so meine Freundin ist nun auch endlich dazu gekommen mein MDK Gutachten gegen zu lesen (sie hat ja vor drei Wochen entbunden, darum hat das jetzt alles etwas gedauert).
Ich find sie hat es soweit echt super umformuliert... wäre super wenn hier jemand auch nochmal drüber liest ob man das final so schicken kann. Das Gedächtnisprotokoll hab ich auch so gut wie fertig, dass folgt dann noch die Tage
Welche Beschwerden bzw.Diagnose lag dem Arztbesuch/der Operation zugrunde?
Er hatte eine beschwerdefreie physiologische Phimose die vom Kinderarzt bei der U8 und U9 festgestellt wurde! Dieser Zustand wurde vom Kinderarzt bei den U-Untersuchung (31.01.2017 & 03.05.2018) als krankhaft fehldiagnostiziert. Daraufhin wurden wir zur weiteren Abklärung an den Kinderchirurgen überwiesen!
Im Januar 2019 suchte ich Dr.Deindl erneut auf weil die Verengung sich nicht dauerhaft verbessert hatte. Allerdings war er, bis auf eine leichte Ballonierung , die das urinieren aber nicht erschwerte, weiterhin komplett beschwerdefrei.
Welche ärztlichen Behandlungen/Unterlassung hat nach Ihrer Auffassung zum Schaden geführt?
Eine nicht notwendige, fehlindizierte Behandlung/Operation für einen beschwerdefreien altersgerechten Zustand, bei dem ein weiteres Zuwarten angezeigt gewesen wäre und nicht vorschnell eine Behandlung oder gar eine Operation hätte durchgeführt werden müssen.
Gibt es Vorerkrankungen und/oder Krankenhausaufenthalte, die vermutliche mit dem Schaden in Zusammenhang stehen?
Nein
Wie ist das aktuelle Beschwerdebild? Befürchten Sie Spätfolgen? wenn ja ,welche?
Aktuell ist er beschwerdefrei, allerdings zeigen
sich viele negative Folgen der Beschneidung oft erst Jahre später, wie
posttraumatische Belastungsstörungen
Verengung der Harnröhre,
Sensibilitätsstörungen und Einschränkungen in der Sexualität
Über diese möglichen Spätfolgen wurden wir vom Arzt nur unzureichend bzw. garnicht aufgeklärt!
Wurde über die geplante Behandlung und dessen Behandlungsrisiko augeklärt? Wurden Behandlungsalternativen genannt? Wenn ja ,welche?
Unser Sohn wurde beim Kinderarzt bei den entsprechenden U-Untersuchungen untersucht. Dort wurde jeweils eine Überweisung zur weiteren Abklärung an den Kinderchirurgen ausgestellt. Der Kinderchirurg ordnete zu Beginn eine Kortison-Salbenbehandlung an, obwohl mein Sohn beschwerdefrei war. Nach der erneuten Vorstellung beim Kinderchirurg ordnete dieser erneut die Kortisonsalbenbehandlung an, nachdem die Verengung seiner Meinung nach wie vor bestand. Es wurde jedoch nicht darüber aufgeklärt, dass das zu frühe unnötige Eingreifen und behandeln zu Mikrorissen und somit zu einer sekundären Phimose führen kann.
Nachdem die Verengung nach den Salbenbehandlungen weiterhin bestand, meinte der Kinderchirurg, dass als einzige Möglichkeit die Beschneidung in Frage kommt. Er riet uns zu einer Komplettbeschneidung, da laut ihm bei einer Teilbeschneidung zukünftig weitere Probleme auftreten könnten.
Bei der OP-Aufklärung wurde die Erweiterungsplastik gar nicht erwähnt bzw. als Option angeboten, zur Teilbeschneidung wurden nur die Nachteile genannt, die Empfehlung ging ganz klar sofort zur kompletten Entfernung der Vorhaut.
Über mögliche Risiken und Spätfolgen der Operation wurde mündlich nur unzureichend oder gar nicht aufgeklärt! Der Kinderchirurg hat die Risiken nur teilweise kurz angesprochen und uns den Aufklärungsbogen mit gegeben mit der Aufforderung, diesen zuhause durchzulesen und unterschrieben mitzubringen. So wurde z. B. über das Risiko von Sensibilitätsstörungen und Spätfolgen für die Sexualität nichts erwähnt!
Wurde über eingetreten Risiken aufgeklärt? Wenn nein, hätten Sie in die Behandlung eingewilligt, wenn Sie über dieses Risiko aufgeklärt worden ´wären?`
Wäre ich nur ansatzweise darüber aufgeklärt worden, dass mein Sohn ursprünglich eigentlich altersgerecht entwickelt war, hätte ich weder der Salbenbehandlung noch der Operation zugestimmt sondern hätte weiter abgewartet.
Wie oben bereits erwähnt, wurde nur teilweise über mögliche Risiken aufgeklärt, u. a.
welche Risiken während und kurz nach der Operation auftreten können. Über Langzeitfolgen, wie sexuelle Einschränkungen wurde nicht gesprochen. Hätte mich der Arzt über diese Risiken aufgeklärt, hätte ich der kompletten Entfernung der Vorhaut auf keinen Fall zugestimmt, sondern hätte weiter abgewartet, wie sich der Zustand entwickelt!
Dazu möchte ich noch anmerken, dass in der zum Zeitpunkt der Operation gültigen Leitlinie explizit darauf hingewiesen wird, dass über mögliche sexuellen Folgen der Zirkumzision aufgeklärt werden muss.
Sind Sie bereits im Besitz von Krankenunterlagen oder Gutachten
Die Ärztebriefe von 2017 und 2019 liegen bei, sowie einem Abschlussbericht. Dieser wurde allerdings erst dieses Jahr von den Praxisnachfolgern auf meine Nachfrage nachträglich erstellt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten weder der Kinderarzt noch ich einen Abschlussbereicht von Dr.Deindl erhalten und auch über das Ergebnis der histologischen Untersuchung wurde ich zu keiner Zeit informiert!
Seit wann hatten Sie die Vermutung einer nicht sach- und fachgerecht durchgeführten Behandlung? War Ihnen bereits zu diesem Zeitpunkt der Names des Behandlers bekannt?
Seit April 2021. Ja die Ärzte waren mir bekannt.
Durch welche Umstände hat sich die Vermutung eines Behandlungsfehlers ergeben?
Durch das Lesen eines Artikels sowie daraufhin erfolgter weiterer Recherchen über dieses Thema mit der aktuell gültigen medizinwissenschaftlichen Literatur und Leitlinie zum Thema Phimose.
Diese klärt darüber auf, dass eine Phimose ohne Beschwerden absolut nicht behandlungsbedürftig ist und sich in den meisten Fällen spätestens im Verlauf der Pubertät von selbst löst. Somit erfolgte im Falle meines Sohnes die Operation viel zu früh, ein weiteres Zuwarten wäre angezeigt gewesen.