Beiträge von Sokrates

    Überarbeitete u. erweiterte Version meiner Anmerkungen oben

    Darüber hinaus gibt es noch zwei weitere Typen von Beitragsstellen, die sich mit der selben Wortwahl und der selben Thematik zu erkennen geben.

    Erstens der Typ "Ich kann nicht ertragen, dass es Beschneidungsgegner gibt". Dieser Typ ist gekennzeichnet durch pauschale Frontalangriffe gegen "Beschneidungsgegner". Kennzeichnendfür diese Angriffe ist dass ihnen oft jedwede sachliche Bezug zum Thema Beschneidung ider den Argumenten
    fehlt. Die Angriffe drehen sich um Dinge wie die (den Beschneidungsgegnern zugeschriebene) Wortwahl oder um andere Dinge ,die mit den Beschneidung selbst nichts zu tun haben - etwa etwa werden andere Quellen der Kindeswohl-Gefährdung oder Unrechts genannt, derentwegen die Beschneidung dann harmlos sein soll. Diese können so weit geht, dass deren bloße Existenz infrage gestellt wird. Die Beschneidung ist so harmlos, kein rationaler Mensch würde sich dagegen einsetzen - so der Tenor. Die Grundaussage in diesen Beiträgen ist, dass es wortwörtlich keine einzige wissenschaftliche Erkenntnisse/Argumente/studie gäbe, die gegen die Beschneidung sprechen.


    Z. B. http://community.netdoktor.at/forum/beschneidung/sparsam...

    * Oder dieser Beitrag, in dem unter anderem jedweder Einsatz gegen die Beschneidung für nichtig und falsch erklärt wird, weil "Kinder im Mittelmeer ertrinken". Was das eine mit dem anderen zu tun haben soll, weiß niemand.

    http://community.netdoktor.at/forum/beschneidung/nicht-ernstzunehme...


    * Oder aber hier der Beitrag des Kommentators Wosh vom Februar 2013 von "sophistischen Spitzfindigkeiten" spricht.
    http://community.netdoktor.at/forum/beschneidung/beschnitten-na-und-406,1345547.h

    Dieser inhaltsleere und beinahe allgemein anwendbare "Sophismus"-Vorwurf wurde schon einmal im Forum angeführt -einige Jahre zuvor, der auch ansonsten eine sehr sehr ähnliche Formulierungsweise besitzt:
    http://community.netdoktor.at/forum/beschneidung/beschneidung-ja-oder-nein-406,1277471.h

    Zweitens der Typ "Ich habe gute Erfahrungen mit Beschneidung - Konservative Behandlungen taugen nichts" Die Beiträge folgen immer die gleichen Muster. Alarmierende Schauergeschichtne über die Phimose meist mehrerer Söhne, gefolgt von Berichten über die mühsame und aufopferungsvolle Durchführung sämtlicher konservativer Therapiemöglichkeiten -die allesamt scheitern -- gefolgt von der Schilderung der Nutzung des ( erstaunlich problemlos zu findenden) Angebots einer vorzuenthaltender Operation --die wiederum auch scheitert-- mit einer Beschneidung als krönenden Abschluss, der dann sofort die Erlösung bringt.

    Kritische Nachfragen, etwa nach genauen Angaben wo die so selten angebotene Triple Incision /Vorhauterweiterungsplastik denn
    angeboten wurde, oder welche Salbe verwendet wurde,werden nie beantwortet.


    Z. B. http://community.netdoktor.at/forum/beschneidu

    Das traurige ist, dass das ganze Forum durch solche Faker gestört wird um nicht zusagen kaputt gemacht wird.
    Leute, Männer oder Eltern, die vielleicht wirklich Hilfe brauchen, werden so irritiert oder bekommen keine Hilfe.

    Und gute und engagierte Leute wenden ihre Zeit und Mühe damit auf um wieder und wieder gegen die selben Trolls und Faker anzuschreiben.

