Beiträge von Sokrates

    Entschuldige, ich wollte nicht für dich urteilen.

    Zitat

    Und gleichzeitig gibt es einen Konflikt, nicht nur eine
    im Grunde gleiche Ansicht zu dem Thema zw. Selbstbestimmung und mir,
    über die Darstellung hinaus. Sonst hätte ich wohl nicht gepostet.

    Ok. Das respektiere ich natürlich. Ich habe versucht etwas zu schlichten, deshalb wollte ich auf die Gemeinsamkeiten hinaus.

    Zitat

    Erzählen Sie den Kindern von den indischen oder chinesischen Mädchen, die verstoßen, verkauft und sogar getötet werden. Was meint ihr dazu? Stellt euch vor, eure Schwester, Freundin, Verwandte, Nachbarin, die nette Verkäuferin würde nicht da sein…

    Und letztlich, wer soll denn die Kinder bekommen …

    Das ist mir gar nicht aufgefallen. Das ist wirklich übel.

    Das ist sexistisch und mindestens ansatzweise rassistisch.

    Sexistisch weil in Indien Kinderarbeit eben keine Geschlechtergrenzen kennt.
    Rassistisch weil hier die Phänomene Kinderarbeit/sklaverei ("verkauft"), Präferenz von männlichen Kindern (verstoßen), und ja sogar Gewalt gegen Kinder ("getötet") ethnisiert, auf die chinesische bzw. indische Kultur beschränkt werden.
    Gibt es Kinderarbeit, Sklaverei von Kindern, sexuelle Präferenz von männlichen Kindern und Kindestötungen nur in China oder in Indien?

    Selbstbestimmung und Traubenzucker

    Ihr beiden habt ja eigentlich - auch wenn es euch nicht auf dem ersten Blick auffallen mag- recht ähnliche Ansichten zu diesem Thema.
    Der Unterschied liegt in der Art der Darstellung - die Traubenzucker zu pauschalisierend ist- und deshalb kommt es zwischen euch beiden zu einer Meinungsverschiedenheit.

    Aber es gibt eigentlich recht wenig Grund zu streiten und wir sollten den Konflikt deshalb nicht unnötig eskalieren lassen.

    Wir haben das Thema ja auch noch an anderer Stelle hier im Unterforum besprochen - was mich hellhörig gemacht hat, war der Begriff "Phimose" im Zusammenhang mit der Ernte von Babyvorhäuten. Bei den Amis ist das nicht der Grund für RIC.


    Ja, genau das macht mich auch hellhörig.
    Aber das könnte auch dem Schreibstil des Journalisten geschuldet sein, der eben erklären wollte, wie solche Vorhäute - vom Kind - abgetrennt werden. Und im Deutschland sind das eben in der Regel "Phimose-Operationen".

    Aus Vorhaut gewonnen Zellkulturen werden mittlerweile auf der ganzen Welt als Forschungsmaterial verwendet auch von deutschen Universitäten und den dort tätigen Forschern.
    Die Frage, die ich mir aber Interessen-halber stelle ist: Dass US-amerikanische Krankenhauskonzerne die gewonnen Vorhäute zum Teil "spenden" bzw. verkaufen ist klar, aber sind auch europäische Kliniken an dieser Ernte beteiligt?


    Du ja, aber für Erna und Otto Normalverbraucher ist das nicht so. Das alte Lied, die Vorhaut ist im kollektiven Bewußtsein der Gesellschaft ein Stückchen Haut, Punkt. Nicht weit weg von "Ohrloch stechen". Für den Zuschauer ist da keine Verstümmelung im TV gezeigt worden. Wenn Du also verstehen willst, so ist dies mein Gedanke dazu.
    Beim Lanz springen die Reflexe halt dann bei vielen Menschen an, so wie er sich benommen hat, beim stückchen Haut nicht. Weisst Du wie lange ich meine Beschneidung für eine feine Sache hielt?

    Wenn sich das vorherrschende Bewußtsein dafür ändert, was die Vorhaut ist, welche Funktion sie hat, etc. pp, dann geht die Geschichte genauso los wie bei der Lanz Petition (knapp 182.000 im Moment). Davon bin ich überzeugt.


    Ich glaube, genau das, was du so rational und ruhig beschreibst, was Selbstbestimmung ärgert (und auch mich ärgert)- und was der Vergleich Lanz-Pention und Anti-Circ-Petition deutlich macht.

    Und selbst wenn 70% der Deutschen laut Umfrage für das Kölner Urteil und gegen das Gesetz waren, heißt das eben nicht, dass für ErnaOtto die Vorhaut in jedem Fall viel mehr ist als ein Fetzen Haut. Dass man gegen etwas ist, sagt noch lange nichts darüber aus, wie stark man gegen etwas ist.

    Ich habe es schon mal in einem persönlichen Gespräch mit einem anderen Forumsteilnehmer erwähnt - es wäre vermutlich für die Sache der genitalen Unversehrheit besser, wenn nur 20% der Deutschen oder nur 10% der Deutschen grundsätzlich für den Übergriff auf die genitale Unversehrtheit von Kindern durch unnötige Beschneidungen wären, aber diese 20% sich dafür intensiv dagegen engagieren und ihre Zeit, Energien, Talente für diese Sache aufzubringen.

    Ihr seid eigentlich einer Meinung ohne es zu merken.

