Beiträge von VictorEremita

    Habe meine Eltern inzwischen per eMail kontaktiert: Sie gaben Phimose als Grund für die Beschneidung an, und meinten, dass ich grosse Schmerzen beim Urinieren gehabt hätte. Meine Mutter sprach auch von "Routine"-Untersuchung, und beide rieten mir, zu einem Urologen zu gehen.

    Bin gerade unschlüssig wie ich auf sie reagieren soll, und bis zu welchem Grad eine Diskussion weiter Sinn macht. Was ich von der Beschneidung halte, habe ich ihnen (möglichst vorwurfsfrei) bereits erklärt; inkl. Erläuterungen zur eigentlichen Funktion der Vorhaut, eigener Erfahrung, etc.

    Natürlich weiss ich, dass ich hier meinen eigenen Weg finden muss, und dass jeder Fall anders ist. Wäre trotzdem gespannt zu hören, wie ihr vielleicht mit ähnlichen Situationen umgegangen seid.

    Vielen Dank für die vielen Antworten!
    Möglicherweise werde ich später noch ausführlicher schreiben.

    Ich finde es nach wie vor verblüffend wie verstörend, wie mit dem Thema männliche Beschneidung gesellschaftlich so umgegangen wird; ist ja logischerweise auch beständiger Diskussionsgegenstand hier im Forum. Kürzlich habe ich (aus anderem Anlass) ein Mail an meinen ehemaligen Psychotherapeuten geschrieben und dabei auch etwas von meinen Gefühlen gegenüber meinen Beschneidung berichtet. Er hingegen meinte schlichtweg, dass die Folgen männlicher Beschneidung rein psychisch seien, physisch werde nichts beeinträchtigt. Das hat mich dann schon wütend gemacht. Dabei ist er sicherlich der beste Therapeut den ich je kennengelernt habe, und ich empfinde ihn innerhalb seiner Profession (gerade im Vergleich zu anderen) als relativ hervorragend.
    Habe ihm jetzt mal das Zirkumpendium geschickt

    Respekt. Ich könnte das von mir nicht so leichtfertig behaupten.

    Letzte Woche hatte ich vermehrt Gedanken, die teilweise fast in eine suizidale Richtung tendierten. Habe sogar kurz überlegt, zu versuchen mich irgendwo einweisen zu lassen, damit ich mir nichts antun kann. Diese Stimmung ist jetzt aber grösstenteils wieder vorüber. Also scheine ich damit "leben" zu können. Habe jetzt auch wieder eine Therapie begonnen.

    Du musst bedenken, dass er in seinem Leben erst zweimal die Gelegenheit zu ,,Realsex'' hatte und eine davon genutzt hat. Was denkst du, wie oft er in seinem Leben noch die Gelegenheit zu ,,Realsex'' haben wird?

    Ich glaube zumindest hier in England wäre es auf Tinder nicht besonders schwierig für mich, wieder jemanden für schnellen Sex zu finden. Ob das im Augenblick das richtige für mich persönlich wäre? Wohl nicht.

    Wenn du möchtest starte mit Restoring.

    Habe ich. Ich versuche gegenwärtig möglichst jeden Tag ca. 40 Min manuell zu tuggen. Ein DTR ist aber auch schon bestellt.


    Ich würde dir gerne etwas Mut machen!

    Vielen Dank; das hast du wohl auch geschafft :)

    Mein Frenulum war noch weitestgehend da. Könnte also gut sein, dass meine Anfangssituation deiner recht ähnlich war.

    Ist von meinem Frenulum denn noch etwas erhalten? Kann das so schlecht beurteilen.

    Heute kann ich meine Eichel den ganzen Tag komplett mit Haut bedecken, nachts lasse ich allerdings keine Geräte dran.
    Nach einem Elterlichen Gespräch konnte ich durch den Wiederherstellungsprozess einen recht gesunden Umgang dem "Eingriff" gegenüber entwickeln.

    Gratuliere dir, das hört sich ja nicht schlecht an.

    Was hasst du denn...deine Eltern...oder deine Beschneidung samt ihren Folgen? Deine Eltern...glaubst du die wollten dir Schaden...oder nur das beste für dich?

    Da kommen sie wieder, diese bösartigen, aggressiven Anti-Circumcision-Activists ;)

    Warum solltest du deine Eltern nicht damit konfrontieren?

    Natürlich sollte ich es. Ich habe nur einfach eh schon nicht das beste Verhältnis zu ihnen, und derzeit bin ich meistens so verbittert und deprimiert, dass ich glaube, nur im Tonfall des äussersten Vorwurfs mit ihnen reden zu können.

    Da ist grad in kurzer Zeit viel auf dich reingeprasselt? Das alles muss man erst mal realisieren...und sortieren?

    Ja, das definitiv. Schwierig alles zu verarbeiten.

    Mich stört auch, wie vermutlich alle anderen hier, dass niemand so richtig zu verstehen scheint, was ich durchmache. Ich glaube nicht, dass ich "nur" an einer psychischen Erektionsstörung leide (auch wenn sicher ebenfalls psychische Komponenten im Spiel sind); das Körperliche spielt auch eine Rolle. Auch der selbstbewussteste Macho kann ohne einen Penis nur schwerlich Sex haben.


