Beiträge von Sokrates

    Das ist wirklich unfassbar, oder....


    Merkt ihr was hier passsiert. Sie zwingen ihre "Baby-Beschneidung amerikanischer Art" den afrikanischen Staaten auf, und die zweifelhaft-demokratischen Regierungen dieser Staaten machen da mit.

    Man sollte vielleicht erwähnen, dass bei der Beschneidungspraxis in den USA und den angelsächischen Länder kein Regierung und kein Gesundheitsministerium involviert war. Das lief alles in einem nicht-politischen und streng genommen auch vollkommen nicht-öffentlichen Raum ab. Eigentlich nur in der Sphäre der Medizin. Weder in Australien, noch Neuseeland, noch der USA hat irgendein Gesundheitsministeritum anfang des 20. Jahrhunderts "beschlossen", dass alle männlichen Babys beschnitten werden sollen, bevor sie die Geburtenstation verlassen.


    Das ist eine ganz neue Dimension der Verstümmelungs-Insitutionalisierung - nämlich eine staatlich-politische.

    Kann jemand etwas zur Beschneidungspraxis in unserem südlichen Nachbarland sagen?

    Ist die Situation dort vergleichbar mit Deutschland? Oder besser? Oder schlimmer?

    Insbesondere würde mich natürlich interessieren, wie die Situation zur medizinisch-indizierten Beschneidung aussieht. (Deshalb habe ich den Thread auch unter "Phimose" veröffentlicht) Dass muslimische bzw. jüdische Eltern ihre Söhne in jedem Land beschneiden lassen, versteht sich von selbst.

    Kennt da jemand Studien, Statistiken, oder auch persönliche Erfahrungen und Eindrücke -egal.

    Ich bin für jeden Hinweis dankbar.

    Zitat

    "Vor allem Männer, die eine Vorhautverengung (Phimose) haben, sind gefährdet, diesen Männerkrebs zu bekommen – einfach, weil bei ihnen das Zurückschieben der Vorhaut nicht möglich und deshalb auch die Reinigung des dahinterliegenden Bereichs verhindert ist. „Diese Männer haben deshalb ein höheres Risiko für Peniskarzinom und sollten sich frühzeitig operieren lassen – also die Vorhaut operativ entfernen“, rät der Onkologe."

    https://www.focus.de/gesundheit/rat…id_9569797.html

    Zitat

    Die Bravo kann man zum Thema Beschneidung vergessen. Da werden beschnittene Personen abgelichtet und finden es auch noch gut beschnitten zu sein. Siehe diesen Bravo-Artikel hier, welcher auch eine Beschneidung bei Phimose empfiehlt.


    Es stimmt, die Bravo hat in der Vergangenheit Sachen Beschneidung sehr viel Schindluder getrieben. Und auch dieser Artikel ist natürlich nicht optimal. Ich habe die Zeitschrift selbst nie gelesen, aber ich habe da einiges über die Berichterstattung der Bravo in Sachen Vorhaut in den 1980ern und 1990ern gehört.

    Ich kann mich auch noch vague an einen Thread auf "Phimose-Info" erinnern, in der die historische Wirkung der Bravo mit Hinblick auf das Thema "Beschneidung" und "Phimose" diskutiert wurde. Die Moderatoren waren sich einig, dass die Bravo einen Beitrag zur Dämonisierung der Vorhaut und massenhafter pseudomedizinischer Beschneidungen geleistet habe. Die Moderatoren sagten, soweit ich mich erinnere, sinngemäß, dass in den 1980ern und 90ern, als die Bravo noch eine Breitenwirkung hatte, durch die Bravo sehr viele Jugendliche und zukünftige Eltern lernten, dass die Vorhaut ein problematisches Körperteil sei, ganz, ganz viele Jungen eine Phimose hatten, die man am besten so früh wie möglich mit einer Beschneidung beseitigt, die ein kleiner Eingriff sei und überhaupt keine Negativkonsequenzen habe.


