Beiträge von Sokrates

    Zitat

    Während in vielen Ländern Afrikas Aktivisten gegen weibliche Genitalverstümmelung kämpfen, wird die Beschneidung männlicher Teenager in Südafrika kaum hinterfragt. Sie gilt trotz mehrerer Todesfälle jedes Jahr als wichtiger Schritt zum Mannsein.


    Es ist ja noch schlimmer als das. Sie wird unter dem Vorwand der AIDS-Eindämmung von westlichen Organisationen und mit westlichem Geld in Südafrika und anderen afrikanischen Ländern massiv beworben und propagiert.

    https://www.mittelhessen.de/lokales_artike…id,1334291.html

    Zitat

    Mein Sohn hat eine beginnende Vorhautverengung, muss diese unbedingt operiert werden?

    Dr. Enis Tanovic: Bei ca. 80 Prozent aller Neugeborenen kann die Vorhaut noch nicht hinter die Eichel gestreift werden. Es darf nicht gewaltsam versucht werden, die Vorhaut zurückzuziehen! In der Regel löst sich die Vorhaut im Laufe der Zeit von der Eichel und lässt sich dann problemlos zurückziehen. Ab dem ca. 3. Lebensjahr werden hochgradige beziehungsweise narbige Vorhautengen durch eine ambulant durchgeführte Operation korrigiert (Beschneidung). Vorhautengen, die zu einer Entzündung führten (Balanitis), werden in jedem Alter operiert. Wir legen Wert darauf, zunächst einen konservativen Behandlungsversuch mit einer schwach kortisonhaltigen Salbe durchzuführen. Damit können die meisten Vorhautengen ohne Operation beseitigt werden. Spätestens bis zum Schuleintritt sollte jedes Vorhautproblem gelöst sein! Sie können Ihr Kind gerne in unserer kinderurologischen Sprechstunde vorstellen.


    Ich kann es nicht glauben. Trotz Leitlinie, die in dieser Frage ziemlich eindeutig ist, gibt es Ärzte, die genauso weiter machen wie immer, und dann auch noch öffentlich ihr Nicht-Wissen kundtun.

    Ich kann nur an alle Leser des Forums appellieren, die Kommentarfunktion der Nachrichtenseite zu nutzen, und Kommentare zu verfassen. Ich werde dies heute oder morgen auch tun.

    Zitat

    Wann eine Operation in welchem Umfang notwendig ist, ist Sache der

    Medizin und der Wissenschaft und nicht der Politik. Das ist auch gut so!
    Wissenschaft ist nämlich stets im Wandel. Stellt Euch mal vor, die
    deutsche Politik hätte 2012 gleich noch per Gesetz festgelegt, eine
    Vorhautamputation sei "bei Phimose" indiziert.

    Ja, ich verstehe dein Argument. Tatsächlich ist es problematisch, wenn die Politik sich allzu sehr in medizinische Sachfragen einmischt.

    Die Beschneidung - das ist das faszinierende und zugleich entsetzliche an diesem Eingriff - ist zugleich ein uraltes religiöses Ritual, eine präventiv-gesundheitliche medizinische Massnahme (die zumindest als solche gerechtfertigt wurde), und eine therapeutische medizinische Massnahme. Ganz anders als etwa bei den verschiedenen Form der weiblichen Beschneidung, die keinen Platz in der westlichen Medizin haben. Da genügt es, einfach die Beschneidung von Mädchen zu verbieten.

    Darüber hinaus gehe ich natürlich immer vom Idealfall aus, dass der Gesetzgeber aus dem Motiv heraus handelt, alle medizinisch unnötigen Eingriffe zu verhindern, was ja auch das Motiv der Verantwortlichen hinter dem isländischen Gesetzentwurf zu sein scheint.

    Zitat

    Right now I want only to emphasise the point that Brian and Lauren make in their last two paragraphs – that if the Iceland legislators allows circumcision “for health reasons” they are installing a loophole that can be exploited by any parent who wants to get a boy (or girl) circumcised for any reason;


    Das stimmt.


    Zitat

    To ensure that abuses of this kind do not occur, the bill should specify that genital cutting of children is illegal unless necessary for therapeutic reasons – i.e. that it is necessary to treat a pathological condition that has not responded to medical (non-surgical) treatment after reasonable efforts.

