Beiträge von Joeye

    Dänemark plant ein Beschneidungsregister um konkrete Zahlen für religiöse versus medizinische Beschneidungen zu bekommen

    Es handelt sich um eine Initiative, die noch von der Vorgängerregierung stammt und bereits 2013 lanciert wurde, so Henrik Mulvad Hansen, Leiter der Abteilung für Gesundheitsdokumentation am Staten Serums Institut (SSI), das mit der Erarbeitung eines solchen Registers beauftragt wurde. Konkrete Zahlen sollen die Debatte um die Beschneidung versachlichen.

    Die endgültige Genehmigung der Datenschutzbehörde für das Register steht noch aus, aber es wird erwartet, dass diese zum Ende des Jahres vorliegt.

    Interessanterweise scheinen sowohl Religionsvertreter - zitiert wird der Sprecher der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Dänemark, Imran Shah - wie auch Beschneidungskritiker diese Massnahme zu begrüßen. Für letztere wird die Gesundheitssprecherin der Dänischen Volkspartei Liselott Blixt zitiert, die zwar Beschneidungen kritisiert, aber bislang gegen ein Verbot ist.


    Originalartikel (nur für Abonennten in vollständiger Fassung)
    Hansen, Mette Skov (2015): Alle religiøse omskæringer skal registreres. In: Kristeligt Dagblad, 27.07.2015. Online verfügbar unter http://www.kristeligt-dagblad.dk/danmark/alle-r…-nu-registreres.

    Vollständiger Artikel
    http://nyhederne.tv2.dk/2015-07-26-all…-nu-registreres
    (Google Translate DK > DE)

    Da wir in 2012 ad nauseam über Religionsfreiheit, religiöse Bedeutung, religiös konstituierender Funktion der Beschneidung, religiösem Leben und Religion, Religion, Religion diskutiert haben. halte ich es mit Tonio Walter und würde ausserdem für die Straffreiheit eine Bescheinigung der Kultus-Gemeinde oder Religionsgemeinschaft verlangen, dass der Junge nur derart "verschönert" in die Gemeinschaft aufgenommen werden kann.

    Zitat von Tonio Walter

    Um eines soll es hier nicht gehen, obwohl dies natürlich die Basisfrage ist: ob Beschneidungen an kleinen Jungen ohne medizinische Indikation überhaupt legalisiert werden sollten. Ich teile im Grundsatz die Ansicht, die Holm Putzke erstmals ausführlich begründet hat, meine also, dass man dies nicht tun sollte. Zugleich halte ich es aber für ausgeschlossen, ausgerechnet in Deutschland Menschen jüdischen Glaubens und Muslime mit Kriminalstrafen zu verfolgen, wenn sie Gebote erfüllen, die ihnen ihr Glaube – aus ihrer Sicht – zwingend auferlegt. Auch ist es der erklärte Wille des Bundestages, solches religiöse Leben in Deutschland weiterhin zu ermöglichen. Es kann daher in meinen Augen nur darum gehen, eine Kompromisslösung zu finden, welche die Bedenken der säkularen, aufgeklärten und humanen Gesellschaft gegenüber der Knabenbeschneidung deutlich macht, ohne diejenigen zu Straftätern zu stempeln, die subjektiv ihre religiöse Pflicht erfüllen; und zwar eine Pflicht, die sich nicht eine Sekte ausgedacht hat, sondern die in zwei Weltreligionen wurzelt. Allerdings sollte deutlich werden, dass die Knabenbeschneidung nicht gutgeheißen wird, sondern toleriert, und dass man die Diskussion über sie nicht als abgeschlossen betrachtet; eine Diskussion, die vor allem in den Glaubensgemeinschaften geführt werden muss, das heißt unter Juden und Muslimen.

    [...]

    Um sicherzustellen, dass sich das Gesetz auf den muslimischen und den jüdischen Ritus konzentriert und jedenfalls Sekten und Individualmarotten außen vor bleiben, ist nicht von "religiösen Motiven" oder dergleichen die Rede, sondern müssen das Kind und die Sorgeberechtigten einer Religionsgemeinschaft angehören und muss die Gemeinschaft die Beschneidung gebieten.


