Beiträge von noskin

    Es wird auch oft dargestellt, als wäre das nur psychisch und eigentlich spüre ich ja noch alles

    Das erinnert mich an unsere Situation mit dem Schmerzen beim Sex. Als ich versuchte in seriösen Sex Foren den Leuten zu erzählen, dass ein beschnittener Penis auch Schmerzhaft sein kann, wollte mir fast niemand glauben. Da wurde mir weiss gemacht, dass es sich um Trockenheit, Sperma Allergie oder Verkrampftheit handelt.

    Das Bewusstsein in der Öffentlichkeit ist leider nicht vorhanden. Ich hoffe, dass sich das irgendwann ändert.

    Deine Erfahrung dürften viele hier gemach haben. Weil eben die Beschneidung als etwas positives in der Gesellschaft verankert ist, wird dir nicht geglaubt. Mein Rat wäre es, das Gespräch zu suchen.

    Mit der Vorhautwiederherstellung bin ich seit einiger Zeit drann. Jedoch muss man realististisch sein. Wenn man Berichte von Frauen liest, ist es mit einem wiederhergestellten Mann massiv besser als mit einem beschnittenen, so wie mit einem intakten Mann ist es allerdings nicht.

    Liebe Leidensgenossen,

    Ich möchte gerne mit euch über ein Thema diskutieren, welches mich schon seit längerem beschäftigt. Wie in meiner Beschneidungsgeschichte erwähnt, bin ich der erste beschnittene Partner für meine Frau. Die Sexualpartner vor mir waren alle intakt und sie hatte ein aktives und befriedigendes Sexualleben.

    Als wir uns kennen lernten, war der Sex für beide Seiten gut. Wir benutzten (bis auf wenige Ausnahmen) das Kondom zur Verhütung, was eigene Lubrikation mit sich bringt und die Scheide während dem Verkehr nicht weiter austrocknet wie mein beschnittener Penis. Ab dem Zeitpunkt, wo wir das Kondom abgesetzt haben und nur noch ungeschützten Verkehr hatten, fingen bei ihr die Probleme an.

    • Das Einführen klappte meistens nicht und sie fragte sich warum das andere Männer einfach so konnten und ich nicht.
    • Es fühlte sich trocken für sie an und wir mussten Gleitmittel benutzen. Sie fragte sich, warum das jetzt plötzlich trocken ist und Gleitmittel braucht. War früher nie nötig.
    • Es gab praktisch immer kleinere Risse in der Scheide.
    • Beim Eindringen stiess ich meinen Penis rein und sie fragte mich immer: "Spürst du nicht, dass es nicht weiter geht?"


    Das Problem besprach sie auch mit verschiedenen Frauenärzten, welche jedoch nichts dazu sagen konnten, ausser, dass alles in Ordnung ist. Zu diesem Zeitpunkt, als nicht klar war, von wo das Problem kommt, spielte sie mit dem Gedanken, mal Sex mit dem unbeschnittenen Ex zu haben, nur um zu schauen, ob es mit ihm auch so ist.

    Dazu ist es nie gekommen, da wir, eher zufällig, über einen Beitrag gestossen sind, beim dem erklärt wurde, dass ein beschnittener Penis die natürliche Lubrikation austrocknet. Nach dem gemeinsamen studieren der Webseite Sex As Nature Intended It und weiterer Literatur war klar, wo das Problem liegt: Nicht bei ihr, sondern bei mir.

    Der Sex bei uns läuft so ab, dass wir ein langes Vorspiel brauchen, damit der Sex für sie angenehm ist und dabei so erregt ist, dass die Penetration mit meinem beschnittenen Penis nicht unangenehm ist. Einfach so Sex haben, geht leider nicht. Auch dann nicht, wenn ich meinen Penis mit literweise Gleitmittel einreibe.

    Sie hat ein paar mal den Wunsch geäussert, dass sie wirklich sehr gerne wieder den einfachen Sex von früher haben würde. Eindringen ohne Probleme, scharf werden beim Verkehr etc etc... Nun, dass kann ich nicht bieten. Auch wenn die Wiederherstellung der Vorhaut fertig ist, werde ich ihr den Sex nicht bieten können, den ihr ein intakter Mann bieten kann.

    Es ist nicht so, dass wegen dem unsere Beziehung in Gefahr ist. Das definitiv nicht. Mich beschäftigt jedoch die Thematik sehr und wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, möchte ich ja nicht, dass meine Frau unbefriedigt oder unglücklich ist.