    Es handelt sich da um zwei Beiträge.


    Ich nehme an, dass beide Beiträge gefaked sind - beim zweiten Beitrag bin ich mir ziemlich sicher. Nicht nur ist diese Ausdrucksweise merkwürdig - was soll das bedeuten "bis an die Wurzel", sie ist mir auch bekannt. Derartige Beiträge mit genau den selben Formulierungen und die selbe Thematik.

    Da melden sich dann regelmäßig eine selbsternannte Mutter, zufällig immer auch FKK-Anhänger, die ihre Söhne (meistens immer mehrere) beschnitten hat, und dann immer "hoch und straff bis an die Wurzel", und dann darüber sprechen will.

    Aber das sind nicht die einzigen "Regelmäßigkeiten", die mir im netdoktor.forum aufgefallen sind.

    Darüber hinaus gibt es noch zwei weitere Typen von Beitragsstellen, die sich mit der selben Wortwahl und der selben Thematik zu erkennen geben.

    Erstens der Typ "Ich kann nicht ertragen, dass es Beschneidungsgegner gibt". Dieser Typ ist gekennzeichnet durch pauschale Frontalangriffe gegen "Beschneidungsgegner". Kennzeichnendfür diese Angriffe ist dass ihnen oft jedwede sachliche Bezug zum Thema Beschneidung ider den Argumenten fehlt. Die Angriffe drehen sich gegen Dinge wie die (den Beschneidungsgegnern zugeschriebene) Wortwahl oder um andere Dinge die mit den Beschneidung nichts zu tun haben - etwa etwa werden andere Quellen der Kindeswohl-Gefährdung oder Unrechts genannt, derentwegen die Beschneidung dann harmlos sein soll. Diese können so weit geht, dass deren bloße Existenz wird infrage gestellt. Die Beschneidung ist so harmlos, kein rationaler Mensch würde sich dagegen einsetzen - so der Tenor. Die Grundaussage in diesen Beiträgen ist, dass es wortwörtlich keine einzige wissenschaftliche Erkenntnisse/Argumente/studie gäbe, die gegen die Beschneidung sprechen.


    Z. B. http://community.netdoktor.at/forum/beschneidung/sparsam...

    Oder der Beitrag, in dem unter anderem jedweder Einsatz gegen die Beschneidung für nichtig und falsch erklärt wird, weil "Kinder im Mittelmeer ertrinken". Was das eine mit dem anderen zu tun haben soll, weiß niemand.

    http://community.netdoktor.at/forum/beschneidung/nicht-ernstzunehme...


    Zweitens der Typ "Ich habe gute Erfahrungen mit Beschneidung - Konservative Behandlungen taugen nichts" Die Beiträge folgen immer die gleichen Muster. Alamierende Schauergeschichte über die Phimose meist mehrere Söhne, gefolgt von Berichten über die mühsame und aufopferungsvolle Durchführung sämtlicher konservative Therapiemöglichkeiten, die allesamt scheitern, gefolgt von der Schilderung der Nutzung des ( erstaunlich problemlos zu findenden) Angebots einer vorzuenthaltender Operation, die wiederum auch scheitert, mit einer Beschneidung als krönenden Abschluss, der die Erlösung bringt.
    Kritische Nachfragen, etwa nach genauen Angaben wo die so selten angebotene Triple Incision /Vorhauterweiterungsplastik denn angeboten wurde, oder welche Salbe verwendet wurde,werden nie beantwortet.


    Z. B. http://community.netdoktor.at/forum/beschneidu

    Ich weiß nicht was ich dazu sagen. Es gibt viel zu sagen zu der doch sehr - sagen wir - eigenwilligen Weltsicht der Frau zu sagen. Dinge, die über das Thema der Beschneidung hinausgehen.

