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    Hi, ich will hier garnicht gegen euch anreden, ich wurde selber auch beschnitten. Mein bester Freund z ebenfalls beschnitten. Ich unterhalte mich öfters mit Ihm, ich wurde mit 16 beschnitten und er mit 18, beide Entscheidungen waren medizinisch nicht 100% notwendig, und daher mehr oder weniger auch freiwillig getroffen.
    Ich lese hier immer wieder wie schlimm Beschneidungen sind. Bei mir und meinem besten Freund war es auch nach 1-2 Wochen problemlos verheilt und alles wieder in bester Ordnung.

    Ich möchte anfügen, dass ich keine Probleme mit Austrocknung oder Empfindungsverlust habe.
    Vielleicht hilft auch eine etwas positivere Einstellung.

    Hallo Cutdick,

    bitte den roten Kasten lesen. Trotzdem noch ein paar Anmerkungen von mir.

    An anderer Stelle schreibst du, dass du vor der Beschneidung Schmerzen hattest und das Gefühl jetzt super sei - in diesem Thread beschreibst du jedoch, dass es keine 100%ige medizinische Indikation bei dir gab. Das klingt etwas widersprüchlich, erklärt aber ein Stück weit, warum du den Eingriff für dich positiv wertest. Aus deinen bisherigen Posts ist leider nicht erkennbar, wie lange deine Beschneidung schon zurück liegt.
    Die Zeitspanne, wie lange eine Beschneidung zurückliegt, ist nach meiner Erfahrung jedoch ein maßgeblicher Parameter, wenn es um die Frage geht, ob die Beschneidung als Langzeitfolge einen Sensibilitätsverlust verursacht hat. Ein weiterer Parameter ist die "Radikalität" der Beschneidung, d.h. wie viel vom inneren Vorhautblatt (und ggf. Frenulum) entfernt wurde.

    Ich befasse mich mit dem Thema Beschneidung schon seit vielen Jahren und wurde selbst als Kind (unnötigerweise) beschnitten - im Alter von ca. 10 Jahren.

    Die Erfahrung am eigenen Körper zeigt mir, dass Eichel und verbliebener Vorhautrest sukzessive mit den Jahren an Sensibilität verlieren. D.h. wenn diese empfindlichen und sensiblen Schleimhäute jahrelang ungeschützt den Umwelteinflüssen (Reibung, Austrocknung, Chemikalien, Sonnenlicht, Kälte....) ausgesetzt sind, kommt es zu einem "ungünstigen Alterungsprozess", den es so bei unbeschnittenen Männern nicht gibt. Wesentlicher Parameter ist, wie lange die Beschneidung schon zurück liegt. Ein erkennbarer Sensibilitätsverlust zeigte sich bei mir schon nach 5 Jahren - im Vergleich zu Gleichaltrigen war mehr Zeit erforderlich um "fertig" zu werden, als gravierendes Problem nimmt man das allerdings noch nicht wahr. Ein stärkerer Empfindungsverlust war nach 10 Jahren erkennbar (Alter ca. > 20 Jahre), von da an war stärkere Reizung notwendig um intensive Empfindungen zu erleben. Richtig gravierend wurde es ca. 30-35 Jahre nach der Beschneidung (Alter > 45). Kaum noch Gefühl und nur noch selten ein richtiges Orgasmusgefühl vor der Ejakulation. Mit der Zahnbürste über die Eichel fahren, ist für einen unbeschnittenen Mann kaum auszuhalten - 35 Jahre nach der Beschneidung ist aber die ungeschützte Eicheloberfläche so verdickt und unempfindlich geworden, dass man das nicht mehr als schmerzhaft empfindet! Inzwischen habe ich von vielen anderen Männern hier und in anderen Quellen vergleichbare Äußerungen gelesen und gehört. Es handelt sich also nicht um bedauerliche Einzelfälle oder nur durch eine "negative Einstellung" verursachte Auswirkungen! Unter anderem weisen auch Studien von Morten Frisch darauf hin, dass es sich nicht nur um Einzelfälle handelt, wenn Männer negative Auswirkungen auf die Sexualität beklagen.

