Beiträge von Laggard

    Die Sendung "Jungenbeschneidung - Mehr als nur ein kleiner Schnitt" von Insa Onken, die zuerst bei arte gesendet wurde (dem einzigen noch halbwegs kritischen und sehenswerten ÖRR-Sender (meine persönliche Meinung)) war in der Tat ein echtes Highlight, für das man Insa und den anderen Beteiligten gar nicht genug danken kann. :love:
    Wir haben sie hier besprochen: zur Info: Sendung zum Thema "Jungenbeschneidung" auf Arte am 23.07.

    Sehr enttäuschend war, dass diese herausragende Sendung auf praktisch kein Resonanz in den Medien stieß, lediglich in der FAZ gab es einen unfairen Kommentar von Oliver Jungen und in der Jüdischen Allgemeinen ging es niveaumäßig noch weiter runter.


    Ansonsten war totschweigen und wegducken angesagt.

    Was es schweirig macht , mit dir zu diskutieren, ist, daß du ständig die verschiedensten Dinge miteinander vermischst.

    Die Sendung stieß nicht auf "gößere Resonanz", weil das Thema Beschneidung im Leben der Deutschen Mehrheitsgesellschaft schlicht keine Rolle spielt. Es wird nicht beschnitten und Punkt. Außer: Der Arzt empfiehlt es. Und das tun weniger und weniger Ärzte, je mehr der aktuelle Wissenstand sich durchsetzt. Und solche Sendungen setzen Zahlreiche Menschen auf den neuesten Kenntnisstand, wenn Sie einem Arzt gegenübersitzen, der dann doch vorschnell zum Skalpell greift.

    Als medizinisches Phänomen ist die Beschneidung damit übrigens keineswegs allein. Das Beispiel der Mandelentferrnung hatte ich ja schon gebracht, aber es kommt immer wieder dazu , daß sich schädliche Praktiken in der Medizin durchsetzen, und dann mühevoll wieder revidiert werden müssen. Ich verweise hier auf die Geschichte von Ignaz Semmelweis, dessen Existenz vernichtet wurde für die absurde Idee, sich doch mal als Arzt zwischen den Patienten die Hände zu waschen. Nun, ein paar Jahrzehnte später war das der Standart. Aber diese Jahrzehnte hat es nun einmal leider gedauert.

    Medizinishc läuft das bei der Beschneidung gerade genauso, es gibt inzwischen aktualisierrete Leitlinien, und zunehmend mehr Ärzte und Patienten sehen die Vorhaut nicht mehr als etwas eigentlich überflüssiges an. Also ein Problem, das sich mit der Zeit von selbst löst. Das zeigt auch die stetig zurückgehende Zahl von Beschneidungen aus medizinischen Grründen an, dieser Prozess lässt sich also auch konkret belegen.
    Beschneidungen sind weder so profitabel noch derart wichtig für die Gesundheitsindustrtie, daß es nennenswerte Bestrebungen dagegen gäbe. Es gibt eben noch Ärzte, die sich nicht eingestehen wollen, daß sie vielen Jungs unnötigerweise was sinnvolles amputiert haben, und natürlich den Klassiker - den Arzt, der lieber das Skalpell als den Kopf benutzt. Aber den gibt es leider immer, an ein solches Exemplar hätte ich auch um ein Haar mal zwei wunderbar funktionierende Finger verloren. Gegen diese hilft: der informierte Patient.

    Das zweite ist die Beschneidung aus Weltanschaulichen Gründen. Die findet in der Deutschen Mehrheitsgesellschaft an sich nicht statt, je nachdem inwieweit man die kleine Minderheit aus einigen tausend Juden in Deutschland hier hinzuzählt.
    Als echtes Massenphänomen ist die Beschneidung eines von vielen Problemen, die hier buschstäblich zugewandert sind. Andere solche Probleme sind zB. die Zwangsverschleierung von Frauen oder die an Mädchen duchgeführten Genitalverstümmelungen ( Quelle: https://www.rbb24.de/panorama/beitr…tin-berlin.html) .Denn im Zweifel werden auch die eben mal fix auf dem Küchentisch durchgeführt. Daß unsere Gesellschaft hier aus Politischerr Korrektheit den Kopf wegdreht , ist ein Problem daß eben bei weitem nicht nur auf die Beschneidungsthematik beschränkt ist.