    Was ich aber anmerken möchte, ist dass sie alles als Angriff auf "die Juden" und die jüdische Identität auslegt. Dass Menschen das Schächten oder die Beschneidung kleiner Kinder aus anderen Gründen ablehnen können als wegen der erklärten Absicht Juden zu verletzen, scheint der Frau gar nicht in den Sinn zu kommen. Schließlich sind unter den beschneidenden kulturellen /nationalen/religiösen Gruppen in der Welt und in Schweden die Juden nur eine Minderheit.

    Sie greift auch auf die altbewährte Scheinargument des Strohmahnarguments zurück, wenn sie etwa unterstellt, Gegner der Zwangs-Beschneidung würden Juden als "Barbaren" bezeichnen.


    Was soll man nun davon halten? Was hältst Du davon, werner?

    Ich musste schmunzeln, als ich diese Nachricht las,#

    Die Überschrift "Schlag den Putzke" weckte bei mir gleich die Assoziation von Talkrunden, in denen die Mehrheit geladedenen Gäste alle gegen Putzke wettern. Oder die Praxis meist wenig Bedarfter Liebhaber der Kinderbeschneidung mittels allerhand zweifelhafter Argumente gegen Putzke und seine rechtlichen Ausführungen über die Beschneidung her zu ziehen.

    Anders als bei gewissen Fernsehsendern muss Putzke in diesem Battle nur gegen eine und nicht gegen vier Gegner antreten.

    http://www.youtube.com/watch?v=dwfLkaOdsro

    Wenn sich Putzke in diesem sportlichen Wettstreit nur halb so gut schlägt, wie in diesem argumentativen Wettstreit gegen eine Übermacht von vier, würde ich auf Putzke wetten. :D

    Gerade die Thesen des Rabbis sind interesannt. Der Rabbi sagt im Grunde nichts anderes, dass die Beschneidung von Jungen, keine wirklichen Nutzen hat, schmerzhaft und sexuell schädigend ist, sodass kein informierter Elternteil diese Prozedur heute ernsthaft ihren Kindern zumuten wollen kann - aber Juden trotzdem daran festhalten sollten.

    Zitat

    Why would any parent want to endure the blood, pain and tears of their baby’s circumcision?

    Man kann sagen was man will über diesen Rabbi. aber zumindest ist er ehrlich genug, nicht Religion und Medizin zu vermischen und seine religiös-motivierte Befürwortung der Kinderbeschneidung nicht mit pseudo-- medizinischen Argumenten zu untermauern.

    Die Zahlen sind ungefähr die von Gairdner, aus den 50gern.
    Da gibt es noch Oster. Die Zahlen sind aus 1968 und sind fundierter.
    Findest du bei beschneidung-von-jungen.de

    M . Lang wird bereits seit Jahren auf der Seite intaktiv.de zitiert;

    Ein respektabler Mann entpuppt sich als Pädophiler und wird des Kindesmissbrauchs angeklagt. An dieser Meldung wäre für sich genommen leider nichts außergewöhnlich - und sicher für das Thema dieses Forums nicht relevant. Aber bei diesem Mann handelt es sich um einen gewissen Quaintance, einen radikalen Beschneidungsbefürworter, der pornographische Geschichten über die Beschneidungen von Kindern verbreitete und mit Brian J. Morris zusammenarbeitete.

    Vernon Quaintane ist Begründer und Mitglied der Gilgal Society- einer Pro-Beschneidungsorganisation, die im wesentlichen aus ihm selber besteht, und die auch Seiten in deutscher Sprache verbreitet.

    Zuerst verurteilt wegen Kinderpornographie

    Quaintance verbreitete eine Art "pornographischer Geschichten", in der Kinder, deren Missbrauch durch Erwachsene und vorallem deren Beschneidung als erotischer Akt beschrieben wurde. Ein Auszug, der einen Eindruck von der Natur dieser Beschneidungspornographie vermittelt, findet sich auf dieser Seite.

