Hi, ich will hier garnicht gegen euch anreden, ich wurde selber auch beschnitten. Mein bester Freund z ebenfalls beschnitten. Ich unterhalte mich öfters mit Ihm, ich wurde mit 16 beschnitten und er mit 18, beide Entscheidungen waren medizinisch nicht 100% notwendig, und daher mehr oder weniger auch freiwillig getroffen.
Ich lese hier immer wieder wie schlimm Beschneidungen sind. Bei mir und meinem besten Freund war es auch nach 1-2 Wochen problemlos verheilt und alles wieder in bester Ordnung.Ich möchte anfügen, dass ich keine Probleme mit Austrocknung oder Empfindungsverlust habe.
Vielleicht hilft auch eine etwas positivere Einstellung.
Hallo Cutdick,
bitte den roten Kasten lesen. Trotzdem noch ein paar Anmerkungen von mir.
An anderer Stelle schreibst du, dass du vor der Beschneidung Schmerzen hattest und das Gefühl jetzt super sei - in diesem Thread beschreibst du jedoch, dass es keine 100%ige medizinische Indikation bei dir gab. Das klingt etwas widersprüchlich, erklärt aber ein Stück weit, warum du den Eingriff für dich positiv wertest. Aus deinen bisherigen Posts ist leider nicht erkennbar, wie lange deine Beschneidung schon zurück liegt.
Die Zeitspanne, wie lange eine Beschneidung zurückliegt, ist nach meiner Erfahrung jedoch ein maßgeblicher Parameter, wenn es um die Frage geht, ob die Beschneidung als Langzeitfolge einen Sensibilitätsverlust verursacht hat. Ein weiterer Parameter ist die "Radikalität" der Beschneidung, d.h. wie viel vom inneren Vorhautblatt (und ggf. Frenulum) entfernt wurde.
Ich befasse mich mit dem Thema Beschneidung schon seit vielen Jahren und wurde selbst als Kind (unnötigerweise) beschnitten - im Alter von ca. 10 Jahren.
Die Erfahrung am eigenen Körper zeigt mir, dass Eichel und verbliebener Vorhautrest sukzessive mit den Jahren an Sensibilität verlieren. D.h. wenn diese empfindlichen und sensiblen Schleimhäute jahrelang ungeschützt den Umwelteinflüssen (Reibung, Austrocknung, Chemikalien, Sonnenlicht, Kälte....) ausgesetzt sind, kommt es zu einem "ungünstigen Alterungsprozess", den es so bei unbeschnittenen Männern nicht gibt. Wesentlicher Parameter ist, wie lange die Beschneidung schon zurück liegt. Ein erkennbarer Sensibilitätsverlust zeigte sich bei mir schon nach 5 Jahren - im Vergleich zu Gleichaltrigen war mehr Zeit erforderlich um "fertig" zu werden, als gravierendes Problem nimmt man das allerdings noch nicht wahr. Ein stärkerer Empfindungsverlust war nach 10 Jahren erkennbar (Alter ca. > 20 Jahre), von da an war stärkere Reizung notwendig um intensive Empfindungen zu erleben. Richtig gravierend wurde es ca. 30-35 Jahre nach der Beschneidung (Alter > 45). Kaum noch Gefühl und nur noch selten ein richtiges Orgasmusgefühl vor der Ejakulation. Mit der Zahnbürste über die Eichel fahren, ist für einen unbeschnittenen Mann kaum auszuhalten - 35 Jahre nach der Beschneidung ist aber die ungeschützte Eicheloberfläche so verdickt und unempfindlich geworden, dass man das nicht mehr als schmerzhaft empfindet! Inzwischen habe ich von vielen anderen Männern hier und in anderen Quellen vergleichbare Äußerungen gelesen und gehört. Es handelt sich also nicht um bedauerliche Einzelfälle oder nur durch eine "negative Einstellung" verursachte Auswirkungen! Unter anderem weisen auch Studien von Morten Frisch darauf hin, dass es sich nicht nur um Einzelfälle handelt, wenn Männer negative Auswirkungen auf die Sexualität beklagen.
Ein weiterer Parameter ist die Radikalität der Beschneidung. Es gibt viele Männer, die schon unmittelbar nach der Beschneidung einen gravierenden Gefühlsverlust beklagen. Wenn man die Erläuterungen dieser Männer genau liest, erkennt man schnell, dass in diesen Fällen radikaler beschnitten wurden, d.h. das innere Vorhautblatt wurde (nahezu) vollständig entfernt und ggf. sogar das Frenulum. Wenn man sich die Sorell-Studie anschaut, versteht man, warum eine sehr radikale Beschneidung zwangsläufig schon unmittelbar nach der Beschneidung solche Auswirkungen hat.