Beiträge von Sokrates

    Herr Bernard Roth propagiert wieder einmal fragwürdige Thesen zur Schmerzbehandlung.


    Zitat

    Stattdessen werden in großen Zentren nun neue, weniger belastende Verfahren verwendet und erforscht, die solchen Babys mehrere Wochen lang helfen können. „Offenbar kann es die Schmerzreaktion modulieren, wenn man bestimmte Zuckerstoffe oral verabreicht“, erklärt Roth.

    Eine andere Möglichkeit ist ein Nuckel. „Das Saugen aktiviert eine endogene Schmerzhemmung“, sagt Roth. Eine der wichtigsten neuen Erkenntnisse ist aber, dass auch die Trennung des Neugeborenen von der Mutter Schmerz verstärkt. „Schmerzereignisse haben eine ganz andere Auswirkung, wenn die Mutter nicht dabei ist, wenn sie das Kind nicht adäquat trösten kann“, sagt Roth. „Die moderne Neonatologie muss deshalb darauf ausgelegt sein, dass die Mutter-Kind-Dyade nicht getrennt wird.“

    Zitat

    Es besteht aus den Talgabsonderungen der Vorhautdrüsen und
    abgeschilferten Hautzellen. Auch Schweiß und Urinreste können enthalten
    sein.

    Der Talggehalt des Smegmas ist bislang nicht sicher geklärt.

    Van Howe etwa erklärt:

    Zitat

    Früher wurde angenommen Smegma wäre das Produkt von Sekreten
    ektopischer Talgdrüsen, die sich entlang dem Frenulum konzentrieren,[1-4] jedoch konnten in nachfolgenden histologischen Studien an hunderten von Vorhäuten keine solche Drüsen gefunden werden.[5-7]

    http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/argumente…-von-smegma.htm

    Offensichtlich spielt auch das Ausmaß des Stresses um eine Operation --für den die Cortisolwerte den operierten Patienten einer der entscheidenden Messwerte sind-- eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung postopoerativer Gedächtnisleistungsschädigungen, oder Postoperativer kognitiver Dysfunktionen (POCD)

    Zitat

    Der direkte pathogentische Einfluss vonStress auf die kognitive Leistungsfähigkeit sollte mittels prä- sowie postoperativer Erfassung der Cortisolwerte kontrolliert werden, denn POCD-Patienten haben bekanntlich direkt postoperativ signifikant höhere Cortisolspiegel als Patienten ohne ein postoperatives Defizit (4). Weitere mögliche Einflussfaktoren auf POCD wie beispielsweise Ubiquitin-C-Terminal-Hydrolase-L1, Körpergewicht oder die Anzahl der Einheiten von perioperativen Bluttransfusionen müssen in zukünftigen Forschungsansätzen eruiert werden.
    Quelle: Hofmeister M. [Cortisol Levels Are Key] Dtsch Arztebl Int 2014; 111(23-24): 424;


    Und diese Cortisolwerte sind ja Neugeborenenzirkumzisionen mit Lokalanästhesie – ganz zu schweigen ohne Anästhesie – extrem hoch.

    Das wiederum bedeutet: Die postoperativen kognitiven Dysfunktionen können nicht zwangsläufig der Allgemeinanästhesie und den dafür benutzten Medikamenten angelastet werden. Bis zum Beweis des Gegenteils kann auch eine nicht ausreichend tiefe Anästhesie und der damit verbundene Streß Ursache der postoperativen kognitiven Dysfunktion sein.

    Aus den Zeiten, wo es ethisch vertretbar war, die entsprechende Differenzierung methodisch einfach aufzuarbeiten, sind wir vermutlichinzwischen raus. (sollten wir zumindest) Man müsste dafür Kinder derselben OP ohne, mit tiefer Allgemeinanästhesie und mit zu flacher Anästhesie unterziehen – und natürlich die Cortisolspiegel messen. Außerdem müßte man die Auswirkungen von Allgemeinanästhesien ohne OP auf die postoperative kognitive Funktion untersuchen. Eine solche Studie dürfte kaum noch durchzukriegen sein.

    Danke für deine Infor über diese Nachricht.

    Aber die Überschrift gefällt mir absolut nicht. "Die Uros" "planen was".
    Es ist ja nicht so, dass "die" Uros etwas planen, sondern die "Deutsche Gesellschaft für Urologie" plant eine Medien(preis)aktion.