    Aber Du kannst der Bravo schlecht vorwerfen, dass Sie beschnittene Penisse ablichtet, wenn die Modells, die sich bei der Zeitschrift bewerben nun mal beschnitten sind. Was sollen die sagen: "Sorry Du bist beschnitten, Du kannst nicht mitmachen"?

    Die Bravo kann man zum Thema Beschneidung vergessen. Da werden beschnittene Personen abgelichtet und finden es auch noch gut beschnitten zu sein. Siehe diesen Bravo-Artikel hier, welcher auch eine Beschneidung bei Phimose empfiehlt.

    http://78.media.tumblr.com/d4e5abe8ee97f0…ipm6o1_1280.jpg

    By the way. Übrigens bestätigt dieser 10-Jahre alt Erfahrungsbericht dieses "Modells", dass die Beschneidung negative Auswirkungen auf das sexuelle Erleben hat und zu einer reduzierten Empfindsamkeit des Penis führt, auch wenn das von diesem Modell aus irgendwelchen Gründen als positiv interpretiert wird.

    Du hast insofern vollkommen recht, dass wenn man von einer Studie schreibt, auch eine Quellenangabe mit Titel der Studie und Veröffentlichkeitsort (Zeitschrift) angeben sollte.

    Man könnte auch einfach eine Studie erfinden!

    Wir können hier noch nicht mal mit Sicherheit sagen, um welche Studie es sich handelt. MIr müssen hier anhand von Indizien ermitteln, welche Studie es mit größter Wahrscheinlichkeit war.

    Durch Zufall bin ich auf den folgenden Artikel hier gestoßen:

    https://www.mamiweb.de/familie/vorhau…leinen-jungen/2

    Ein problematischer Artikel unbekannten Datums. Es muss sich um einen älteren Artikel handeln. Wahrscheinlich schon einige Jahre alt.

    Ich möchte nicht viel dazu sagen: Der Artikel ist verwirrend und teilweise auch widersprüchlich.

    Die Fünf-Jahres-Deadline Gairdner'schen Ursprungs wird genannt. Der Artikel differenziert zwar zwischen einer "normalen Vorhautverengung" und "krankhaften Vorhautverengung", aber diese kommt recht verwirrend daher.

    Der Artikel stellt als einzige Behandlungsoptionen eine vollständige oder teilweise Beschneidung vor, von der letzere fälschlicherweise mit einer Vorhautplastik gleichgesetzt wird.

    Die Beschneidung wird komplett verharmlost (kleiner Angriff, Komplikationsarm). Der Vorhaut und deren Funktionen werden nicht behandelt, die Folgen ihres Verlustes entsprechend auch nicht.

    Zitat

    Mir persönlich erscheint diese "Idee", über ein Kalenderblatt für Verwirrung zu sorgen, ziemlich perfide. Wer wird schon dem Text auf einem Kalenderblatt misstrauen, der im Zeitalter von digitalen Kalendern / Medien fast schon zum Anachronismus wurde. Mich würde es daher nicht wundern, wenn hier echte Profis am Werk waren. Wo aber Profis arbeiten, muss auch entsprechendes Geld fließen und hier wäre interessant, wer dafür bezahlt hat.

    Meinst Du wirklich? Ich halte das für etwas weit hergeholt. Der Einfluss von Kalendersprüchen auf die öffentliche Meinungsbildung scheint mir doch eher sehr gering zu sein. Wenn ich Geld zur Verbreitung einer bestimmten Meinung einsetzten wollte, wären Kalender so ziemlich das letzte "Medium", in das ich investieren würde. Da gibt es andere Wege.

    Dabei ist die Bossio-Studie ein klassischer Fall von "den Autoren gefallen die eigenen Studienergebnisse nicht, deshalb interpretieren Sie sie in ihrem Sinne um."

    Dabei zeigen die Messergebnisse in dieser Studie eindeutig, dass die Vorhaut für Wärme als auch für Berührungen der empfindlichste Teil des Penis war!

    https://www.huffingtonpost.com/brian-earp/doe…ml?guccounter=1


    Ich nehme an, dass die Studie, und ihre wahren Resultate, in diesem Forum bereits besprochen wurden.