    Frag wen du willst , der normale Durchschnittsbürger dieses Landes sieht grundlose Beschneidung als etwas barbarisches. Ich habe IRL noch nie jemanden getroffen, der das verteidigt hat.

    Das eine Problem lässt sich durch Aufklärung lösen: Wenn der Arzt schnell zum Skalpell greift, denken sich informierte Eltern nun "so ist das also", und holen eine Zweite Meinung ein statt Schnipp Schnapp. Beschneidung verhindert.
    Beim zweiten dagegen habe ich schon Berichte gelesen von muslimischen Vätern, die fast bis zur Raserei durchdrehen,Kindesentführung androhen wenn sie eine Deutsche frau heiraten und diese die Beschneidung ablehnt. Dann ist das Kind quasi nicht "komplett", so verdreht das auch klingt. Wie man so eine Verrücktheit aus Leuten rauskriegt, weiss ich nicht. Aber wie gesagt, das ist auch weder für mich noch meine Kinder relevant. Es gibt in Teilen Afrikas auch noch kulturell bedingten Kannibalismus, das lade ich mir ja auch nicht als Problem auf die Schultern.

    Im übrigen ein paar Fakten:

    -Die Beschneidungsrate unter Juden sinkt seit Jahren immer stärker, da aufgeklärte Eltern trotz Religion das ihren Kindenr nicht antun möchten
    - Die Beschneidungsrate aus medizinischen Gründen sinkt ebenso
    - Auch in den USA wird inzwischen "nur" noch weniger als die Hälfte der Neugebohrenen beschnitten, und es werden beständig weniger

    Wie du siehst, handelt es sich also abseits der Muslimischen Welt um ein Problem, das sich unter zivilisierten Menschen allmählich von selbst löst. Man kann also beruhigt und zuverersichtlich sein. Dann könntest du dich aberr nicht so wunderbar darrübere aufregen, nicht wahr?

    PS: ÖRR möchte ich auch nicht mehr zahlen z.T. aus den von dir angeführten Gründen, und auch diese Meinung ist inzwischen durchaus Mehrheitsfähig. Es wird also frrüher oderr später dazu kommen.

    Spätestens in der Schule werden seine Kinder dann mit der Propaganda konfrontiert (Meet a Rabbi und co.), dazu noch Propanda in Radio/ÖR. Der Staat legalisiert die Beschneidung nicht nur, nein er bagatellisiert sie auch noch medial. Sonst immer so von Vielfalt, LGBTQ+ etc. reden, aber dann im eigenen Staat die Religion über das Weltliche stellen und zulassen dass die Körper/Sexualorgane der Menschen lebenslang verändert werden. Diese Scheinwokeness nervt mich mit am meisten.


    Also, was den ÖR angeht sieht das inzwischen eher so aus:

    https://www.swr.de/swrkultur/wiss…ch-weg-104.html

    Es gibt zwar noch Verharmlosung, aber der aktuelle Wissenstand setzt sich mehr und mehr durch.

    Ein ganz hervorragendes Beispiel ist übrigens "Fate of the Foreskin", also jenes Buch von 1949 das zurecht inzwischen viel kritisiert wird. Liest man da einmal rein, merkt man schnell daß der Autor eigentlich ein vehementer Gegner der vorschnellen Beschneidung bbei Kindern war.
    Damals war es nämlich üblich, eine "Phimose" direkt nach Geburt zu diagnostizieren und zu amputieren. Dank Gairdner wurde diese Praxis beendet, und das Zeitfenster immerhin auf 3-4 Jahre verschoben, was ohne Frage vielen Männern die Intaktheit bewahrt hat.
    Nun ist Gairdner eben überholt, und in der gleichen Weise , wie sich Gairdner damsl durchgesetzt hat wir d es die aktualisierte Lehrmeinung auch tun. Es dauert eben, weil sich die überholte Ansicht zur Vorhaut nun einmal Jahrzehntelang in den Köpfen festgefressen hat. Verrharmlosung begenet man am besten durch unaufgeregte, sachliche Aufklärung unter Einbeziehung der Tatsache, daß die Beschneidung für die meisten Betroffenen keine Konsequenzen drramatischen Ausmaßes hat.