    Desweiteren weist Walter dort auch darauf hin, dass "Strafdrohungen wertneutral per Tatbestandsausschluss eingeschränkt werden können, nämlich über Tatbestandsausnahmen".

    Zitat von Tonio Walter

    Wertneutral sind sie, weil sie in zwei Formen vorkommen können und für sich betrachtet nie verraten, zu welcher Form sie gehören: zu den Regeln, die den Tatbestand einschränken, obwohl das Verhalten im Übrigen, heißt zivil- und/oder öffentlichrechtlich rechtswidrig bleibt; oder zu den Regeln, die den Tatbestand einschränken, weil das Verhalten rechtmäßig ist, heißt zivil- und öffentlichrechtlich in Ordnung geht. Im ersten Fall ist die Ausnahme Ausdruck des von Binding ("Lehrbuch des Gemeinen Deutschen Strafrechts") so genannten fragmentarischen Charakters des Strafrechts: Nicht alles, was rechtswidrig ist, muss auch strafbar sein. [...] Für sich betrachtet ist einem Tatbestandsausschluss also nicht anzusehen, ob er für die Grenze von Recht und Unrecht steht – oder nur für die Grenze des Strafrechts. Und daher eignet sich ein Tatbestandsausschluss dafür, eine Strafbarkeit zu beseitigen, wenn man offenlassen will, wie man das Verhalten im Übrigen rechtlich bewertet.


    Walter, Tonio (2012): Der Gesetzentwurf zur Beschneidung – Kritik und strafrechtliche Alternative. In: JuristenZeitung 67 (22), S. 1110–1117. DOI: 10.1628/002268812803987835.

    Zitat von Selbstbestimmung

    Ich wüsste kein Land wo sie "widerrechtlich, aber straffrei" gestellt worden wäre


    Bei dem Satz zucke ich zusammen. "Kein Land wo ..."

    Aber nur zur Ergänzung: 2012 hatte das Law Reform Institute des Australischen Bundesstaates Tasmanien genau solch eine rechtliche Regelung vorgeschlagen. Ich glaube, das hatten wir hier bisher noch nicht verlinkt:
    http://www.utas.edu.au/__data/assets/…August-2012.pdf

    Information and advice on phimosis and unwanted circumcision
    https://www.15square.org.uk/

    Zitat

    Why 15 Square?
    If unfolded and spread out flat, a typical adult foreskin would measure about 15 square inches – the size of a five pound note. This is the amount of tissue lost to a circumcision.

    We help men who have lost their foreskin to deal with their issues. We help men who want to keep their foreskin by providing conservative treatments and alternatives to surgery.

    Mit ...

    Zitat von CC Henke

    Wegen der im Detail herausgearbeiteten und in die Entscheidung eingeflossenen außerrechtlichen Aspekte der Beschneidung hat die Lösung des Gesetzgebers ein wesentlich höheres Legitimitätsniveau als die des LG Köln.


    ... meint der dieses Dokument, oder?
    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/112/1711295.pdf

    Und der Aufsatz von Hemke ist von WANN? 2015? Hat Hemke seit 2012 das Lesen von Veröffentlichungen zum Thema Beschneidung eingestellt? Oder wie kommt der auf so eine Beurteilung?

    Zitat von Urolüge


    Sie hat es aber glaub leider so verstanden. Sie ist Psychologin, und nicht da um etwas zu werten, sondern um Menschen zu helfen weiterzukommen in ihrem Leben. Und das Thema Beschneidung in den paar Zeilen abzuhandeln...unmöglich? (und ja, die Antwort war flach...)


