gelegentlich wurde unter Klassenkameraden und Freunden aber auch von sog. "Rund-um Operationen" berichtet. So wurden damals Leistenbrüche, Hodenhochstand etc. zum Anlass genommen, auch die Vorhaut des Patienten zu entfernen.
    Die Vorhaut der 60er und 70er Jahre galt offensichtlich als unnötige Hautfalte. Auch die Frage, ab wann ein Junge in der Lage sein muss, die Vorhaut zurückzuziehen, wurde in der Vergangenheit anders lautend als heute beantwortet.

    Meine anfänglich beschriebene Empfindlichkeit der Eichel und der restlichen Vorhaut verblasste im Verlauf der Zeit. Durch ausgiebige Radwanderungen, die ich schon als Kind unternahm, wurde dieser Prozess sicherlich begünstigt.
    Die Unempfindlichkeit der Eichel nahm aber von Jahr zu Jahr zu und wurde im Verlauf der Jahrzehnte zu einem Problem. Ich kann nur bestätigen, dass das Sexualleben massiv unter der zunehmenden Verhornung der Eichel wirklich leidet. Der Orgasmus stellt sich immer schwieriger ein; bei der Benutzung eines Kondoms ist es fast unmöglich, durch die Partnerin bis zum Höhepunkt zu gelangen.

    Heute besteht die Möglichkeit, die Vorhaut durch Dehnungsgeräte etc. in gewisser Weise wieder herzustellen.
    Im Internet gibt dazu zahlreiche Informationen sowie ein Forum. Dieser Beitrag soll in keiner Weise für den Einsatz der Geräte werben; diese Entscheidung muss letztlich jeder für sich selber treffen.
    Ohne daher näher auf dieses Thema und die Unterschiede einzelner Geräte und Methoden an dieser Stelle eingehen zu wollen, möchte ich aber erwähnen, dass ich diesen Versuch erfolgreich absolviert habe, die Eichel heute wieder mit Haut überzogen ist und sich mehr und mehr die ursprüngliche Empfindlichkeit wieder einstellt. Die Eichel hat ihren natürlichen, feuchten und leicht klebrigen Zustand wieder erlangt. Die Berührung durch meine Partnerin löst Gefühle und Empfindungen aus, die ich vorher nie erlebt habe. Erschreckend ist aber die Dauer dieser "Wiederherstellungszeremonie" , die sich bei mir über Jahre erstreckte und Ausdauer und Geduld fordert, vermutlich weil zwischen der Operation und dem Beginn der Dehntherapie über 40 Jahre lagen.

    Diesem langjährigen Dehnungsprozess steht eine Operation von wenigen Minuten gegenüber.
    Als Betroffener kann ich nur den Rat geben, mit der Frage über die die Notwendigkeit einer Beschneidung behutsam umzugehen, mehrere Ärzte zu konsultieren und sich die heute angewandten, unterschiedlichen Methoden einer Beschneidung erläutern zu lassen. Vorhauterhaltenden Operationen sollte aus meiner Sicht der Vorzug ggü. Freihandbeschneidungen gewährt werden. Dehntherapien unter Verwendung von Salben, ggf.Kortikoiden würde ich vor einem operativen Eingriff vorziehen.