Beiträge von Selbstbestimmung

    Ganz abgesehen davon: Logo hat ja schon berechtigte Einwände vorgetragen.

    Mit einer solchen "self reported" Studie kann man wohl kaum objektiv etwas über eine veränderte Empfindlichkeit nach der Vorhautamputation herausfinden.

    1. Zirkumzision ist nicht Zirkumzision! Es gibt verschiedene Arten von Eingriffen, von "ganz stramm" und radikal inkl. Entfernung des Frenulums bis zu moderaten Zirumzisionen, die einen Teil der inneren Vorhaut belassen - allein das kann schon einen großen Unterschied machen.
    2. "Ästhetische Gründe": Hier betreten wir das Gebiet des Körperfetischismus.

      Körperfetischisten sind eine Sorte für sich! So ähnlich wie Autotuner, die ein Serienauto stinklangweilig finden, ständig ihre Karre noch weiter aufmotzen und noch ein paar PS mehr herauskitzeln meinen zu müssen.

      Da gibt es Frauen, die geradezu süchtig nach Schönheitsoperationen sind, stolz berichten von 20 solcher OPs an einem Tag.

      Ich sehe zweimal die Woche im Fitnessstudio magersüchtige Mädchen und junge Frauen, die aussehen fast wie KZ-Häftlinge und sich immer noch für "viel zu dick" halten. Die ihre Gesundheit schwer schädigen und in den Augen der meisten einfach erschreckend aussehen.

      Dann Männer mit monströsen Muskelbergen auf Anabolika-Basis. Dieses Dreckszeug sorgt für schwere Gesundheitsschäden (Herz, Leber u.v.a.m) lässt die Hoden schrumpfen - aber egal! Sie finden sich so toll, sind meist noch von oben bis unten tätowiert, gepierced (den Prinz Albert sieht man natürlich nicht) in den Augen der meisten sehen sie eher nach "Prolo" aus. Besonders bizarr wirkt das alles bei alten Männern, denn da ist sonnenklar, dass da nichts natürlich gewachsen ist - das geht einfach nicht.

      Sie meinen, dass ihr Körper eine Art Modelliermasse ist und dass sie ständig daran etwas "verbessern" (in ihrem Scheuklappenblick) müssten.

      Wenn sich jemand also aus "ästhetischen" Gründen von seiner Vorhaut trennt - wie sollte der zugeben, dass ggf. der Sex anschließend sich verschlechtert hätte?

      Der stände doch als Depp da! Da würden doch alle sagen: "Ätsch! Selber Schuld! Was machst auch so einen Quatsch?"

      Es fällt den meisten Männern sowieso schwer, über Probleme mit ihrem Penis zu reden.

      Der Penis ist ein wichtiger Prestige-Körperteil des Mannes. Da darf nichts falsch sein, da muss alles perfekt sein! Und - je länger, desto besser! (davon leben wieder die plastischen Chirurgen (dabei kann man den nicht wirklich länger machen, nur ein kleines Stück herausziehen - reine Optik - für den Sex ändert sich (bestenfalls) nichts))

      Wenn es keinen Weg zurück gibt hilft nur, sich das Ergebnis schön zu denken und mit Gleichgesinnten schön zu reden (dafür gibt es ja bekanntlich auch Foren)

      3. Hygienische Gründe? Gibt es nicht! Niemand lässt sich aus hygienischen Gründen zirkumzidieren, auch wenn das manchmal behauptet wird. Die Reinigung des intakten Penis ist eine Sache von Sekunden, fließend Wasser und Seife steht in Europa überall zur Verfügung und ein Mann, der gepflegt sein will muss sich eh täglich waschen, ob intakt oder vorhautlos. Ein hygienisches Problem kann sich höchstens ergeben, wenn ein Mann eine persistierende Phimose hat. Dann gibt es dadurch meist auch Probleme beim Sex. Wenn dem Zustand nicht durch konservative Therapie abgeholfen werden kann, dann kann ein Triple Incision oder eine moderate Zirkumzison für eine Verbesserung sorgen. Das ist dann aber eine medizinische Indikation und wird auch von den Kassen bezahlt.

    3. 4. Religiöse Gründe Das betrifft in der Regel Konvertiten.