    Ein weiterer Parameter ist die Radikalität der Beschneidung. Es gibt viele Männer, die schon unmittelbar nach der Beschneidung einen gravierenden Gefühlsverlust beklagen. Wenn man die Erläuterungen dieser Männer genau liest, erkennt man schnell, dass in diesen Fällen radikaler beschnitten wurden, d.h. das innere Vorhautblatt wurde (nahezu) vollständig entfernt und ggf. sogar das Frenulum. Wenn man sich die Sorell-Studie anschaut, versteht man, warum eine sehr radikale Beschneidung zwangsläufig schon unmittelbar nach der Beschneidung solche Auswirkungen hat.

    Zu Pekarek siehe: Ein evidenzbasierter Blick auf die Beschneidungsdebatte - Von Hendrik Pekárek, Berlin

    Ich wusste nicht, dass das obg. "Werk" von Pekarek schon im Jahre 2013 hier im Forum thematisiert wurde.

    Siehe auch meine Abrechnung mit dem "reformierten" WD: Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages


    Erschreckend finde ich aber, dass der Wissenschaftliche Dienst unseres Gesetzgebers auch noch im Jahre 2018 für seine Argumentationen zu § 226a StGB versus § 1631d BGB diesen Herrn Pekarek als Quelle verwendet. Das ist wirklich schwer zu ertragen! X(
    Aber wie ich sehe, war auch das schon mal Thema hier im Forum.

    Was dazu damals dazu geschrieben hast, finde ich super. Danke. :)

    Selbstbestimmung: Danke für diese tolle Recherche in Bezug auf die FR :thumbup:

    Was die Gegenpole § 226 StGB und § 1631d BGB betrifft, finde ich folgende Links sehr erhellend:

    https://www.bundestag.de/resource/blob/…18-pdf-data.pdf
    https://www.bundestag.de/resource/blob/…18-pdf-data.pdf
    https://www.juracademy.de/strafrecht-bt1…genitalien.html

    Es ist echt ein Witz, wie krampfhaft da versucht wird, einen Verstoß gegen den Gleichheitssatz zu "verschleiern". Da wird mit unterschiedlicher Gefährdungslage argumentiert und einfach behauptet, dass es männliche Genitalverstümmelung als rituelle Handlung praktisch nicht gebe.
    Locker flockig wird einfach unterstellt, dass eine Penisbeschneidung eben keine Genitalverstümmelung sei - Punkt!
    Die Penisbeschneidung sei ein relativ geringer Eingriff mit dem keine schwerwiegenden Komplikationen und Risiken verbunden sind, behauptet der Gesetzgeber geradezu rotzfrech. Dem Gesetzgeber hätte zum Zeitpunkt der Erstellung der obg. Dokumente bereits bekannt sein müssen, dass Komplikationen keine Seltenheit sind.

    Unter anderem wird in einem der obg. Aufsätze eine Arbeit von Pekarek referenziert:
    https://www.zis-online.com/dat/artikel/2013_12_786.pdf
    Verstehe ich das richtig, dass dieser Pekarek die Studien von Sorell und Frisch diskreditiert? *Kotz*
    Andererseits greift dieser Pekarek in seinen eigenen Quellen auf unseren alten Freund Brian Morris zurück.
    Eine wirklich verlässliche Quelle! (Ironie) Da kann man nur noch lachen.
    Pekarek war u. a. ehemaliger Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Berliner Studien zum Jüdischen Recht.
    Er ist also völlig frei von Interessenskonflikten. (Ironie)

    Unser Gesetzgeber pickt sich scheinbar auch nur die Quellen heraus, die für die eigenen Interessen passen.

    Ich hoffe, dass es künftig mehr gute Forschung geben wird, die mit harten Fakten untermauert, dass die Penisbeschneidung nichts anderes als eine Genitalverstümmelung ist.

    Eine gute Idee wäre auch eine Metastudie, die alle derzeit verfügbaren Studien zum Thema Auswirkungen auf die Sexualität einem kritischen Review unterzieht. Dann würde man hoffentlich sehen, dass eher die Studien der Beschneidungsbefürworter methodische Mängel aufweisen als umgekehrt.

    Die Plateauphase ist bei mir vom Gefühl her nicht so stark und sie zu knacken um in den Orgasmus zu kommen ist die eigentliche Herausforderung.