    Ob bei Formaten wie "Meet a Rabbi" die Beschneidung überhaupt thematisiert wird, weiß ich nicht. Daß ein Junge im schulfähigen Alter deswegen dann das schlagartige Bedürfnis nach einer invasiven Operation an seinem besten Stück entwickelt, halte ich für sehr, sehr, sehr weit hergeholt. Nicht umsonst wird die Beschneidung oft nach dem Motto "krieg sie, wenn sie zu jung sind um sich zu wehren" durchgeführt.
    Außerdem ist und bleibt die Peergroup des betreffenden Jungen unbeschnitten, intakte Vorhaut ist in D der normale Standard , und jeder kann mitbekommen daß eine Vorhaut nun einmal keine Probleme macht. Und selbst wenn nicht , sind der beste Schutz aufgeklärte Eltern, die dem Jungen dann mal kurz erklären, was eine Vorhaut so macht und was bei einer Beschneidung alles so schiefgehen kann, dann hat sich die Idee im Handumdrehen wieder erledigt.
    Reden wir hier von Schulen mit einem hohen Muslimischen Anteil, gibt es da ganz andere Problemfelder. Da werden Teils auch Mädchen gemobbt, weil sie kein Kopftuch tragen. Da sind wir aber wieder in einem Thema unterwegs, das über die Frage der Beschneidung weit hinausgeht.

    Wir haben mit "Wokeness" und falsch verstandener Toleranz gegenüber barbarischen Praktiken ein Problem, das bei weitem nicht nur auf die Beschneidung beschrränkt ist. Das ist aber nicht das Thema dieses Forums hier, und führt zu weit.
    Ddaß sich gerade konservativ religiöse tendenziell in Parrallelgesellschaften abschotten, hat zwarr den Nachteil, daß die Mehrheitsgesellschaft wenig aauf sie einwirken kann. Es hat aber auch den Vorteil, daß deren praktiken wiederum nur wenig in die Mehrheitsgesellschaft zurückwirken. Ob eine Großfamilie in Duisburg-Marxloh die Beschneidung praktiziert, hat deswegen fürrr mich ebenso wenig Auswirkungen, als wenn sie das in Timbuktu tun.

    Diese Denkweise ist in meinen Augen Egoismus.

    Es ist mir weder möglich noch meine Aufgabe, alle Übel der Welt zu beseitigen. Erst recht nicht, wenn die davon Betroffenen selbst mit Klauen und Zähnen darum kämpfen, es fortzusetzen. Man kann Menschen nicht gegen ihren Willen verändern, und Kulturen und Religionen schonmal doppelt nicht.

    Ich bin da ganz bei Burkhard.

    Es wird gerne übersehen, daß die Beschneidung sowohl im Judentum als auch Islam konkrekte Sozialanthropologische Funktionen trägt.
    Das Judentum versteht die Beschneidung audrücklich als ein Opfer an den Gott der Juden. Eventuell verminderter sexueller Genuss ist explizit Teil dieses Opfers! Ein Opfer beinhaltet nun einmal den Verlust von etwas, das einen gewissen Wert besitzt. Wer dieses Opfer nicht vollzieht, möchte also sozusagen die "Vorteile" des Glaubens und den Eintritt ins Himmelreich genießen, ohne den "Eintritt" bezahlt zu haben.