      Konvertiten werden von der angestammten "Community" oft skeptisch beäugt und meinen sich durch besonderen religiösen Fleiß etablieren zu müssen. Und treten dann oft als Verteidiger der Genitalverstümmelung von Jungen auf, siehe z.B. Gunda Trepp oder Stefan Kramer ("es [die Amputation] tut weh" "es geht darum...für mehr gesellschaftliche Akzeptanz und Verständnis zu werben"). Sie meinen ihrer Gemeinschaft in den Rücken zu fallen, wenn sie Zweifel an der Zirkumzision sähten. Außerdem muss man davon ausgehen, dass es eine Art "religiösen Placebo-Effekt" gibt. Wenn man feste glaubt, dass man durch die Zirumzision verbessert wird, richtig dazu gehört, einen Bund eingeht - dann nimmt man Nachteiliges vielleicht gar nicht wahr oder blendet das aus.

      Auf Grund dieser Verzerrungen halte ich eine Befragungs-Studie dieser Art nicht für sinnvoll.

      Sinnvoll wären objektive Messungen. Es ist vermutlich nicht einfach, die Qualität eines Orgasmus zu messen. Ich weiß nicht, ob man so etwas per EEG machen könnte.

      Oder mit MRT des Gehirns des Mannes wo man evtl. die Aktivität des limbischen Systems bewerten könnte. Es gibt ja MRT-Aufnahmen eines kopulierenden Paares...

      PS: Seltsamerweise fehlt ein nicht-medizinischer Grund; Zirkumzison auf Grund von "peer pressure" oder Druck der Partnerin / des Partners.

      In letzterem Fall gilt: Vorhautamputation ist für immer - die Liebe meistens nicht

      Wie so etwas ausgehen kann hat Z.B. Nils Juel in der taz beschrieben.

      Ansonsten gibt es hier im Forum etliche Beiträge von Männern die sich (allerdings auf Grund von Phimose) haben beschneiden lassen - und das bereut haben.

    Wir hatten hier mal einen Aufruf zur Teilnahme an einer Studie, wo uns nach kurzer Zeit Zweifel an der Seriösität derselben kamen. Wir sind in der Hinsicht "gebranntes Kind".


    Sehr auffällig das nachträgliche Editieren bezüglich des eigenen Sohns

    Ich kann keinen Grund dafür erkennen die Uni und die Professorin nicht zu nennen.

    Öffentliche Forschung ist doch nicht "geheim".

    Das wäre eine einfach Möglichkeit die Seriösität der Arbeit zu verifizieren.

    Keine Antwort ist auch eine Antwort.

    Ms. Shoeshoe said that most of the young men who went there did not understand fully about MC because they only have misconceptions that when circumcised they do not get HIV and STIs. “Circumcised men are 60 per cent less likely to get infected with HIV”, she observed, but need to practice safe sex to eliminate the risk.

    Zitat

    ...explaining and emphasizing condom effectiveness and use and promoting regular HIV testing

    Ganz abgesehen davon, dass das mit den 60% eh Bullshit ist - ohne Kondom ist eben immer volles Risiko und wenn man dann noch glaubt, dass man ja durch ein "unsichtbares Kondom" geschützt ist und die doppelte Desensibilisierung durch Vorhautlosigkeit und Kondom nur noch "Sex light" übrig lässt - dann lässt Mann es eben weg.

    BTW, entgegen ständigen Verlautbarungen dürfte auch im subsaharischen Afrika MSM-Sex der Hauptübertragungsweg sein. Das Risiko für einen Mann, sich durch ungeschützten Analverkehr mit HIV zu infizieren soll 35-40 mal höher sein als durch Vaginalverkehr. Bei MSM Sex nützt die Vorhautlosigkeit erwiesenermaßen nicht.

    Aber bei Hetero-Sex eben auch nichts, nur, dass letzteres von interessierter Seite aus durchsichtigen Gründen bestritten wird. Was nützt sind Kondome, bei hohem Risiko PreP, und Augenmaß bei der Auswahl der Sexualpartner (drogenabhängige Prostituierte (ob weiblich oder männlich), die es in ihrem Suchtdruck auch "ohne Gummi machen" sind eben nicht die erste Wahl), Testen und ggf. HAART.

    Die Widerspruchsregelung habe das Potenzial, die Gesellschaft weiter zu spalten.

    Was die Gesellschaft wirklich spaltet ist die Genitalverstümmelung von Jungen.

    Die große Mehrheit lehnt das entschieden ab - eine Minderheit macht das.

    Zitat

    Es dürfe nicht der Eindruck erweckt werden, dass der Staat über die Körper der Bürger verfüge.

    Genau das macht er im §1631d BGB. Er erklärt einen sinnvollen Teil des Körpers von Jungen für vogelfrei.

    So sprach Lehmann gestern vor dem deutschen Bundestag.

    Jau, volle Zustimmung! Yeah,Yeah,Yeah!

    Aus Schweigen dürfe nicht automatisch Zustimmung werden

    Drückt Babygebrüll wohl eher Zustimmung oder Ablehnung aus?