    Deine Schilderung wundert mich ein bisschen. Weil das im Grunde dem entspricht, was m. E. beschnittene Männer oft erleben. Ich denke, viele Beschnittene spüren in der Plateauphase so wenig, dass sie sich durch die Plateauphase regelrecht hindurchzwingen müssen, um dann wenigstens einen "Orgasmus" zu spüren. Orgasmus habe ich bewusst in Anführungszeichen gesetzt, weil er für einige Beschnittene kein wirklicher gefühlsmäßiger Höhepunkt mehr ist, sondern eher eine reine Ejakulation. Ich glaube aber, die meisten intakten Männer und Frauen, genießen es vor allem die angenehme Plateau-Phase möglichst lange hinauszuzögern (sog. Edging). Und das macht natürlich nur Sinn, wenn man(n) auch was davon hat. Einem Beschnittenen, der dabei nichts spürt, bringt die Plateauphase halt nichts....

    @Kopfstil
    Ich vermute deine Frage richtet sich an den Thread-Ersteller LongRun, aber ich möchte trotzdem dazu was sagen.

    Ich bin selbst als Kind beschnitten, die Beschneidung war nicht sehr radikal, so dass sich bei mir ein starker Sensibilitätsverlust erst über 30 Jahre hinweg sukzessive entwickelt hat. Nach Beginn der Stimulation kommt normalerweise eine längere Phase intensiver angenehmer Gefühle (Plateauphase), die sich dann in Wellen immer weiter bis zu einem Maximum (Höhepunkt) steigert und dann in Kontraktionen übergeht.
    Ich selbst spüre nur noch kurz bevor die Kontraktionen beginnen etwas - und zwar nicht sehr intensiv. Man kann das bei mir nicht mehr als gefühlsmäßigen Höhepunkt bezeichnen und ein Gefühl von sexueller Befriedigung bleibt somit oft aus.

    Ich denke, das mit dem Ganzkörper-Orgasmus erklärt sich ganz einfach aus der hohen Gefühlsstärke, die ein unbeschnittener Mann erlebt.
    Am Beispiel von Schmerzen kann man sich das vielleicht folgendermaßen vorstellen:
    Bei einer leichten Verletzung hast du einen lokalen Schmerz an der Stelle der Verletzung. Wenn der Schmerz allerdings sehr stark ist, dann ist das Gefühl so stark, dass es dich und deinen Körper komplett ausfüllt, so stark, dass du vielleicht sogar vor Schmerzen schreist.
    Ich glaube entsprechend verhält es sich mit dem "Ganzkörper-Orgasmus" nur eben, dass das Gefühl dabei angenehm ist.
    D.h. wenn der Penis durch die Beschneidung sehr unempfindlich ist, ist das "Gefühl" nur schwach und du nimmst es daher nur lokal im Bereich der Eichel/Vorhaut wahr. Ein intakter Mann wird dagegen sehr starke Gefühle erleben, die seinen ganzen Körper ausfüllen.

    Vielleicht kann mich ja einer der (ehemals) intakten Männer ggf. berichtigen, falls ich mit der Beschreibung falsch liege.

    Zu Dir:
    Wurdest Du schon als Kind beschnitten? Wie ist es bei Dir mit den Empfindungen? Du spürst auch fast nichts vor den "Kontraktionen"?
    War es bei dir schon immer so?

    In manchen Fällen kommt es vor, dass eine Beschneidung zu einer starken Übersensibilität führt. Mit Genuss hat das dann allerdings in der Regel nichts zu tun, sondern eher mit Schmerzen.

    Wenn also jemand schreibt, dass er nach mehr als 30 Jahren ohne Vorhaut keinen deutlichen Verlust an Sensibilität über die Jahre festgestellt hat, dem kaufe ich sowas einfach nicht mehr ab. Das widerspricht auch ganz krass meiner eigenen Erfahrung als Beschnittener - und auch ich bin nicht sehr radikal beschnitten.

    Eine Person, die sowas behauptet, treibt dann meines Erachtens bewusst (z.B. religiöse Lobbyarbeit oder finanzielle Interessen) oder unbewusst (z.B. Verdrängung) ihr "Spielchen" mit den Lesern.