    Im Islam grenzt die Beschneidung von den "unreinen" "Ungläubigen" ab, und bedeutet die zeremonielle Unterwerfung unter das Kollektiv der Gläubigen sowie die Aufnahme in dasselbige, in der Sozialen Funktion ergleichbar mit der Kopftuchpflicht für Frauen ( auch wenn diese in ihren Auswirkungen natürlich bei weitem nicht so gravierend wirkt).
    Versucht man sich an einem Verbot, sieht man sich also Millionen schäumender Gläubiger gegenüber, da einer der Grundpfeiler ihres Glaubenskollektivs in Frage gestellt wird.

    Island hat das einmal ganz konkret versucht, und ein Gesetz zum vollständigen Verbot der Männlichen Genitalverstümmelung vorgelegt. Daraufhin fand sich dieses beschauliche Eiland mit einigen hunderttausenden Einwohnern im Zentrum eines internationalen Shitstorms wieder. Es gab Drohungen aus Washington, Tel Aviv und Riad. Die zahlreichen milliardenschweren und gut vernetzten Lobbyorganisationen der entsprechenden Glaubensrichtungen feuerten aus allen Rohren, natürlich war Island dann "Antisemitisch". Parallel war die sehr kleine muslimische Gemeinde in Island nonstop auf der Straße am randalieren. Es ist in der Tat also KEINE Theorie, daß dann die "Straßen brennen", sondern passiert genau so.
    Am Ende sind die Isländer eingeknickt. Es war den Kampf einfach nicht wert.
    Und so sehe ich das auch, denn letztlich hat das weder Auswirkungen auf mich noch auf meine Kinder oder mein Umfeld. Es ist nicht meine Aufgabe, irgendwelche Glaubensgemeinschaften in die Aufklärung zu bewegen. Es ändert ohnehin nichts. Selbst weibliche Genitalverstümmelung findet trotz strengem Verbots tausendfach in Deutschland statt, da die Täter das als essentiell für ihre Kultur begreifen.

    Es gibt durchaus Juden wie Muslime, die nicht mehr beschneiden. Das ist aber nur Teil eines allgemeinen Säkularisierungsprozesses, der bei manchen,meist höher gebildeten Gläubigen vereinzelt stattfindet. Das sind aber Menschen, die auch andere "alttestamentarische" Praktiken ihres jeweiligen Glaubens unterlassen. Da geht es viel mehr um allgemeine Aufklärung und Säkularisierung als spezifisch um die Beschneidung.
    Zu guter Letzt muss man auhc sagen, daß die traditionelle Beschneidung unter Judne und Muslimen einen Zirkumfetischisten nicht glücklich machen würde. In der ganz traditionellen Art handelt es sich "nur" um eine Teilbeschneidung, die Frenulum und Innere Vorhaut weitgehend intakt lässt.

    Würde ich die Praxis verbieten und beenden? Auf jeden Fall! Wird das realistisch jemals passieren oder durchsetzbar sein? Ganz klares Nein.

    Wir haben hier in Deutschland ein ganz anderes und viel einfacher zu lösendes Problem: Die leichtfertige Verordnung einer Beschneidung durch Ärzte. Auch die völlig Grundlose Beschneidung aus "Modegründen" ist in Deutschland kaum relevant, und selbst in den USA (dem einzigen Ort, wo das überhaupt praktiziert wird) inzwischen deutlich rückläufig.
    Damit steht die Beschneidung Medizinhistorisch nicht alleine da. Ich verweise auf die in den 70er Jahren übermäßig praktizierte Tonsillektomie, in der Kindern viel zu schnell schon bei der geringsten Entzündung die Mandeln abgenomen wurden, in dem Glauben, die seien ja eh überflüssig.
    Es stellte sich raus, daß dem so nicht ist. In der Folge ging die Praxis allmählich zurück, und findet heute kaum noch Anwendung.

    Anstatt gleich Bösartigkeit oder Profitgier zu unterstellen, würde ich mir vergegenwärtigen, daß neues Wissen gerade bei "Routineoperationen" nur langsam durchsickert. Viele Menschen einschließlich Ärzte haben irgendwann mal gelernt, daß die Vorhaut nur ein Stück haut ist, und es gibt wenig Grund das zu hinterfragen oder sich nach dem aktuellen Forschungsstand zu erkundigen,da sich da auch Jahrzehntelang nichts nenneswertes geändert hat.
    Auf der anderen Seite gehört das für viele Menschen auch zum Bereich "das weiß man doch", da Jahrzehntelang aufgrund mangelnder Forschung sich ins kollektive Gedächnis gegraben hat, die Vorhaut sei unbedeutend.