    "Flaschen-leere"-Trapattoni ist auch nicht "Trapattoni, die leere Flasche". Du nennst ihre Antwort flach, ich einen Furz. Flappsig ist das, ja. Aber Flappsigkeit in Wort und Bild begleiten beinahe jeden BLICK Artikel. Warum verlangt man von uns Zwangsbeschnittenen eigentlich, dass wir eine Gehässigkeit wie "Schnipp, Schnapp, Schnäbi ab" oder die obligatorische, verharmlosende Bildsprache der appetitlich angeschnittenen Banane bzw. den dämlichen bandagierten Tennisarm (vom zu langen und zu heftigen Wichsen des beschnittenen Genitals, höhö) mit Humor aufnehmen, während Fux natürlich jedes Recht hat, beleidigt zu sein, sobald man sie auch nur mit der Hohlheit einer ihrer eigenen Schlagzeilen konfrontiert?!

    Fux hat es in drei Beiträgen zum Thema, 2012, 2013 und 2015 nach meinem Dafürhalten nicht vermocht, ohne Plattitüden auf das Problem der beschnittenen Ratsuchenden einzugehen. Geschweige denn dass sie die Ursache des Problems beim Namen genannt hätte, nämlich die Entfernung von 50% der Penishaut inklusive der empfindlichsten Teile des Mannes: Ridged Band, Frenulum und inneres Vorhautblatt.

    Bei Jonathan läge die stark herabgesetzte Empfindlichkeit an falschen - nämlich zu monotonen, immer stärkerern - Masturbationstechniken und Pornokonsum.

    Alessandro, der nach eigenem Bekunden seine Vorhaut vermisst, sich beschädigt fühlt und schämt, wurde vorgehalten, er stände mit seinem Penis auf Kriegsfuss und es seien schliesslich über ein Viertel aller Männer beschnitten, da wäre Normalität doch relativ. (Ihr Umgang mit dem Fall Alessandro war für mich so krass, dass ich sie 2013 per Mail persönlich kontaktiert und darauf hingewiesen habe.)

    Bruno hatte als Spätbeschnittener etwas mehr Glück: ihm empfahl Fux im Gegensatz zu Jonathan eine intensivere Stimulation. Allerdings auch hier der Fehler: die Vorhaut ist nur eine Schutzverpackung der Eichel!

    Eine Psychologin sollte doch daran interessiert sein, die eigentliche Ursache eines Problems herauszuarbeiten und zu benennen. Das was man im Englischen so schön den "Root Cause" nennt. Alles andere bringt auch dem Betroffenen nichts. Man kann beispielsweise viele Sitzungen mit einem Patienten verbringen, der Prüfungsangst beklagt und Techniken zur Überwindung derselben einüben. Wenn er aber eigentlich das falsche Fach studiert oder überhaupt nur seinen Eltern zu Liebe ein Studium absolviert, dann wären Fachwechsel oder Studienabbruch besser.

    Wenn sich eine Psychologin nicht an den Kern des Problems vorarbeitet, dann ist ein Drehtüreffekt nicht unwahrscheinlich. Und man sieht den Patienten bald darauf vielleicht in noch verzweifelterem Zustand wieder, trotz oder gerade wegen all der schönen "Techniken", die dann wohl nichts gebracht haben.

    Neben der individuellen Drehtür gibt es ja auch den gesellschaftlichen Teufelskreis: Der ahnungslose Blick-Leser muss bei den Bagatellisierungen doch den Eindruck gewinnen, dass Beschneidung ja nicht so schlimm sein kann und die Beschnittenen selber für ihr Schicksal verantwortlich sind. Wenn Fux ihren Job als Sexualtherapeutin ernst nimmt, dann muss sie früher oder später den Mut finden, die Verletzung von Körper und Seele durch eine unnötige Beschneidung auch als solche zu bennennen und die Bedeutung der Vorhaut anzuerkennen. Davon ist sie heute jedoch weiter entfernt, als Ann-Marlene Henning es selbst VOR ihrem Umdenkprozess war!

