Beiträge von fsx100

    Wie blödsinnig die These ist, dass Beschneidung vor Aids schützen sollte, sollte eigentlich schon so lange bekannt sein, wie man AIDS/HIV kennt. Die ersten Gebiete, in denen sich das HIV ausbreitete, waren die Gegend um New York sowie Südkalifornien um 1984 herum. Also in einem Land, in dem die Mehrheit aller Männer zumindest zu jener Zeit beschnitten war. Ich bin mal gespannt, was sich die Beschneidungslobby noch alles an fadenscheinigen Begründungen einfallen lässt.

    Das schaut höchst sonderbar aus. Die geringere Intensität beim Sex dürfte allerdings zumindest jetzt noch daher rühren, dass die Stimulation der erogenen Nerven aus der Vorhaut nicht mehr da ist. Die Verhornung der Eichel passiert über Jahre und Jahrzehnte. Das mit dem Viagra im Netz bestellen vergiss' mal ganz schnell wieder. Oft handelt es sich bei solchen Seiten um Fakes, die entweder gar nicht liefern oder Fälschungen aus dem Ausland von fragwürdiger Qualität versenden. Es ist auf jeden Fall ein Verstoß gegen das deutsche Arzneimittelgesetz, der abhängig von der bestellten Menge unterschiedlich hart bestraft werden kann. Also, anstatt Geld auszugeben und womöglich noch Ärger mit dem Zoll zu riskieren, solltest du lieber bei dem Arzt um ein Rezept für Viagra bitten, der dir das Schlamassel eingebrockt hat.

    Zitat

    Du meinst sicher den Wirkstoff Cyproteron, wie er z.B. in dem Medikament Androcur eingesetzt wird.
    Ich kenne dieses Medikament, weil ich es ebenfalls eingenommen habe, aus so ziemlich dem gleichen Grund wie Du.
    Zu meinen schlimmsten Zeiten war ich mir sicher, ich litte an Sexsucht, da ich durch "normale" sexuelle Betätigung keine Befriedigung mehr finden konnte. Warum, das war mir damals noch nicht klar. Aber ich erlebte, dass ich mit meiner Frau schlief, doch wenn ich dabei überhaupt Orgasmen hatte, waren sie nur oberflächlich. Also blieb mir nur die Masturbation und der ständige Drang, Sex und somit wirkliche Befriedigung zu suchen. Dieses schrecklich drängende Gefühl, diese Not, hielt ich irgendwann nicht mehr aus. Ich war mir sicher, sexsüchtig zu sein und sprach mit meinem Urologen darüber. Obwohl mein Testosteronwert eher am unteren Ende der Skala angesiedelt war, war ich mir sicher, diesen unbändigen Drang und damit das Frustgefühl loswerden zu können, wenn mein Sexualtrieb komplett unterdrückt sei.
    Er verschrieb mir auf eigenen Wunsch Cyproteron, das meinen Testosteronwert senken sollte. Aber die anfängliche Dosis von 25 mg täglich reichte bei Weitem nicht aus. Nach 4 Wochen erhöhte ich die Dosis weiter und weiter, bis ich schließlich bei 200mg täglich angekommen war. Die Folge waren Impotenz, noch stärkere Depressionen, Übergewicht. Doch wirklich geholfen hat mir das Medikament nicht, denn wenngleich mein Sexualtrieb gedämpft war, fühlte ich mich jetzt nicht mehr als Mann. Und die oben beschriebenen Nebenwirkungen wurden nach und nach so schlimm, dass ich das Medikament schließlich absetzte. Zeitlich fiel das zusammen mit meiner Erkenntnis, was die tatsächliche Ursache für meine Probleme war. Ich war keineswegs süchtig nach Sex. Nur war aufgrund meiner Vorhautamputation meine Empfindungsfähigkeit stark eingeschränkte und ich war kaum mehr in der Lage, zu einem befriedigenden Orgasmus zu gelangen. Und der daraus resultierende Frust, dieses permanente Gefühl, zu kurz zu kommen, fraßen mich nach und nach fast auf.


    Ja, dein Tipp ist korrekt. Es handelt sich um ein Präparat mit dem Wirkstoff Cyproteron, der die Androgenrezeptoren blockiert. Ich komme dabei mit einer Dosis von 100 mg aus. Die Nebenwirkungen sind tatsächlich nicht zu unterschätzen; vor allem die Depression. Deswegen nehme ich es auch als Teil eines Cocktails mit zwei Antidepressiva ein. Mein so erzwungener Antrieb ermöglicht mir zumindest ein alltägliches Funktionieren. Was du schilderst, klingt für mich auch sehr plausibel. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass beschnittene Männer den Mangel an Intensität durch ein "mehr und öfters" ausgleichen. Beschnittene Männer haben übrigens auch einen viel höheren Pornokonsum, da sie sehr auf mentale Stimulation angewiesen sind.

    http://circumcisiondiaries.blogspot.de/2012/11/a-circ…e11c366c514d794

    Es ist schon schwer genug, mit der Gewissheit leben zu müssen, niemals auch nur annähernd soviel sexuelle Befriedigung durch intime Momente zu erfahren. Bei dem Jungen Mann kam obendrein noch Ärztepfusch mit ins Spiel. Ich bin mir aufgrund meiner eigenen Erfahrungen sehr sicher, dass es eine beträchtliche Anzahl an Suiziden gibt, bei denen Unzufriedenheit mit dem Beschnittensein eine Rolle gespielt hat.