    Zitat

    Mir schwant nichts gutes....


    Natürlich kann es am Ende --theoretisch-- sein, dass dann Texte prämiert werden, etwa zum Thema (patholigische/physiologische) Phimose nicht dem evidenz-basierten Erkenntnistand zur Vorhautentwicklung entsprechen, oder ein verharmlosender, dieNegativauswirkungen ausblendender Text über die "Beschneidung von Jungen"- Aber wir wollen den Tag nicht vor dem Abend verdammen! über diese Prämierung verantwortlich wären dann aber die Jury, und nicht "die Uros"

    Das würde ich nicht so vorschnell sagen wollen...

    Wir sollten erstmal mit Sicherheit feststellen, ob es wirklich eine Regelung laut türk. Gesetzgebung gibt, die direkt und explizit die Durchführung v. Circumcisionen nur auf Ärzte beschränkt.

    Dann müsste geklärt werden, ob die Rechtslage zum Zeitpunkt der Dreharbeiten schon galt.

    Das wäre in der Tat erstaunlich -- gerade vor dem Hintergrund, dass bislang die Mehrheit der in der Türkei vorgenommenen kulturellen bzw. religiösen Beschneidungen von traditionellen, d. h. nicht-ärztlichen Beschneidern praktiziert wird.

    Etwas Off-Topic: Auf der Webseite "Operationen.de", die ehemals dem gleichen Betreiber (wie hier) gehörte, findet sich auch ein von zwei Ärzten von der Städtischen Klinik Ingolstadt verfasster Artikel über Phimose-Operationen. In diesem Artikel wird wieder die alte Falschinformation zur Vorhautentwicklung verbreitet.

    Zitat

    Von einer physiologischen Phimose bei Kindern spricht man in den ersten Lebensjahren, wenn die Vorhaut aufgrund ihrer Entwicklung durch
    Verklebungen mit der Eichel nicht oder nur partiell zurückgeschoben werden kann. Die Vorhaut ist dabei aber elastisch und narbenfrei. Dies
    ist kein krankhafter und damit nicht therapiebedürftiger Befund. Eine spontane Lösung und Öffnung des Vorhautringes findet bei 95% der Buben erst nach der Geburt statt. Dies sollte jedoch bis zum 6. Lebensjahr abgeschlossen sein

    Und die im Text genannte Zeitangabe –- und kann eigentlich nicht genug betont werden -- ist völlig und vollständig falsch. Im Alter von 6 Jahren hat sich die physiologische Phimose noch bei der Mehrheit der Jungen nicht vollständig gelöst. Ein Umstand, der von vielen Studien belegt ist, und erst kürzlich von einer neuen chinesischen Studie zur Vorhautentwicklung erneut bekräftigt wurde.

    Mir liegt es natürlich fern, den Ärzten-Autoren hier irgendeine böse Absicht zu unterstellen -- diese Deadlines sind in der Fachliteratur nun mal leider sehr weit verbreitet. Aber darauf zu verweisen, schadet nicht.

    Zitat

    Das politische Establishment und die Leitmedien, bzw. Leidmedien versuchen das zu verhindern

    Naja.... Also so verallgemeinerend kann ich das nicht sehen. Ganz sicher nicht alle Leitmedien.
    Es gibt sicher einige Journalisten, die einhergehend mir ihrer Befürwortung von Zwangsbeschneidungen, sich gegen den Gebrauch des Begriffs "Verstümmlung" sträuben und die Begriffsverwender entsprechend behandeln. Aber es gibt in den Leitmedien auch andere Journalisten und auch Leitmedien, die sich für das Grundrecht auf körperliche Unversehrheit stark gemacht haben.

    Kürzlich wurde im einflussreichen Journal Pediatrics eine weitere Studie veröffentlicht, die....
    .... einerseits belegt, dass eine physiologische Phimose bei Jungen im Kindergarten und frühen Schulalter noch weit verbreitet ist, und
    ... anderseits die gängigen, leider noch häufig in der Fachliteratur genannten, Deadlines, ab denen ein Junge ein zurückziehbare Vorhaut muss (je nach Variante „bis zum 3. Lebensjahr“, „ bis zum Schuleintrit“ ) deutlich widerlegt.