    Zitat

    … the boys were given plenty of wine to relax them. … the discussion was about the sex lives of the boys and their school friends. The doctor asked how often the boys wanked. … The doctor showed the boys his microscope and asked if they had ever seen sperm under one. … He suggested to Mark that if he wanted to, he could have a quiet wank whilst Neil was being circumcised… This was eagerly accepted. … He lay back with his eyes closed and just let the doctor get on.


    Da der Besitz und Verbreitung von Kinderpornographie in schriftlicher Form in Großbritannien nicht strafbar ist, wurde er dafür jedoch nicht rechtlich belangt.
    Er wurde aber wegen des Besitzes von Kinderpornographie in Videoform bereits im April letzten Jahres (2012) angeklagt und später verurteilt.


    Die Meldung schaffte es nicht über die englische Medien hinaus, nur im Med1-Forum fühlte sich ein Nutzer genötigt, darüber in einem Beitrag zu berichten er stellte auch eine
    Übersetzung des Englischen Artikels bereit.

    ... Nun Anklage wegen Kindesmissbrauch

    Schon in diesem Foren-Beitrag vom April 2012 wurde über kompromittierende Berichte angemerkt, die darauf hindeuten, dass Quaintance Pädosesualität sich nicht nur auf den Besitz von Kinderpornographie und die Verbreitung erotischer Geschichten über Kinderbeschneidungen beschränkte.

    Diese Berichte bestätigten sich jetzt, denn Quaintance wurde den mehrfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern angeklagt, der sich in den 1960ern und 70ern zugetragen haben soll.

    Ein Vertrauter und Helfer von Brian J Morris.

    Aber da endet der Skandal nicht, denn Vernon Quaintance unterstütze keinen geringeren als Professor Brian Morris - einem der wohl fantastischen Verteidiger der Zwangsbeschneidung von Jungen- bei seiner Arbeit.
    Auf seinen "Broschüren" war Jahrelang Vernon Quaintance Gigal Society als Urherber genannt. Erst nach der Verurteilung im April 2012 versuchte Morris, seinem Mitstreier Quaintance nicht sehr treue, sämtliche Spuren von Quaintance und seiner Organisation auf seiner Seite und seinen Info-Broschüren zu vertuschen.

    Siehe die erhellenden Voher-Nachher-Vergleiche

    Sorry, wir reden immer noch aneinander vorbei, Sokrates. Du hast geschrieben:

    Ich ergänze dazu noch - nicht als Belehrung für Herrn Dr. Jost sondern
    zur Information des Forums, dass auch Jungen, die als Neugeborenen eine
    Zirkumzision mit Narkose, eine signifikant stärkere Reaktion auf eine
    intramuskulär verabreichte Impfung zeigten, als nicht-beschnittene Jungen bzw. Mädchen
    !!!

    Und ich wollte gern wissen, auf welche Untersuchung Du Dich bei diesem Satz beziehst.

    Narkose ist ein klar definierter Begriff, er bedeutet Allgemeinanästhesie, nicht Regional- oder Lokalanästhesie, und schon gar nicht Staubwedeln mit Zuckerwatte. Ich wollte wissen, wo eine Studie existiert, die nach einer Neugeborenenzirkumzision in Narkose, also in einer Allgemeinanästhesie, das Schmerzgedächtnis im späteren Lebensalter überprüft hat. Falls ich Deinen Satz nicht mißverstanden habe, deutest Du an, daß es sowas gibt.


    Ok- Jetzt bricht langsam das Eis. Narkose, bedeutet immer Allgemeinanästhesie, das stimmt. Ich habe mich unklar ausgedrückt. Ich wollte Betäubung schreiben, habe ich aber nicht. Doch du hast meinen Satz leider missverstanden, weil ich mich missverständlich ausgedrückt habe. Ich meine Betäubung, schrieb aber Narkose.

    Ich muss jetzt doch nochmal antworten, ich habe nicht verstanden, dass ein Beitrag an mich gerichtet war.

