Ich habe nun eine neue Verdachtsdiagnose: IPP. Das ist insofern möglich, als dass meine Beschwerden in etwa dazu passen und eine Verletzung sowohl ursächlich für die PP, als auch für die anschließenden Beschwerden ohne Vorhaut seien könnten. So ganz glaube ich daran jedoch aus einem Grunde nicht: Dass Schlaf - solange er erektionsfrei verläuft - immer hilft, könnte einen entscheidenden Grund haben, nämlich die Penisposition. Während er sowohl im Sitzen, als auch im Stehen herunterhängt, liegt er im Schlaf flach. Entsprechend könnte Lymphflüssigkeit zurückfließen.
Ich halte Ödembildung für ursächlich für die Beschwerden. Ödeme führten zur PP und wurden dadurch nicht beseitigt. Das ist eben das Absurde an der CC und meiner Geschichte. Ich glaube nach wie vor nicht, dass die CC bei korrekter Diagnostik notwendig gewesen wäre. Vermutlich geht es in dieser Welt aber nicht anders, denn die latente Gefahr einer absterbenden Glans ist nicht von der Hand zuweisen.
Was meine Theorie stützt: Zu Zeiten der PP wurden die Ödeme weggedrückt und die Vorhaut repositioniert. Danach fühlte ich mich immer beschwerdefrei. Das ging über Monate, später nur noch 1-2 Tage. Jetzt ist es so ähnlich. Sobald ein Urologe länger auf meinem Teil rumdrückt und rumtastet - auch feststellt, dass er ödematös aussieht - habe ich bis zur nächsten Nacht Ruhe. Dann ist nichts mehr, absolute Symptomfreiheit. Ich habe schon zu Zeiten der PP scherzeshalber gesagt, ich bräuchte nur eine Urologin als Freundin, dann könne ich mir die CC sparen.
Die Symptome sind insgesamt ähnlich wie vor der OP, aber nicht exakt gleich. Ziehen und Brennen hatte ich nicht, aber das Gefühl einer Schwellung und Druckschmerz schon. War ja auch dick geschwollen. Damals fühlte es sich an wie Stacheldraht in der Unterhose, heute eher wie verprügelt. Die Symptome mögen sich aber auch a) dadurch verändert hat, dass eine große Ausweichfläche (Vorhaut) weg ist und b) im Zeitverlauf.
Dennoch finde ich den Verdacht IPP interessant und bin gespannt, was die konservative Behandlung bringt.
Die Beschneidung selbst scheint keinen negativen Effekt gehabt zu haben. In diesen beschwerdefreien Momenten, die leider viel zu selten sind, fühlt sich alles an wie früher. Beeinträchtigungen durch die freiliegende Eichel verspüre ich da nicht. Auch bei der, ebenfalls sehr seltenen, SB in dieser Zeit fühlt es sich eher intensiver an. Störend ist "lediglich", dass sich der Penis dabei erst bei der Ejakulation aufrichtet und ich buchstäblich jedes Gefäß darin spüre. GV wäre zu diesem Zeitpunkt sowohl mir, als auch jeder Frau, unzumutbar.
Da man aber auch drei Monate nach der CC noch keine Ursache gefunden hat, mag diese sich irgendwann als unnötig herausstellen. Alternativlos war sie in diesem Gesundheitssystem mit seinen engagierten Fachärzten aber wahrscheinlich nicht. Jedenfalls kümmert sich die Klinik, die die CC vorgenommen hat, recht vorbildlich. Die Niedergelassen können vermutlich zu wenig bei mir abrechnen, zumindest mein Eindruck.