Beiträge von Suchende

    vielleicht leidet David Bernstein unter dem verbreiteten Problem, sein eigenes Trauma für irrelevant erklären zu müssen, und es wäre normalerweise nicht seine Art, Kritik an seiner Herkunftsreligion mit "Antisemitismus" als Totschlagargument zu beantworten. Ich kann mir auch durchaus vorstellen, dass manche Leute ihren irrationalen Judenhass mit Beschneidungskritik rationalisiern und Bernstein damit auch schon reale Erfahrungen machte. Wenn hingegen jemand ganz ohne irrationale Motive und nur durch Einfühlung in die negativ betroffenen Menschen motiviert ist, kann Bernstein das nicht wahrnehmen, weil davor seine Traumaabwehr steht.

    Hallo Tante Jay, falls es nicht direkt in dieseer Studie von Morton Frisch steht, würde mich die Quelle interessieren, wonach hierzulande Mädchen häufiger von Störungen aus dem autistischen Spektrum betroffen sind. Ich will diesen Thread nicht offline führen, aber in der Studie von Morton Frisch geht es ja auch um epidemiologische Fragen.

    Sorry, ich reagiere hier mal nur auf die Überschrift. Ich fühle mich über sowas manchmal so "geplättet". Soll ich meine Überzeugung verleugnen bzw. in sozialen Kontakten diversen Themen mit Konfliktpotential ausweichen - meine Konturen aufgeben - oder aber gesellschaftlich als Antisemitin dastehen? Erlebe subjektiv Ohnmacht. Es gibt andere Momente, da denke ich, dass zur Zeit die Pro-Zwangsbeschneidung-Hardliner aufdrehen, weil ihnen, mit Sicht auf größere gesellschaftliche Zusammenhänge, die Unterstützung verloren geht.

    @ Nocut, betr. Adrenalin: ich denke auch, dass der Körper hilft, das Grauen zu übertünchen. Hätte an Endorphine gedacht, deren Spiegel in traumatischen Situationen besonders steigt und zu einem intensiven, irgendwie positiven Gefühl verhelfen, das mit irgendeiner Art von geistigem Ausstieg aus der körperlichen Realität verbunden ist. Die Feier kann eine zusätzliche Belastung darstellen, so wie es Apey gefunden hätte, aber anscheinend auch manchen Kindern beim Verdrängen helfen.
    Außerdem kann man Jahre später das Erleben der Beschneidung viel positiver darstellen, als es in Wirklichkeit war.

    Diese Studie würde ich gerne im Original lesen. Hat zufällig jemand einen Link?

    Ein Argument gegen die Aussagekraft der Ergebnisse lautet, dass das Kriterium Autismus-Diagnose bei den Kindern nicht durch eigene Untersuchung und Diagnose im Rshmen der Studie erhoben wurde, sondern anscheinend aus den das Kind betreffenden Akten. In diesem Zusammenhang könnte es systematische Fehler geben, zum Beispiel indem ein Kind, das schon beschnitten wurde, insgesamt medizinisch umfassender betreut wird und deshalb auch ein tatsächlich vorliegende Autismus eher erkannt werde.
    Ich weiß nicht, was ich von dieser Argumentation halten soll und bin gespannt auf die weitere Diskussion darüber.

    Es kommt mir so vor, dass dieser Dr. Bris vorsichtig ist, nichts Falsches zu schreiben. Deshalb gibt er zu, dass es zumindest in seltenen Fällen zu einer Beschädigung des Penis kommen könnte und dass er selbst das Thema nie in seiner eigenen Familie hatte.

    ich fühle mich in diesem Streit irgendwo zwischen den Frronten. Sicherlich gibt es die Weitergabe des Traumas ohne religiöse Begründung, es geht ja auch um ein Männlichkeitsritual, aber andererseits waren doch in 2012 religiöse "Leitfiguren" maßgeblich daran beteiligt, ihren religiösen Anhängern und den Politikern zu erzählen, dass die Erlaubnis zur Zwangsbeschneidung bleiben muss, oder habe ich da etwas falsch mitgekriegt? Das heißt jetzt nicht, dass die Religion zwangsläufig so umgesetzt werden muss, wie es die aktuellen Leitfiguren gerade wollen (s. Katholizismus in Italien!).

