Guckt man mal für einen Moment zu lange in Richtung Schweiz, kommt von hinten so ein deutscher Urologe.
Zitat@UroDoc: Verstehe ich Sie da richtig? Weil Sie annehmen, dass man - wissenschaftlich belegt - noch nichts genaues weiss, plädieren Sie für die Beibehaltung der bisherigen, wie ich als negativ Betroffener meine, überschiessende 'Therapierung' mit Radikalzirkumzisionen? (Siehe die Zahl von 11% in D aus der KIGGS Studie, die im westeuropäischen Vergleich viel zu hoch ist.)
Sie meinen, die 'entscheidende Rolle' komme Faktoren zu ('soziokulturelle, hygienische') - und SOLLE ihnen auch zukommen -, die nicht in den höchstpersönlichen Entscheidungsbereich des betroffenen jungen Mannes fallen? […/2][2] Sie finden es i.O., wenn ihm Entscheidungen über Art und Weise, wie er seine Intim-Hygiene sicherstellen möchte, mit dem Skalpell abgenommen werden? Eine Vorhaut benötigt wenige Sekunden zur Reinigung - und 99% aller Vorhäute werden dieser schnellen und einfachen Reinigungsmethode im entscheidenden sexuell aktiven Alter unterzogen werden können, wenn man ihnen denn die Chance dazu lässt. Wie viele Zahnzwischenräume haben Sie? Mit Weissheitszähnen sind es 30! Jeder einzelne dieser 30 Zahnzwischenräume benötigt den Zeitaufwand einer Vorhaut zur Reinigung, und Sie brauchen sogar noch Zahnseide, Interdentalsticks oder -bürsten dazu. Ausserdem: Selbst Weissheitszähne, die keine Probleme bereiten, belässt man im Kiefer. Der Aufwand, den Ihre Kollegen in der Dentalmedizin betreiben um jeden einzelnen Zahn möglichst lange zu erhalten, ist in den vergangenen Jahrzehnten enorm gestiegen. [../3]
[3] Aber Sie als Urologen wollen weiter den schnellen Schnitt in das Allerintimste des Mannes, ohne Dokumentation über das tatsächliche Vorliegen von Diagnose und Indikation? Ich weise Sie nochmals darauf hin: der JUNGE, das Kind, ist Ihr Patient. Der JUNGE MANN, der aus diesem Kind wird, ist Ihr Patient. Und der ERWACHSENE MANN, der aus diesem Kind wird, ist Ihr Patient. Ihm und nur ihm gegenüber haben Sie sich zu verantworten! Tragen Sie bitte alles dazu bei, um irreversible Enscheidungen, die seinen Körper, seine Sexualität betreffen, GEMEINSAM mit ihm entscheiden zu können und nicht - wie bisher zu oft geschehen - über seinen Kopf hinweg in einem Alter, in dem er die Tragweite noch nicht versteht. Schaffen Sie keine vollendeten Tatsachen, sondern Entscheidungsspielräume!