so ich hab das ganze nochmal etwas angepasst und abgeändert:
Sehr geehrter Dr.Deindl,
nun wende ich nochmal persönlich an Sie, um Ihnen nach längerer Recherche sowie studieren der Unterlagen nochmal meine Sicht der Dinge zu schildern!
Sie sagen ja, dass Sie Aufgrund einer angeblichen Vernarbung zur Beschneidung geraten haben, allerdings bin ich mir aus meiner Erinnerung heraus doch ziemlich sicher,
dass Sie eine Vernarbung während der Untersuchung im Januar 2019 keinmal erwähnt haben, es wurde lediglich die erneute Enge angesprochen
und, dass die Salbenbehandlung ja leider keine bleibende Wirkung gezeigt hat!
Außerdem ist diese angebliche Vernarbung auch in dem Bericht an den Kinderarzt vom 22.01.2019 nicht vermerkt, hier steht folgender Befund:
Meatnus knapp einsehbar, Präputium eng, minimal reponibel!
Auch war ich sehr entsetzt, als ich Ihre Aussagen in diesem Bericht lesen musste:
https://www.nordbayern.de/politik/wann-i…assig-1.2198662
Der Vergleich Ihrer Praxis (1500 Beschneidungen jährlich) mit den anderen Kliniken (62 Beschneidungen jährlich), die Andeutungen im Link in Richtung Abrechnungs-Betrug bei den Krankenkassen, die Behandlung entgegen den Erkenntnissen aus genannten neueren Forschungen und meine Erinnerungen an Ihre Aufklärungsgespräche machen mich in ihrer Kombination stutzig. Wurde die Behandlung meines Sohnes erst im Nachhinein durch das Angeben einer Vernarbung legitimiert?
Auch ist eine leichte Ballonierung kein Grund für eine übereilte Operation:
"Es gibt eine Entwicklungsphase, in der sich bei manchen Jungen die Vorhaut „balloniert“. Ballonierung ist das Aufblähen der Vorhaut beim Wasserlassen, infolge des Drucks des Urins. Dies kann geschehen, wenn sich die innere Vorhaut gerade von der Vorhaut löst, oder gerade gelöst hat, was typischerweise im dritten Lebensjahr passiert, bevor die Vorhaut vollständig zurückschiebbar wird. Ballonierung ist ein Hinweis darauf, dass die normale Ablösung der Vorhaut von der Eichel eingesetzt hat. Diese Ballonierung ist ein vorübergehender Zustand, der von allein verschwindet, während die Vorhaut ihr Wachstum und ihre Entwicklung fortsetzt, und sich die Vorhautöffnung an der Spitze sukzessive ausweitet. BABU et al. belegten, dass die Ballonierung die Blasenentleerung nicht behindert. Ballonierung ist nicht gesundheitsschädlich, und ist somit kein Grund zur Sorge. Ballonierung ist schon gar keine Indikation für eine Zirkumzision!"
Ärzte sollten wirklich besser überlegen bevor sie zu einer Operation raten und vor allem sich die Zeit und Geduld nehmen die Eltern richtig über alle Folgen und Möglichkeiten aufzuklären!
Z.b. habe ich den OP- Bogen ohne weitere Erklärungen einfach in die Hand bekommen , lediglich die Entscheidung zwischen radikaler und Teilbeschneidung wurde kurz angesprochen, wobei die komplette Beschneidung Ihrer persönlichen Vorliebe entsprach und zur Teilbeschneidung nicht objektiv aufgeklärt wurde, sondern nur Nachteile genannt, was so nicht korrekt ist:
"Eine radikal durchgeführte Beschneidung kann erhebliche lebenslange Missempfindungen beim Patienten auslösen (z.B. Spannungen am Penisschaft, Überempfindlichkeit / Empfindungsverlust an der Eichel, Trockenheitsgefühl, Schmerzen beim Beischlaf, Amputationsgefühl, u.a.). Zudem können (im Gegensatz zu den anderen Methoden) nach einer Totalbeschneidung nur schwerlich Korrektureingriffe vorgenommen werde! Bei einer Teilbeschneidung bleibt ein gut beweglicher Vorhautrest erhalten, der die Eichel weitgehend bedecken und somit schützen kann!"
Für mich ist es besonders tragisch, dass wir an zwei Ärzte geraten sind, die bei einem damals 4 -Jährigen altersgerecht entwickelten Jungen schon Handlungsbedarf sahen.
Selbst die Salbentherapie war bei einer beschwerdefreien physilogischen Phimose übergriffig!
"In den skandinavischen Ländern, in denen eine Operation meist erst im frühen Teenageralter durchgeführt wird (10. - 12. Lebensjahr), ist die Zahl der Operationen um 2/3 niedriger. Schließlich ist die Vorhautverengung ein naturgegebener Zustand bei über 90% der Neugeborenen, bei 6-jährigen Jungen noch in über 10%, bei Zehnjährigen in 3% - 5%. Daher gibt es immer wieder Stimmen, die anmahnen, dass hierzulande häufig zu früh und oft auch zu "radikal" operiert werde!"
Die Entwicklung des Penis kann viele Jahre andauern, ehe sie vollendet ist. Jeder Junge entwickelt sich in seiner individuellen
Geschwindigkeit und diese Zeit sollte ihm auch gegeben werden!!
Ich weiß das Sie meine Vorwürfe und E-Mail wahrscheinlich eh ignorieren werden, aber ich als liebende Mutter , musste dies alles einfach los werden!
Ich befinde mich mittlerweile seit mehreren Wochen in psychischer Behandlung weil ich den unnötigen Eingriff an meinem geliebten Sohn nicht verkraften kann!
Ichhoffe sehr das in Zukunft bei ALLEN Kinderärzten, Urologen und
Chirurgen, dieses Themengebiet nach aktuellem Stand behandelt wird und
in Deutschland zukünftig, nur noch die Kinder beschnitten werden , bei
denen es wirklich absolut nötig ist! Der Rest von Europa hat eine
Beschneidungsrate von 1-2%, Deutschland seit Jahren über 10%, da läuft
doch offensichtlich etwas falsch!!