Beiträge von Sokrates

    Ich kann die Aufregung über den Vortrag des Professors nicht ganz nachvollziehen. Aber vielleicht habe ich da etwas übersehen.

    Nun gut seine Aussagen zeugen tatsächlich von Ignoranz bezüglich den "Beschneidungsparagraphen" im BGB.

    Grundsätzlich stellt er die Situation und das Grundgesetz schon richtig dar. Das Grundgesetz verpflichtet den Staat zum Schutz der körperlichen Unversehrtheit auch von Kindern und zur Kontrolle der Wahrnehmung elterlicher Pflichten.


    Und ich habe auch Zweifel, dass die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetzes etwas an der Rechtslage in Bezug zur Beschneidung ändern würde.


    Ich denke das ist ein ganz wichtiger Aspekt, den auch wir viel zu wenig behandelt haben.

    Das Problem der postoperativen Schmerzbehandlung bzw. die Unmöglichkeit der postoperativen Schmerzbehandlung bei Säuglingen.

    Bereits die verfügbaren intraoperativen Änasthesiemethoden für der Beschneidung von Säuglingen sind nur teilweise effektiv. Der einzige Methode, um den Schmerz während der Operation komplett zu eliminieren, wäre eine Narkose (Allgemeinanästhesie) und diese kommt für Neugeborene nicht in Frage. Aber die Versorgung des Schmerzes nach der Operation gestaltet sich aus praktischen Gründen schwieriger.

    Dezember 2017
    " Buru-Buru. Denn in den vergangenen fünf Tagen wurden insgesamt 65 Operationen durchgeführt. 55 Kinder wurden von ihrer Phimose (Vorhautverengung) befreit "

    Die Hälfte der Jungen, die er operiert hat, wäre in diesem Fall ja "nur" 32/33.


    Ja, ich wollte hier nichts beschönigen. Ich gehe auf Grundlage der Berichte davon aus, dass er gesunde Kinder genitalverstümmelt. In den Berichten heißt es auch, dass dieses Ärzteteam auch kulturelle Beschneidungen vornimmt.

    Hatte als ich jünger war 17-18 auch gedehnt und war etwas unvorsichtig weshalb die Stelle an der die Vorhaut zu eng ist auch etwas vernarbt ist. Meine erste Frage: Ist es möglich vernarbte Vorhaut noch zu dehnen bzw. mithilfe von Cremes weiterzumachen und hat damit evtl. jmd Erfahrung?

    Um es in einem Satz zu beantworten: Ja, definitiv Ja!!!


    Die Therapie mit Salben ist selbst in vielen Fällen von narbiger Phimose aufgrund von Lichen sclerosus, einer Hauterkrankung, was so ziemlich der extremste Form von Phimose darstellt, wenn auch die Erfolgsrate entsprechend geringer ist (30%).

    Allerdings kann eine Vernarbung die Erfolgsrate einer Salbenbehandlung natürlich verringern.

    Wie großflächig ist diese narbige Stelle denn? Ist es nur eine punktuelle Stelle oder ist es eher eine Art Ring?

    Zitat

    Meine Frage ist nun ob es hier Personen gibt die Vorhauterhaltende Alternativen (Triple Inzision, Erweiterungsplastik etc.) oder auch eine Teilbeschneidung mitgemacht haben und diese empfehlen können?

    Von einer Teilbeschneidung würde ich dir abraten. Auch bei einer Teilbeschneidung wird der vordere, besonders dicht mit Nercenendigungen besetzte, sensible Teil der Vorhaut abgetragen. Außerdem ist Teilbeschneidung immer eine Art russisches Roulette. Du kannst Dir da nicht sicher sein, wieviel der Arzt am Ende abschneidet und wie sich das auf dein Empfinden auswirkt.

    Also wenn eine Operation unumgänglich werden sollte, dann solltest Du eine Triple Inzision oder Erweiterungsplastik vorziehen.

