Beiträge von Citaro

    Hallo Berkon,

    ich wurde 2010 rad. beschnitten (am 3. August 13 Jahre her),da war ich 44 Jahre alt. Die Phimose war seit der Kindheit bekannt, meine alleinerziehende Mutter war allerdings in solchen Themen recht konservativ eingestellt und interessierte das nicht. Durch mehrere Frenulunabrisse und kleine Verletzungen vernarbte und verhärtete das Gewebe zunehmend, so dass ich Ende der 90er bis 2006 insgesamt 3 kleinere OPs hatte, um Abhilfe zu schaffen, bis der Diabetes (über längere Zeit unerkannt) die Situationderart verschlimmerte, das es keine Alternative mehr gab, trotz mehrerer Meinungen.

    Ich habe das solange wie möglich hinausgezögert, weil mir war klar, das meine ohnehin schon strapaziertes Schamgefühls wegen des Aussehens meines Geschlechtsorganes( unbeschnitten) daduch gebooster wird. Nicht nur, das das optische Ergebnis sehr unvorteilhaft aussieht, im Zeitraum 2010-2015 blieben zuerst die Ejakulationen aus, später gesellte sich dann die erektile Dysfunktion hinzu, neu hinzukamen bis heute eine Harnröhrenstriktur/Verengung durch Penisverkrümung. Die Frage, ob das vielleicht auch mit der Beschneidung zusammenhängen kann, wurde verneint. Das med.Personal bei den Konsulatationen verhielt sich korrekt und diskret.

    Meine Freundin verstarb 2015, seitdem hatte keinen Sex mehr ... nur noch Probleme und Schmerzen.

    Die ältere hat die junge dazu geholt. Ob es sich bei der älteren um eine ausgebildete med. Fachkraft/Physiotherapeutin gehandelt hat, weis ich nicht, die jüngere gab auch Massagen und andere Anwendungen.
    Meine Freundin hat es weniger betroffen, auch sie war den schamlosen Blicken ausgesetzt und Empfand die Situaton irgendwie primitiv und wenig diskret...

    Ich hatte schon diverse Sexpartnerinnen. Unbeschnitten wie Beschnitten und das hat bis jetzt keine Frau gejuckt...

    Ich unterstreiche das, möchte sogar behaupten, das die sog. Millennials, also die ab ca. 1980 geborenen, den Unterschied überhaupt nicht kennen und beide Zustände als normal betrachten. Bei den älteren (zumindest meine Erfahrung) ist es wohl anders, am Ende geht es nur darum, die Frau zum Abschluss zu bringen. Einige waren auch froh, wenn ihnen der klassischen Geschlechtsverkehr erspart blieb und sie mit der Zunge, Fingern oder einem Toy befriedigt wurden.

    Es gibt auch Frauen mit gesundheitlichen Einschränkungen, die klassische Sexualität nicht können, daher froh sind, einen Mann zu finden, der dafür Verständnis hat und hinsichtlich alternativen Verständnis zeigt und flexibel ist.

    Ich Danke auch Dir für Deine Antwort.

    Es finden sich immer im Arztbrief von Urologen Sätze wie: "Zustand nach rad.CC ", was soviel heißt, da ist etwas anders/nicht normal, während auf andere Dinge, weitere OP Narben, nicht hingewiesen wird. Auf Probleme angesprochen heißt es dann, das sei ja bei vielen Männern so, und es wird wie bereits erwähnt auf die Psyche geschoben.

    Nicht nur im Netz, auch in psychologischen Gesprächen werden neuerdings "Akzeptanz" und "Resillienz" als Lösungsvorschläge für Probleme aller Art genannt. Dazu gibt es Buchvorschläge, mit dessen Inhalt man dann selbst eine für sich selbst passende Lösung erarbeiten kann.

    Frei nach dem Motto: Manche Dinge sind eben so, dann ist das eben so - das gilt es zu akzeptieren ...