    Natürlich ist es ein wenig polemisch, gleich von der Umfrage auf "die Deutschen" insgesamt zu schließen. 180 000 sind nicht "die Deutschen".

    Ja, das viel mir auch negativ auf. Das war gerade das erste, was mir in den Sinn kam, als ich von der Meldung über die Petition gegen Lanz erfuhr.


    Könnte es vielleicht auch daran liegen, dass die Petition gegen Herrn Lanz medial Aufmerksamkeit bekam, jene gegen Beschneidung von Kindern hingegen nicht?

    as ist tatsächlich so. Allerdings in sakulären Akademikerkreisen vorwiegend wegen der Hygiene beschnitten wird


    Bist du sicher, dass die säkularen Akademiker wirklich ihre Söhne der "Hygiene" wegen beschneiden oder ernsthaft an das Hygiene-Argument glauben. Ich würde behaupten, dass bei den säkularen Akademikerkreisen hier andere Gründe greifen, wie wir sie auch bei der säkularen Beschneidung in den angelsächsischen Ländern vorhanden sind: Gruppendruck -familiär und gesellschaftlich, die psychisch-bedingten Zwänge beschnittener Väter (u. a. die von werner genannte "Identifikation mit dem Angreifer", welche das Weitergeben der Beschneidung von Generation zu Generation begünstigen.


    Es gab zur Lebzeiten Attatürks auch einige mit Attatürk assoziierte Reformer, die soweit gingen, die Beschneidung von Jungen anzugreifen und deren Abschaffung zu fordern- allerdings war das Selbstbestimmungsrecht und körperliche Unversehrtheit des Kindes nicht Teil der Argumentation- dieses Konzept gab es damals auch in Europa eigentlich nicht - und war auch nicht Teil der Argumentation der zeitgenössischen westlichen Beschneidungsgegner.

    Folgende ist eine Meldung des Jewish Telegraph Agency vom 15. Januar 1929:

    Ich finde das etwas zu weit gegriffen, hier gerade den christlichen Hintergrund der Eltern herauszustellen.
    Homeschooling ist in Deutschland nun mal untersagt - völlig unabhängig von der Motivation oder religiösen Vorstellungen der Eltern.

    Der Fall der Wunderlichs ist ein gutes Beispiel dafür, wie der deutsche Staat sich durchsetzen kann und echte oder vermeintliche Elternrechte ignorieren bzw. beschneiden kann, wenn er dies möchte.
    Ich finde das jetzt aber kein gelungenes Beispiel für einen Doppelstandard bezüglich der Behandlung unterschiedlicher Religionen.

    Wie gesagt wird Homeschooling grundsätzlich bei keinen Eltern toleriert, noch ist Homeschooling ein Glaubensinhalt des Christentums oder irgendeiner anderen Religion.

    Wieso kann man das zu seiner Verteidigung einwenden? ?(

    Ja also man könnte. Ihm wurde ja fehlende Demokratische Gesinnung vorgeworfen, und da der Europarat ohnehin nur bedingt demokratisch im engeren Sinne handelt -ist dieser Vorwurf hinfällig - oder anders gesagt fehlende Demokratie ist kein spezielles Problem des Jaglands sondern dieses ganzenn supranationalen Organisation Europarat.

    Ob er nun Macht hat oder nicht, er muss sich an seinen Worten messen lassen!
    BTW, Wenn der Europarat eine reine Luftnummer wäre würde die Knesset nicht einen solchen Aufwand treiben.


    Stimmt auch wieder. Andererseits könnte das auch ein Zeichen des Fanatismus einiger Knesset-Parteien sein, die sie veranlasst auf die Resolution dieses defacto machtlosen Europarates so empfindlich zu reagieren.

    offen die Demokratie abgeschafft.

    Jagland ist eine Marionette.
    Man kann nur hoffen, dass sich Parlamentarier das nicht bieten lassen und durch seine (demokratische) Abwahl verhindern, dass dieser Stiefellecker noch mehr Schaden anrichtet.


    Ja, allerdings kann man zu seiner Verteidigung einwenden, dass der Europarat ohnehin keine allzu einflussreiche Organisation ist - Jagland also im Guten und Schlechten nur symbolische Macht hat, und der Europarat nie für sonderliche Volks oder Bürgernähe bekannt war.
    Aber bereits diese symbolische Macht, im Falle der Resolution zum Schutze der Unversehrtheit von Kindern, war Israels Regierung und seinen affilierten Interessensgruppen schon zu viel.

    Eine andere Frage:

    Ist es nicht absolut absurd, dass ein Parlament eines Staates irgendwelche Filme produziert, um bestimmte Praktiken zu bewerben, noch dazu um eine Organisation zu beeinflussen, deren Mitglied der Staat nicht ist?!
    Das ist doch nicht normal. Und sind eigentlich alle Knesset-Abgeordneten einhellig für die Produktion des Films? Und wer finanziert diesen Film eigentlich, der israelische Steuerzahler etwa?

    Geistesgegenwärtig unterbrach ihn Chefredakteur Gehler mit der Bemerkung, dass andere Ärzte dies anders sehen würden.
    Das ging gerade noch mal "gut"...


    Interessant ist doch, dass Gehler jetzt auch noch medizinische Autorität ist - oder sich als eine aufführt.
    Wieviele Berichte "anderer Ärzte" über die Komplikationen der Beschneidung hat der Redakteur Gehler denn wohl gelesen? Ich nehme mal an überhaupt keinen.