Beiträge von Suchende

    @ gin:
    sie können den anderen Religionen nicht mit dem Argument der christlichen Religion erzählen, was die an Ritualen haben dürfen oder nicht.
    Allerdings hätten sie christlichen Eltern erzählen können, was Paulus über die Beschneidung sagte, und zur Vermeidung von Beschneidungen christlicher Kinder ohne dringenden medizinischen Grund aufrufen können. Sie hätten Max Stehr ein Forum geben können um darüber aufzuklären, wann Beschneidungen aus medizinischer Sicht überflüssig sind.
    Sie hätten die anderen Religionen daran erinnern können, dass so gut wie jede alte Religion, die heute mit dem Grundgesetz und den Menschenrechten in Einklang ist, dafür einiges von ihren ursprünglichen Regeln und Verboten aufgeben musste.

    naja, wir wollen doch alle die Aufhebung von § 16313 BGB, Ohne den würde der Strafrechtsparagraph bei Körperverletzung greifen. Wer dann noch eine medizinisch nicht dringende VA durchführt, müsste mit schmerzhaften Konsequenzen rechnen und käme unter Umständen ins Gefängnis. Das ist doch Gewalt, nur mit der Beschränkung auf das staatliche Gewaltmonopol und mit einem gemäßigten Ausmaß der Gewalt verglichen mit der Todesttrafe. Wer mal darüber nachdenkt, ich würde zwei Jahre im Knast und bei einem Arzt auch Verlust der beruflichen Möglichkeiten nicht für ein Zuckerschlecken halten.

    "Strafgesetzbuch

    Besonderer Teil (§§ 80 - 358)
    17. Abschnitt - Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit (§§ 223 - 231)


    § 223 Körperverletzung

    (1) Wer eine andere Person körperlich mißhandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    (2) Der Versuch ist strafbar."


    In einem Rechtssystem ohne grundrechts-verletzende BGB-Paragraphen ließe sich damit schon viel erreichen!

    habe mal mit meinem Zahnarzt gefrotzelt, dass es ja vorkommen könne, dass einem der falsche Zahn gezogen wird. Er schien so etwas nicht so schlimm zu finden, stellte aber fest, dass das dann Körperverletzung wäre.

    @ TayfunAksoy
    diese Unterscheidung, ob es Erwachsene mit sich seelbst machen oder an Kindern durchführen lassen, stimmt im Prinzip. Aber was ist, wenn unterprivilegierte Männer, in deren Land vielleicht vor kurzem noch Krieg herrschte, erst durch massive und demagogische Kampagnen mit Manipulation ihrer SCham und Ängste dazu verleitet werden ,sich die VA anzutun? Erstens ist das überhaupt nicht fair gegenüber den erwachsenen Männern. Zweitens ist zu befürchten, dass sie nach der Geburt eines Sohnes behaupten werden "es hat mir nicht geschadet und wird auch gut für ihn sein". Ziel dieser Kampagnen ist mit Sicherheit ,die männliche VA zu einer Tradition in solchen Regionen Afrikas zu machen, in denen sie es noch nicht war (würg)
    Als Nebenprodukt kann man dannn noch an dden Opfern der Kampagnen zweifelhaft wissenschaftliche Studien durchführen und das Ergebnis, obwohl das so nicht korrekt ist, einfach auf die US-am. und europäischen GEsellschaften übertragen ...

    ich kann es gerade nicht ertragen, den Film zuende zu sehen. Vielleicht erwähnen sie da schon Patricia Robinett. Sie ist eine US-amerikanische Psychologin und Betroffene von FGM und hat sich frühzeitig mit den männlichen GV-Opfern solidarisiert.
    Interessant auch, dass in den USA die FGM ursprünglich zur Verhinderung von Masturbation durchgeführt wurde, später, weil damit angeblich das weibliche Sexualempfinden gefördert würde (wenn ich diesen Artikel richtig verstanden habe). Manchen GV-Befürwortern ist einfach kein Argument zu absurd!

    ich werde dieses Thema gleich verlassen, möchte nur noch zweierlei hinterlassen:


    a) ich korrigiere mein voriges Schreiben dahingehend, dass ich meine gedanklichen Querverbindungen zwischen Beschneidungs-Elend und den Themen "Verletzung von Kinderrechten im allgemeinen" sowie "Privilegien religiöser Gruppen" nicht wirklich für mein persönliches Ding halte, sondern dass ich Querverbindungen zwischen diesen Themen für objektiv gegeben halte.
    Okay, kein Austausch von Argumenten darüber hier.