    Zitat von Ann-Marlene Henning

    Auch betreibe ich keine Ignoranz in Bezug auf die männliche sexuelle Anatomie. Ich weiss, dass die Vorhaut nicht “irgendein Lappen” ist, “den der Mann nicht braucht”. [...] Dass die Vorhaut eine hoch empfindliche und erogene Zone darstellt [...]
    Ich würde so etwas nie mit meinem Sohn machen lassen. Warum auch?
    Ich distanziere mich von jeglicher Religion und deren rigide, und zum Teil stupiden Vorschriften und von Verstümmelung von Genitalien in jeglicher Form (MGM/FGM).


    Quelle: https://evidentist.wordpress.com/2012/09/11/bes…z-und-sexismus/ (Kommentarbereich)

    Die Körperöffnung war eine Vagina und das Geräusch ein Furz. Und "Meine Vagina macht Furzgeräusche" war der Titel eines Beitrags in Frau Fuxens Rubrik beim Blick, der vom thematischen Niveau her praktisch einen Kontrapunkt zur Beschneidung von Kindern darstellt.

    Ich habe Fux also nicht "du furzende Fotze" oder sonstwie genannt, sondern ihr das Niveau ihrer Rubrik vorgehalten sowie ihr Unvermögen (Unwille?), das Thema Beschneidung im Rahmen derselben angemessen zu behandeln.

    Ansonsten freue ich mich über den neuen Artikel sehr und habe ihn auch schon entsprechend kommentiert. Vielleicht sollten wir uns alle einen Kollegen Severin wünschen, der sich zu sagen oder schreiben traut, wovor wir Angst haben oder aus welchen Gründen auch immer zurückschrecken.

    Sehr interessant: "Ich bin Klempner von Beruf" greift in einem weiteren Beitrag die Kritik auf:
    http://news.doccheck.com/de/blog/post/2…-urologensicht/

    WICHTIG: NICHT unbedingt bürotauglich, denn Klempner hat ein Foto einer "relativen Phimose" vorangestellt, welches beim Laden der Seite sofort zuoberst erscheint.

    Zitat von Ich bin Klempner von Beruf

    Ich denke, dass sich hier eine differenzierte und wissenschaftlich fundierte Sichtweise wiederspiegelt, die über die simple Gleichung Phimose=Zirkumsision hinaus geht und auch konservative und vorhauterhaltende operative Verfahren umfasst. Aber das scheinen unsere Kritiker nicht wahrnehmen zu wollen. Letztlich lässt sich eine Beschneidung nicht immer vermeiden. Und man sollte bei entsprechender Indikation auch den Wunsch eines Patienten oder der Sorgeberechtigten respektieren, wenn diese sich nach einer ausführlichen Aufklärung, wie sie der Gesetzgeber vor jedem operativen Eingriff fordert, für eine radikale Zirkumzision entscheiden.

    Ich habe mal das, was bei mir im Fazit spontan Widerspruch hervorruft hervorgehoben. Leider komme ich diese Woche kaum dazu, dort angemessen zu antworten. Aber vielleicht hat ja jemand anders die Möglichkeit ...

    Und täglich grüsst das Murmeltier: Jetzt sind wir bei den Studien angelangt, die natürlich keine negativen Auswirkungen von Beschneidung auf den erwachsenen Mann nachweisen können.
    Wer will nochmal, wer hat noch nicht?

    Zitat


    [1] @#54: Definieren Sie bitte 'Sexualfunktion'! Libido, Erektion, Penetration, Ejakulation, Fertilisation = Satisfaktion? Ich möchte beim Thema der unnötigen Zirkumzisionen an nicht zustimmungsfähigen minderjährigen Jungen wirklich nicht wieder auf das Niveau von 2012 absinken, als es immer wieder hiess: Die normalen Lebensbiographien beschnittener Männer zeigen, dass das alles kein Problem darstellt! Das gilt nämlich genau so auch bei Millionen beschnittener Frauen in Afrika und erst recht in Südostasien, wo die weibliche Beschneidung wie bei uns die männliche medikalisiert wurde (siehe 'sunnat perempuan' in Malaysia). http://www.vice.com/read/female-ci…lar-in-malaysia [../2]