    Wenigstens herrscht bei der Frage der Organtransplantation Gleichberechtigung. Mädchen, Jungen, Frauen und Männer werden gleichberechtigt behandelt.


    Ein Mensch sollte nur selbst über seinen Körper verfügen. Richtig!

    Kann er ja auch, was die Transplantation angeht. Er kann zu Lebzeiten bestimmen, ob seine Leber, sein Nieren usw. wenn er hirntot ist innerhalb kurzer Zeit nutzlos verfaulen oder anderen Mitmenschen das Leben retten können.

    Zitat von Lehmann

    Wir haben auch postmortale Persönlichkeitsrechte.

    Wie, und ausgerechnet kleine Jungen haben keine Persönlichkeitsrechte?

    Zumindest spürt man "postmortal" keine Schmerzen mehr. Babys und kleine Jungen schon.

    "Postmortal" hat man auch keine Angst mehr. Babys und kleine Jungen haben die schon.

    "Postmortal" hat man auch keine lebenslang wirkende Nachteile durch den Eingriff. Ganz einfach, weil man nicht mehr lebt.

    Frauen und Männer können Widerspruch einlegen gegen die Entnahme von Körperteilen.

    Frauen brauchen keinen Widerspruch einzulegen gegen die Entnahme von Genitalteilen zu Lebzeiten, Das hat der Gesetzgeber getan, in Form des geschlechtlich diskriminierenden §226a StGB. "Ein Mensch sollte nur selbst über seinen Körper verfügen" - leider gilt das, was die Genitalreduzierung angeht nur für Frauen.


    Die Grünen haben 2012 mehrheitlich für die Legalisierung der Genitalverstümelung von Jungen gestimmt. Jene Partei, die sonst gerne gegen die Trockenlegung von natürlichen Biotopen Sturm gelaufen ist. Ein solches ist das System Vorhaut-Eichel. Eine Symbiose.

    Jene Partei, die immer wieder das "Recht auf körperlichen Unversehrtheit entdeckt", z.B: wenn es um Impfzwang geht - aber die mit gespaltener Zunge redet, mit zweierlei Zollstöcken misst und auf einem Auge blind ist.


    Können Männer denn "Widerspruch einlegen" gegen die fremdbestimmt Amputation ihrer Vorhaut im Kindesalter? Und erhalten dann ihre intakte Vorhaut zurück?

    Unfreiwillige "Organspenden" der Vorhaut gibt es auch. Die Vorhäute von Babys werden für dreistellige Beträge an Labors vertickt. So verdienen Kliniken doppelt an der Verstümmelung und setzen sich infolglich dafür ein, dass diese schöne Geldquelle erhalten bleibt.

    Kann es sein, dass du etwas verwechselst? Es geht bei dem Frage-Antwort-Spiel (das vielleicht konstruiert ist und so nie stattgefunden hat) um das "Türkentum".

    Bar Mitzvah ist ein religiöser Brauch des Judentums, den ein Junge mit 13 absolviert und der in gewisser Weise mit der Konfirmation vergleichbar ist. Hat mit "Beschneidung" nichts zu tun, die liegt i.a.R. dann 13 Jahre zurück.

    Im Orthodoxen Judentum gibt es das nur für Jungen, in anderen Richtungen gibt es für Mädchen "Bat Mitzvah".

    Was das Türkentum betrifft: ob die Junge sich über die Geschenke freuen hängt sicher von den Geschenken ab. Warum sollte sich ein Junge nicht über ein Fahrrad freuen, wenn er noch keins hat (und andere Jungen mit ihrem protzen)? Der muss ja auch gar nicht "frisch beschnitten" sein. Die Feier kann ja etliche Tage später stattfinden.

    "Krank im Kopf" sind Türken im allgemeinen nicht, solche Zuschreibungen möchte man hier nicht lesen!

    In einer Klinik, in einem einzigen Jahr. Da sieht man doch wieder, wie sehr die "Beschneidung" von Jungen dem Kindeswohl dient! *SCNR*

    Und wie gut das staatliche Wächteramt Kinder beschützt.

    Aber Hauptsache Tradition! Da müssen kleine Jungen eben leiden. Und manchmal auch sterben.

    Und das alles nicht in der Bronzezeit, nicht im Mittelalter, nein, im 21. Jahrhundert.

    Da läuft etwas völlig schief. ;(


    17 babies treated for 'life-threatening complications' post-circumcision
    New data suggests 17 baby boys were treated for 'life-threatening' complications at Birmingham Children's Hospital in 2025
    www.birminghammail.co.uk


    Und dann werden immer die falschen Schlussfolgerungen. Man müsse Genitalverstümmelung "noch" sicherer machen. Damit aufhören - dann passieren solche Dramen sofort nicht mehr!

