Beiträge von Joeye

    Zitat von KiKa Aktuelles

    Webtalk am Sonntag 19. Januar, ab 14:00 Uhr

    Experten diskutieren im Internet zur Sendung „Schau in meine Welt! - Tahsins Beschneidungsfest“, Sonntag, 13:30 Uhr bei KiKA
    Im Anschluss an die Ausstrahlung der Dokumentation „Schau in meine Welt - Tahsins Beschneidungsfest“ sprechen namhafte Experten im Internet über das Thema der Sendung. Diskutieren Sie mit uns!

    Unsere Gesprächspartner sind:

    Michael Stumpf KiKA, Programmgeschäftsführer
    Prof. Dr. Sandra Fleischer Uni Leipzig, Medienpädagogin
    Prof. Dr. Jörg Rüpke Uni Erfurt, Max-Weber-Kolleg, Religionswissenschaftler
    n.n.

    http://www.kika.de/kika/eltern/aktuelles/index.shtml

    Mir schwant Arges...

    Die zwei Jungs aus Kornwestheim, die ja auch auf die Fetischistenseite Circlist verlinken


    Nicht auf Cirlist, aber auf Eurocirc. Und zwar ausgerechnet von Ihrer Info-Seite für Eltern zur Neugeborenenbeschneidung (sic!) ausgehend
    http://www.vasweb.org/de/leistungen/…rkumzision.html

    Eurocirc ist ja der Fetischclub, der auf seiner Homepage dick & fett den §1631d begrüßt. Jenen Schandparagraphen, mit dem sichergestellt ist, dass auch weiterhin genügend "Objekte der Begierde nachfabriziert" werden. Oder wie soll man diesen visuellen Aufmacher auf der Fetischseite verstehen?

    In der Tat: Die Herren Doktoren Müller & Armbruster sind wohl Urologen von der übelsten Sorte.

    Es ist ein komplett anderes Video geworden, nicht wiederzuerkennen!
    http://www.youtube.com/watch?v=MHfvEcTlw1Q

    Dafür verdient Benjamin Scholz ein richtig dickes Lob - wenn nicht gar einen Platz in der Hall of Fame! :)

    Die ursprüngliche Version hatte m.E. folgende Kernaussage: Bei einem Problem mit der Vorhaut einfach abschneiden, fertig ... alles cool!

    Zitat von Mein Kommentar zur ursprünglichen Version

    Alles cool? Als wäre es nie anders gewesen? Nein! Jungs verteidigt Eure Vorhaut vor jenen, die jede Verengung radikal mit dem Skalpell lösen wollen. Das innere Vorhautblatt ist eine hoch-erogene (sensible) Zone und ebenso die von der Vorhaut geschützte Eichel. Geht der Schutz verloren, stumpft die Eichel ab. Nach vielen Jahren kann Euch der Gefühlsverlust erhebliche Probleme machen. Ausserdem wird Euer Penis im erigierten Zustand absolut unbeweglich, da ein Grossteil Schafthaut fehlt. Dies kann Euch und Euren Partnern Schmerzen beim Sex bereiten. Deshalb: Wenn keine Entzündungen vorliegen, abwarten bis zur Pubertät, da die hormonell gesteuerte Weitung so lange dauern kann. Ansonsten immer zuerst Salbentherapie und (vorsichtige!) Dehnübungen versuchen. Wenn ein Schnitt unumgänglich wird: Verlangt zuerst eine Vorhaut-erhaltende Operationstechnik ("Triple Incision"), auch wenn Ihr länger nach einem kompetenten Arzt suchen müsst. In den skandinavischen Ländern wird VIEL WENIGER beschnitten als bei uns!
    http://www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/contentki…5d782931fde.pdf

    Das neue Video beschreibt Beschneidung als das was sie sein sollte: Eine "ultima ratio", wenn nichts anderes mehr hilft.
    Bravo Ben!

    (nocut)

    Ja, so ist es wohl. Er hat geantwortet:

    Zitat von jungsfragen

    das ist ein wirklich sehr guter Einwand. Ich werde mich noch heute vor die Kamera stellen und dieses Video überarbeiten. Vielen Dank.

    Mein allererster Gedanke ist auch immer: Das kann doch nur ein bewusster und absichtlicher Versuch von Verharmlosung sein. Denn wer vorher gut recherchiert, muss zwangsläufig auf fundierte kritik an voreiliger, vermeintlich "medizinisch-indizierter" Radikalbeschneidung stoßen. Vor allem nach der Diskussion im letzten Jahr ...