    Besonders interessant finde ich vor diesem Hintergrund auch den letzten Satz von Sven - sein Ratschlag an Eltern & Männer:

    "...habt Geduld bei Kleinkindern (Verklebung löst sich oft noch) und geht zum (guten) Urologen! Lasst euch keine Narrenkappe vom Hausarzt oder Kinderarzt aufsetzten!"

    Als Kleinkind bezeichnet man i. Allg. Kinder im Alter von 2 bis 3 Jahren (selten auch bis zum 7. Jahr). Die Aussage von Sven entspricht also nicht der Leitlinie, denn die aktuelle Leitlinie sieht auch bis in die Pubertät keinen Handlungsbedarf, wenn die Phimose keine Beschwerden verursacht.

    Sven empfiehlt letztlich zu einem (guten) Urologen zu gehen und sich keine Narrenkappe vom Hausarzt oder Kinderarzt aufsetzen zu lassen.

    Aber sind es nicht gerade die Urologen, die immer noch voreilig zu Beschneidungen raten, wobei der Berufsverband der Kinder und Jugendärzte in puncto Beschneidung zur Zurückhaltung rät???

    Nun ja, vielleicht ist Sven ja ein Vertreter der "Urologen-Zunft" ? ;)

    Selbstbestimmung:

    Die Unabhängigkeit unseres Verfassungsgerichts habe ich bislang nie in Zweifel gezogen. Ich bin bislang davon ausgegangen, dass es solche Zustände nur in den USA gibt. Aber wenn das wirklich stimmt, was du schreibst, wäre das definitiv nicht gut.

    In puncto Beschneidungsgesetz sind mir vor allem die Artikel von Prof. Holm Putzke geläufig. Und tatsächlich scheint sein Schwerpunkt im Strafrecht zu liegen.

    Trotzdem finde ich seine Artikel gut und teile hier einfach mal die Links:

    http://www.holmputzke.de/images/stories…eschneidung.pdf
    http://www.holmputzke.de/images/stories…%20lg%20kln.pdf

    Da fragt man sich welche Vollpfosten im Dienste unserer Bundesregierung solchen Mist raushauen...

    Die Brit Milah ist mit Sicherheit nicht durch die Verfassung gedeckt, sondern durch einen juristischen Winkelzug aus dem Jahr 2012, indem man das Recht der Eltern in eine nicht medizinisch notwendige Beschneidung einzuwilligen als Teil der elterlichen Personensorge mittels § 1631d ins BGB integriert hat. Diese Rechtsnorm und somit auch die Brit Milah verstößt meines Wissens nach Ansicht einiger Juristen gegen das Grundgesetz, weil das Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit missachtet wird. Und sowohl § 1631 d BGB als auch § 226a StGB, der die Verstümmelung weiblicher Genitalien verbietet, verstoßen wohl auch gegen den sog. Gleichheitssatz des Grundgesetzes.

    Eine sog. Normenkontrollklage würde wohl gewisse Mehrheiten im Bundestag erfordern.

    Das widerspricht sich leider. ;) Ansonsten aber Zustimmung.

    Kling zugegebenermaßen wie ein Widerspruch. ;)
    Ich meine damit, dass ich mit dem Thema im engeren Umfeld - bis auf wenige Personen - nicht "hausieren" gehe.
    Wenn ich allerdings wüsste, dass im privaten Umfeld jemand sein Kind beschneiden lassen möchte, würde ich das direkt adressieren.
    Besonders wichtig finde ich - und das kann ja auch im Schutze der Anonymität erfolgen - auf unsinnige Informationen im Internet direkt zu reagieren. Dazu möchte ich alle ermutigen. Die Anonymität ist mir dabei - leider - noch wichtig. Ich habe höchste Achtung vor denjenigen, die sich sogar aus der Anonymität herauswagen. Vielleicht gelingt mir das auch irgendwann. Mit meinem Urologen hatte ich bereits ein Streitgespräch zu dem Thema als ich ihm erklärte, dass mein Empfindungsvermögen eingeschränkt sei und ich deshalb ein Gegner von Beschneidungen bin. Die Antwort war, dass das in den USA ganz nochmal sei (das übliche blabla) und er noch nie von solchen Problemen gehört habe. Ich habe ihn dann darauf hingewiesen, dass viele Männer in den USA darunter leiden und sogar gegen die Routine-Säuglingsbeschneidung auf die Straße gehen. Seine kleinlaute Antwort war: "Das wusste ich nicht".
    Im Grunde wäre als Aktion sogar sinnvoll, wenn Mogis/intaktiv Infobroschüren erstellen würden und diese im Rahmen einer Aktion an alle niedergelassenen Urologen senden. Nur so als Idee.