    Das kann man mit sachlicher Aufklärung oft innerhalb von Minuten ändern. Viele Ärzte haben seit der neuen Behandlungsrichtlinie ihre Praxis bereits geändert, und es werden stetig mehr. Manche werden sich nicht von der Jahrzehntelang eingeübten Gewohnheit lösen - hier hilft aber die Aufklärung unter den Patienten, das Ausbringen des neuen Wissens in die breitere Gesellschaft. Auch das greift mehr und mehr um sich. Man kann einmal in Mütterforen oder ähnliches schauen, da wir dinzwischen gegoogelt, und die dann auftauchenden Informationen führen dazu, daß man das Thema Beschneidung sehr ernst nimmt, statt vorschnell irgendwas schnippeln zu lassen.

    Insgesamt geht die zahl der medizinisch begründeten Beschneidungen stetig und signifikant zurück,und das ist doch eine sehr gute Entwicklung.
    Aus der Erfahrung mit ähnlichen Problematiken ( sieh Mandeloperationen) heraus gesagt, dauert es eben einfach Zeit , bis neues Wissen die Gesellschaft und Ärtzteschaft vollständig durchdringt. Das kann man nicht ändern , man kann den Prozess aber beschleunigen. Z.B. habe Ich selbst schon einem privat befreundeten Urologen einfach die Behadungsrichtlinie gezeeigt, die der bis dahin nicht kannte. Er hat nun seine Behandlungspraxis revidiert, da er zuvor davon ausging, die Vorhaut sei funktionslos, womit man sie im Zweifel eben logischerweise abnimmt. Nun weiss er, dass die Vorhaut eine Funktion hat und im Zweifel eben drangelassen wird. Der wusste es einfach vorher nicht besser und wäre hier eventuell auf der Schwarzen Liste gelandet, das ist alles.

    Der Prozess läuft so oder so,aber um eine gute Freundin aus dem Bereich zu zitieren: Medizin ist ein schmutziges Geschäft. Das war es auch schon immer, nicht nur beim Bereich der medizinischen Zirkumzision. Am besten finde ich es , ruhig und sachlich diesen ohnehin unweigerlich stattfindenden, aber langwierigen Prozess voranzutreiben, sich an der Änderung zu erfreuen statt sich über einige verstockte und rückwärtige Mediziner (die es immer gibt) aufzuregen. Oder über das, was in einem frühere Entwicklungsstadium der Menschheit feststeckende Personen so miteinander treiben. Auch sollte man bedenken, daß bei weitem nicht jeder seine Beschneidung als traumatisch oder deren Folgen als dramatisch erlebt - was das Leid der wirklich Betroffenen nicht relativieren oder kleinreden soll.

    PS: Das ein Müllsender wie RTL2 die Beschneidung als "Outrage Bait" nutzt , um auf seine Existenz aufmerksam zu machen, ist doch ein gutes Zeichen. Weil Beschneidung inzwischen so kontrovers ist, daß man damit einen echten Aufreger erzeugen kann nach dem Motto: Jede Publicity ist gute Publicity. Das hätte vor zwanzig Jahren noch nicht funktioniert, wäre von allen für viel zu selbstverständlich genommen worden. Sehe es eher kritisch, dem Schrotthaufen die Gewollte Aufmerksamkeit auch noch zukommen zu lassen. Daß so etwas wie "die Wollnys" existiert, wusste ich bis vor Kurzem nicht und brauche es auch wirklich nicht zu wissen .Wer sich so was ernsthaft anschaut, dessen Kinder haben noch ganz andere Probleme als beschnitten zu werden.