    Die Komplikationsrate und Abheilungszeit der Triple Inzision ist geringer als jene der Beschneidung. Die Rezivivrate dieses Eingriffs (Rückfallrate) ist nicht höher als bei einer Teilbeschneidung.


    Ich würde dir grundsätzlich raten, erstmal einen (erneuten) konservativen Behandlungsversuch zu probieren, bevor Du irgendeine Operation - egal welche - an dir vornehmen lässt. Das ist auf jedenfall schonender und mit geringeren Aufwand verbunden als jegliche Operation.

    Bitte glaub nicht, die Operation sei die einfachere, weil schnellere Lösung. Denn Du must mit dem Resultat dieser Operation dein gesamtes restliches Leben verbringen! Und wenn dir das Resultat optisch oder funktional nicht gefällt, oder dir sonstigen Probleme bereitet, dann ist die Operation der Startpunkt eines Teufelskreises von Korrekturoperationen.

    Deine Phimose ist auch nicht wirklich stark ausgesprägt. Du kannst die Vorhaut ja im schlaffen Zustand retrahieren.

    Auf faszinierende Weise erschreckend finde ich auch die Formulierung, von "ihrer Vorhautverengung befreit"....

    Ich frage mich, hatten diese Jungen, die von iher Vorhautverengung - und von ihrer Vorhaut gleich mit - befreit wurden, auch nur den geringsten Leidensdruck unter ihrer - wahrscheinlich physiologischen - Vorhautverengung"?

    Auch wenn ich grundsätzlich nichts davon halte, Jahre-alte Threads wiederzubeleben.

    Auch ich finde, dass der Arzt nicht optimal vorgegangen ist.

    So wie ich das jetzt auf Basis dieses Berichts verstanden habe, hat der Arzt eine Art "Salbenbehandlung" für eine entwicklungsbedingt nicht-zurückziehbare Vorhaut ("physiologische Phimose") ohne sonstige Beschwerden empfohlen.

    Dabei ist weder die max. Dauer der Behandlung (nur eine Woche) noch die Art (ohne "Dehnung" der Vorhaut) geeignet, die Vorhaut zurückziehbar zu machen.

    Natürlich hätte alles noch schlimmer ausgehen können.

    Eine "angeborene Vorhautenge" würde in Deutschland ohne jede Diskussion operiert?
    Und solche Leute bekommen den Alexander-von-Lichtenberg-Preis von der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) und dem Berufsverband der Deutschen Urologen, die noch nicht mal die offiziellen Richtlinien kennen?

    Ich glaube, mein Schwein pfeift, mein Hamster bohnert - da wird der Hund in der Pfanne verrückt!


    Da wären wir wieder beim Dauerthema - der pseudomedizinischen Beschneidung aufgrund der schwammigen Diagnose Phimose.

    Nun, ich denke, der Preis wurde ihm vor Veröffentlichung der aktuellen Leitlinien verliehen. Grundsätzlich haben die seine Projektarbeit auch nicht auf korrekte Diagnosestellung überprüft. Wurde er eigentlich werden seines "humanitären" Circumcisionsprogramms wie er es selbst nennt, ausgezeichnet?


    Und speziell die deutschsprachige Literatur zur Phimose war bis vor relativ kurzer Zeit sehr widersprüchlich und uneindeutig, noch mehr als die englischsprachige Literatur.
    Da wurde dann mit verschiedensten nicht klar defininierten und in der klinischen Praxis gar nicht abgrenzbaren Begriffen um sich geworfen. Z. B. wurde aus Rücksicht auf den Umstand, dass die Vorhaut physiologischerweise nicht-zurückziehbar ist, zwar eingestanden, dass es eine "Vorhautverklebung" gibt, diese wurde dann von einer nicht näher definierten Vorhautverengung abgegrenzt, die in jedem Fall behandlungsbedüfrtig sei. Davon abgesehen, dass es auch eine physiologische Vorhautverengung gibt, die parallel zur Vorhautverklebung existiert, wie grenzt nun ein Arzt bei einem Jungen, der wegen einer nicht-zurückziehbarer Vorhaut vorstellig wird, eine Vorhautverengung von einer Vorhautverklebung ab? In der Praxis kann gar nicht ermittelt werden, ob die Nicht-Zurückziehbarkeit nun auf eine Verengung oder Verklebung der Vorhaut oder beiden zurückzuführen ist. Es kann im Grunde nur festgestellt werden, dass die Vorhaut nicht-zurückziehbar ist.
    Solche Diagnosebeschreibungen erlauben es Ärzten, praktisch nach Belieben physiologisch nicht-zurückziehbare Vorhäute als krankhaftes Problem zu diagnostizieren und Beschneidungen zu verordnen - auch noch vor Erreichen der diversen Altersgrenzen, die verbreitet wurden.