    Zitat

    Dazu muß zunächst die Frage beantwortet werden, von wann diese Untersuchungen stammen. Vor Anfang der 1990er Jahre war es tatsächlich Usus, bei Neugeborenen für jedwede operativen Eingriffe keine wirksame Narkose zu machen. Es wurden verwendet: Bißchen Lachgar und
    Muskelrelaxantien, die keinerlei Wirkung auf das zentrale Nervensystem haben und nur die Muskelaktivität ausschalten, d.h. einen bewegungslosen Organismus erzeugen, der sich nicht bewegen und nicht atmen kann. Erst mit dem Beleg des ab der 20. Schwangerschaftswoche funktionierenden Schmerzsystems

    Zitat

    Die Medikamentendosierungen für die Allgemeinanästhesie bei Neugeborenen zur Zirkumzision würde ich gerne sehen. Daher gerne die Studien, die Du andeutest, einsehen.

    Die Studie - an die ich kokret gedacht habe, ist die Studie von Taddio et al, In dieser wurde aber nicht die Anästhesie während der Beschneidung im allgemeinen untersucht, sondern ganz konkret deren Wirkung auf das sich entwickelnde Gehirn ("Schmerzgedächtnis") . Es sollte sich festgestellt werden, ob a ) die betäubungsfreie Zirkumzision die Schmerzreaktionen (und damit die Schmerzverarbeitung im Gehirn) verändert, und ob eine Zirkumzision mit Emla-Betäubung die Schmerzreaktionen auch verändert, und wie diese im Veränderung im Vergleich zur Zirkumzision ohne Betäubung ist. Die Studie kam zu dem Ergebnis, Ja und Ja, und Teilweise. Deshalb kommt in dieser Studie auch kein Wort zu einer Möglichkeit der Allgemeinanaesthesie bei der Zirkumzision vor.

    Das ist aber nicht die einzige Studie über die Schmerzbehandlung bei der Neugeborenenzirkumzision.

    Einige der Studien, die sich mit der Schmerztherapie bei der Negeborenenbeschneidung beschäftigen stammen noch vor der von dir beschriebenen Paradigmenwechsel Anfang der 1990er.

    Um genauer zu sein, haben Studien, die anhand der Zirkumzision das Schmerzverhalten von Neugeborenen untersuchten, unter anderem die Erkenntnisse geliefert, die zu diesem Paradigmenwechsel geführt haben.

    Ich habe es gestern -ausgerechnet in einem Artikel über Hunde-Kupieren gesprochen. Ein bedeutender Übersichtsartikel aus dem Jahr 1987 von Sunny Anand , der - zusammen mit anderen Forschungsergebnissen dieses Arztes, diese Trendwende wesentlich in Gang brachte, beruht zu einem großen Teil auf Studienergebnissen, die durch die Zirkumzision Neugeborener erreicht wurden.
    Das war kleiner Ausflug in die Medizingeschichte. ;)

    Zitat

    Dort muß es auch Informationen zur postoperativen Schmerztherapie geben, wenn es sich um Studien handelt, die tatsächlich
    das Schmerzempfinden der Neugeborenen differenziert betrachten wollen.

    Das ist eine gute Frage - Ich denke man muss hier unterscheiden zwischen Primärstudien und Sekundärliteratur (Übersuchtsarbeiten, Reviews, Meta-Analysen usw). (Wenn ich von "Studien" rede, meine ich damit immer Primärstudien)

    Es ist gut möglich, dass in Übersichtsartikeln/Reviews, die keine Studien sind, ein paar Worte zur postoperativen Schmerzbehandlung der Zirkumzision fallen. Ich weiß nicht, ob es mittlerweile eine spezielle Studie zur postoperativen Schmerzbehandlung speziell bei der Zirkumzision gibt. ( Ich bezweifle es ehrlich gesagt) Das Thema postoperative Schmerzen/ Schmerzbehandlung wird leider - meiner Ansicht nach - viel zu wenig Aufmerksamkeit. Gerade Zirkumzisionsethuisiaten klammern es meist vollkommen aus.