    [2] Was halten Sie z.B. von dieser Studie aus Nigeria? Okonofua, F. E.; Larsen, U.; Oronsaye, F.; Snow, R. C.; Slanger, T. E. (2002): The association between female genital cutting and correlates of sexual and gynaecological morbidity in Edo State, Nigeria. In: BJOG: An Internal Journal of Obs Gyn 109 (10), S. 1089–1096. DOI: 10.1111/j.1471-0528.2002.01550.x. Results: Forty-five percent were circumcised and 71% had type 1, while 24% had type 2 female genital cutting. No significant differences between cut and uncut women were observed in the frequency of reports of sexual intercourse in the preceding week or month, the frequency of reports of early arousal during intercourse and the proportions reporting experience of orgasm during intercourse. [.../3]

    [3] There was also no difference between cut and uncut women in their reported ages of menarche, first intercourse or first marriage in the multivariate models controlling for the effects of socio-economic factors. In contrast, cut women were 1.25 times more likely to get pregnant at a given age than uncut women. Uncut women were significantly more likely to report that the clitoris is the most sexually sensitive part of their body (OR = 0.35, 95% CI = 0.26–0.47), while cut women were more likely to report that their breasts are their most sexually sensitive body parts (OR = 1.91; 95% CI = 1.51–2.42). Cut women were significantly more likely than uncut women to report having lower abdominal pain (OR = 1.54, 95% CI = 1.11–2.14), yellow bad-smelling vaginal discharge (OR = 2.81, 95% CI = 1.54–5.09), white vaginal discharge (OR = 1.65, 95% CI = 1.09–2.49) and genital ulcers (OR = 4.38, 95% CI = 1.13–17.00).

    Und wo wir schon dabei sind, uns Studien zur Sexualität Erwachsener um die Ohren zu hauen. Hier eine weitere, aktuelle Interview-basierte Studie, die allerdings den Vorteil hat, auch die PartnerInnen mit einzubeziehen. Bronselaer, Guy A.; Schober, Justine M.; Meyer-Bahlburg, Heino F L; T'Sjoen, Guy; Vlietinck, Robert; Hoebeke, Piet B. (2013): Male circumcision decreases penile sensitivity as measured in a large cohort. In: BJU Int. 111 (5), S. 820–827. DOI: 10.1111/j.1464-410X.2012.11761.x.

    Wirklich objektiv GEMESSEN wurde - soweit es mir bekannt ist - nur in dieser Studie: Sorrells, Morris L.; Snyder, James L.; Reiss, Mark D.; Eden, Christopher; Milos, Marilyn F.; Wilcox, Norma; Van Howe, Robert S (2007): Fine-touch pressure thresholds in the adult penis. In: BJU Int. 99 (4), S. 864–869. DOI: 10.1111/j.1464-410X.2006.06685.x. Alles andere sind Interview-basierte Studien. Bei Meta-Studien, die sich letztere nach Interessenlage oder 'Bias' heraussuchen ('cherry picking'), um zum gewünschten Ergebnis zu gelangen, sollte man ohnehin vorsichtig sein. Überdies rechtfertigt KEINE dieser Studien die sexuelle Selbstbestimmung eines Menschen mit Füssen zu treten.

    Zwei fachlich versierte und interessante Antworten an die Betonkopf-Fraktion "Präputioplastiken machen nur Rezidive!"
    (Hervorhebungen von mir)

