Der vieles bestätigt, was auch ich mir oft gedacht habe.
Zitat
Es sind nicht nur die Vorhautoperationen, deren Indikation und Durchführung überprüft gehören. Wenn der gesamte Selbstbedienungsladen geschlossen wird, indem Überprüfungen stattfinden, dann dürften einige Ärzte Probleme bekommen.
Es sind auch nicht bloß Vorhautoperationen, die in D-Land extrem häufig vorgenommen werden. Die allgemein hohen Operationszahlen in Deutschland/Österreich legen nahe, dass auch Kinder bzw. Erwachsene an anderen Körperteilen unnötig operiert werden. Wieso sollte ein Kinderchirurg, der die Indikation zur Zirkumzision möglichst sehr breit setzt, nicht auch die Indikation zur Mandelentfernung, Polypenentfernung ect möglichst breit ansetzen?
Zitat
Da werden im Bereich der Niedergelassenen die unglaublichsten Dinge
abgerechnet, weil es in dem Bereich außer ein paar lohnabhängigen
Sprechstundenhilfen keine Zeugen gibt. Als Anästhesistin kannte ich die
Operationenschlüssel (OPS) des Operateurs genau, weil ich den auch auf
meiner Abrechnung mit der Kassenärztlichen Vereinigung angeben mußte.
Deine eigenen Erfahrungen belegen somit haargenau das, was auch im kürzlichen F. A. S Artikel "Guter Schnitt" angemerkt wurde:
Zitat
Die massive Ausweitung des ambulanten Operierens hat bei allen Vorteilen, die dies für Patienten im Einzelfall bedeutet, die Intransparenz eher befördert denn verringert. Denn was früher unter den Augen mehrerer, sich gegenseitig kontrollierender Fachkollegen in der Klinik stattfand, erledigt heute ein Arzt allein in seiner Praxis. Kontrollen bei Behandlung und Abrechnung finden so gut wie keine statt. Schon gar nicht wird kontrolliert, ob der Arzt auch tatsächlich das gemacht hat, was er aufgeschrieben hat.
http://www.faz.net/aktuell/politi…t-12625490.html
Zitat
Mit diesem Bogen wollte ich nur darauf hinweisen, daß das Faß, das wir
hier aufmachen, größer ist, als man zunächst vermutet -- und daß die
Widerstände entsprechend sein werden und man sich darauf einrichten muß.
Und sich beispielsweise nicht darüber wundern darf, daß man so wenig
institutionelle Mitstreiter findet. Ich wollte auf keinen Fall sagen,
daß wir das nicht trotzdem angehen sollen!
Ja, das denke/befürchtete ich auch stark. Dieser Gedanke hat sich mir oft "aufgezwungen", aber ich habe mir ihn nie so wirklich getraut zu Ende zu denken. Es ist einfach keine schöne Tatsache, dass man - neben der religiösen Lobby - noch einen weiteren mächtigen Widerstand, zu überwinden hat. Einen Widerstand,der mehr zu verlieren hat als nur die Beschneidung als Einnahmequelle,