    Dem scheint aber wohl nicht so zu sein.

    Nein, Laffelrog, ich teile Deine Kritik. Das rechte Bildpaar ist mir etwas zu perfekt in seiner Ästhetik. Die Eichel ist von ihrer Oberflächen-Struktur wie -Farbe her so einheitlich, dass ich hier Photoshop-Blur-Filter im Verdacht habe.

    Dabei wäre es gar nicht nötig gewesen, dass Dr. Momma ein derart perfektes Bild wählt. Denn die Unterschiede sind meiner Meinung nach durchaus vorhanden (bin ebenfalls schwul, selber beschnitten und kenne beides daher aus näherer Betrachtung). Es kommt mir ein wenig so vor, als hätte man zum Beleg, dass regelmäßiges Zähneputzen schönere Zähne macht, ein Bild aus der Zahnpasta-Werbung verwendet. Von einem Model mit absolut ebenmäßigen, strahlenden Zähnen.

    Das linke Bild hingegen halte ich für realistisch, auch wenn die Eichel durch eine Erektion und die damit einhergehende Straffung wieder an Glätte und Glanz gewinnen kann (und erst Recht natürlich durch das unvermeidliche Gleitgel ... ok, kleiner Scherz).

    Das Alter spielt übrigens meiner Meinung nach eine untergeordnete Rolle. Und: natürlich liegt das ästhetische Empfinden immer auch im Auge des Betrachters! Auf Zirkumfetisch-Seiten wird die überlange Vorhaut gerne als wenig vorteilhaft transportiert - da sieht man dann oft Bilder, die an chinesische Faltenhunde erinnern.

    Mir persönlich wäre der Faltenhund 1000 mal lieber. In meinen Augen ist der eigene beschnittene Penis (und der vieler anderer beschnittener Männer) ästhetisch ein Desaster. Schließlich kommen neben der matten, stumpfen oder rauhen Oberfläche sowie blassen Färbung oft noch Narben, Krümmungen, Hautbrücken und einige andere Nachteile hinzu.

    Kurzer Artikel in der Print-Ausgabe der heutigen Süddeutschen

    Zitat von Sueddeutsche Zeitung vom 13.12.2013 - Seite 8 - Politik Inland

    Kritik an Beschneidung

    Ein Jahr nach Verabschiedung des Beschneidungsgesetzes halten Ärzteverbände wie Betroffenen-Organisationen die neue Regelung für gescheitert. Weder gebe es durch das neue Gesetz Rechtssicherheit, noch würden Kinder wirksam vor vermeidbaren Schmerzen geschützt. "Per Gesetz werden hier die Rechte der Kinder beschnitten", kritisierte Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Berlin. Die herrschende Praxis in Deutschland sei "grausam und ethisch nicht zu vertreten". Durch das neue Gesetz sind Beschneidungen möglich, auch ohne medizinisch notwendig zu sein. In den ersten sechs Monaten nach der Geburt darf der Eingriff auch von Nicht-Ärzten durchgeführt werden, wenn er nach den Regeln der ärztlichen Kunst ausgeführt wird. Die Ärzteorganisationen kritisieren nun, dass eine angemessene Schmerzvermeidung und Betäubung nicht stattfinde.

    Aber sicher! Die Pressekonferenz und die Bekanntgabe der Gründung von Intaktiv e.V. haben aus dem traurigen Anlass immerhin einen Anlass für Hoffnung gemacht. Dafür danke ich allen Beteiligten, die ungeheuer viel Arbeit da hineingesteckt haben, sehr sehr herzlich!

    Und jetzt fülle ich meinen Mitgliedsantrag aus ... ;)

    Das geht aber nur, wenn man sie vorher schön dran gelassen hat, liebe Tanten!


    Ganz genau!

    Und da frage ich mich doch: Was macht der Mohel, wenn er nach dem Abschaben der Vorhaut von der Eichel (hoffentlich nicht mit dem Fingernagel!) eine bislang versteckte Harnröhrenfehlbildung (Hypospadie) bemerkt? Alles wieder "dranpappen und festbinden"? (Man möge mir meine schonungslos direkte Formulierung bitte verzeihen...)

    Auch bei manchen Operationstechniken im Rahmen von Mann-zu-Frau-Geschlechtsumwandlungen ist die Vorhaut wichtige erogene Substanz zur Formung vaginaler Strukturen.

