Beiträge von Till Benz

    Diesen Link habe ich für die Kontaktaufnahme gefunden. Sollte der falsch sein, bitte entsprechend kommentieren
    http://www.institut-des-bewertungsausschusses.de/kontakt.html

    Und diesen Text habe ich denen eben geschickt, könnt Ihr gerne kopieren bzw. als Vorlage verwenden.
    Im Formular habe ich unter Unternehmen/Organisation: Privatperson eingegeben.

    An
    Institut des Bewertungsausschusses
    Geschäftsführung des Bewertungsausschusses nach § 87 Abs. 1 SGB V
    Wilhelmstr. 138
    10963 Berlin


    Abschaffung der Dokumentationspflicht bei Vorhautoperationen nach EBM 31.2.2


    Sehr geehrte Mitglieder des Bewertungsausschusses,
    sehr geehrter Herr Reschke,

    ich unterstütze hiermit den Antrag von Frau Dr. med. Birgit Pabst (aus 24222 Schwentinental), eingebracht mit Schreiben vom 10. Feb.:

    1. Den Antrag der kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein abzulehnen, insb. diesen nicht im schriftlichen Verfahren zu bescheiden.

    2. Für die Eingriffe nach OPS 5-640.2 und 5-640.3 eine erweiterte Aufbewahrungsfrist von min. 20 Jahren einzuführen, wenn die Patienten zum Zeitpunkt des Eingriffes noch nicht volljährig waren.

    3. Ein Qualitätssicherungsverfahren einzuführen, das in jedem Fall sicherstellt, dass der Eingriff die Vorgaben des § 106 SGB V Punkt 2a erfüllt.

    Begründung siehe Schreiben von Frau Dr. Pabst:
    https://www.beschneidungsforum.de/index.php?page…3120c53aa941aa7

    Ich bin davon überzeugt, dass sowohl die Krankenkassen als Kostenträger wie auch die Patienten, insb. wenn diese zum Zeitpunkt des Eingriffs noch Minderjährig sind, einen Anspruch auf eine möglichst exakte Dokumentation des Eingriffs haben.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Till Benz

    P.S.: Falls ich meine Stellungnahme als Privatperson an anderer Stelle einreichen muss, bitte ich um entsprechende Information.

    Nur um hier Missverständnisse zu vermeiden:
    Mir geht es bei meiner obigen Äüßerung selbstverständlich nicht darum, hier allen, die für Beschneidung eintreten, Geisteskrankheit zu unterstellen. Genau andersherum wird ein Schuh daraus.

    Da bringt eine bestimmte Sozialisation ansonsten vernunftbegabte und empathische Menschen dazu etwas zu tun (oder zu tolerieren), das ohne diese Prägung jeder psychisch gesunde Mensch empört ablehnen würde. Und sie machen das mit dem eigenen Kind!

    Um das zu überwinden muss man sich m.E. beidem bewusst sein:
    Der völligen Unmöglichkeit so etwas zu akzeptieren (deshalb die klare Formulierung)
    und der enormen Herausforderung, die diese Überwindung lang gehegter Traditionen für die Betroffenen bedeutet.

    Mir ist wichtig klarzustellen, dass es mir in meinem ersten Kommentar sicher nicht um eine Herabwürdigung oder gar Verurteilung der Täter ging, denn damit würde man ihnen nicht gerecht, sind sie doch selbst Opfer.
    Trotzdem scheinen mir nach einem Jahr Diskussion klare Formulierungen zunehmend wichtiger zu werden, weil nur so deutlich wird, warum wir diese Verhaltensänderung von den Betroffenen verlangen müssen, auch wenn wir wissen, wie enorm schwer sie ihnen fällt.

    Bringen wir´s doch mal auf den Punkt:
    Es geht bei der Beschneidung um die Frage, ob Eltern an ihrem Kind was abschneiden dürfen.
    Um zu wissen, dass man an einem anderen Menschen nichts abschneiden darf, sollte man nicht im Gesetz nachschlagen müssen.
    Wer da Zweifel hat sollte sich an den Psychater seines Vertrauens wenden.
    Es ist erschreckend wie massiv Sozialisation die Wahrnehmung verzerren kann.

    Vielleicht sich einfach selbst mal die Frage stellen, wie man das fände wenn jemand käme und meinte, er wolle an einem was abschneiden (muss nicht mal der Intimbereich sein mit massiven und dauerhaften Auswirkungen auf die Sexualität).
    Den würden wir auslachen und wir würden panisch reagieren, wenn wir Sorge hätten, dass der das tatsächlich tut.

    Wie anders als mit Traumatisierung und Verdrängung lässt sich das erklären,
    wenn Betroffene von Beschneidungen das rückblickend teils völlig anders sehen?
    Jeder normale Mensch würde schreiend wegrennen, wenn man versuchen würde an ihm was abzuschneiden.
    Viele Beschnittene erklären aber rückblickend, das sei für sie in Ordnung.
    Ist es da nicht sehr viel wahrscheinlicher, dass sie den Horror der Vorstellung, wie es wirklich für sie war, verdrängen?
    Warum sollte ausgerechnet Beschnittene so völlig anders ticken als alle anderen?

    Manches wird klarer, wenn man etwas weniger kompliziert denkt.

    Darf ich mal fragen wer hier auf die Idee käme Schmerzen mit einem Würfel Zucker oder einer Limo zu bekämpfen, wenn er sich z.B. mit dem Hammer auf den Finger gehauen hat?
    Wäre es nicht naheliegend davon auszugehen, dass das einen Grund hat, dass das kaum jemand machen würde - z.B. weil das eben nicht funktioniert?
    Der Bericht über Zuckerlösungen als Anästhetikum ist eine Satire, oder?