Hier handelt es sich um etwas anderes ZUM GLÜCK:
Viele wissen nicht, wie lang Nervenzellen sind. Im Falle des Penis, sind es einzelne Nervenzellen, die vom Rückenmark bis in die Vorhaut reichen.
Bei der Vorhaut-Amputation werden also nur die Enden abgetrennt. Nachdem sich dann die Wunde geschlossen hat, versuchen die Nervenzellen wieder zu regenerieren und in die (nicht mehr vorhandene Vorhaut) zu wachsen.
Dabei stoßen sie gegen eine Wand aus dichtem Narbengewebe, weshalb sie abdrehen und vermutlich verknotete Spagetti-Formen unter der Narbe bilden.
Dies erklärt, weshalb das Gefühl für Beschnittene deutlich stumpfer ist, da die Nerven nicht mehr korrekt angeordnet und somit stimuliert werden können.Nochmal zum Mitschreiben: Die Nervenzellen müssen nicht mit den Nerven im Implantat verbunden werden, denn sie wachsen von alleine hinein.
Zudem sind die Nerven auch nicht abgestorben, sondern nur fehlerhaft orientiert und mit Narbengewebe bedeckt.Zum Glück spielen alle medizinischen Fakten in unsere Hände und machen damit den Erfolg dieses Projektes sehr wahrscheinlich.
Stellt gerne weitere Fragen, ich kann versuchen diese zu beantworten.
Danke für die Erläuterung. Ich würde mich freuen, wenn die Forschungen von Foregen zu einem erfolgreichen Abschluss kommen und das Forschungsziel eines Tages erreicht wird. Und ich wünsche Foregen den größtmöglichen Erfolg hierbei.
Dennoch behalte ich eine gewisse Skepsis, was die nervale Versorgung betrifft.
Ich habe inzwischen auch gelesen, dass durchtrennte periphere Nerven im Gegensatz zu Rückenmarksnerven sich anders verhalten und diese sich gewissermaßen regenerieren können.
Allerdings liest man auch, dass sich durchtrennte Axone abbauen und nur zum Teil wieder nachwachsen können.
Wie Sie ja auch schreiben, stoßen die sich regenerierenden peripheren Nervenfasern nach einer Beschneidung auf Narbengewebe, das sie oft nicht durchdringen können und somit quasi "Spagetti" (=Neurome) bilden.
Aber passiert nicht genau dasselbe, wenn Sie eine gezüchtete Foregen-Vorhaut am Penis "anbringen". Ich stelle es mir so vor:
Sie trennen die Beschneidungsnarbe auf (entfernen ggf. vorhandenes Narbengewebe der Beschneidung) und fügen die gezüchtete Ersatzvorhat in die "Lücke" ein. Dabei entstehen zwangsläufig 2(!) neue zirkulär um den Penis verlaufende Narben.
Besteht nicht auch bei diesen neuen Narben das Problem, dass diese nicht von Nervenfasern durchdrungen werden können?
Weiterhin würde mich noch Folgendes interessieren:
Sie schreiben, dass bei der Beschneidung, die durchtrennten Nervenfasern versuchen in die nicht mehr vorhandene Vorhaut zu wachsen.
Hier geht es ja um afferente (sensible) Nervenfasern.
Ist die Wachstumsrichtung der Axone dabei nicht gerade umgekehrt - also von der Vorhaut in Richtung Rückenmark?
Setzt das nicht voraus, dass die gezüchtete Ersatzvorhaut Vater-Paccini-Körperchen, Ruffinni-Körperchen, Meißnersche Korpuskel etc. - also die ganzen Rezeptoren und Nervenfasern bereits enthält, und deren Axone dann in Richtung Rückenmark wachsen müssen?
Darf ich fragen, welche Funktion Sie selbst bei Foregen ausüben?
Es wäre klasse, wenn man mehr wissenschaftlich fundierte Informationen in puncto nervaler Versorgung der "Ersatzvorhaut" erhalten könnte.