    Selbst mit solch einer Formulierung würde aber auch wieder ein 'Loophole' geschaffen, wie gerade wir wissen sollten. Eltern und willige Ärzte könnten einfach einen pathologischen Zustand erfinden, und dannach eine konservativen Therapieversuch entweder vortäuschen (wenn's keiner kontrolliert) oder halbhertzig und unsachgemäß durchführen, dass ein Erfolg unwahrscheinlich ist.

    Um wirklich "dicht" zu sein, um wirklich alle medizinisch nicht-notwendigen Beschneidungen an Kindern effektiv zu verbieten, müsste dieses Gesetz spezifieren, was eine "medizinisch notwendige Beschneidung" ausmacht.

    Zitat

    Their motivation seems to be a deep body horror that infant boys are being mutilated, that they can feel the pain of the operation, that it is somehow traumatic despite the fact that infant brains cannot remember pain.


    Da hat jemand die letzten 40 Jahre der Schmerz- und Hirnforschung einfach mal so ignoriert.

    https://www.nytimes.com/1987/11/24/sci…html?sec=health


    Zitat

    arents can make the decision based on religious tradition, medical evidence, or just because that’s how it’s always been done in their family, either to circumcise or not and feel fine about the choice.

    Sie könnten auch genauso gut einen Würfel werfen. (Ironie off).

    Ich möchte noch etwas zum letzten Absatz anmerken, da dieser mir sehr wichtig erscheint.

    Zitat von Mili

    Der Urologe meinte zu dem Thema „Warten“(Was ich ehrlich gesagt auch einleuchtend finde): In der Pubertät einen solchen Eingriff zu machen wäre für einen Jungen wesentlich dramatischer als jetzt, da er gerade dann seinen intakte Penis braucht um eine unbeschwerte sexuelle Entwicklung zu durchlaufen. Der Penis wäre in der Phase sehr oft erigiert, was mit eine Phimose (oder OP Heilungsphase) sehr unangenehm würde.


    Das ist nicht nur reinste Küchentischpsychologie ohne die geringste wissenschaftliche Grundlage - das muss man in aller Deutlichkeit sagen - sondern zeugt auch von einem grundlegenden Unwissen über das Krankheitsbild einer behandlungsbedürftigen Phimose.

    Dieser Urologe scheint die Nicht-Zurückziehbarkeit für eine Art "Geburtsfehler" oder angeborene Fehlbildung zu halten, die sich zwar eventuell noch von selbst "zurückbilden" könnte, aber die man irgendwann operieren müsste. Das ist es auch, was vielen Eltern so über viele Jahre vermittelt wurde: Eine Fehlbildung, die bis zu einem bestimmten Alter weg müsse. Es ist jedoch eine falsche, veraltete Sichtweise über die Vorhautentwicklung, die so auch von sämtlichen neueren Leitlinien von Ärzteverbänden und internationalen Fachartikeln zurückgewiesen wird.

    Eine verengte, nicht-zurückziehbare Vorhaut an sich ist keine Krankheit, keine Fehlbildung, sondern ein physiologischer, natürlicher, und sinnvoller Entwicklungszustand, der den Penis schützt. Die Vorhaut soll in den ersten Jahren nicht zurückziehbar sein und wird dann in einem individuell unterschiedlichen Zeitraum zwischen Kindheit und dem Ende der Pubertät zurückziehbar.

    Dieser Urologe empfiehlt also einen gesunden Jungen wegen eines natürlichen Entwicklungszustandes zu operieren und das nur, damit dieser natürliche Entwicklungsstand nicht zu einem späteren Zeitpunkt grundlos operiert werden müsste.


    Daher, zusammenfassend, wie einige Vorredner schon sagten:

    • Solange dein Sohn nur eine nicht-zurückziehbare Vorhaut hat und keine sonstigen Beschwerden hat, braucht er keine Behandlung – weder eine Salbentherapie und schon gar keine Operation.
    • Hört auf mit der Salbenbehandlung.

    Hallo Milli,

    Herzlich willkommen im Forum.

