Beiträge von ventus

    Mich würden mal genauere Angaben über den verlauf der Arteria frenularis und dem Nervengebilde im Frenulum interessieren. Hat jemand von euch Quellen? Ich bin bisher nicht fündig geworden.

    Es waren die 80er, Informationen um das Thema waren rar, und Ärzte hatten eine nicht zu hinterfragende Autorität, der Druck auf eine Mutter das Richtige zu tun und ganz abgesehen davon eine fehldende Risikenaufklärung und eine verharmlosende Darstellung als Routineeingriff, nicht nennenswerter als eine Impfung und nur mit Vorteilen.

    Hallo,

    Das willkürliche Ermessen der Eltern kann sicherlich eine Rolle spielen, jedoch gehe ich davon aus, daß die meisten Mütter nicht derart gepolt sind und ihre Jungen lieben, vorallem wenn es noch junge/frische Mütter sind. Diese sind doch häufig unter dem Stress auch ja alles richtig zu machen mit ihren Kindern. Unter Ausblendung von rituellen und religiösen Beschneidungen sind es doch die ärztlichen Authoritäten, welche Handlungsbedarf und Handlungsdruck aufbauen. Bei mir wurde unter Hinweis eines Allgemeinmediziners auf ein mögliches vorliegen einer Phimose eine Überweisung in eine Kinderklinik mitte der 1980er ausgesprochen zur genaueren Abklärung. An diesem Tage um 7 Uhr fand in der Kinderklinik ein Gespräch zwischen Tür und Angel mit meiner Mutter statt, um 16 Uhr wurde ich nach der OP entlassen, als Privatpatient muss man da auch nicht warten. Ich bin mir trotz meines damaligen Alters von erst 7 Jahren aber absolut sicher, daß die Indikation einer Narbenphimose falsch war, zumal der Operateur das lächerliche Argument aufgeführt hat, daß das später mal ganz toll beim Sex sei... Medizinisch völlig irrelevant und disqualifizierend, und es reduziert den Sinn der Operation auf ein zukünftig zu erwartendes, kosmetisches Ergebnis, welches nicht der Gesunderhaltung dient. Ich hatte weder Schmerzen noch andere Probleme, selbst die Vorhaut war vollständig zurückstreifbar ohne Schmerz. Alternativbehandlungen haben nicht stattgefunden, und abwarten hätte ja auch der finanziellen Situation des Arztes nicht gedient.
    Ich denke daß hier auch sehr stark finanzielle Interessen erkennbar sind, die es zu beschränken gilt. Zum Schutz des Kindes vor dem Arzt, welchen ich für gefährlicher halte als die Schutzlosigkeit vor der Mutter/dem Vater.
    Ich für meinen Teil hätte mir gewünscht, daß eine bildgebende und schriftliche Dokumentation über die Feststellung der Diagnose stattgefunden hätte. So kann ich heute nur mit den Achseln zucken und habe keinen Nachweis / keine Sicherheit darüber, ob dieser Eingriff gerechtfertigt war oder nicht. Vlt. würde eine derart gestaltete Dokumentationspflicht den ein oder anderen medizinisch notwendig geforderten Eingriff vermeiden, wenn sich im Nachhinein die zu leichtfertige Diagnose als falsch erweisen könnte.

    Ich habe nun die beiden Artikel (spanisch und polnisch von 1962 und 1976) bekommen. Den spanischen Artikel bekomme ich gerade noch so gelesen, er ist bebildert ,was schon das meiste erklärt. Kann hier jemand aus einer der Sprachen vlt übersetzen? Ich würde die Artikel dann einscannen.
    Interessant an der Schloffer-Technik erscheint mir, daß sie einen ursprünglichen Charakter der Erhaltung zu haben scheint, zumindest wird kein Vorhautgewebe entfernt. Es wird ausgehend von der oberen Vorhautspitze ein V-Schnitt der äußeren Vorhaut gemacht bis etwa in Höhe 2-3cm vor der Corona. Die Innere wird genau mittig senkrecht im V getrennt, danach wird die gesamte Haut quergezogen und zusammengenäht. Die Naht geht dennoch einmal (fast ganz) um den Schaft herum, lediglich in Frenulumnähe wird die Haut nicht durchtrennt.
    Perfide ist an dem Artikel, daß darüber hinausgehend auch noch ein Punkt für plastische Frenulumentfernung, die zur Phimosebehandlung nicht notwendig ist, aufgeführt wird. An dieser Stelle entsteht die rauteförmige Narbe, über die man in einigen Kurzbeschreibungen ließt.
    Das Durchtrennen des Frenulums wurde bei mir offenbar durchgeführt, aber die vollständige Entfernung, und damit diese charakteristische Narbenbildung, fand nicht statt.
    Bezüglich des Films habe ich eine Anfrage laufen, das Problem ist hier wohl noch die Ermittlung möglicher Rechteinhaber bevor eine Freigabe erfolgen kann.
    Dank an werner für den link ins biomed.

    So, ich war gerade in der Kinderklinik an der Bult und habe Einsicht in meine Akten nehmen können. Zugegen war auch einer der Ärzte, den ich über die Methode befragt hatte.
    Ihm war die Methode nach Schloffer unbekannt. Laut seiner Aussage werden Plastiken dort auch nicht (mehr) vorgenommen, da es infolge von erneuten Vernarbungen/erneuter Phimose zu Nachbehandlungsbedüftigkeit kommen würde. Ich lass die Aussage jetzt mal so im Raum stehen.
    Über das pubmed-Verzeichnis habe ich mir jetzt einen spanischen und einen polnischen Artikel (im übrigen die einzigen überhaupt verfügbaren Artikel zu Schloffer) bestellt, welche ich in etwa 14 Tagen bekommen und übersetzen lassen kann. Ferner gibt es wohl beim tib Hannover aus dem Medienbestand der (liquidierten) iwf gGmbH einen s/w-Film von 1937, den ich versuche zu bekommen.
    Hätte nicht gedacht, daß es so schwer sein kann über diese angewandte Operationsmethode informationen zu bekommen.

    Hallo werner,

    Danke für den Hinweis.
    Ein Telefonat mit der Praxis ergab, daß sie diese Operationsmethode durchführen, Literatur konnte mir nicht genannt werden, stattdessen der Vorschlag einen Termin mit dem Arzt zu machen. Da ich einerseits nicht in der Nähe wohne, und andererseits der Termin bestimmt nicht kostenfrei sein wird, werde ich mich erstmal versuchen anderweitig noch zu informieren. Eine Recherche in einer Bibo einer Universitätsklinik hat bisher leider auch noch kein Ergebnis erbracht.