    Sie erzählte mir - wie schon etliche vor ihr -, dass die muslimischen Jungen in keinster Weise darauf vorbereitet werden, dass sie auf dem angekündigten grossen Fest beschnitten werden sollen. Geredet wird nur von Geschenken. Irgendwann während des Festes werden die Jungen beiseite genommen und "überfallartig" unter dem Hinweis, dass sie jetzt zum Mann gemacht würden, beschnitten. Die Jungen sollten mit diesem "Argument" mundtot gemacht werden. Etwaige Bedenken der Eltern der Jungen scheiterten an deren grundsätzlicher, "kulturell" bedingter Unfähigkeit, hier (wie auch bei anderen Konflikten) ihren eigenen Eltern zu widersprechen,

    Die Aussage ist meines Erachtens zu einseitig. Insbesondere deshalb, weil den meisten vermutlich der Einblick in die türkische Kultur fehlt. Wenn man dann natürlich Bruchstücke davon zu sehen bzw. hören bekommt, tönt das ganze natürlich recht brutal.

    Als erstes muss man verstehen, dass in der Türkei jeder, und wirklich jeder, beschnitten ist. So was wie unbeschnitten, gibt es nicht. So wie die Jungs mitbekommen, dass man irgendwann ins Militär muss, bekommen sie auch mit, dass sie irgendwann beschnitten werden. Das was was die Türkin gesagt hat, ist insofern korrekt, dass die Eltern auschliesslich vom Fest und den Geschenken reden, jedoch nicht über das, was genau dort passiert. Was genau da gemacht wird, wurde mir auch nicht erklärt, ich kann mir jedoch vorstellen, dass dies je nach Familie anders ist.

    Das Thema Beschneidung ist irgendwann auch bei den Kindern aktuell und man fragt untereinander wer nun nun alles beschnitten ist und wer nicht. Wer nicht beschnitten ist, gehört nicht dazu. Die Kinder, welche über sich die Prozedur ergehen lassen haben, erzählen es den anderen, was ihnen bevor steht. Ist sicherlich nicht die optimalste Variante, aber die Kinder bekommen sehr wohl im Vorfeld mit, was mit ihnen geschehen wird. Wie ich dies in meinem Beitrag über meine Beschneidung bereits geschrieben habe, habe ich den Eingriff in keinster Weise als brutal oder als Misshandlung erlebt.

    Aus diesem Gesichtspunkt ist es für die Kinder nicht brutal, dass die Eltern ihnen nicht erklären was da genau mit ihnen gemacht wird. Genau genommen ist es brutaler nicht beschnitten zu sein, da man nicht dazu gehört. Ich hatte mal einen Kommentar von einem Leser des Buchs Sünnet gelesen gehabt. Der Vater gab an, dass er seinen Sohn nicht hat beschneiden lassen. Im Alter von 12 war jedoch der Druck von seiner Umgebung (andere Kinder, nicht die Familie) so gross, dass er es selber wünschte beschnitten zu werden.

    Aus der Sicht der Türkin welche in Deutschland lebt, ist dies natürlich sehr brutal, da in Deutschland schlicht und einfach die Umgebung dazu fehlt. Die Kinder werden nicht von ihren Freunden gefragt, ob sie schon beschnitten sind und es wird ihnen auch nicht erzählt, was da passiert.

    Ich halte es für falsch, den Herrn so zu beschimpfen. Man muss immer den kuturellen Hintergrund einer Person sehen. Wenn in Deutschland die Beschneidung bereits als etwas positives angesehen wird, dann kann ich euch versichern, dass es in der Türkei noch viel extremer ist.

    Es gibt Personen, welche sich mit der Thematik kritisch auseinander setzen (siehe Buch Sünnet), jedoch ist der gesellschaftliche Druck so gross, dass eine pragmatische Diskussion verunmöglicht wird.

    Ich möchte euch noch meine Erfahrungen mit meiner Beschneidung teilen...

    Geboren bin ich in Westeuropa, war aber zu diesem Zeitpunkt im Ausland wohnhaft und bin dort auch zur Schule gegangen. Dort sind eigentlich alle aus Religiösen gründen beschnitten. Normalerweise ist die Beschneidung ein grosses Fest, auf das jedoch meine Familie glücklicherweise verzichtet hat.