    Hallo Laggard,

    wenn Du keine Probleme hast, dann mach Dir auch keine. Was Du da so schreibst, klingt alles ziemlich perfekt. Bei einer Low-Beschneidung fehlt das innere Vorhautblatt, das bei einer High-Beschneidung noch teilweise vorhanden ist, entsprechend ist der High-Stil vielleicht etwas besser, aber man sollte das auch nicht überbewerten, solange die Eichel ausreichend empfindlich ist.

    Ganz allgemein gesagt, gibt es ein optimales "Penisgefühl", das den meisten Spass macht. Wie Du sicher bei der Selbstbefriedigung schon festgesellt hast, gibt es dabei ein "zu wenig", aber auch ein "zuviel". Das steuerst Du wahrscheinlich ganz unbewusst durch Druck, Geschwindigkeit, also die "richtige" Technik und Deine Phantasien (vereinfacht gesagt). Wenn es bei Dir also ein "zuviel" und ein "zuwenig" gibt, brauchst Du keine zusätzliche Stimulation durch das innere Vorhautblatt. Das gilt natürlich entsprechend genauso beim Geschlechtsverkehr.

    Und Du sprichst auch einen wichtigen Punkt an, nämlich, dass sich beim Sex vieles im Kopf abspielt. Wer (insbesondere als Kind) eine Beschneidung als traumatische Erfahrung erlebt und abgespeichert hat, leidet sein ganzes Leben darunter und wird sich nichts sehnlicher wünschen, als seine Vorhaut zurück zu bekommen.

    Hi Burkhard,

    danke erst einmal für die beruhigende Antwort.

    tatsächlich habe Ich mich glaube ich in meiner anfänglichen Panik, daß da wirklich was fehlt ein wenig übertrieben. Nachdem ich mir noch einmal ganz in Ruhe die hier verfügbaren infos sowohl wie meinen Penis angeschaut habe, ist es eher eine High-Loose Beschneidung. Im schlaffen Zustand liegt die Haut an oder über der Corona, auch im erigierten Zustand bleibt die Haut beweglich und lässt sich bis an die Corona ziehen. Darunter liegt noch ein gutes Stück innere Vorhaut, das im schlaffen Zustand von der verbleibenden äußeren Vorhaut ganz bedeckt wird. Der Teil des Frenulums, der sich direkt an der Eichel befindet ist ebenfalls vorhanden, und ist tatsächlich meine sensitivste Zone.

    Was Beschneidungen angeht scheine ich wohl also doch vergleichsweise glimpflich davongekommen zu sein. Ich habe auch das "zuviel" und "zuwenig" das du beschreibst, ebenso kann ich (zumindest im subjektiven Empfinden) eigentlich alles erleben was hier oft nur bei voll intakten Penissen beschrieben wird. Außer eben der Mechanik der Vorhaut an sich.
    Wenn diese empfindlichen Teile auch weg wären, wäre das aber (glaube ich) noch mal eine ganz andere Hausnummer, da kann ich sehr gut verstehen warum manche so heftige Probleme haben. Hat mich aber insgesamt schonmal sehr beruhigt, eventuell verpasse ich weniger als gedacht.

    Ich bin aber auch nochmal alles durchgegangen, und glaube inzwischen nicht mehr, daß die Beschneidung wirklich notwendig war. Am ende war es eine Harnwegsinfektion plus Vorhautentzündung, wo man nach heutigem Stand zumindest mal einen Versuch mit Antibiotika und Salben machen würde bevor man alles abhackt.
    Allerdings hat der Arzt eben nach dem damaligen Wissenstand (vor fast 30 Jahren) gehandelt. Auch meine Mutter musste an dem Punkt eine Entscheidung treffen, und hatten keine Grund anzunehmen daß es die falsche war. Eventuell ist meine Erwartung, daß sie da mehr hätte "kämpfen" und auf Alternativen bestehen sollen etwas zu hochgesteckt, war auch für sie nicht einfach da es mir ziemlich schlecht ging und offenkundig irgednwas getan werden musste. Google gabs auch nicht ( das hat mich inzwischen schon vor einem anderen unnötigen Eingriff gerettet).