    Bevor uns über die Behandlungsoptionen und mögliche Operationstechniken besprechen, sollten wir zunächst klären, ob dein Sohn überhaupt ein behandlungsbedürftiges Problem hat.

    Hat dein Sohn neben der erwähnten Phimose irgendwelche andere Beschwerden?

    Eine Phimose beim präpubertären Kind ist grundsätzlich nur dann behandlungsbedürftig, wenn sie mit Begleitbeschwerden wie z. B. Schmerzen beim Wasserlassen oder wiederkehrende Entzündungen einhergeht.


    Um aus einem Artikel über die neue, deutsche Leitlinie zur Phimose zu zitieren:

    Von einer Phimose spricht man, wenn die atraumatische Retraktion der Vorhaut über die Eichel unmöglich ist. Sie ist zunächst nicht pathologisch, denn zum Zeitpunkt der Geburt sind bei 96 % der Jungen Präputium und Glans fest miteinander verbunden. Selbst im Alter von 13 Jahren weisen noch etwa 8 % eine entwicklungsbedingte Vorhautverengung auf. Behandlungsbedürftig wird die Phimose erst dann, wenn sekundäre Störungen wie rezidivierende Balanoposthitiden oder Symptome mit Krankheitswert auftreten, heißt es in der unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie erstellten Leitlinie.

    Echt. Wirklich? Das ist wirklich sensationell.

    Kannst du den Inhalt der Episode kurz wiedergeben? Ich habe im Netz nichts dazu gefunden.
    Kann es sein, dass einer der Autoren der Sendung hier heimlich im Forum mitliest.

    Zitat

    Und eine unbehandelte Phimose müsste gegebenenfalls behandelt werden, um Entzündungen und Harnwegsinfektionen oder einen chronischen Verlauf im Vorfeld auszuschließen, genauso wie Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder häufige Schmerzen oder Jurckreiz


    Das ist Schwachsinn. Denn sonst hätten 100% der Männer diese Probleme, oder wären von diesen Problemen akut, weil jeder Mann in einer bestimmten Zeit seines Lebens eine Phimose hat. Alle Jungen kommen mit einer Phimose (nicht-zurückziehbarer Vorhaut) auf die Welt.

    Aber das ist jetzt genug der medizinischen Details.

    Ich habe es schon oft gesagt, aber ich sage es noch mal: Du brauchst einen guten Anwalt, der dir eine oderntliche Strategie zurecht legt. Bist Du in der Sache Anwalt schon weiter gekommen?

    Zitat von mj56f

    "Danke für Eure schnellen Antworten und den Link. Probleme, Beschwerden oder Schmerzen hat der Junge gar nicht. Bei den normalen U-Untersuchungen wird ja das Zurückziehen getestet. Bei der letzen U gab es dann eine Überweisung zum Urologen. Der hat ebenfalls festgestellt, dass man die Vorhaut nicht zurückziehen kann. Mehr war es dann auch nicht. Als nächstes gab es den Zettel für die ambulante OP. Fertig."

    Dein Sohn hat nach deinen Berichten zufolge eine physiologische Phimose. Das ist keine Krankheit sondern ein natürlicher Schutzzustand, der natürlich auch nicht behandelt werden muss. Ich halte es nicht für notwendig, noch einen weiteren Arzt aufzusuchen.

    Selbst wenn tatsächlich Beschwerden vorgelegen hätte, wäre das kein Grund gleich für eine Operation. Selbst in diesem Fall wären konservative, nicht-therapeutische Therapieoptionen die Behandlung erster Wahl.

    Warum in aller Welt kontrolliert deine Kinderärztin die Vorhaut deines Sohnes auf Zurückziehbarkeit. Das ist komplett unnötig und auch nicht Sinn der U-Untersuchungen.


    Ich würde dir empfehlen, deinem behandelnden Kinderarzt diese neue Phimose-Leitlinie und die Infobroschüre des Kinderärzteverbandes in die Hand drücken. Dann kannst Du ihr erklären, dass das nicht mehr den aktuellen medizinischen Standards entspricht, dass Jungen in diesem Alter eine zurückziehbare Vorhaut haben müssen, oder dass man auf Zurückziehbarkeit kontrollieren müssen.

    Du kannst sie ja einfach ausdrucken.