    Klar, aber das war nicht meine Frage. Meine Frage war die nach der Untersuchung, von der Du berichtest, bei der Neugeborenen eine Narkose zur Zirkumzision gemacht wurden. Diese Untersuchung würde ich gerne einsehen.


    Die Frage war an mich gerichtet?! Entschuldigung.

    Du meinst die Studie über die Schmerzreaktionen verursacht durch Beschneidungen. Die zweite Taddio et a- Studie:

    Taddio A, Katz J, Ilersich AL, Koren G. Effect of
    neonatal circumcision on pain response during subsequent
    routine vaccination. Lancet
    1997;349(9052):599-603.


    Zitat

    This study showed that neonatal circumcision in male infants is associated with increased pain response in vaccination 4-6 months after surgery. The esults support our previous finding of a higher pain response in circumcised than uncircumcised male infants
    during routine vaccination (Anmerkung von mir: Trotz Betäubung)

    Zitat

    This
    study was designed to investigate whether premedication with a topical local anaesthetic for circumcision pain would attenuate the pain response to vaccination several months later in circumcised infants. We postulated that Emla would at least partially block nociceptive afferent input originating from the surgical site at the time of circumcision and, therefore, any long-lasting consequences of this input on the central nervous system. The results of this study do not entirely support this hypothesis. Differences in vaccination pain response between infants pretreated with Emla and those given no anaesthesia for circumcision pain were seen for visual analogue scale pain scores, but not for facial action and cry duration. However, there was no significant trend for Emla-treated infants to have an intermediate pain response across all three measures of pain (figure).

    Im Klartext heißt das. Beschneidungen, die unter EMLA-Betäubung durchgeführt wurden, haben beinahe die gleiche negative Wirkung (auf das sich entwickelnde Gehirn), als Beschneidungen ohne jedwede Betäubung.

    Natürlich wissen wir, dass die Emla-Salbe auf Schleimhäuten ohnehin nichts zu suchen hat - eigentlich.

    Daß auch eine unzureichende postoperative Schmerztherapie (hohe Versagerquote des Peniswurzelblockes) zu einem veränderten Schmerzgedächtnis führt, ist sowohl für Kinder als auch für Erwachsene belegt.

    Über die hohe Versagerquote spricht auch ein führender holländischer Urologe Tom De Jong, in einem Interview:

    Zitat

    Ohne Betäubung

    „Im allgemeinen sind die Ärzte in Beschneidungskliniken sehr vorsichtig“, sagt De Jong. „Dies gilt auch für jüdische Mohelim [rituelle Beschneider, ed].“ Und leicht spöttisch merkt er an: „Es wird nicht viel mehr falsch gemacht als nötig.“ Aber das ist schon etwas.

    Auch die Narkose gelingt oft nicht. „Die Betäubung eines Kinderpenis ist sehr schwierig. Wenn ich beispielsweise bei zehn Kinder probiere, eine Betäubung zu verabreichen, geht das bei einem oder zwei Kindern schief. Viele Jungen schreien dann auch immer wie Spanferkel, wenn sie beschnitten werden“. Bei jüdischen Babys wird der Eingriff sogar ohne irgendeine Betäubung durchgeführt. Und anders als Jahrhunderte lang angenommen wurde, können Babys sehr wohl Schmerzen spüren.


    http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/stellungn…-eingriffs.html


    Ich kann mir nur schwer vorstellen, daß irgendeine Ethikkommission ihre Zustimmung dazu geben würde, ein Neugeborenes einer Allgemeinanästhesie für einen medizinisch nicht indizierten Eingriff auszusetzen. Neugeborenen werden i.d.R. nur dann in dieser Lebensphase operiert, wenn es sich um dringliche Eingriffe handelt. Alles Verschiebbare wird verschoben. Siehe meine Ausführungen zu den Umstellungen des Neugeborenen um den Geburtstermin herum (weiß abern icht mehr, wo ich das eingestellt hatte).