    Ich habe hier einen sehr interessanten Blogeintrag gefunden, den ich euch nicht vorenthalten möchte:

    http://infocirc.blogspot.de/2011/10/penile…ology.html#pain

    Der Artikel beschreibt, durch die Signalwirkung aus den Nervenendigungen der Vorhaut der Schmerzreiz der Eichel beim Geschlechtsverkehr deaktiviert wird. Dies resultiert unter anderem darin, dass beschnittene Männer nach dem Orgasmus keine Berührungen an der Eichel ertragen, oder Oralverkehr als unangenehm empfinden.

    Was mir bei meiner Geschichte wohl ein ewiges Rätsel bleibt, ist die Tatsache, dass damals sogar mein Vater, der nicht beschnitten ist, auf der Seite des Kinderarztes war. Oft sind es ja die Mütter, die sich von der Beschneidung ihres Sohnes begeistern lassen und das ganze dann in die Wege leiten.

    Als ich meine Eltern vor längerem mal mit diesem Thema konfrontiert habe, fand ich heraus, dass mein Vater bis in seine Jugend auch eine nicht zurückziehbare Vorhaut hatte, die angeblich auch mal eingerissen ist. Scheinbar dachten meine Eltern, sie tun mir gutes, dadurch dass sie den Empfehlungen des Kinderarztes nachgekommen sind und mir ähnliche schmerzhaften Erlebnisse ersparten. Welche Auswirkungen eine VA auf die Sensibilität haben kann, hätte er eigentlich wissen müssen. Ich vermute fast, dass viele unbeschnittene Männer gar nicht bewusst wahr nehmen, wie und wo die ganzen tollen Gefühle beim Sex entstehen.

    was du schreibst kann ich sehr gut nachvollziehen, weil es bei dir anscheinend sehr ähnlich gewesen ist wie bei mir. .... Es gibt noch viele andere Parallelen bei deinem Bericht und auch bei anderen, so dass es mir beim Schreiben meines Berichts ständig so vorkommt, als würde ich alles nur von anderen abschreiben.

    Mir ergeht es genauso, wenn ich Erfahrungsberichte von anderen Betroffenen lese. Die Geschichten sind fast immer gleich, genauso wie die späteren Auswirkungen. Immer die selben fadenscheinigen Vorwände, die eine VA hätten rechtfertigen sollen. Ebenso beklagt jeder Betroffene einen massiven Verlust an Sensibilität in intimen Momenten. Trotz der Tatsache, dass man bei manchen Berichten einfach nur den Namen des Betroffenen austauschen müsste, halte ich es für wichtig, dass jeder über die fatalen Auswirkungen Bericht erstattet. Je mehr solcher Berichte an die Öffentlichkeit gelangen, desto lachhafter machen sich Beschneidungsbefürworter, sowas als Einzelmeinungen zu bagatellisieren.

    Hallo liebe Mitbetroffenen,


    ich bin fest davon überzeugt bin, dass es hinsichtlich der Beschneidung von Jungen, ob nun aus religiös-kulturellen oder vermeintlich medizinisch sinnvollen Gründen, hierzulande immer noch einen enormen Aufklärungsbedarf gibt. Durch die Wiedergabe meiner Geschichte möchte ich hierzu meinen Beitrag leisten.