    Ansonsten habe ich hier im Forum einige echt erschütternde Geschichten gelesen, gerade wo Elternteile die Beschneidung mehr oder weniger als Missbrauch verwendet haben, da kann Ich gut verestehen daß man später heftige Probleme hat. Hätte nicht gedacht , daß es so etwas gibt, die OP an sich habe ich personlich als völlig unproblematisch erlebt, wusste auch was passieren würde und hatte nichts dagegen, da ich davon ausging, das sei notwendig um mich zu heilen.


    Hallo Laggard,

    Mich hat auch die Erkenntnis hierhergetrieben, dass mir evtl. etwas fehlt, von dem ich bis dato nichts wusste.
    Tatsächlich hab ich seitdem etwas zur Resensibilisierung getan.
    Weitergehendes werde ich mir nicht antun .

    Die Neugier, zu erfahren was uns fehlt, ist weniger geworden.
    Wir werden es eh nicht erleben..

    Nach einer kurzen Phase der Verunsicherung, gehe ich nun klüger und sicherer durch mein (Sexual)Leben.

    Und danke dir auch, das ist glaube ich eine sehr gute Haltung dazu wie es nun weitergeht. Es ändert sich ja eigentlich für mich nichts dadurch, außer daß ich jetzt besser über meinen Penis und seine Besonderheiten bescheid weiß.

    Darf ich fragen, was du zur Resensibilisierung getan hast? Ich werde da auch nichts großartiges machen, da ich keine Probleme habe, aber mehr rauszuholen ist immer gut. Auf Pornos verzichte ich aber künftig, wenn ich jemals Probleme mit Sensibilität etc. hatte dann bei exzessivem Konsum, und da geht es Unbeschnittenen ja nicht anders.

    Hallo zusammen,

    Ich bin seit meiner Kindheit beschnitten, habe mich in letzter Zeit aber einmal etwas tiefgründiger damit beschäftigt und mir sind einige Fragen dazu gekommen. Vielleicht zuerest einmal meine Geschichte, wie es dazu kam:

    Als Ich etwa fünf oder sechs Jahre alt war, wuchs meine Vorhaut fast geschlossen zu. Ich konnte sie an diesem Punkt überhaupt nicht mehr zurückziehen, die Eichel war nicht mehr sichbar zu machen und es schmerzte auch beständig. An der Stelle ist vielleicht wichtig zu erwähnen, dass Ich Sohn einer alleinerziehenden Mutter bin, weshalb ich dafür keinen wirklichen Ansprechpartner hatte, und mich erst nach Monaten getraut habe, das mal meiner Mutter zu erzählen.
    Die brachte mich zum Kinderrearzt, der mir erstmal erklärte, wie so eine Vorhaut funktioniert, und erst einmal riet, diese regelmäißg zurückzuschieben und zu dehnen, um zu schauen ob sich das nicht bessert.
    Es wurd aber leider nicht besser. Kurz darauf bekam ich auch extreme Probleme beim Wasserlassen, die Vorhaut blähte sich auf wie ein Ballon, und aus der kleinen verbliebenen Öffnung tropfte es mehr als dass es floss. In Folge entzündete sich das ganze heftig, ich musste beim Wasserlassen teilweise weinen und schreien weil es so weh tat , und bekam deswegen angst vor jedem Klogang. Das ging eine Weile so,das ganze entzündete sich sehrr heftig , und es kam noch ein starkes Fieber hinzu, so dass ich nur noch im Bett liegen konnte . An der Stelle ging es dann natürlich zum Arzt,der uns zu einem Urologen überwies. Der stellte die dringende Notwendigkeit einer Beschneidung fest, und führte diese durch.
    Nach der OP ging es mir rasch besser, nach einigen Tagen schmerzen überwog die Freude darüber, endlich ohne Angst aufs klo gehen zu können, da die Entzündung rasch abklang.Ich habe die OP selbst daher als eine Erleichterung in Erinnereung, da es mir vorher wirklich dreckig ging.

