Gibts die alten + neuen U-Hefte irgendwo digital zum Vergleich?
Beiträge von Jacques44
-
-
Erstmal tatsächlich stark, dass der Arzt geantwortet hat. Deinen Frieden wirst du leider finden müssen, weil die Beschneidung natürlich nicht mehr reparierbar ist. Zieh Energie daraus, dass du jedem in Zukunft immer die eigentliche Art der Behandlung - nämlich gar keine - ausführlichst und fundiert erklären kannst. So handhabe ich persönlich das auch. Mein Sexualleben ist bspw. eh nur noch eine Kompromisssache.
Zum Thema:
Hatte dein Junge irgendwelche gravierenden Probleme mit seinem Zustand? Wenn Nein, ist jede Beschneidung falsch. Das Vor- und Zurückstreifen der Vorhaut braucht man doch eh erst für den sexuellen Bereich.
Es ist jedoch Tatsache, dass nach einer sogenannten "sekundären Phimose" laut ärztlichen Leitlinien eine Beschneidung erfolgen sollte. Nichtsdestotrotz bleibt im Grunde aber immer noch die vorherige, vernarrte "Fehlentscheidung", dass eine enge Vorhaut in dem Alter überhaupt behandelbar ist.
Was ich aber nie verstehen werde: warum hat man nicht einfach abgewartet und geschaut, wie sich die Sache in Richtung Pubertät entwickelt? Warum wird seitens der Ärzte so frenetisch in Richtung Schneiden gedrängt?? Ich werde das nie verstehen. Später hätte man das immer noch machen können, sobald sich auch der Junge bewusst ist, welche Auswirkungen diese OP hat.Eine Ballonierung in dem Alter ist an sich erst einmal nicht unbedingt etwas Schlechtes: sie hilft sowieso gegen Bakterien, die sich unter Umständen hinter der Eichel sammeln. Man bedenke: früher haben sich die Menschen mit ihrem eigenen Urin die Zähne geputzt, weil sie eine desinfizierende Wirkung festgestellt haben...
-
Frauen können das aber selber entscheiden, wenn sie das wollen, Kinder (=die Hauptzielgruppe für Beschneidung) hingegen nicht. Dementsprechend kann ich mich auch nicht erinnern.
Sobald du die Vorhaut nur als Stück Überhang bezeichnest, disqualifizierst du dich aufgrund keiner Ahnung von der Sache für jede weitere Diskussion, die hiermit für mich deswegen auch beendet ist. Lies dich in die Fachliteratur zum Thema ein. Stichwort: "Funktionen der Vorhaut".
-
@Poorman:
Fakt ist z.B. ich hatte genau diese Probleme, in der Kindheit und z.T. bis jetzt und das alles, ohne zu wissen, woher sie kommen. Jetzt habe ich mich vor zwei Monaten eingelesen und nun macht plötzlich alles Sinn, weil in der Fachliteratur zum Thema Beschneidung genau die Probleme beschrieben wurden, die ich hatte/habe. Endlich fühle ich mich zumindest mal wissend.Oder findest du es z.B. normal, dass ich nicht mal etwas spüre, wenn mit den Zähnen an meiner Eichel gerieben wird!?!? Bilde ich mir das nur ein???
Wenn du dich in der Fachliteratur einliest, z.B. Dr.Stehr, sind nur 0,6% der Kleinkinder von einer behandlungsbedürftigen Phimose betroffen.
Und das mit den Entzündungen ist doch überhaupt kein Argument. Die selbe Dimension wäre: Frauen sollten sich die Brüste amputieren lassen. Dadurch bekommen sie nachweislich weniger Brustkrebs. Durch die Fläschchen im Supermarkt sind die sowieso nutzlos geworden.
