Als ich das hörte, dass Alice Schwarzer gegen das Verbot der männlichen Genitalverstümmelung ist, war ich "mit ihr fertig".
Man kann aber nicht so generell behaupten, dass sie für sexuellen Missbrauch nur Männer als Täter und nur Mädchen als Opfer ansieht. Beim 'Fall Pascale' war eine (oder die?) Hauptangeklagte eine Frau und es gab einen Jungen, der an den Misshandlungen gestorben ist und einen, der dazu eine Zeugenaussage machte. Da hat Alice Schwarzer der Pflegemutter von Pascale viel Raum gegeben, um für die Perspektive von Pascale einzutreten. Ich bedauere auch, dass ich erst in den letzten zwei Jahren auf ihre Seite gestoßen bin, denn sie liefert interesssante Informationen und Interviews zu der Problematik sexualisierte Gewalt und ihre Verschleierung, zum Beispiel durch eine Seilschaft von vor allem männlichen Gerichtspsychologen.
Sie ist sicherlich eine sehr zwiespältige Position und in diesem Forum kann ich natürlich keinerlei Sympathie für sie erwarten. Nur eine Formulierung wie "Es besteht wohl ein Unterschied zwischen einer klaren Vorsatzhandlung, die immer gleich abläuft und irgendeinem Mann, der vermeintlich seine Frau geschlagen hat" macht mich schon sehr nachdenklich.
Beiträge von Suchende
-
-
Mit Morris und seiner Rolle in diesem Konflikt kenne ich mich noch nicht so aus. Ich habe nur den Artikel von Howe/Swoboda gelesen, mit dem dieser Schlagabtausch begann. Folgt man den beiden, dann hatte die APA extreme Argumentationsnot und allerhand Schmarrn zusammengeschrieben, um Beschneidung auf Krankenkasse zu rechtfertigen. Medizinische Vorteile seien nach dem aktuellen Forschungsstand so gut wie keine gegeben.
Kleines Detail am Rande: 2010 solll die AAP ein Statement veröffentlicht haben, in dem sie bestimmte Formen der weiblichen Genitalverstümmelung rechtfertigten. Nach Protesten zog sie es schnell wieder zurück. -
Finde ich interessant. Es hat doch auch eine Zeit gegeben, in der von "halber" Beschneidung auf "ganze" Beschneidung umgestellt wurde (brit mila/peria). Es wäre interessant zu sehen, wie sich die Beschneidungen damals regional und ethnisch ausgebreitet hatten.
-
eigentlich wollte ich schon vor ein paar Minuten in diesem Thread schreiben, nicht im Forum für Betroffene.
Irgendwie kann man mich halt schon etwas ankratzen mit dem Vorwurf "sexbesessen, hedonistisch, oberflächlich", aber ich weiß genau, dass nichts dran ist. ich schaue mir sehr gerne auf Youtube den Intaktivisten-Kanal von Bonobo3D an. Es ist das "Gesamtpaket" ,was mich an dieser Gruppe interessiert. Für die volle Lust, die einem die Natur schenken würde, gemeint ist sicherlich bei verantwortlich gelebter Sexualität. Übrigens hat statistisch, dem Ergebnis der Kayser-Studie zufolge, die nicht verantwortlich gelebte Sexualität etwas mit traumatischer Kindheit zu tun. Also als ein Lebensziel, alles zu tun,was anderen nicht schadet - sich aber "unbegrrenzt gut" anfühlt - finde ich super. Bin selbst noch etwas vikt. erzogen worden, (damals für meinen Jahrgang sehr rückständig), deshalb muss ich das mal klarstellen.Dazu kommt noch, wenn ich diese Filme bei Bonobo3D sehe, ich finde, dass die da viele inspirierende Dinge zeigen und erzählen und sich tolle Persönlichkeiten zeigen. Ich lerne auch etwas über Familienbeziehungen, gibt ziemlich ergreifende Interviews zu dem Thema, wie die genitale Verstümmelung der Söhne in der familiären Kommunikation verarbeitet wurde. Was aus der Mutter-Sohn-Beziehung wurde usw.. Oder wie Eltern dazu kamen, es ihren Kindern zu ersparen. Oder über die Suche nach dem Beruf als Berufung.
Das Inspririerende an diesen Intaktivisten, die da interviewt werden, ist vielleicht vor allem, dass sie sich das freie Wort nehmen und Dinge konsequent durchdenken. Vielleicht hat es auch etwas mit gewaltfreier Kommunikation zu tun, was mich an ihren Reden überzeugt, wobei ich auch Groll und Sarkasmus bei dem Thema verständlich finde. Durch das freie Wort kommt in ihrem sozialen Leben etwas in Bewegung. Ich kann es nicht wirklich auf den Punkt bringen, aber etwas daran finde ich einfach klasse. -
Finde ich immer sehr mutig, wenn sich Leute öffentlich so positionen und dabei auch von sich mitteilen wie dieser Autor von "The Truth...". Auch ermutigend für mich zu denken, dass er wohl davon ausgeht, dass er weiterhin US-Staatsbürger bleibt und sein Geld verdienen kann und seine Kinder draußen nicht gemobbt werden ... klingt doch gut, da muss sich doch etwas in eine erfreuliche Richtung verändern - auch wenn es schon viel zu lange dauert, gemessen an den Opfern.
-
Dieser Link zu Cirkleaks hat soeben funktioniert:
http://circleaks.org/index.php?title=Main_Page -
nicht in Ägypten? fände ich plausibler, denn da in Ägypten außer den Jugen auch die Mädchen beschnitten werden, habe ich die Vorstellung, dass die "Beschneidungsunkultur" dort besonders tief verankert ist.
-
Hedonismus und Wertschätzung für Sex liegt ein bisschen näher an meinen wahren Beweggründen, mich gegen jegliche Geschlechsverstümmelungen auszusprechen, als 'antisemtisch', aber noch immer 1000000 Kilometer daneben.
Aber ist das Grund zu klagen für uns? Sehr viele Menschen SIND (offen oder insgeheim) SEEEHHHR interessiert an Sex ... wenn also endlich öffentlich gemacht wird, dass dies ein Argument der Beschneidungsgegner ist, dann könnte das auf die Dauer die Mehrheiten in erfreulicher Weise verschieben. -
-
Hallo,
ich bin neu hier und habe mich noch nicht vorgestellt.
Wollte jetzt erstmal rückmelden, dass die Angabe über den Neujahrsempfang der Deutschen Liga für das Kind leider nicht ganz stimmte, der war nämlich gestern, das hat mir heute um 16 Uhr eine Frau dort gesagt. Aber trotzdem vielen Dank für die Information, wirklich, denn ich hatte vorher keine Ahnung gehabt, dass die DLfdK (oder wie man die schreibt) etwas zu dem Thema macht, und das ist aber für mich sehr interessant. Und auch dass dabei eine Professorin für Kinder- und Jugendlichen-Psychiatrie einen Vortrag halten sollte, finde ich interessant. Jetzt bin ich gespannt, was im Nachhinein von der Veranstaltung veröffentlicht wird.
Grüße an alle
(Name Suchende=blöde Notlösung, damit es mit der Anmeldung schneller ging. Ich bin weiblich und 45 Jahre alt und lebe in der 'Hauptstadt der Republik' - nah bei den Schlauköpfen, die das tolle Gesetz beschlossen haben
das Forumsthema geht mir gefühlsmäßig nahe, ohne dass ich davon durch Partnerbeziehung oder Vergleichbares betroffen bin)