So oder ähnlich muss man das wohl verstehen.
Beiträge von R2D2
-
-
-
-
Bei Herrn Isik ist mir damals doch tatsächlich ein Ei aus der Hose gefallen. Hätte ich es mir vorher abgeschnitten, wäre das nicht passiert. Meine Zehen habe ich bereits abgetrennt und so einer ungewollten Flusenbildung vorgebeugt. Jetzt überlege ich noch, wie ich meinen Bauchnabel vor diesen bösen Fuseln befreien kann. Irgendwelche Vorschläge?
-
-
-
Maria Werner: Das setzte voraus, dass der Instanzenweg offen stünde. Der steht einem Kind aber nicht offen. Ich bin der Ansicht, dass ein jeder Junge klageberechtigt ist und dass das BVerfG eine Klage annehmen müsste, wenn es aufrichtig und seinen Regeln entsprechend handelt. Und dafür, dass es das tut, ist diese Entscheidung ja eher ein Beleg.
-
-
Man kann sicherlich darüber streiten, ob das ein der Beschneidung geschuldeter Todesfall ist. Fakt ist aber, dass eine Beschneidung auch in der Absicht, sie nach den Regeln der äztlichen Kunst durchzuführen, derartige Risiken mit sich bringen. Insofern steht soetwas dem "primum non nocere" entgegen. Fakt ist ebenfalls, dass der Junge noch leben würde, hätten seine Eltern sich nicht dazu entschlossen, den Jungen beschneiden zu lassen. Auch so ein Fehler ist ein mit einer Beschneidung einhergehendes Risiko, von dem die Befürworter ja stets behaupten, dass es soetwas nicht gäbe. Insofern bin ich der Ansicht, dass Behandlungsfehler sehr wohl einer Beschneidung angelastet werden müssen, weil man immer fragen muss, welchen Zustand hätte man, wenn man keine Beschneidung veranlasst hätte.
-
-
Christian Bahls ist nicht der einzige, der Anzeige erstattet hat. Er ist allerdings bisher der einzige, der das öffentlich gemacht hat. Ich hoffe, dass er den nun einsetzenden Shitstorm gut übersteht. Frau Pyka ist bereits drauf angesprungen:
"Jennifer N. Pyka @MissPyka 11h
"Menschenrechtler" & ihre Fixierung auf die jüdische Hose - Episode 4395: dt. Michel zeigt Rabbi an. Warum ich den orthodoxen Rabbiner Yehuda Teichtal für die Beschneidung seines Sohnes anzeige | MOGiS und Freunde … #beschneidung" -
Die Debatte dort wird nicht ehrlich geführt. Neben Katja Dörners Beitrag wurde auch dieser hier veröffentlicht:
Bereits die Frage ist falsch gestellt | Was ist der Streit-Wert?
Der folgende Kommentar wurde öffentlich als rassistisch gekennzeichnet und nach Beschwerde des Autors völlig gelöscht:
"Dieser von Schwarz-Weiß-Denken durchzogenen Argumentation kann in keiner Weise zugestimmt werden. Bereits im ersten Absatz wird der Leser mit der Behauptung, es gäbe keine Selbstorganisationen von vorhautbeschnittenen Männern, die die Praxis problematisierten, aufs Glatteis geführt. Man stelle sich nur einmal vor, die Autoren würden dieses Argument auf die weibliche Beschneidung anwenden, wo sich, zumindest bevor es in einem breiten gesellschaftlichen Diskurs problematisiert wurde, sicherlich auch keine Selbsthilfegruppen gebildet hatten. Aus der Nichtexistenz solcher Gruppen auf eine Nichtexistenz eines Problems zu schließen ist nicht nur grob fahrlässig, sondern vorsätzlich, weil es klar von einer Absicht geleitet ist, existierende Probleme nicht anzuerkennen und klein zu reden. Die Autoren mögen einmal recherchieren, wie lange es keine Selbsthilfegruppen von Missbrauchsopfern katholischer Priester gab und ob es vor deren Existenz keinen derartigen Missbrauch gab.
Auch die Behauptung, dass die Diskussion seinen Ursprung in dem Urteil des LG Köln gefunden hat, übersieht, dass die rechtliche und medizinische Diskussion nicht nur in Deutschland sondern international bereits seit vielen Jahren köchelt. Sie wurde durch das Urteil lediglich auf die Titelseiten der Medien gebracht. Völlig außen vor lassen die Autoren auch die Tatsache, dass das Urteil und der dem zugrundeliegende Gerichtsprozess ja nicht völlig grundlos oder, um die Sprache der Autoren zu benutzen, aus "weißen" Gründen erfolgt, sondern weil ein Junge massive Folgen einer Beschneidung zu erleiden hatte, die, wie das Gericht gutachterlich festgestellt hat, eintraten, obwohl der ausführende Arzt nach den vielzitierten Regeln der ärztlichen Kunst gearbeitet hat.
Die Autoren fordern einseitig, dass sich "Weiß" mit "Schwarz" zu beschäftigen habe, um deren Standpunkte zu verstehen und somit Verständnis und einhergehend eine Legitimation für die Beschneidung zu schaffen. Aber dies ist keine Einbahnstraße. Auf dem Weg in eine bunte Republik braucht es neben dem Verständnis von "Weiß" für "Schwarz" auch Verständnis von "Schwarz" für "Weiß" und auch ein Erkennen von Farbe. In diesem Sinne haben die jüdischen und muslimischen Verfechter der Beschneidung noch überhaupt nicht verstanden, was der §1631d für die "Weißen" für eine Zumutung darstellt. Hier wurde der Rechststaat mehr als gedehnt und in Widersprüchlichkeiten verstrickt als es normalerweise aus irgendeinem Grunde akzeptiert würde. Meiner Überzeugung nach wurde dafür klar das Grundgesetz gebrochen. Was der "Schwarze" da von seinem "weißen" Freund verlangt, stellte eine jede Freundschaft auf eine harte Zerreißprobe. Im Grunde ist das etwas, was ein guter Freund von einem anderen niemals verlangen würde. Das Verständnis von "Schwarz" für "Weiß" und dessen Probleme dem Ansinnen von Schwarz nachzukommen, bestand im Vorwurf von Antisemitismus und Islamophobie. Das bitte, ist auch ein Teil der erwähnt werden muss, wenn man sich mit der Entwicklung und Dynamik dieser Diskussion beschäftigt. Auch die Autoren erheben diesen Vorwurf erneut, wenn Sie postulieren, dass "Rassismus und Antisemitismus vorangelegt" seien.
Aber als wäre das alles noch nicht genug, wird dann im Postskriptum die medizinische Seite der Jungenbeschneidung auch noch komplett verharmlost. Europäische Kinderärzte haben erst vorgestern in einem Aufsehen erregenden Beitrag in der Zeitschrift Pediatrics darauf hingewiesen, dass die Ansicht der AAP völlig isoliert ist ( Cultural Bias in the AAP’s 2012 Technical Report and Policy Statement on Male Circumcision ). Eine Umfrage unter deutschen Kinderärzten ergab, dass es erschreckend oft zu Komplikationen kommt, die gottseidank nicht oft so gravierend wie bei dem Kölner Fall sind oder gar schlimmere Folgen haben, aber die nicht so einfach wie es die Autoren gerne hätten beiseite zu wischen sind. Es wird der Debattenkultur nicht dienlich sein, wenn man diese Kinderärzte und deren Organisationen als von vorangelegtem Rassismus und Antisemitismus geleitet deklariert."
-
Sorry, da hatte ich den falschen Link erwischt. Habe ihn korrigiert.
-
-