    Ich bin mittlerweile 32 Jahre alt und wurde, wie viele hier, in der Kindheit wegen einer angeblichen Phimose gegen meinen Willen beschnitten. Der Eingriff wurde bei mir im Alter von sechs Jahren durchgeführt, weil man idiotischer Weise im Jahre 1987 wohl davon ausging, dass Jungen bei der Einschulung eine zurückziehbare Vorhaut haben müssen. Ich selbst habe an meinen Penis vor dem Eingriff keine größeren Erinnerungen mehr. Es gab keinerlei Probleme beim Wasserlassen oder irgendwelche Entzündungen. Lediglich die Vorhaut ließ sich nicht zurückstreifen, was im Kindesalter, wie man inzwischen weiß, keinen pathologischen Zustand darstellt. Laut dem gelben Untersuchungsheft will der Kinderarzt bei mir schon im Alter von drei Jahren eine Phimose festgestellt haben. Offenbar hat er keine Gelegenheit ausgelassen, meine Eltern diesbezüglich zu verunsichern. Mittlerweile weiß ich, dass er mehrfach schon damals zur Beschneidung geraten haben soll. Gottseidank sind meine Eltern mit mir irgendwann nicht mehr zu diesem Kinderarzt wegen den üblichen Routineuntersuchungen. Leider haben sich meine damals noch leichtgläubigen Eltern dann kurz vor der Einschulung dazu hinreißen lassen, den Ratschlägen des Kinderarztes nachzugehen. Meine Mutter machte einen Termin beim Hausarzt, welcher ohne den aktuellen Zustand zu begutachten direkt eine Überweisung an das Kreiskrankenhaus zur Zirkumzision ausgestellt hat. Ich kann mich heute noch einigermaßen gut daran erinnern, als man mich in den OP gebracht hat und mir die Inhalationsmaske aufs Gesicht gedrückt hat. Irgendwann bin ich im Aufwachraum mit fürchterlichen Schmerzen im Schritt wieder zu mir gekommen. Als kurz eine Schwester vorbei kam, um das Ergebnis zu begutachten, sah ich kurz die Ursache für meine Schmerzen. Ich verstand noch nicht, dass unter der Vorhaut so etwas wie die Eichel ist und erschrak mich im ersten Moment des Anblickes dermaßen fürchterlich, dass ich sofort das Schreien angefangen habe.
    Ich verstand noch nicht, worum es bei diesem Eingriff ging und dachte, man hätte mir mein Glied für immer kaputt gemacht. Diese Einschätzung sollte sich in meinen jungen Erwachsenenjahren dann auch bewahrheiten. Da der Eingriff ambulant durchgeführt wurde, konnten wir das Krankenhaus schon bald verlassen.
    Ich erinnere mich heute noch an die Schmerzen beim Gehen, als die vorher immerzu bedeckte Eichel nun ungeschützt an der Unterwäsche bzw. am Verband rieb.
    In den Tagen nach dem Eingriff musste der Verband mehrmals gewechselt werden, was jedes mal die reinste Tortur für mich darstellte. Irgendwann einige Zeit nach der Operation fragte ich meine Mutter, ob das dort unten jetzt immer so bleibt und ob die Vorhaut wieder nachwachsen würde. Erst nachdem sie dies verneinte, wurde mir schlagartig klar, was mit mir geschehen ist. In den folgenden Jahren bis zu meiner Pubertät schämte ich mich fürchterlich für meinen Penis, der nun nicht mehr wie der der anderen Jungs aussah. Ich vermied es immer so gut es geht, mich vor anderen entblößen zu müssen. Als nun langsam meine Sexualität erwachte, blieben auch Experimente mit dem eigenen Geschlecht nicht aus.
    Spätestens da wurde mir richtig klar, dass sich mein Penis nicht nur optisch von den anderen unterschied, sondern auch funktionell irgendwas fehlte. Die extreme Empfindlichkeit und die Leichtigkeit bei der Stimulation an anderen waren mir selbst immer fremd. Irgendwann erwachte dann auch das Interesse an Mädchen. Als ich in meiner Jugend dann zum ersten mal mit einem Mädchen schlief, war es mir schon nicht möglich, alleine durch vaginalen Verkehr einen Orgasmus zu erreichen. Ich bekam Angst, vielleicht schwul zu sein, da es mir in der Umkleide den Blick immer wieder auf die Geschlechtsteile meiner unbeschnittenen Altersgenossen zog, die ja so anders dort unten waren als ich.
    Das Interesse am gleichen Geschlecht ist aus diesem Grund bis heute nicht erloschen, und wäre wahrscheinlich ohne die Beschneidung im Kindesalter niemals erwacht. Diese These erscheint eventuell etwas gewagt, erscheint mir jedoch völlig plausibel. Ich würde mich mittlerweile als bisexuell bezeichnen. Je mehr sexuelle Erfahrungen ich mit anderen Jungs sammelte, desto mehr wurden mir meine durch die Beschneidung bedingten sexuellen Defizite bewusst. Diverse Praktiken, die andere in Ektase versetzten, bewirkten bei mir keinerlei Regungen. Ich empfand es zunehmend als Demütigung, dem normalen sexuellen Empfindungsvermögen in der Kindheit beraubt worden zu sein, besonders bei Kontakten mit unbeschnittenen Männern aber auch zusammen mit Frauen. Irgendwann bedeutete Sex für mich nur noch Frust anstatt Lust. Im Alter von 27 Jahren lernte ich dann eine Möglichkeit kennen, wie man medikamentös den Sexualtrieb mittels Antiandrogenen dämpfen kann. Chemische Kastration also, wie man sie bei schwersten Sexualverbrechern anwendet. Von dieser Möglichkeit mache ich bis heute Gebrauch, da mich der Frust und der Ärger über meine Beschneidung ansonsten völlig aus der Bahn werfen würden. Ich habe einmal einen Urologen mit meinem Problem konfrontiert. Dieser spielte lediglich das Problem herunter und schob das Problem ganz auf die Psycho-Schiene. Dass 80-90% aller spezialisierten erogenen Nervenendigungen bei einer Beschneidung abhanden kommen, spielt laut dem Herrn Doktor wohl keine Rolle.
    Mehr folgt.