    Zitat von Gast

    zu#40, was für ein fachliches Niveau. Hier geht es um ein grundsätzliches Prinzip der plastischen Chirurgie für welches das Wort "Rezidiv" überhaupt nicht angewendet werden kann. Oder man hat nicht verstanden was eine Erweiterungsplastik, oder bei einer Längsnarbe eine Z-Plastik überhaupt ist. Entscheidend ist hier natürlich, ob das korrekt durchgeführt ist, bzw. ausreichend im Ausmaß durchgeführt wurde. Damit ist NICHT das "Wegschneiden" gemeint. Schließlich ist die Phimose im Kern eine Formvariante aber keine fortschreitende "Erkrankung". Allerdings sind operativ gesetzte Narben bei einem Kleinkind grundsätzlich SEHR PROBLEMATISCH, weil Narben bei dem rasanten Wachstum ein Hindernis darstellen, das sollte man ehrlicherweise nicht "Rezidiv" nennen dürfen, sondern Operationsfolge! Ein Grund mehr mit so etwas bis zum Ende des Wachstums zu warten.
    #46 vor 4 Stunden von Gast

    Zitat von Chirurg

    #46 völlig richtig, zu #40 diese alte "Tulpenplastik" ist technisch nichts anderes als eine sehr spitzwinklige rel. tiefe Z-Plastik. Damit wird eine ringförmige Narbe absolut verhindert und eine Dehnungsspannung kann niemals zur Spannung auf diese Narbe führen. Wird also bei einem kleinen (wachsenden) Kind (ohne Plasik) einfach nur ein Stück "weggeschnitten" muss eine solche ringförmige Narbe entstehen, also ein operativer Kunstfehler, denn der Penis wächst stärker als die zirkuläre Narbe. Das ist individuell natürlich unterschiedlich und selbst hier passt sich die Natur gelegentlich an. Fazit: eine "Zirkumzision" und eine Erweiterungsplastik sind zwei grundsätzlich verschiedene Dinge und ein Arzt sollte sich eher schämen aus angeblichen Hygienegründen zum Messer zu greifen. Die Vorhaut ist hier eher Schutz als Risiko. Oder hat jemand schon was von Zirkumzision bei unseren Nutztieren gehört, die doch mit Antibiotika vollgedonnert werden?
    #47 vor 2 Stunden von Chirurg (Gast)

    Wenn man einmal im Schwung ist ...

    Zitat

    @#40: Rezidive, Rezidive, Rezidive!
    Richtig: Vielleicht muss der Zahn irgendwann doch gezogen werden. Vielleicht aber auch nicht!
    Niemand hält Sie als Urologen davon ab, Ihr Behandlungsinstrumentarium in bezug auf Substanzerhalt und minimaler Invasivität bei gleichzeitiger Nachhaltigkeit zu optimieren. Alle Organe und Strukturen des Körpers, auf sämtlichen Gebieten der Medizin, profitieren mittlerweile von solchen Bemühungen. Nur die männliche Vorhaut soll sich hier auf Dauer allen Bestrebungen widersetzen?!

    Die drei wichtigsten Werkzeuge, die Sie - nicht erst seit heute sondern seit Langem - in der Hand haben sind ohnehin: 1.) Zuwarten 2.) Patientenmanagement in Richtung der verunsicherten Eltern ("NICHT zurückziehen!") und 3.) Salbentherapie. Wenn Sie diese drei Werkzeuge konsequent anwendeten, dann kämen wir bereits einen grossen Schritt weg von den 11% in Richtung 1-2%.

    PS: @UroDoc: Dann sässen Ihnen auch die bösen "Beschneidungsgegner" nicht mehr im Nacken. Wenn Sie uns wenigstens "Vorhautfreunde" nennen würden, wäre es schon etwas netter. Aber ins Schwarze getroffen hätten Sie schliesslich mit "Verfechter von Selbstbestimmung". Ich hätte nämlich kein Problem damit, wenn Wunschzirkumzisionen bei erwachsenen Männern deutlich zunähmen, so wie das ja heute auch bei vielen anderen Body Modifikationen der Fall ist. Machen Sie eigentlich auch Prinz Albert Piercings, Apadravyas und Ampalangs bei Erwachsenen? Nein? Warum nicht? Das hat für viele Männer doch auch positive Auswirkungen auf ihre Sexualität und ihr Body Image? Oder stehen Ihnen da plötzlich berufsethische Vorstellungen wie 'primum non nocere' im Wege?