    @Jay, auch wenn du jemanden für xenophob hältst, musst du ihm nicht zum Abschied noch Beleidigungen hinterherwerfen. Und ich verlasse mich lieber auf mein eigenes Urteil, wann ich in jemandem irgendwas sehe.

    Ich denke zwar, dass das massenhafte "Durchzirkumzisieren" der Jungen das Gewalt-Level einer Gesellschaft insgesamt hebt, und dass es gleichfalls ein Ausdruck einer erhöhten Gewalttoleranz einer Gesellschaft ist. Neben der staatlich verordneten Todesstrafe und den kulturell geforderten Beschneidungen gibt es ja leider noch einige andere Grausamkeiten, mit denen bislang Menschen leben müssen. Dazu fallen mir ein: die Armut oder zum Überleben notwendige endlose Schufterei vieler Menschen im Zusammenhang mit wirtschaftlichen Krisen oder Umwälzungen - die sicherlich auch Gesundheit und Lebenserwartung vieler Menschen beeinträchtigt; Kinder - auch in Deutschland - die unter den miesesten und brutalsten Bedingungen aufwachsen und dann von klein an mit Psychopharmaka ruhiggestellt werden, oder die Verminung von Ackerböden in (früheren) Kriegsgebieten , und und und. Deutschland hat beim Waffenexport weltweit den Rang 3.

    Vielleicht könntet ihr euch zum Gespräch mit dem V-Amputierer jemanden als Begleitung mitnehmen, einen Leidensgenossen oder sonst jemanden, von dem ihr euch gut unterstützt fühlt. Dieser könnte mithelfen, dass ihr im Gespräch mit dem Arzt zu Wort kommt und dass der Arzt nicht mit den dümmsten Sprüchen durchkommt, und wenn ihr anfangt auszuflippen, könnte er euch aus der Praxis rausziehen ... Am besten bereitet man solche Gespräche gemeinsam vor. Ich habe sowas selbst bei Jobcenter-Besuchen gemacht, und in dem Zusammenhat hat mir das gegenseitige Begleiten geholfen. Ist nur mal so eine Idee, es ist sicherlich nicht jedermanns Sache ist, zu einem Arztgespräch über die VA einen Begleiter mitzunehmen.

    Ich weiß nicht, ob ich es glauben soll:
    Da haben Leute das Gehirn eines Neugeborenen anscheinend vor, während, kurz nach und einen Monat nach seiner Beschneidung mit MRT untersucht und stellten fest, dass sich dieses als Folge der unnützen Chirurgie verändert hatte. Man wird aber niemals einen regulären Untersuchungsbericht lesen können, denn,

    Zitat (übersetzt):

    Zitat

    Unsere Probleme begannen, als wir versuchten, unsere Forschungsergebnisse in der (offenen?) medizinischen Literatur zu veröffentlichen. Alle Teilnehmer an der Untersuchung, ich selbst eingeschlossen, wurden vor das Krankenhaus-Disziplin-Kommitte gerufen, und wurden hart (gerügt? repriminded). Uns wurde gesagt, dass, da männliche Beschneidung in Kanada unter allen Umständen legal war, die ethischen Regelungen jeden Versuch, die nachteiligen Effekte der Beschneidung zu untersuchen, verbieten würden. Wir konnten nicht nur die Ergebnisse unserer Forschung nicht veröffentlichen, sondern mussten außerdem alle unsere Ergebnisse zerstören. Wenn wir das verweigerten, wären wir alle mit unmittelbarer Entlassung und juristischen Aktionen bedroht worden.

    Erstens würde diese unglückliche Forscher-Geschichte auch als Ausrede taugen, um behaupten zu können, es habe ein Forschungsergebnis gegeben, wo niemals geforscht wurde- so mein Misstrauen gegenüber Dr. Tinari, weil er so Unglaubliches behauptet. Obwohl ich davon überzeugt bin, dass sich die VA an Kindern auch negativ auf die psychische und somit auf die Gehirnentwicklung auswirkt.

    Wenn ich Tinari glaube, dann müsste ich mir vorstellen, dass sich die zuständigen Ethiker jedes mal, bevor sie ans Schreiben der Richtlinien gehen, Eselsohren aufsetzen.