    Das ist ein Werbevideo, in dem leider nur die Therapeutin spricht. Wichtiger wäre, die Erfahrung des Patienten im O-Ton zu hören.
    Ich habe da durchaus ein bisschen Skepsis. Profitieren kann man von sowas vielleicht schon. Aber es ändert eben nichts daran, dass der körperliche Schaden am Penis dadurch nicht repariert wird und die Penissensibilität dadurch nicht zurückkommen wird.
    Der Trick ist hier wohl, dass die fehlende Erregbarkeit/Sensibilität des Penis durch die Psyche und andere Körperregionen teilweise kompensiert werden soll. Aber wie gesagt - ich bin skeptisch, in welchem Umfang das wirklich gelingen kann.

    Hi! Wenn du dir sorgen machst, würde ich dir raten möglichst kurzfristig das in der Notfallpraxis deiner Stadt einem Arzt zu zeigen. Dann hast du Gewissheit, ob alles okay ist.
    Ich kann mit nicht vorstellen, dass hier im Forum jemand das beurteilen kann. Die bei dir gewählte OP-Methode ist hier in Deutschland auch nicht sehr häufig, so dass der Kreis derer die sich auskennen hier im Forum eher gering sein dürfte.

    Äußert Eure Meinung doch bitte als Kommentar direkt unter dem Youtube-Video. Wenn wir uns nur hier innerhalb des Forum darüber beklagen, ist die Wirkung m. E. gering. Ich glaube es ist wichtig, dass jeder, der solche miserablen Informationen, wie dieses Video, findet, mit einem gezielten Kommentar an den Urheber darauf reagieren sollte.

    Ich finde auch, dass man trotz allem positiv bleiben sollte und dass die Beschneidungs-Thematik nicht das ganze Leben dominieren sollte.
    Ein guter Weg ist aber z.B. durch Foreskin-Restoration zu versuchen die eigene Situation zu verbessern.
    Ich würde mein engeres Umfeld aber nicht damit belasten wollen - also mit Freunden würde ich über das Thema Beschneidung nicht sprechen.
    Ich finde es aber sehr wichtig, dass jeder von uns die eigene Erfahrung kommuniziert.
    Viele von uns haben sich sehr eingehend mit der Thematik befasst - d.h. wir sind die Experten rund um das Thema Beschneidung.
    Ich würde mir wünschen, dass jeder, der hier im Forum auf Falschinformationen von Webseiten, Youtube, Presse usw. aufmerksam macht, auch seinen Widerspruch direkt auf dem entsprechenden Medium äußert. Auf Youtube oder Facebook gibt es ja z.B. die Möglichkeit zu kommentieren. Nur wenn wir alle nach außen gehen und Falschinformationen als das kenntlich machen, was sie sind, kann sich was ändern.
    Wenn das aber nur hier gepostet wird und wir uns alle kollektiv darüber empören, bringt das nichts. Die Kommunikation muss nach außen gehen - habt Mut! Schreibt dagegen, wenn ihr Blödsinn lest! Wir müssen nach außen sichtbar werden!