    Zitat

    1. Ungefähr die Hälfte aller Jungen haben eine narbige oder angeborene Vorhautenge (Phimose). Diese


    Jungen würden auch in Deutschland ohne jede Diskussion operiert. Eine OP in Kenia ist schwierig. Es gibt


    Ist es klar ersichtlich, worauf sich diese Menge "aller Jungen" genau bezieht? Alle Jungen in Kenia oder alle Jungen, die von diesem Ärzteteam operiert werden?


    Was es auch immer ist: Eine angeborene Vorhautenge ist ein anderes Wort für physiologische (entwicklungsbedingte) Phimose!!! Eine physiologische Phimose ist ein Entwicklungszustand, der selbstverständlich nicht behandlungsbedürftig ist.


    Als für mich liest sich das so, dass dieses Ärzteteam gesunde Kinder mit normaler, entwicklungsbedingter Vorhaut operiert.

    Ich würde gerne die Aufmerksamkeit auf die Umfrage lenken. Darin wird nach dem Beschneidungsstatus gefragt.



    Laut dieser Umfrage sind rund die Hälfte der beschnittenen unglücklich darüber beschnitten wordenn zu sein.


    Was aber hevorsticht ist die extrem hohe Beschneidungsrate von 26%.

    Es haben sich 1338 Mitglieder an der Umfrage beteiligt (Stand 17.1.2019).


    Wohlgemerkt es waren Mitglieder - also Männer, die sich bei iboys registriert haben. Iboys steht nur für Männer und Jugendliche von 14 bis max 29 Jahren offen.

    Die schweitzer Zeitung „Blick“ hat auf ihrer Internetseite heute einen Artikel zur Beschneidung veröffentlicht:

    https://www.blick.ch/baa/8-wahrheit…id15113745.html

    4. Beschneidungen sind gar nicht so harmlos
    Beschneidungen können zu vielen Komplikationen wie Infektionen, Blutungen, Vernarbungen, Problemen beim Urinieren, Amputation des Penises und sogar zum Tod führen. Ausserdem ist die Operation für Babys und Kinder äusserst schmerzhaft.


    7. Die Vorhaut ist wichtig
    Die Vorhaut ist kein genetischer Defekt, sondern erfüllt eine wichtige Funktion. Die Haut stülpt sich wie ein Handschuh über die Peniseichel und schützt so vor äusseren Einflüssen. Ausserdem besitzt die Vorhaut Tausende Nervenenden, die eine wichtige Rolle beim sexuellen Vergnügen spielen.


    8.Unbeschnittene sind besser im Bett
    Zwar gibt es eine rege Debatte darüber, ob beschnittene oder unbeschnittene Penisse besser aussehen, doch mehrere Studien zeigen auf, dass Frauen den Vaginalverkehr mit unbeschnittenen Penissen bevorzugen. Die Ergebnisse der Studie zeigen auf, dass die Beschneidung des Mannes mit einer Vielzahl sexueller Schwierigkeiten verbunden ist. Insbesondere Orgasmus-Schwierigkeiten, Probleme bei der Penetration, schmerzhafter Geschlechtsverkehr und ein «Gefühl der unvollständigen Erfüllung der sexuellen Bedürfnisse».