    Der Tag lief so ab, dass wir am Morgen uns mit einem Ausflug einen schönen Tag gemacht haben. Am späteren Nachmittag kam dann der Beschneider auf ich lag auf einem Bett, nur mit einem T-Shirt bekleidet. Ein Arzt war ebenfalls anwesend. Nach dem setzen der Spritzen in die Peniswurzel hat man mich Pinkeln geschickt, wo ich zum letzen mal meine Vorhaut gesehen und zurück gezogen habe. Nach dem Pinkeln bin ich zurück und die Prozedur fing an. Gespürt habe ich nichts. Ausser einem Ziehen. Als ich wieder runter guckte, war alles bereits verbunden. Neben mir lag das Stückchen Haut, welches sie mir entfernt haben.

    Für die nächsten 2 Wochen lag ich dann zu Hause rum. War bisschen langweilig, ging aber im grossen und ganzen.

    Ich empfand die Prozedur zu diesem Zeitpunkt nicht als grausam, da es von allen als etwas positives angesehen wurde. Zumal gab es viele Geschenke und alle sagten mir, du bist jetzt ein Mann. Nach den Sommerferien tauschte man sich in der Schule aus, wer alles beschnitten wurde. Wer es nicht war, gehörte nicht dazu. Und ich gehörte jetzt auch dazu.

    Ein Jahr später war ich wieder zurück in Westeruopa. Kennt sicher jeder: Duschen nach dem Sportunterricht, Schwimmunterricht...

    Gehänselt wurde ich deswegen nie. Ich vermied es jedoch, mich nackt vor den anderen zu zeigen. Wenn ich zurück denke, hatte ich mit Nacktheit ein echtes Problem damals, weil ich zu nackt für die hiesigen Verhältnisse war. Das Problem mit der Nacktheit legte sich irgendwann. Heute kann ich ohne Probleme in die Sauna gehen.

    Die Jahre danach empfand ich die Beschneidung als was tolles. Es wird ja überall erzählt, wie toll es ist und von Freunden hörte man auch, dass man dadurch länger kann. Männer sind aber so blöd und setzen längeren Sex mit besserem Sex gleich.
    Anfänglich hielt meine Frau meinen beschnittenen Penis für eine super Sache. Heute sagt sie, es war das Exotische, das Unbekannte was die Faszination auslöste.

    Heute ist für mich mein beschnittener Penis ein echtes Problem. Sex ist okay, man muss halt viel Arbeit ins Vorspiel investieren. Aber den lockeren, einfach von statten gehenden Sex den meine Frau mit den Partner vor mir hatte, werde ich wohl ihr nie bieten können und ehrlich gesagt, ich hab im Moment keine Ahnung, wie ich ihr diesen Wunsch erfüllen kann.

    Denke, meine als auch deine Beschneidung kann verglichen werden. Am Anfang war bei mir alles in Ordnung. Jetzt ist es ja so weit auch ok, nur, ich brauch viel länger bis zum Orgasmus.

    Früher konnte ich keine Boxershorts tragen, weil ich sonst permanent mit einer Erektion herum gelaufen wäre. Heute trage ich ausschlisslich Boxershorts. Eine Erektion bekomme ich keine mehr. Wie der kleine Mann den ganzen Tag rumbaumelt, spüre ich auch nicht mehr. Eigentlich ist es ein Wunder, dass ich überhaupt noch zum Orgasmus komme.

    Es ist Balsam auf die Seele, endlich mal mit Leuten zu sprechen, welche die gleichen Erfahrungen gemacht haben.

    Es ist wohl höchste Zeit für mich endlich richtig zu handeln, anstatt nur halbherzig. Ich würde es bevorzugen, wenn mir deine negativen Erfahrungen erspart bleiben könnten.

    Ja, hatte ich, und zwar massiv. Das ging irgendwann soweit, dass ich manchmal meinen Orgasmus vortäuschte, um mich irgendwie aus der Affäre zu ziehen. Das war ne ziemlich üble Zeit. Zumindest hatte ich zu dieser Zeit schon eine Ahnung davon, was der wahre Grund dafür war. In den Jahren davor hatte ich die Schuld für unseren schlechten Sex der Einfachheit halber meiner Frau zugeschoben; darauf bin ich nicht gerade stolz. Aber aus meiner damaligen Sicht war das nur konsequent. Ich war ja perfekt getuned.

    Heftig.
    War das immer so oder hat sich das erst mit der Zeit entwickelt?

    Der Grund meiner Neugierde ist einfach: Bleibt es so wie es ist oder wird es mit der Unempfindlichkeit mit fortschreitendem Alter schlimmer.

