Wow, Ihr könnt offensichtlich alle Dänisch. Oder habt ihr den Text in den Google-Übersetzer kopiert? ![]()
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Mag sein. Aber es gibt m. E. durchaus viele Eltern, die von einer irrationalen Angst in Bezug auf die nicht retrahierbare Vorhaut getrieben sind. Und diese Furcht wird nicht zuletzt durch viele unfähige Urologen/Ärzte befeuert. Diese Eltern sind dann geradezu besessen von der Vorstellung, hier müsste unbedingt zeitnah ein Problem gelöst werden, was de facto gar kein Problem ist. Da hilft nur viel Aufklärungsarbeit.
Und hoffentlich künftig fortschrittlichere Urologen. (Allerdings habe ich den Verdacht, dass die meisten dieser Zunft selbst als Kind beschnitten wurden. Der Berufswunsch und der Wunsch andere zu beschneiden könnte dann durchaus die Folge des eigenen Kindheitstraumas sein.) -
Weguer: Was Dr. Stehr betrifft, hast du sicherlich recht.
Dennoch wundert mich die Argumenation: Marion schreibt von einem Narbenring und, dass Prof. Stehr deshalb dazu geraten hat zu operieren - irgendwann (man betone "irgendwann"!). Salbenbehandlung habe nicht funktioniert.
Mag sein, dass hier irgendwelche weitere Gründe vorliegen (die wir nicht kennen), die eine Beschneidung unumgängich machen...Trotzdem möchte ich festhalten, dass vielen Eltern wohl leider die Geduld fehlt. Eine Salbenbehandlung mit Dehnen erfordert eben viel Zeit und Geduld und konsequentes Durchführen. Auch in scheinbar ausweglosen Fällen, gibt es Männer, die sogar eine vernarbte Vorhaut mit verschiedenen Verfahren dauerhaft dehen konnten, auch wenn das viele Monate gedauert hat.
Ich habe die Befürchtung (auch wenn das auf Dr. Stehr vermutlich nicht zutrifft), dass inzwischen viele Urologen lediglich die Begründung für Beschneidungen an die neue Leitlinie angepasst haben. Diese lautete früher z.B. "bis zur Einschulung muss die Phimose behoben sein" - heute behauptet der Urologe eben, die Vorhaut sei vernarbt und somit läge eben keine physiologische(primäre), sondern eine pathologische(sekundäre) Phimose vor. Mit diesem Argument kann er dann die bisherige Praxis vieler unnötiger Beschneidungen bei Kindern weiterhin fortsetzen. Ich frage mich allerdings, ob eine Vernarbung auf der Innenseite der Vorhaut überhaupt zweifelsfrei vom Arzt erkannt werden kann, da sich diese ja häufig gar nicht ausreichend zurückziehen lässt, um eine Vernarbung sehen zu können. Aber selbst bei der sekundären Phimose muss nicht unbedingt beschnitten werden.
Die aktuelle Leitlinie stellt meines Erachtens einen Kompromiss dar, der in die richtige Richtung geht, aber noch Verbesserungspotential hat.
Ich habe hier mal wesentliche Bulletpoints aus der aktuellen S2k-Leitlinie kopiert (und 2 davon kommentiert):
- Therapie der primären oder sekundären Phimose sollte nur dann erfolgen, wenn die Patienten Beschwerden haben oder solche unmittelbar zu erwarten sind, z.B. Miktionsbeschwerden (R39.-), Kohabitationsbeschwerden (N48.-)
od. Paraphimose. (starker Konsens)
- Vor einer operativen Therapie (Zirkumzision) soll zunächst eine topische Behandlung der Vorhaut mit einer steroidhaltigen Salbe oder Creme vorgenommen werden. (starker Konsens)
-> Die Leitlinie nennt für die Dehn-Behandlung bedauerlicherweise nur einen Zeitraum von 4-8 Wochen! Wenn keine wesentlichen Beschwerden bestehen, spricht m.E. allerdings nichts gegen ein längerfristiges Vorgehen!
- Erst nach erfolgloser konservativer Therapie soll bei Fortbestehen der Phimose und der Beschwerden die Zirkumzision durchgeführt werden. (starker Konsens)
-> Man beachte: "und der Beschwerden" (d.h. nur wenn Beschwerden vorliegen)!!! An dieser Stelle ist auch bedauerlich, dass die Leitlinie, nicht explizit vorhauterhaltende Operationen (z.B. Triple Incision) der Beschneidung
voranstellt!