-
Hallo zusammen. Ich möchte mir einfach mal alles von der Seele schreiben und vielleicht finde ich hier Leidensgenossen. Durch biografische Umstände (ich arbeite gerade mein Leben auf) habe ich mich mit dem Thema Beschneidung ausführlichst beschäftigt und frage mich, wie Beschneidung in der heutigen Rechtlage überhaupt noch erlaubt sein kann: Stichwort Menschenrechte, Stichwort Gleichstellung der Geschlechter, Stichwort hippokratischer Eid. Sie sollte per se als verstümmelnder, zumindest in unseren geografischen Breitengraden nutzloser und nur schadender Eingriff verboten sein und wenn dann überhaupt nur volljährig durchgeführt werden. In Stichpunkten zusammengefasst:
- im Alter von 6 Jahren wurde ich natürlich ohne irgendetwas davon zu verstehen oder irgendeine Mitbestimmung radikal beschnitten, d.h. Frenulum, beide Vorhautblätter vollständig entfernt
- Diagnose war eine "Phimose". Phimose deswegen in ", weil es aus heutiger medizinischer Sicht völlig normal ist, dass man die Vorhaut in diesem Alter nicht zurückziehen kann --> heute gäbe es selbst bei einer echten Phimose andere Behandlungsmethoden
- Erinnerungen: unmenschliche Schmerzen danach, konnte keine Hosen anhaben, "heilendes" Kamillenbad danach: ich krallte mich am Badewannenrand fest, um diese Schmerzen zu vermeiden, meine Mutter wies mich aktiv an, das Bad zu nehmen
- Sexualität heute: ich spüre beim Sex aller Art wenig bis nichts, komme lediglich durch eine Kombination aus starker Hand- und Mundarbeit seitens meiner Freundin zum Samenerguss; Ohne diese Vorgehensweise kann ich eine Erektion mangels Stimulation nicht dauerhaft halten, sodass klassischer Geschlechtsverkehr länger als eine Minute gar nicht möglich ist; ich kann also nie auf klassischem Weg ein Kind haben; stattdessen widme ich mich völlig ihr und bereite ihr mehrere Orgasmen hintereinander; ich habe mittlerweile gelernt, mich an ihrem Vergnügen komplett selbst zu freuen und mir eine Art "spirituelle Befriedigung" zu verleihen
- Beim Lesen der Fachliteratur sehe ich unglaubliche Parallelen zu meiner Biografie: - Schamgefühle (z.B. Vermeiden des Duschens mit meinen Fußballkollegen in der Vergangenheit, Vermeiden von Intimität (Selbst in meiner Teeniezeit haben mich Mädels nicht wirklich interessiert), die wenigen intimen Momente bereiteten überhaupt kein Vergnügen (Handarbeit ihrerseits war schmerzvoll, Oralverkehr ohne jegliche Stimulation) --> ich habs dann einfach ganz gelassen; Selbstwert und -vertrauensprobleme (Noch heute denke ich mir oft, warum meine Freundin mit mir zusammen ist; sie könnte es ja bzgl. Sexualität viel einfacher, normaler und besser haben
- Und das schlimmste ist: dieses verzweifelte Gefühl der völligen Hilflosigkeit und Machtlosigkeit... es gibt keine Medikamente oder Mittel mir diese Empfindungen zurückzugeben: medizinisch zusammengefasst: das sensible Gewebe am Penis ist komplett irreversibel zerstört, durch das Freiligen der Eichel verhornt sie (Keratinisierung) und zusätzlich diese Hin-und-Her-Gerissenheit zwischen Wut und Verständnis für die Eltern, die das alles sicher entschieden haben ohne die Tragweite zu überblicken.
- Urologe sagt: aus medizinischer Sicht sei alles in OrdnungBeispielszenario für Erektionsprobleme:
Wenn ich mit meiner Freundin Zungenküsse austausche, bekomme ich immer eine Erektion - ab und an auch, wenn ich es ihr oral mache.Die Erektion bleibt, sobald sie sich dann oral + manuell um meinen Penis kümmert (mit ganz viel Druck). Dabei kann ich dann kommen.
Die Erektion geht dann manchmal schneller, manchmal langsamer weg, wenn ich dann in sie eindringe/eindringen will oder wenn ich meinen Penis einfach außen an ihr reibe. Dabei spüre ich dann nichts. Edit: Berichtige mich, aber ich stelle es mir einfach bei einem "Normalo" so vor, dass die Erektion bleiben würde, würde ich dabei dann stimuliert werden würde.
Ich kümmere mich dann total um sie und bringe sie mehrmals zum Kommen, damit wenigstens sie befriedigt ist und ich habe gelernt mich an ihrer Freude selbst zu erfreuen.
Als nächstes steht der Besuch beim Neurologen + Sexualtherapeuten an! Story to be continued...
Kennt das jemand?? Liegt das an der Beschneidung?? Danke für alle Antworten!