    Aus diesem Grunde findet Zirkumzisionen in der Neugeborenenphase auch immer ohne Allgemeinanästhesie statt - nicht weil man darauf verzichten kann, sondern weil man darauf verzichten muss. Natürlich kann man Neugeborene auch leichter fixieren.
    Trotzdem preisen manche Ärzte die erzwungenermaßen "fehlende" Allgemeinanästhesie als speziellen Vorteil der Neugeborenenzirkumzision an!

    Zitat

    Jungen, die als Neugeborene bereits eine Zirkumzision ohne Narkose oder
    Analgesie erlebt hatten, zeigten im Alter von 4-6 Monaten eine
    signifikant stärkere Reaktion auf eine intramuskulär verabreichte
    Impfung.

    Ich ergänze dazu noch - nicht als Belehrung für Herrn Dr. Jost sondern zur Information des Forums, dass auch Jungen, die als Neugeborenen eine Zirkumzision mit Narkose, eine signifikant stärkere Reaktion auf eine intramuskulär verabreichte
    Impfung zeigten, als nicht-beschnittene Jungen bzw. Mädchen!!!


    Es gibt derzeit keine vollständig wirksame Schmerzbehandlung bei der Beschneidung von Neugeborenen. Die wirkungsstärksten für den Säugling anwendbaren Betäubungsverfahren bieten nur eine teilweise Schmerzbehandlung während des Eingriffs.
    Die Schmerzbehandlung nach dem Eingriff( postoperative Schmerztherapie), die bei Neugeborenen ebenfalls kompliziert ist, wird und wurde in der Debatte damals oft auch ausgeblendet.

    Dieser Artikel ist sehr interesannt. Besonders wegen den Vergleich mit dem Kupieren.

    Eine Anti-Kupierungs-Organisation verweist sogar auf die Erkenntnisse der Schmerzforschung über das Schmerzempfinden menschlicher Neugeborene, die ja zu einem nicht geringen Teil - besonders in den Anfangsjahren- das Schmerzempfinden anhand der Neugeborenenbeschneidung untersuchte;:

    http://www.anti-dockingalliance.co.uk/page_26.htm

    Zitat


    Twenty years ago the notion of stress in preterm infants hadn't even been considered. Tbe pioneering work of of Al Aynsley-Green
    and Sunny Anand during the 1980s overturned the widely held belief that babies couldn't feel pain, or if they could, their experience if it somehow wasn't like ours. Before this time preterm babies regularly underwent surgery without anaesthesia. "Many of them died from shock" says Anand, now Professor of Paediatrics and Anaesthesiology at Arkansas Children's Hospital. "Others were returned to the ward, grey and shut-down, and it would take nurses to stabilise them. Their hormonal stress responses were five times what we expected. We proved that prolonged elevation of cortisol was incredibly damaging." After 48 hours in intensive care, preterm babies have learnt what noxious stimuli are.

    When a foot is grabbed for a routine heel prick, they desaturate (oxygen levels go down) and they become unstable, because they anticipate pain......A host of published studies shows that pain and stress affect brain development
    and yet the message still isn't getting across...."The collective ego of the medical profession will have to face the fact that their clinical approach is seriously limited" says Anand.

    Sunny Anands bahnbrechender Artikel über das Schmerzempfinden Neugeborener von 1987, wird nicht umsonst in der CIRP-Biliothek gehostet und beruht gleich auf mehreren Studien über die Beschneidung (von Säuglingen).

    In den Quellenangaben finden sich Zahlreiche Studien, die anhand der Beschneidung die Schmerzwahrnehmung von Säuglingen untersuchten.