    Die Webseite der Zeitschrift "Bravo" hat anscheindend am heutigen Tage einen Artikel zur Vorhaut veröffentlicht:

    https://www.bravo.de/dr-sommer/penis-die-vorhaut-253373.html


    * Positiv ist die Darstellung des Aufbaus und der Funktionen Vorhaut.

    * Positiv ist auch die realistische Darstellung der Vorhautentwicklung.

    * Negativ ist die unsinnige Trennung zwischen Vorhautverklebung und Vorhautverengung.


    Entwicklung:

    • Vor der Pubertät ist die Vorhaut noch mit der Eichel verklebt. Dann lässt sie sich noch nicht zurückschieben. Etwa zu Beginn der Pubertät löst sie sich von der Eichel und kann normalerweise so weit zurückgeschoben werden, dass die Penisspitze freiliegt.

    Vorhautverengung:

    • Etwa jeder zehnte Junge hat eine Vorhautverengung (Phimose). Das heißt, die Vorhaut ist zu eng, um sie über die Eichel zurückzuschieben. Das kann Probleme bei der Reinigung des Penis geben, aber auch bei der Selbstbefriedigung und beim Geschlechtsverkehr zu Schmerzen führen.

    Letzere wird durch den Text als krankhaft darstellt.


    Die anonymen Autoren des Artikels scheinen nicht zu wissen, dass es auch eine entwicklungsbedingte Vorhautverengung gibt. Nur einen kleinen Exkurs zur Vorhautentwicklung: Bei der Geburt ist die Vorhaut mit der Eichel verklebt und an der Öffnung verengt.

    Zweitens ist es bei einem präpubertären Kind mit nicht-retrahierbarer Vorhaut schwierig zu bestimmen, ob die fehlende Zurückziehbarkeit nun durch die entwicklungsbedingte Vorhautverklebung oder die entwicklungsbedingte Verengung der Vorhautöffnung bedingt wird.

    Ebenfalls falsch ist die Gleichsetzung von "Vorhautverengung" und "Phimose". In der englischsprachigen Literatur wird der Begriff Phimose für jede Form der Nicht-Zurückziehbarkeit Vorhaut verwendet, ganz egal ob diese behandlungsbedürftig ist oder nicht, oder ob er durch eine Verklebung oder Verengung der Vorhaut verursacht wird. "Phimosis is defined as the inability to retract the foreskin."[1]

    Auch der genannte Prozentwert "jeder zehnte Junge hat eine Vorhautverengung (Phimose)", ist aufgrund der vorgenannten Erklärungen willkürlich. Es gibt keinen altersunabhängigen Wert für eine physiologische Vorhautverengung bei Jungen. Je nach Alter ist der Wert von 10% zu niedrig oder zu hoch. Und was eine pathologische Phimose angeht, hängt es ganz davon ab, was man unter "pathologischer Phimose" definiert. Einige Autoren definieren "phathologische Phimose" eng als eine narbige Phimose in Folge einer Erkrankung mit LSA (BXO). [2] Der Anteil läge dann bei etwa 0.8–1.5%.[2]


    * Negativ ist auch, dass als einzige Therapie einer Vorhautverengung die Beschneidung angegeben wird.

    Zitat

    das Gutachten habe ich so ziemlich wortgetreu wiedergegeben und nichts bzw. nicht viel weggelassen oder hinzugefügt.


    Genau deshalb ist dieses Gutachten eine totale Katastrophe.
    Und die Interpretation deiner Rechtsanwältin, "dass das Gutachten eindeutig keinen akuten Handlungsbedarf sieht", auch völlig willkürlich und überhaupt nicht nachvollziehbar.

    Und es ist auch extrem unwahrscheinlich, wenn nicht gar völlig undenkbar, dass auch das Gericht diese Interpretation aus diesem Gutachten ziehen wird.