- Bei klinischer Beschwerdefreiheit sollen Vorhautverklebungen oder Smegmaretentionszysten keine Indikationen zur (konservativen oder operativen) Behandlung sein. (starker Konsens)
- Ein Lichen sclerosus et atrophicans soll immer behandelt werden. Alternativ zur radikalen Zirkumzision kann eine Therapie mit Clobetasolpropionat 0,05% versucht werden. (starker Konsens)Gut finde ich, dass Folgendes in der Leutlinie steht:
- Vor durchgeführter Zirkumzision soll darüber aufgeklärt werden, dass durch den bei der Beschneidung resultierenden Hautverlust es zu einem Sensibilitätsverlust kommen kann, der wiederum möglicherweise das spätere
Sexualleben beeinflusst. (starker Konsens) -
Beschneidung wegen einem eingerissenen Frenulum!? Nun ja, das klingt erstmal nicht nach einer zwingenden medizinischen Indikation.
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Hallo! Ich bin noch nicht lange hier im Forum. Aus meiner Sicht besteht nur die Notwendigkeit zur Behandlung, wenn Beschwerden auftreten. So ist es meines Erachtens auch in der aktuellen Behandlungsleitlinie formuliert, an der Dr. Stehr sogar maßgeblich beteiligt war. Im Laufe der Pubertät kann sich die Vorhautverengung von alleine lösen. Natürlich sind bei einer Vernarbung die Erfolgsaussichten konservativer Methoden schlechter. Aber solange keine Gefahr für Leib und Leben besteht und keine großen Schmerzen vorhanden sind, bin ich der Meinung, dass kein Handlungsbedarf besteht und auch längeres abwarten nicht schadet.
Was die Teilbeschneidung betrifft, kann ich aus eigener Erfahrung sprechen: Ich würde sagen, bei mir wurde im Alter von 10 Jahren etwa 30% des inneren und äußerden Vorhautblattes entfernt. Die Eichel war also in den ersten Monaten nach der Beschneidung noch zu 60-70% bedeckt. Im Laufe der Pubertät ist der Vorhautrest nicht im gleichen Maße gewachsen wie der "Peniskörper", so dass sich die Vorhaut immer weiter zurückgezogen hat und irgendwann die Eichel dauerhaft freilag. Das Frenarband (oder: "gefurchte Band"), das einerseits viele Nervenenden enthält, dient ja auch als eine Art "Gummiband", das die Vorhaut über der Eichel festhält. Da dieser Teil auch bei der Teilbeschneidung entfernt wird, bleibt die Vorhaut eben nicht mehr dauerhaft über der Eichel, vor allem wenn der Penis in der Pubertät wächst.
Heute, 30 Jahre später, habe ich das gleiche Problem, das wohl ein Großteil der als Kind beschnittenen Männer im alter Ü40 plagt: Ich spüre kaum noch was - und das im mittleren Alter! Der Zustand hat sich sukzessive über 30 Jahre so entwickelt.
Ganz ehrlich: Ich halte daher auch eine relativ sparsame Beschneidung - wenn sie als Kind erfolgt - für Mist!
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Was meinst Du mit Knoten an der Vorhaut? Ödeme? Gefäßentzündungen? Was sagt der Urologe dazu?
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Sich über uralte Forenbeiträge aufzuregen bringt nichts. Wenn in aktuellen Foren mal wieder Blödsinn über die Beschneidung geschrieben wird, kann man natürlich fundiert und sachlich dagegenhalten.
Auch wenn das Thema eine sehr emotionale Sache für uns alle hier ist, muss man bei der Argumantation aber kühlen Kopf bewahren. Alles andere bringt nichts.
Im übrigen würde ich es für besser halten, wenn hier mehr Fokus darauf gelegt würde, wie man sich selbst als Betroffener helfen kann und wie die Erfahrungen damit sind.
Leider ist es ja ein Skandal, dass es praktisch keinerlei professionelle Unterstützung und Anleitung für uns Betroffene gibt.
Bei jedem Urologen liest man im Wartezimmer: "Mit Impotenz müssen Sie nicht alleine dastehen, wenden Sie sich vertrauensvoll an uns" o. dgl.
Und jemand der Erektionsprobleme hat, kann trotzdem noch das ganze Spektrum an sexuellen Empfindungen wahrnehmen und einen Orgasmus z.B. beim Oralverkehr erreichen. Und es gibt diverse Methoden, damit es mit der Erektion wieder klappt.
Wenn man aber als Mann, der als Kind beschnitten wurde, nach 30 Jahren fast nichts mehr beim Sex spürt, dann ist das meines Erachtens viel schlimmer als ein reines Erektionsproblem. Aber professionelle Hilfe gibt es für uns keine! Ich würde das als Skandal bezeichnen! (Aber emotionales "Hochkochen" ändert an diesem Umstand leider auch nichts.)