    Ich habe mir einmal die akten zu der OP geben lassen. Dort ist vermerkt, daß sowohl Vorhaut als auch Eichel stark entzündet waren, da sich in meiner Vorhaut ständig Urin ansammelte und dort eben auch blieb, da er nicht richtig abfließen konnte. U.a. ist dort die Gefahr eines Einsetzen von Gangrän erwähnt, da die Entzündung unter diesen Bedingungen natürlich keinesfalls abklingen kann und abgelagerter Urin sowie ständige Feuchtigkeit den perfekten Närhboden für Bakterien bieten. Ich glaube also schon, dass das bei mir ein Fall war, wo es wirrklich medizinisch notwendig war und auch keine Zeit für Konservative Optionen blieb. Allerdings erfolgte die Beschneidung radikal , "low und tight". Da frage ich mich schon, zumal ich weiss, dass mit meiner Mutter nur jemand dabei war, der von der Materie keinerlei Ahnung hat und einfach nur wollte, daß es ihrem Sohn besser geht.

    Als defizitär erlebt habe Ich meinen Penis nie. Ich finde die optik ansprechend, schäme mich nicht dafür, habe nie das Gefühl gehabt dass da was fehlt. Komische Reaktionen habe Ich deswegen nie erlebt. Die einzige, die je komisch geguckt hat, war eine Jüdin ( da Ich offenkundig nicht zum "Stamm" gehöre), die mir daraufhin aber den ersten befriedigenden Handjob meines lebens gab, wo mir zum ersten mal auffiel, dass einige Dinge bei einem beschnittenen Penis offenbar anders funktionieren. Ansonsten genügen bei ausreichender Erregung bei mir auch leichte Berührungen, Erektionsprobleme hatte ich einmal wegen übermäßigen Pornokonsums, die legten sich aber mit Einstellung desselbigen. Das einzige wäre, daß meine EIchel manchmal immer noch etwas unangenehm am Stoff von Boxersorts oder Netzinlays von Badehosen reibt, ich muss da öfter "nachjustieren". Auch Orgasmen empfinde ich als intensiv und befriedigend.

    Nachdem Ich mich aber mal ein wenig informiert habe, was in der Vorhaut so alles drinsteckt und welche Probleme das alles macht, komme ich zu mersten mal in meinem Leben ins hadern. Ich frage mich nun doch, ob miir hier Dinge verschlossen bleiben, die intakte Männer erleben und empfinden können, ob meine Sexualität nicht doch für mich unmerklich eingeschränkt ist, da ich es nicht anders kenne. Daß da letztlich eine Sinnesempfindung eingeschrränkt funktioniert. Ich muss da wirklich betonen, daß Ich da außer den typischen jugendlichen Unsicherhheiten da nie Porbleme hatte. Ich kann meist recht gut "steuern" wann ich komme, habe damit aber an sich kein Problem und habe auch ein oder zwei unbeschnittene Freunde, denen es genauso geht, weshalb ich das nie mit meiner Beschneidung in Verbindung gebrahct habe.

    Findet ihr meine Gedanken gerechtfertigt, verpasse ich hier was? Wäree es sinnvoll, eine Vorhautrekonstruktion ins Auge zu fassen? Da Ich nicht unzufrieden bin, hätte Ich kein Problem damit , wenn da länger dauert. Andererseits fällt es natürlich schwerer, das durchzuziehen, wenn man keinen Leidensdruck hat und nur etwas anderes ereleben möchte. Auch ist mir klar, dass sich gerade im Kindesalter Nervenverbindungen leicht neu bilden und noch einiges an Sensitivität herausholen, zudem spielt sich Sex ja zu einem sehr guten Anteil im Kopf ab, und da bin ich an sich zufrieden. Ich wil mir da nun auch nicht durch wildes herumlesen ein Prroblem heranzüchten, daß Ich so gar nicht habe. Mir ist auch klar, daß hier vorwiegend Nutzer sind, die ihr Beschneidung als Problem empfinden ( was ich nicht in Abrede stellen will, schließlich fehlt da nunmal etwas, das auf jeden Fall nicht unwichtig ist), aber vielleicht gibt es ja auch andere, die damit zufrieden leben.