Ich würde mir auch vornehmen, mit dem Thema möglichst offen umzugehen. Ich gehe davon aus, dass es viele Menschen gibt, mit denen du 1000x besser über das Thema diskutieren kannst, als mit deinen Eltern.
Was nun wirklich der beste Weg ist damit umzugehen, weiß glaube ich niemand. Im Endeffekt bist du deiner Genitalverstümmelung (mehr oder weniger) schutzlos ausgeliefert.
Ja, das ist völlig richtig. Dieses Thema ist leider generell sehr schambehaftet. Im echten Leben bin ich viel zu reserviert, um offen über dieses Thema und meine persönlichen Probleme damit zu sprechen. Es hilft mir immer, wenigstens etwas zur Aufklärung zum Thema "Beschneidung" bzw. Genitalverstümmelung beizutragen. Was der beste Weg im Umgang mit der Wut/Trauer ist, hängt vom betroffenen Individuum ab. Ich wäre ja durchaus bereit, das Thema auch mal mit einem Psychotherapeuten zu besprechen. Nur habe ich hier die Befürchtung, nicht ernst genommen zu werden. Wir sind hier nur eine sehr kleine Minderheit. Die meisten Opfer von MGM werden niemals vollständig realisieren, was ihnen genommen wurde. MGM wird deshalb nach wie vor bagatellisiert.
Was kannst du da nicht glauben, warum nicht? Wie lange ist der Eingriff bei dir her? Woher hätten die andere Informationen holen sollen, warum hätten sie dem Rat deines Arztes nicht glauben sollen?
Nur zum Beispiel, als ich 2002 Internet hatte, anfing zu recherchieren, da fand ich NICHTS über mögliche neg. Folgen durch Beschneidung, Forum gab es eines, EUROCIRC...das dies Beschneidungsfetischisten sind, wusste ich nicht, dachte alle sind glücklich mit ihrer Beschneidung...also muss ich das Problem sein und nicht meine Beschneidung..
Der Eingriff erfolgte bei mir im Herbst 87, kurz vor der Einschulung. Damals gab es unter Kinderärzten wohl die weit verbreitete Annahme, dass die Vorhaut bei der Einschulung zurückziehbar sein muss. Was das ganze mit der Beschulungsfähigkeit zu tun haben soll, bzw. warum es ausgerechnet in diesem Alter möglich sein musste, konnte mir bisher niemand erklären. Auf das Thema MGM wurde ich übrigens schon im Jahre 2000 aufmerksam. Die meisten Informationen zu diesem Thema waren damals leider nur in englischer Sprache erhältlich. Ich wusste bereits nach meinen ersten sexuellen Erfahrungen, dass irgendwas bei mir nicht stimmt. Nach etwas Recherche im Netz, habe ich dann erfahren, weshalb und warum dies so ist. Ich habe damals auch schon in deutschen Foren davon geschrieben bzw. vor Beschneidungen gewarnt und habe nur Hohn und Spott geerntet.
Woher sollte das irgendein intakter wissen? Den meisten Intakten ist sicher gar nicht klar, woher die meisten und schönsten Empfindungen am Penis herkommen...oft erst wenn die Vorhaut weg ist...
Ja, da könntest du Recht haben. Vor allem verstehen viele nicht, was bei einer Beschneidung alles entfernt wird. Mir hat mal einer ernsthaft gesagt, er hätte in der Vorhaut kein Gefühl. Ich habe ihn dann tatkräftig eines besseren belehrt 
Ja, deine Eltern hatten damals die Verantwortung...aber nicht noch mehr der sie beratende Arzt, dem sie glaubten (warum auch nicht ?)
Ja, das stimmt schon. Schließlich hat der Arzt mich verstümmelt und nicht meine Eltern. Aber was soll ich denn machen? Den Arzt suchen und dann, falls er noch lebt, einem alten Greis eine kleben?
Egal, es wie man es dreht und wendet. Die Verstümmelung wird immer ein Teil von mir sein. Eventuell ist die regenerative Medizin irgendwann mal so weit, aber ob ich das noch erlebe und ob es die gewünschten Ergebnisse bringt, steht noch in den Sternen.