    Nun ja, ist ist zumindest wesentlich besser als im beschnittenen Zustand - zumindest für mein Dafürhalten. Dass ohne Frenulum und gefurchtes Bändchen die Haut nicht von allein vorn hält, ist richtig. Aber auch dafür gibt es Hilfsmittel.

    Wenn ich daran denke, dass die Eichel das einzige ist was mir geblieben ist und die bereits mächtig an Empfindlichkeit eingebüsst hat, bleibt mir wohl nichts anders übrig als zu dehnen. Meine Beschneidung (nicht ganz high, nicht ganz low) ist zwar alles andere als gerade (vor allem an der Unterseite), wenigstens hat man mir noch recht viel bewegliche Haut hinterlassen.

    Die chirurgische Wiederherstellung habe ich mir ebenfalls angesehen. Es gibt sogar eine Klinik in Europa. Allerdings schreckt mich die Art und Weise wie das gemacht wird ziemlich ab. Zumal man nach der Operation eine anti-Testosteron Behandlung bekommt um Erektionen zu verhindern, zeigt mir, dass die Sache alles andere als ungefährlich ist.

    Hallo Weguer,


    Wobei ich sagen muss kann, seit ich meine Resensibilisierung (und auch hier ) durchführe, gehts um einiges schneller und besser. Ich fühle mehr und das wirkt sich auch auf meine Frau aus. Wir wissen, dass wir uns nicht quälen müssen, dass ich irgendwann tatsächlich zum Höhepunkt komme, dass der Sex nicht in Schmerzen für meine Frau endet. Und das hilft uns sehr weiter.

    Nur so aus reiner Neugier: Hattest du Schwierigkeiten den Orgasmus beim normalen Verkehr zu erreichen?

    Ich hab das schon von diversen anderen Betroffenen gehört. Hm. Wie gesagt, mir war intuitiv immer klar, dass es sich dabei um eine negative Sache handelt. Das kommt aber einfach daher, dass ich nie die Energie aufgewendet hab, die zur Verleugnung nötig ist.

    Mag sein.

    Ich hab auch von Leuten gehört, welche sich im Erfahsenenalter die Vorhaut abmachen lassen mit dem Ziel des besseren Sex. Dies obwohl es keinen Grund dazu gab. Ich kann mir gut Vorstellen, dass sich diese Leute einreden, dass jetzt alles viel besser ist.

    Ich habe vor gut 1.5 Jahre realisiert was eine Beschneidung für mich und meine Partnerin tatsächlich bedeutet und heute frage ich mich, warum die Beschneidung immer noch einen so guten Ruf geniest. Immer wieder hört man die gleichen Argumente mit der Optik, Hygiene (gut, meine Frau hat einen intakten Penis nie als unhygienisch empfunden) und Ausdauer. Wie toll es doch ist wenn der Mann beschnitten ist, hört bzw. liest man immer wieder. Das von Frauen als auch von Männern.

    Die Anzahl der Männer, welche sich in seriöseren Sex Foren über die Vorteile Beschneidung äussern und die Aussage treffen, dass es für sie nur Vorteile gegeben habe und die Empfindungen nicht zurück gegangen sind, erstaunen mich.

    Spricht man die Probleme an, glaubt der grosse Teil einem nicht. Man bekommt Argumente zu hören wie: verspannt, verkrampft, Sperma Allergie, kann nicht an Beschneidung liegen, Allergie auf Gleitgel, anderes Gleitgel benutzen... die Liste ist endlos.

    Es wäre schön, wenn sich die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit ändern würde.

    Ich habe das Buch gelesen und es setzt sich kritisch mit der Thematik um. Allerdings sollte man sich nicht über die "Likes" auf Facebook nicht täuschen lassen. Wenn man die Kommentare zu diesem Buch liest, stellt man fest, dass die türkische Gesellschaft hinter der Beschneidung steht und am Buch keine Freude hat und somit am Inhalt wenig interessiert ist.

    Interessanter ist jedoch, dass einige Eltern ihre Kinder nicht beschneiden lassen haben, jedoch mussten sie das mit dem steigenden Druck der Gesellschaft machen. Wenn man als Kind der einzige ist, der nicht beschnitten ist, dann gibt es einen starken sozialen Druck.

    Gibt es eine Studie darüber, ob die Beschneidung einen Einfluss auf die Fertilität hat?

    Das einzige was ich darüber gefunden habe ist, dass beschnittene Penise wärmer als unbeschnittene Penise sind, was wiederum einen Einfluss auf die Hoden haben könnte. Dies wurde jedoch nicht weiter untersucht.