    Die chinesischen Studienautoren unter der Leitung von Dr. S. Wan untersuchten mehr als 2000 Jungen im Kindergartenalter auf die Präsenz von vier Zuständen: Neben Hypospasdie, Kryptorchismus (Lageabnormalie des Hodens), und Hernien auch Phimose.
    Das Ergebnis: Von den Jungen in der Altersgruppe 3 bis 4 Jahre hatten noch 55,5% eine Phimose, bei den 5 bis 6 Jährigen Alter lag dieser Anteil noch bei 44,1%.
    Die Autoren definierten Phimose streng als eine vollständig nicht-zurückziehbare Vorhaut, genauer eine Vorhaut, „die nur so weit zurückgezogen werden konnte, um den Meatus urethrae [Harnröhrenöffnung] freizulegen.“ Das bedeutet also, dass von den 44.5% Jungen im Alter von 3- bis 4 Jahren bzw. den 55.9% Jungen im Alter von 5 bis 6 Jahren „ohne Phimose“ noch lange keine vollständig zurückziehbare Vorhaut hatten.
    Link zur Pubmed-Vezerzeichnis mit Abstract:

    Link zum Volltext der Studie:

    Stimmt. Ich glaube auch, dass Gysi hier "um den heißen Brei" herumredet, sich herauswindet. Ganz egal was man von Gysi nun politisch halten mag, er ist ein intelligenter Mann. Eine Argumentation wie "Deutschland darf unmöglich der erste Staat sein, der das verbietet." ist seines Intellektes unwürdig.

    Wie jämmerlich!

    Man traut sich offensichtlich in der Ankündigung gar nicht, zu schreiben, wie der Film überhaupt was zeigt!

    Da ist sie wieder, diese vorauseilende Correctness und panische Angst, etwas "falsches" zu sagen...

    Die würden wohl noch in einer Ankündigung von It's a boy was von Würdigung und schönem Fest erzählen.

    Einfach erbärmlich, diese Feigheit.

    Ich weiß natürlich nicht, was der Grund für die falsche Beschreibung des Filmes war, aber ich denke irgendwelche politischen Motive stecken nicht dahinter. Es wird sich wohl eher um Schlampigkeit seitens der Text-Autoren gehandelt haben.

    Dass es auch weibliche Mohel gibt, war mir schon lange bekannt. Lange bevor ich von der Existenz der Frau Deusel wusste.
    Ich glaube, eine sog. Mohelet kam auch in Eliyahu Ungar-Sargons "Cut Slicing through the myths of circumcision" vor.

    Das Aufkommen von Mohelets mag eine relative Neuerscheinung der sagen wir letzten 15 bis 20 Jahre -sein, aber noch viel länger gab es nicht-religiöse Beschneiderinnen in Form von Ärztinnen.

    Beispiel: Von den rund 40 000 Gynäkologen, die in den USA den Großteil der routinemäßigen Zirkumzisionen durchführen, waren im Jahr 1980 rund 12% weiblich und 1989 rund 25% --natürlich führen nicht alle - aus unterschiedlichen Gründen-- Gynäkologen regelmäßig Zirkumzisionen da kann man sich ungefähr eine Größenordnung der Anzahl weiblicher regelmäßig Zirkumzisionen durchführende Ärzte erahnen. Hinzu kommen noch die amerikanischen Kinderärzte, die die zweitgrößte Anteil der routinemäßigen Zirkumzisionen auf sich verantworten, der bei denen der Anteil von Frauen traditionell höher war und heute den der Männer in den USA übersteigt.

    Also Frau Deusel war und ist weder als weibliche Mohelet und erst recht nicht als beschneidende Frau "allein" und auch keine Neuerscheinung.

    Zur Klarstellung - du bist nicht WernerIII oder?

    Zitat

    Eine große Münchener Klinik teilte Anfang 2014 mit, dass auch dort vermehrt Nachfragen nach ambulanten Beschneidungen ohne medizinische Indikationen zu verzeichnen sind. Eltern, Jugendliche und jüngere Männer fragen danach. Allein in 2013 wurde ein „Zuwachs von knapp 16%“ verzeichnet. Die Kosten würden „in weit überwiegenden Fällen privat“ getragen. Diese Klinik bestätigt zudem Aussagen von niedergelassenen Ärzten, die ebenso „deutliche Zunahmen verzeichnen“. Allerdings werden hier regionale Gegebenheiten deutlich.

    Welche "große Münchner Klinik" sollte das sein?