Hallo zusammen!
Bei meinem Sohn (gerade 13 geworden) wurde eine narbige Phimose diagnostiziert und auch gleich ein Beschneidungstermin vereinbart.
Ich bestand auf Verschreibung einer Cortisonsalbe, welche er jetzt seit ca. einem Monat benutzt. Leider ist bis jetzt keine Besserung eingetreten.
Wie lange dauert so etwas ungefähr bzw. wenn sich bis jetzt nichts verändert hat, heißt das dann der Arzt hat Recht und da ist mit einer Creme nichts mehr zu machen?
Bitte um Hilfe, danke im Voraus!
Hallo Tina,
Zunächst einmal muss mich im Namen des Forums entschuldigen. Die Beratung ist wirklich mehr als suboptimal verlaufen. Die Moderation hätte hier intervenieren müssen.
Und nun zu deinem Sohn:
Ich kann mir der Mehrheitsmeinung im Forum nur anschließen:
Dein Sohn hat keine narbige Phimose. Er benötigt daher keine Beschneidung und auch keine Alternativbehandlung mit Cortisonsalbe.
Die Diagnose "narbige Phimose" halte ich auf Grundlage deiner Schilderungen gelinde gesagt für extrem fragwürdig.
er hat sie selbst mal zurückgezogen und nur schwer wieder hochbekommen, vermutlich ist da etwas eingerissen. Der erste Urologe bei dem wir waren würde ihn sowieso nicht operieren bzw. der hat sowieso sein Geld für unseren Besuch bei ihm gleich bekommen und die zweite war eine Krankenhausärztin
Dass ein einmaliger Retraktionsversuch gleich zu einer vollständigen narbigen Phimose geführt hat, ist unwahrscheinlich.
Eine echte narbige Phimose - die würde man erkennen.
Eine narbige Phimose zeigt sich an einem Ring aus verhärteten, hell-weißlich scheinenden Gewebe entlang der Vorhautöffnung. Bei der gesunden Vorhaut erscheint der Berreich entlang der Vorhautöffnung in der Regel etwas rötlich, eine Folge der dichten Vaskularisation (= Versorgung mit Blutgefäßen).
Schau dir mal die folgenden Photos an. Diese stammen aus wissenschaftlichen Fachartikeln zur Diagnose von Phimose.
Links sehen wir eine normale, entwicklungsbedingt verengte Vorhaut, auch physiologische Phimose genannt. Rechts sehen wir eine narbige Phimose:
https://pedsurgerynotes.files.wordpress.com/2014/02/wpid-p…ic-phimosis.jpg
Aufgrund des Helligkeit der Aufnahme ist der farbliche Unterschied zwischen dem Narbenring bei der narbigen Phimose und der Vorhautöffnung bei der physiologischen Vorhautverengung nicht deutlich zu erkennen. Deshalb hier noch ein zweites Bild einer narbigen Phimose, bei der die hellere Färbung des Ringes besser zu erkennen ist:
https://www.bmj.com/content/bmj/346/bmj.f3678/F1.large.jpg
FAZIT:
Dein Sohn hat keine Beschwerden. Es besteht daher auch kein akuter Handlungsbedarf. Wie "Wequer" erklärte ist das Alter, ab dem ein Junge eine vollständig zurückziehbare Vorhaut hat, ist nicht "festgelegt". Wenn Dein Sohn im Alter von 13 Jahren nun also keine vollständig bewegliche Vorhaut hat, ist das für sich allein kein Grund zur Sorge.
Ich würde dir daher raten, zunächst einmal abwarten und zu sehen, ob sich die Vorhautverengung nicht doch ganz von allein auf natürlichen Wege löst.
Selbst wenn, wie dein Sohn vermutet, eine Narbe an der Innenseite der Vorhaut vorliegen sollte, spricht nichts dagegen, erst mal abzuwarten, und zu sehen, ob die Narbe die Weitung der Vorhaut wirklich behindert.