    b) mein Appell an dieses Forum: bedenkt bitte, dass die Arbeit gegen Zwangsbeschneidungen von Jungen durch zwei Organisationen unterstützt wird, die ursprünglich mit Blick auf die Problematik des sexuellen Missbrauches gegründet wurden (also jener Attacken im sexuellen Bereich, die schon immer als schädlich angesehen werden und ja auch teilweise strafrechtlich verfolgt werden). Über die heutige Bedeutung von mogis e.v. in der Auseinandersetzung über Zwangsbeschneidungen muss ich euch nichts erzählen. NetzwerkB (Netzwerk Betroffener sexualisierter Gewalt) blieb seinem Gründungsthema als Schwerpunkt treu, hat aber in den Kommentaren zu seiner Webseite eine lebhafte Diskussion über männliche Genitalverstümmelung zugelassen. Für diese Gruppen war es offensichtlich naheliegend, von Verbindungen zwischen ihrem (ursprünglichen) Thema und dem Thema der Zwangsbeschneidung auszugehen. Sicherlich ist es eine Frage der Möglichkeiten (zeitlichen, emotionalen Kapazitäten usw.), ob man es sich LEISTEN KANN, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Sofern möglich, wäre es doch sinnvoll, sich am Rande auch für die Probleme jener Gruppen zu interessieren, die die eigene Arbeit unterstützen.

    Tut mir leid, dass mein Link für euch zu weit vom Thema wegführt. In meinem eigenen Denken sind diese Themen sehr wohl "verlinkt".

    Eines wird hier missverstanden, vermutlich wegen der Kürze des verlinkten Films. In den älteren Filmen zur Hintergrundgeschichte wurde von der einer konkreten Beeiträchtigung der körperlichen Gesundheit eines Jugendlichen berichtet, der im Zusammenhang mit der fanatischen Religionsausübung in der Sekte eine nötige, medizinische Behandlung nicht erhielt. Die Aufregung gilt also nicht den religiösen Überzeugungen als solchen.

    das hier ist off topic, aber ich finde es sehr interessant in Hinsicht auf die Frage, wie weit Kindern Schutz vor religiös begründeten, für das Kind schädlichen Entscheidungen ihrer Eltern zusteht.
    Anscheinend im heutigen Deutschland nicht besonders viel.
    https://www.youtube.com/watch?v=TTAwzgNmIAA
    Link zum jüngsten Film dazu, Filme über die Hintergrundgeschichte auf Youtube oder in der ARD-Mediathek

    @ Phil21
    Ich kenne mich nicht damit aus, wie es bei den Zulassungen von Anästhesisten zugeht.

    Was die Abneigung gegen unterschiedliche Betäubungsformen angeht - da sind die Menschen halt unterschiedlich gestrickt, wobei du nicht der einzige bist, dem die Vollnarkose sehr unheimlich ist. Das Gute für uns Erwachsene ist doch: wenn wir uns für eine Operation entschieden haben, und der Anästhesist schlägt alternative Formen der Betäubung vor - treffen wir selbst unsere Wahl.

    Über das Folgende sind wir uns sicherlich einig:
    Kinder und Jugendliche sollten überhaupt keinen unnötigen Operationen ausgesetzt werden!!!

    Ich bin sicher, bei jeder medizinsch unnötigen und vom Betroffenen nicht erwünschten (oder nicht wirklich verstandenen) Operation entsteht Leiden, ganz egal,
    - ob die EMLA-Salbe so gut wie nichts bringt
    - ob erst eine Spritze in den Unterbauch gestochen werden muss (oh meine Abneigung gegen Spritzen beim Zahnarzt ...)
    - oder ob das Kind in Vollnarkose nichts mitkriegt - und erst nach dem Aufwachen realisiert, was mit ihm geschehen ist!

    Phil21
    es gibt Leute, die schaffen das einfach nicht, sich bei klarem Bewusstsein in den Zähnen bohren zu lassen. Das kann auch mit seelischen Traumata oder geistiger Behinderung zu tun haben. Es kann auch beim Bohren oder Zahn-Ziehen etwas schief gehen und einen Schaden hinterlassen, wenn der Patient währenddessen nicht genug kooperiert hat. Dann finde ich das Angebot mit der Narkose schon ganz gut, denn wenn die Zähne für längere Zeit kariös vor sich hin faulen, das kann nicht gut sein für den Organismus, und es führt auf mittlere Sicht dazu, dass der betreffende Zahn ganz gezogen werden muss, was bei rechtzeitiger Behandlung nicht nötig gewesen wäre
    Die Geschichte hinter dem LInk ist schrecklich. Dabei war der Anaesthesist offensichtlich ein Stümper - mit gut ausgebildeten Anästhesisten, die sorgfälgig arbeiten, ist so etwas hoffentlich SEHR selten.
    (Text mehrfach von Suchende bearbeitet, v.a. da am Anfang viel Off Topic)