    Hi Mima,
    kein Problem. Eine Überweisung wird meines Erachtens nicht benötigt. Das wäre nur bei einer stationären Behandlung (dann: Einweisung) notwendig. Du musst zum Sprechstundentermin, zu probatorischen Sitzungen und Notfallterminen (Akutbehandlung) meines Erachtens nur deine Krankenversicherungskarte mitbingen. Aber frage zur Sicherheit den Therapeuten bei der telefonischen Kontaktaufnahme. Wenn der Psychotherapeut kein Arzt (ärztlicher Psychotherapeut) sondern Psychologe (psychologischer Psychotherapeut) ist, wird für den Antrag auf Therapie nach den probatorischen Sitzungen ein ärztlicher Bericht (Konsiliarbericht) benötigt. Darin muss ein Arzt (i.d.R. ein Hausarzt oder ein Arzt für Psychiatrie) beurteilen, ob Gründe gegen eine Psychotherapie sprechen oder ob körperliche oder psychiatrische Ursachen statt psychischer Ursachen für deine Beschwerden maßgeblich sind. Dein Therapeut wird dir zu gegebener Zeit erklären, was zu tun ist. Grundsätzlich kannst du dich mit solchen Fragen auch an die Hotline deiner Krankenversicherung wenden. P.S.: Beim obigen Prozedere gehe ich davon aus, dass du gesetzlich versichert bist. Bei einer privaten Krankenversicherung kann der Ablauf evtl. anders sein. Bei der Therapeutensuche solltest du darauf achten, dass der Therapeut eine Kassenzulassung hat. Ein Psychotherapeut ohne Kassenzulassung ist für gesetzlich versicherte nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
    Dann noch folgende Tipps: Neben der psychotherapeutischen Behandlung deiner Probleme ist es m. E. auch wichtig, dass du für Ablenkung sorgst. D.h. dein Leben sollte sich nicht ausschließlich um deine Probleme drehen. Tu Dinge, die dir gut tun. Mache Sport, geh Joggen, kaufe dir Walking-Stöcke, geh Radfahren, geh zum Schwimmen an den See... Wenn du niemanden hast, dann tu es für dich allein. Wenn dir der Antrieb fehlt, überwinde dich und du wirst sehen, dass dir sportliche Betätigung helfen kann die Stimmung zu heben. Am besten, du planst solche Aktivitäten fest in deinen Tagesablauf ein. Du kannst Entspannungsverfahren lernen, die gegen Ängste hilfreich sind, Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Yoga, MBSR (Achtsamkeitsübungen), Meditation... Da gibt es VHS-Kurse, aber auch Youtube-Videos. VHS-Kurse haben den positiven Nebeneffekt, das du unter Leute kommst. Dabei musst du für dich natürlich prüfen, was dir guttut und was nicht.
    LG, Logo.

    Hallo Mima,

    meiner Erfahrung nach ist eine gewisse Skepsis in Internetforen immer angebracht.
    Ein Internetforum ist aber sicherlich etwas anderes als ein Besuch beim Psychotherapeuten. Denn dort findet ein direkter persönlicher Kontakt statt. Wenn du in den Probesitzungen feststellen solltest, dass dir der Therapeut nicht glaubt oder du dich irgendwie dort nicht gut aufgehoben fühlst (Stichwort: "Chemie"), dann kannst du jederzeit den Therapeuten wechseln. Denn dafür sind die probatorischen Sitzungen da.
    Bei der Suche nach Therapeuten kannst du zum Beispiel die Suchfunktion auf der Website der Kassenärztlichen Vereinigung oder der Psychotherapeutekammer deines Bundeslandes verwenden. Außerdem haben die kassenärztlichen Vereinigungen sog. Terminservicestellen.
    Ein guter Hausarzt kann dich auch unterstützen und dir Tipps geben. Wenn du das Gefühl hat, dass der emotionale Druck für dich zu groß wird und du nicht mehr auf Termine etc. warten kannst, hättest du auch die Möglichkeit dich von deinem Hausarzt direkt in eine Klinik einweisen zu lassen.

    Wenn du dringend eine Gesprächsmöglichkeit benötigst, kannst du dich z.B. auch an die Telefonseelsorge wenden:
    https://www.psychenet.de/de/hilfe-finde…oforthilfe.html

    Ich habe dir hier ein paar Links mit Informationen herausgesucht:
    https://www.gesundheitsinformation.de/wege-zur-psych…t-es-hilfe.html
    https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/gesundes-leben…oennen-sie-sich
    https://www.therapie.de/psyche/info/fr…nsuche/artikel/
    https://www.tk.de/techniker/leis…2005908?tkcm=ab