    "And they lived happily ever after"

    Gesunde Kinder intakt lassen hat keine nachteiligen Konsequenzen, nur positive.

    Da sind schon erhebliche Unterschiede. Man muss etwas Zeit aufbringen für den Kommunions- oder Konfirmationsunterricht, aber man muss keine Amputation über sich ergehen lassen.

    Man wird nicht lebenslang "markiert". Mit allen Folgen.

    Und da ist keine geschlechtliche Diskriminierung, da werden Jungen nicht erst gegenüber Mädchen benachteiligt und dann bevorzugt.


    Wenn Türken (oder deutsche Staatsbürger türkischer Abstammung) nun für Jungen und Mädchen ein schönes, großes Fest feiern würden weil sie sich freuen, dass ihre Tochter / ihr Sohn ein bestimmtes Alter erreicht haben, meinetwegen auch fleißig den Koran gebüffelt hätten und es dann Geschenke gäbe wäre was anderes.

    Zu einem solchen Fest würde ich, so ich eingeladen wäre auch gerne kommen und auch ein Geschenk mitbringen. Aber nicht zu einer Genitalverstümmelungsfeier!

    "Aglaja" stellt die Frage:


    Was schenkt man in der Türkei zum Beschneidungsfest?

    "Kadir" antwortet:

    In der Türkei bekommen Jungen zu ihrem Beschneidungsfest häufig Goldmünzen, Goldschmuck oder Geld geschenkt. Auch eine Uhr, ein Fahrrad oder Spielzeug sind beliebte Geschenke. Die Geschenke sind eine Gratulation: Familie, Freunde und Nachbarn freuen sich mit dem Jungen und wünschen ihm alles Gute für seinen weiteren Lebensweg.

    Kompensationsgeschenke. Bestechung. Vorhaut lebenslang weg gegen Geschenke, die bald wieder in der Ecke liegen oder Gold, was einem anschließend wieder abgenommen wird (das Fest kostet ja Geld).

    Und wo bleibt die Frage, was Mädchen so bekommen? Ob es für die auch ein schönes Fest gibt?

    Bei "Religionen verklären" darf man solche Fragen wohl nicht erwarten

    Ein(e) Flo Born plappert die Propaganda von Morris und Krieger nach

    Und natürlich auch wieder das Narrativ "sie verbreiten Krankheiten" Fast wie in dem üblen Nazi-Streifen "Der ewige Jude".

    Außerdem könnte sie einen Vorteil für alle bringen, da man sexuell übertragbaren Krankheiten damit ein wenig Einhalt gebieten kann. Dieser Umstand würde das Sexualleben für alle verbessern...

    Puh! Warum in aller Welt gibt der "Standard" einem solchen Demagogen eine Platform?

    Klar, genau deshalb hat die Evolution die Vorhaut entwickelt, damit die Menschen krank werden! (wie krank ist dieser Gedanke denn?)

    "Seltsamerweise" waren in einer großangelegten Studie (500.000 Männer) die vorhautlosen geringfügig häufiger HIV-infiziert als die genital vollständigen Männer!


    Und ebenso erwartbar das dämliche Bild von der angeschnittenen Banane. *Brech*


    Und auch, dass Frauen angeblich vorhautlose Mänern bevorzugten ist abgedroschener Teil dieser Propaganda.

    Kommt ganz darauf an, was für Frauen man fragt. Es gibt ja auch Männer, die beschnittene Frauen bevorzugen, ja niemals eine intakte Frau heiraten würden. Und deshalb ist Genitalverstümmelung OK?


    Zitat von Flo Bern

    Es gibt also noch einige offene Fragen, doch zumindest eines ist gesichert: Die Ringe des Saturns sind nicht die Vorhaut Jesu

    Ach was! Wer hätte das gedacht!? ^^

    Aber ist das wirklich gesichert?

    Ist das nicht genauso Ansichtssache, wie dass jemand von einem 99-Jährigen verlangt hätte sich selbst (ohne Brille) die Vorhaut abzuschneiden, jener dieses überlebt hätte und dann mit seiner 90-jährigen Frau ein Kind gezeugt hätte? Ist das schon wissenschaftlich gesichert? Und auch, dass die Welt an sieben Tagen erschaffen wurde?


    Und täglich grüßt das Murmeltier, bzw die BGM-Propaganda


    Warum haben manche Menschen nur so eine schreckliche Angst davor ihre Kinder selbst über ihren Körper entscheiden zu lassen? Warum ist dieser Gedanke für sie so furchteinflößend?