    Also meine persönlichen Erfahrungen in mehreren Operationen mit Vollnarkose:
    1. Wie fühlt sich den eigentlich eine Vollnarkose an?
    Sobald ich narkotisiert war, fühlte ich gar nichts mehr. Vorher wurde ein Infusionsgerät in die Haut am Unterarm eingeführt, was durchaus wehtat, aber das machen sie ganz schnell. Während das Anästhesie-Mittel in den Körper einfließt, hatte ich einmal komisches Zeug gefaselt, was mir hinterher peinlich war (weiß natürlich nicht, ob ich noch weiterredete, als die Vollnarkose komplett wirkte).
    2. Hat man da irgendwelche Träume?
    Ich habe keine derartigen Erinnerungen.
    3. Schläft man da Tief und Fest und hat dabei kein Zeitgefühl wie auch zu Hause im Bett bei der Vollnarkose?
    4. Oder liegt man da ein wenig in Wachdunst?
    Weiß ich nicht, weil ja nichts mehr aus dieser voll-betäubten Zeit in meinem Gedächtnis ist (jedenfalls in meinem bewussten Gedächtnis ist keine Erinnerung daran).
    5. Wie negativ wirkt sich die Vollnarkose im Vergleich zum Gesundenschlaf auf den Körper und deren Organe aus?
    Nach dem Aufwachen litt ich nach einigen OPS mit Vollnarkose unter Kopfweh. Das Kopfweh war manchmal sehr unangenehm, ging aber bald wieder weg. Und wenige Tage nach allen OP´s mit Vollnarkose hatte ich keinerlei Beschwerden mehr, die ich auf die Narkose zurückgeführt hätte. Wenn man Pech hat, kann etwas schiefgehen und es könnte zu einer Beschädigung der Stimmbänder kommen, habe ich selbst aber nie erlebt und soll sehr selten sein (laute einem Anästhesisten vor ca 4 Jahren.
    Einmal fühlte ich mich nach dem Aufwachen aus der Narkose wirklich sehr schlecht, Kopfweh und ein sehr belastendes Symptom von der Operation selbst. Da bekam ich nach dem Aufwachen Selbstmordgedanken. Was diese OP angeht, bin ich mir bis heute nicht sicher, ob sie so notwendig war.
    6. Wird man dann von einen Arzt geweckt oder wacht man Automatisch irgendwann wieder nach der Vollnarkose auf?
    Man wacht automatisch wieder auf, Ich glaube auch, man darf nicht geweckt werden (?), Üblicherweise ist auch ein nahestehender Mensch mit im Raum, wenn man aufwacht. Man muss danach 24 Stunden lang "unter Aufsicht" sein.

    ich finde es unglaublich, sowas das Ergebnis von Frauenemanzipation und moderner Religionsausübung!

    Ich finde es auch sehr verwirrend - das Bildungsniveau als Ärztin, die Zugehörigkeit zum Reformjudentum - aber beschnitten werden muss. Kann da der Analyse von Pizarro73 nur zustimmen.

    Die Filme habe ich nicht angesehen und kann ich im Moment auch nicht ertragen - ist es Deusel, die so empathisch lächelnd wirkt? Egal welche Verstümmlerin, wundern tut mich nicht mehr, dass es diese Kombi von hartherzigem Verhalten und freundlichem Auftreten gibt. Ist mir ohnehin, wenn auch in schwächeren Abstufungen, aus meinem Privat- und Berufsleben schon sehr gut bekannt. Ich habe auch in zwei einschlägigen Fernsehdiskussionen in 2012 gesehen, wie der für die Beschneidungserlaubnis Werbende hartnäckig in die Kamera lächelt. Vielleicht können so etwas Frauen besser? Aber Rabbi Ehrenreich sah da wirklich aus wie ein Honigkuchenpferd.
    Irgendwie muss man mit dieser verwirrenden Situation bzw. den vielen von Beschneidungs-Propagandisten verschossenen Nebelkerzen umgehen. Sie halten sich selbst für die Güte in Person, deshalb können sie das so gut und würden auch nicht verstehen, was ich hier mit Nebelkerzen meine.

    Die moralische Bewertung von Aggressoren: ich praktiziere da beide Sichtweisen, einmal sind sie einfach verrückt und selbst schwer traumatisiert (als Kind Zeugin von Beschneidung, kann das traumatisieren? und, zum Überleben, redete sich das kleine Mädchen ein, dass die Eltern alles nur gut meinen, denn die Eltern waren nicht nur bei der Beschneidung ihres Bruders hartherzig?), ein anderes Mal neige ich doch zur moralischen Verurteilung, denn es ist empörend, wie sie einfach über die späteren MÄnner hinweggeht, die sie fragen werden, ob sie ihnen ihre Vorhaut zurückgeben kann.

    wie steht es eigentlich mit Umwelt- oder Genuss-Giften als Risikofaktor für Prostatakrebs?
    Hatte vor Jahren sehr grob darüber recherchiert und fand Diesel-Fahren als Risikofaktor.
    Sollte ein schützender Effekt von Beschneidungen überhaupt vorliegen, stellt sich immer noch die Frage , wie bedeutend der ist verglichen mit dem Gesamt der Risikofaktoren.
    Außerdem droht der Prostatakrebs erst später im Leben.
    Es ist auch nicht so selten, dasss Menschen illusionär davon träumen, die großen Übel der Welt mit Methoden auszurotten, die selbst noch viel größere Probleme schaffen ...