    Alles Gute.
    LG,Logo

    fsx100:
    Deine Kritik habe ich zur Kenntnis genommen. Die Nachfrage, ob Muntilationisnojoke zu Foregen gehört, halte ich für völlig legitim und das hat überhaupt nichts mit "persönlich angehen" zu tun. Allerdings attackierst du mich (und andere) mit deinem Post persönlich.
    Selbst wenn Mutilationisnojoke von Foregen wäre, hielte ich das nicht für schlimm. Nur würde ich es eben gern wissen wollen, wenn er offiziell für Foregen spricht.
    Die Informationen, die ich auf der Website von Foregen finden konnte, waren mir persönlich nicht ausreichend, um sich ein genaues Bild machen zu können.
    Warum meine Skepsis gegenüber Foregen bei dir so starke Aversionen ausgelöst hat, ist mir nicht klar.
    Ich denke, es ist mein gutes Recht skeptisch zu sein. Unterm Strich freue ich mich aber, wenn es anders kommt und Foregen erfolgreich ist.
    Falls ich durch meine kritischen Nachfragen jemandes Gefühle oder gar Hoffnungen in das Projekt verletzt haben sollte, tut mir das aufrichtig leid. Allerdings ist es schon eine ziemliche Unterstellung, mir vorzuwerfen, dass ich Foregen sabotieren möchte. Das stimmt definitiv nicht!
    In einem Punkt stimme ich dir aber zu: Am Ende zählen Fakten!

    Danke für die Antworten.

    Wo findet man die Veröffentlichungen aus "erster Hand". Besteht die Möglichkeit diese hier zu teilen bzw. den Link anzugeben?

    Was die Regeneration von "Vaginas" betrifft, die zu "normalen Orgasmen" fähig sind - wie Sie schreiben - habe ich meine Schwierigkeiten.

    Die Vagina ist ja ein inneres Geschlechtsorgang der Frau neben Gebährmutter, Eileitern und Ovarien etc. Und die Vagina besteht m. E. im Wesentlichen aus einem Muskelschlauch mit Schleimhautüberzug (mal abgesehen von Strukturen wie dem G-Punkt).

    Der Orgasmus wird allerdings bei Frauen - auch bei vaginaler Stimulation - eigentlich immer durch die Klitoris ausgelöst. Also nicht durch die Vagina. Die Klitorisspitze (Glans clitoridis) ist Teil der außerden Geschlechtsorgane der Frau - dieser äußere Teil nennt sich Vulva (nicht Vagina). Hierzu gehören auch die Schamlippen und der Venushügel. Ein großer Teil der Klitoris liegt aber auch im Körperinneren und stellt eine Struktur aus Nerven, Blutgefäßen und verschiedenen Schwellkörpern - vergleichbar des männlichen Penis - dar.

    Daher frage ich mich jetzt: Was von diesen Strukturen wurde da genau regeneriert? Gibt es dazu Literatur im Internet (Links)?

    Vorab vielen Dank.

    Ich muss meinem obg. Post noch etwas hinzufügen.

    Wenn man Wikipedia glaubt, gelingt es derzeit durch Tissue-Engineering nur Gewebe (Organe) zu "züchten", wenn dieses nur aus einer Zellart besteht. Komplexere Organe (z.B Leber, Niere) können deshalb aktuell noch nicht hergestellt werden.

    Mit meinem laienhaften Verständnis würde ich sagen, dass die natürliche Vorhaut auch als komplexes Organ zu verstehen ist, weil Sie nicht nur aus normaler Haut, sondern auch aus Schleimhautzellen, Muskelzellen (Dartosmuskel), Nervenzellen, und spezifischen Rezeptoren (Vater Paccinni, Ruffini, Meißner Korpuskel etc.), Gefäßen etc. besteht. Nicht zu vergessen, die besondere Struktur des gefurchten Bandes und Frenulums.

    Demnach ist es eben ein "Gewebe", das aus unterschiedlichen Zellarten besteht, was laut Wikipedia derzeit noch nicht durch Tissue-Engineering nachgebildet werden kann. Und Foregen hat die Lösung für dieses Problem?

    Ich halte es zwar für durchaus realistisch, dass Foregen bald in der Lage sein wird einen "Vorhautersatz" herzustellen - dass dieser aber alle Funktionalitäten des Original-Organs zum gegenwärtigen Entwicklungsstand von Tissue-Engineering wird erfüllen können, bezweifle ich.

    Nochmal: Ich hoffe, dass ich mich irre und halte Ihre Arbeit für durchaus wichtig. Aber ich glaube eben nicht an schnelle Erfolge.