    Tja liebe Kinder, weitere Informationen zur Genitalchirurgie könnt Ihr Euch dann ja im Internet ergooglen. Nur bitte nicht auf den Bilder-Link klicken...

    Ich schließe mich der Meinung an: 1631d ist ein Sondergesetz, ich bin zwangsbeschnitten und die beiden Damen sind Schreibtischtäterinnen.

    Es geht nicht an, dass sie so einen "krausen" und groben Unfug unter die Kinder bringen. Die männliche Vorhaut wird als nutzloses, unhygienisches ja krankmachendes Überbleibsel beschrieben, das ohne weiteres abgeschnitten werden darf. Wohingegen jeder Eingriff in die weiblichen Genitalien schon a priori eine folgenreiche Verstümmelung ist. (Warum dann jährlich zehntausende junger Frauen in freier Entscheidung innere Labien und Klitorisvorhaut völlig sittenkonform kürzen lassen, hat mit Religion ja nichts zu tun und muss daher auch nicht erklärt werden).

    An dieser Stelle sei aus dem Artikel von Tonio Walter zitiert, "Das unantastbare Geschlecht":

    Zitat von Tonio Walter

    Durch ihn [den Paragraf 226a] soll "das Bewusstsein für das Unrecht der Genitalverstümmelung geschärft werden". Aber eben nur, soweit sie Mädchen oder Frauen betrifft. In Verbindung mit Paragraf 1631d BGB, der die Beschneidung von Jungen legalisiert, verkündet der neue Tatbestand damit folgende Botschaft: Das, was eine Frau körperlich ausmacht, ist unantastbar. Aber das, was einen Mann körperlich ausmacht, darf zurechtgeschnitten werden. Das weibliche Geschlecht ist sakrosankt, das männliche disponibel. Juristisch ist Paragraf 226a nicht so schlimm; ihn wird das Bundesverfassungsgericht kassieren. Allerdings müssen wir überlegen, wie viele Botschaften dieser Art wir Männern und Jungen noch zumuten möchten.


    Und genau diese Botschaft verkünden die beiden Damen auf einer Lehrseite für Kinder. Das darf nicht unwidersprochen bleiben!

    Danke Wakankar für Deine Ausführungen.

    Auch wenn Stephan Kramer vor dem Rechtsausschuss des Bundestags erklärte ...

    Zitat von Stephan Kramer

    Betrachtet man das Kindeswohl vom gesundheitlichen Standpunkt, so ist auch dieses durch die Voraussetzungen zur Beschneidung gewährleistet. Im Judentum hat das Leben und die Bewahrung des Lebens den höchsten Stellenwert. Aus diesem Grund dürfen Säuglinge nicht beschnitten werden, wenn gesundheitliche Gründe dagegen sprächen, der Säugling z.B. einen erhöhten Bilirubinspiegel aufweist, zu früh geboren wurde, ein zu geringes Körpergewicht hat oder unter Hämophilie leidet etc. (s. auch Mohalim-Ausbildung.). Insofern führen alle ideologisch motivierten Versuche, Kindeswohl versus Judentum gegeneinander in Stellung zu bringen, zwangsläufig ins Leere.


    ... so scheint mir da doch ein "Augen zu und durch" zu herrschen. Und auch eine Unehrlichkeit sich und anderen gegenüber, dass die Beschneidung Komplikationen überhaupt erst ausgelöst haben könnte. Bis hin zur Verantwortung für den Tod des Kindes. Dass es in jedem Fall auch so gestorben wäre - und so verstehe ich das Vorschieben von "pre-existing conditions" - ist zurückzuweisen.

    Vor ein paar Tagen war auf dem Diskussionthread von Prof. Müller zum Thema "Der neue § 226 a StGB: Verstümmelung weiblicher Genitalien - verfassungswidrig?" für kurze Zeit der untenstehende Beitrag eines Nutzers namens "Seltener Gast" zu lesen. Der Nutzer Fidelis (unser Fidelis?) hatte ihn darauf hingewiesen, dass nicht nur die weibliche, sondern auch die männliche Genitalverstümmelung (vulgo "Beschneidung") schwere Komplikationen bis hin zur Todesfolge nach sich ziehen kann. Und geschieht dies unmittelbar nach der Beschneidung, ist offiziell fast nie der Eingriff selbst schuld, sondern eine "preexisting condition".

    Offensichtlich kann für "Seltener Gast" nicht sein, was nicht sein darf, aber lest selbst. Seine Antwort ist mittlerweile gelöscht.