Hallo Oki,
Ich hatte vor ca. 8 Jahren eine Beschädigung des Frenulums, die ich damals zunächst nicht ernst nahm. Mit der Zeit vernarbte das Gewebe dort aber und beim GV riss es immer wieder schmerzhaft ein. Als ich nach Monaten den ersten Urologen aufsuchte, fand der das unproblematisch ("Ein bischen eng und schmerzhaft ist doch geil"). Da zu es zu diesem Zeitpunkt einfach nur noch unangenehm war, habe ich gezielt nach einem gut bewerteten Urologen gesucht, der auch Operationen durchführt. Dieser riet zur zeitnahen Entfernung des Bändchens, was dann auch gemacht wurde. Nach der OP äußerte er den Verdacht auf LS und empfahl mir eine Beschneidung. Auslöser und Ursache von LS ist ja offenbar nicht ganz geklärt - man vermutet aber, dass ein Traumata LS auslösen kann (in diesem Fall das verletzte Frenulum).
Das wollte ich damals nicht und bekam von ihm eine hochwirksame Kortisonsalbe, die ich im 10-Tagesrhythmus anwendete. Nach einer Weile wechselte ich zu Hydrocortisol und nach etwa 5 Jahren nahm ich gar keine Salbe mehr, weil ich die Vorhaut gut zurückziehen konnte. Im erigierten Zustand war das nicht sonderlich komfortabel, aber immerhin meist schmerzfrei möglich. Das mittels Stromschere entfernte Frenulum war schnell gut abgeheilt und die Stelle ist auch weitgehend sensibel geblieben (vorher war es ja nur noch unerträglich).
Im August 2023 vernarbte dann die äußere Spitze der Vorhaut plötzlich und schnell fortschreitend. Ein erneuter Einsatz von Hydrocortisol hatte nur noch geringen Effekt, sodass ich im Herbst meinen Urologen wieder aufsuchte und einen Termin für eine Beschneidung vereinbarte. Wir hatten uns auf eine Teilbeschneidung verständigt, die vor gut einer Woche ambulant durchgeführt wurde. Mit den OP-Folgen konnte ich gut umgehen und arbeite auch längst wieder. Ich empfand auch nur die Betäubungsspritze selbst als unangenehm, darauf war ich aber nach der Frenulomie schon eingestellt. Insgesamt ist genug Vorhaut erhalten geblieben, dass die Eichel zu ca. 2/3 im schlaffen Zustand bedeckt ist (wobei ich mit Vorhaut auch reichlich ausgestattet war). Mir ist aber auch klar, dass ich das Risiko einer erneuten OP trage, wenn des LS erneut auftritt. Mein Urologe geht von einer ur geringen Wahrscheinlichkeit aus, dass das jetzt nochmal passiert.
Ich habe wie gesagt sehr unterschiedliche Erfahrungen mit zwei ortsansässigen Urologen gemacht und hatte in der Praxis, in der ich nun inzwischen 2x operiert wurde, dass Gefühl, sehr gut und respektvoll beraten zu werden. Dort wurde auch mein Wunsch, soviel Vorhaut wie möglich (vorerst) zu erhalten, ernstgenommen und auch meine Sorge vor Empfindungsverlust. Es ist aber auch so, dass es nach den letzten Monaten jetzt eigentlich nur so oder so besser werden kann, weil die plötzlich und schnell fortgeschrittene Phimose nicht nur meine Sexualität sehr beeinträchtigt hat. Wenn das Reinigen unter der Dusche reicht, um die narbige und sehr harte Vorhaut schmerzhaft reißen zu lassen, kann es eigentlich nur besser werden...
Um auf deine Frage nochmals einzugehen: Zwischen der Empfehlung einer Beschneidung und der OP lagen jetzt gut 7 Jahre. Mein Urologe war selbst überrascht, dass er mich so lange nicht gesehen hat.