    Hallo,

    mich würde interessieren ob es hier Betroffenen gibt, die wegen ihrer Beschneidung in welcher Form auch immer durch Bemerkungen/Äußerungen anderer Personen negativ angesprochen wurden und sich dadurch verunsichert gefühlt oder geschämt haben?
    Passiert ist mir das 2012 in einer Praxis für Physiotherapie, wo die Dame bei einer Fangoanwendung (Naurfango im Wasserbett/völlig entkleidet) plötzlich meinte: "Wie haben Sie das denn da?". Als ich es ihr dann kurz erklärte meinte sie in ziemlich abfälligem Ton: "So jemanden hatten wir hier noch nie".

    Nach Beendigung der Anwendung kam dann noch eine Kollegin hinzu, die sich ziemlich demonstrativ in den Raum stellte, und dabei zusah, wie ich aus dem Fango befreit wurde und der anderern Blicke zuwarf. Auf die weiteren Anwendungen verzichtete ich daraufhin. Meine Freundin, die mich begleitete wurde daraufhin auch ziemlich abwerten behandelt.

    Hat jemand ähnliches erlebt?

    Der Vorfall führte bei mir in Folge zu Scham und Vermeinungsverhalten.

    Danke für Eure Antworten.

    Auch nicht beim Sozialgericht?

    bei der Erwerbsminderungsrente war es zumindest so, das man im Widerspruchsverfahren vor dem Sozialgericht einen eigenen Gutachter beauftragen konnte, die Kosten dafür müssen an das Gericht vorgestreckt werden (ca. 1500 Euro).

    Ich denke, das es beim MDK Gutachten ähnlich läuft, vielleicht lässt Du Dich nochmals beim Anwalt beraten? Die Chancen, egal ob MDK, DRV usw. sind sehr gering, die Gerichte sind nicht klägerfreundlich und die Gutachter verlieren ihren Job, wenn sie keinen unsachlichen Rotz vom Stapel lassen. Ich habs mit der EMR aufgegeben, als man mir sagte, das am Ende nur die Meinung des vom Gericht bestellten Gutachters zählt, der dann wiederum über das Gegengutachten zu Entschieden hat - was für eine Rechtsprechung?

    Ich denke, das die Zahlen kaum aussagefähig sind, da nur die erfasst wurden, die wirklich über die Kasse abgerechnet wurden, wo also gemäß den Richtlinien eine med. Inidikation vorgelegen hat. Alle Selbstszahler, d.h also die privaten wie auch religiös/rituellen Beschneidungen fallen nicht darunter. Da es wohl auch "schwarze Schafe" gab, die auch diese Eingriffe abrechneten, hat die KV den Druck erhöht und aufgrund der angedrohten Konsequenzen wurden die Zahlen rückläufig.

    Ermittelt werden die Daten über die Abrechnungsschlüssel, jeder GKV-Versicherte kann von der Kasse eine Patienquittung oder Kostenübersicht bekommen, wo man sehen kann, wie die Abrechnungen aussehen, zum Teil auch in den Online-Portalen verfügbar. Bei grobem Unfug, können Versicherte, oder sollen sogar, das dann der Kasse melden.

    Fazit: Niemand kann genau sagen, wieviele Beschneidungen in Deutschland durchgeführt werden ...


    ... und dann wird jeder Zusammenhang mit der Beschneidung und Impotenz a-priori abgestritten.

    Ist leider so, das sie es abstreiten oder andere Gründe vorschieben.

    Zur Vorgeschichte:

    Ich habe mich hier angemeldet, weil ich den Beitrag im Link vorher gelesen hatte und dem Inhalt zustimme. Ich bin ebenfalls 57 und wurde 2010 rad. beschnitten, nachdem andere Optionen keine Aussicht auf Erfolg mehr boten. Die Phimose war seit der Kindheit bekannt, machte aber keine Probleme die behandlungsbedürftig erschienen, bis der Diabetes (über längere Zeit unerkannt) die Situation verschlimmerte. Im Zeitraum 2010-2015 blieben zuerst die Ejakulation aus, später gesellte sich dann die erektile Dysfunktion hinzu.

    Ursächlich waren Schmerzen, Schamgefühle, Selbstbewussts,- und Minderwertigkeitsprobleme, die ebenfalls zu Anpassungstörungen/Depressionen führten, die aus meiner Sicht eindeutig auf die Beschneidung zurückführen sind, denn der Diabetes konnte mittlerweile eingestellt werden und andere Faktoren konnten die Ärzte soweit ausschließen. Diagnose: Psychosomatisch