    Ich werde beim Sex oder der Masturbation nie (ausser wenn Foregen gewaltige Fortschritte machen sollte oder sich Elon Musk der Sache annimmt ^^ ) dasselbe empfinden wie ein intakter Mann; das wissen wir im Forum hier alle. Das ist bitter genug, insbesondere da mir diese Erlebnisse ohne meine Einwilligung genommen wurden, aber ich denke, dass ich damit leben könnte. Meine Angst besteht eher darin, dass ich überhaupt nicht so etwas wie Geschlechtsverkehr haben kann. Zu diesem Zeitpunkt lässt sich das aber noch schlecht beurteilen, vielleicht sieht es u.a. durch "Manhood" irgendwann anders aus.

    Und: Heute Abend hatte ich ein gutes Erlebnis. Ich probierte zum ersten Mal Virgin Oil zur Masturbation aus, und hatte den besten Orgasmus seit Jahren. Ich habe es im ganzen Körper gespürt, und musste nicht einmal meine Phantasie gross anstrengen. Ich hatte komplett vergessen, dass Lust nicht nur in den Gedanken sondern auch im Körper stattfinden kann. Das macht etwas Hoffnung.

    Btw. auf der Manhood-Website wird von manueller Masturbation abgeraten. Wie seht ihr das?

    Das Zirkumpendium allerdings kann ich wärmenstens empfehlen

    Das ist eine grossartige Quelle, danke.

    So dumm ich mich dabei fühle, muss ich aber zugeben, dass ich nicht sicher bin, ob ich das manuelle Tugging richtig verstehe. Ich konnte bisher auch nirgendwo ein Video dabei finden. Ist es richtig, dass ich dabei einfach versuche, meinen Penis zu strecken? Soll ich konstant Bewegungen dazu machen?

    Vielleicht gäbe es jemanden, der sich ein wenig damit auskennt, den ich privat anschreiben dürfte?

    Danke.

    Ich habe diesen Thread zwar schon einmal durchgelesen, war mir aber trotzdem nicht sicher, ob das bei meinem Beschneidungsstil auch funktionieren kann.
    Es ist ja gar nichts mehr vorhanden.

    Bekommt ihr manchmal auch plötzlich Selbstzweifel an eurer Wahrnehmung, wenn ihr die vielen positiven Erfahrungsberichte von Männern durchlest, die im Erwachsenenalter beschnitten wurden?

    Ich habe allerdings das Gefühl, das praktisch alle "high" beschnitten wurden. Jedenfalls konnte ich bisher noch keine einzige positive Rückmeldung von jemandem mit "low and thight" finden.

    Ich würde sie dann auch fragen, warum dieser Beschneidungsstil gewählt wurde und nicht ein andere ( z.B. high & tight ) wo wesentlich mehr empfindliche innere Vorhaut übrig bleibt bzw. ob es seinerzeit keine Alternativen gegeben hat.

    Ja, darin besteht mittlerweile auch so ziemlich meine Hauptfrage.


    Hast du auch Brüder? Falls ja, wurden die auch beschnitten? Dein Vater, ist der auch beschnitten?

    Brüder habe ich nicht, nur Schwestern.

    Mein Vater hat sich interessanterweise zeitgleich mit mir beschneiden lassen. Ich weiss nicht, ob er Probleme damit hat.

    Ok, da darfst du nicht so stark drücken, wenn du reibst. Es ist ja nicht schlimm, wenn es etwas länger dauert, bis er steht. Langsam die Sache angehen.

    Manchmal muss ich fest reiben, damit es überhaupt geht.

    Da ist so gut wie keine innere Vorhaut mehr da

    Das habe ich mir gedacht... Verstümmelung.


    Fühlst du auch am Eichelrand, also am Übergang von der Eichel zur restlichen inneren Vorhaut nichts?

    Dort spüre ich, glaube ich, noch am meisten, insbesondere mit Gleitcreme. Allerdings ist die Stelle auch sehr empfindlich und fängt schnell an zu schmerzen, wenn ich daran reibe.

    Der Beschneidungsstil ist low & tight.

    Danke, das dachte ich mir. Da wurde praktisch alles weggeschnitten, oder?

    Hast du mal mit deinen Eltern gesprochen, warum du genau beschnitten wurdest?

    Nein, noch nicht, werde ich aber. Ich weiss noch nicht, wie ich es angehen soll.

    Kannst du bitte mal genauer erklären, wie du das mit taub meinst?

    Einfach, dass ich normalerweise nicht so viel dabei empfinde, wenn ich versuche ihn zu stimulieren.
    Bei oraler Befriedigung und im Kondom fühlte ich fast gar nichts.

    Danke für die Antworten.

    Vorab erstmal, du darfst hier selbstverständlich Fotos posten.


    Danke.

    Was sind ,,medizinische Gründe''? Wie alt warst du, als du beschnitten wurdest? Das könntest du doch mal deine Eltern fragen, oder?

    Ich weiss nicht, ob ich sie einfach so neutral fragen kann. Vermutlich werde ich dann unfassbar wütend werden, und werde noch ganz andere Dinge sagen. Überlege mir gerade, wie ich die Sache angehen soll.

    Ich glaube, dass ich so ungefähr 6 Jahre alt gewesen sein muss. Einige Erinnerungsfetzen habe ich immer noch. Es sind keine schönen Bilder.
    Ich meine mich zu erinnern, dass es um eine Vorhautverengung gegangen sein muss, und glaube es war eher "präventiv" gedacht.

    Das ist meiner Meinung nach nicht alles psychisch. Ich finde, dass du die körperlichen Aspekte auch etwas in Betracht ziehen solltest.

    Dass die körperlichen Aspekte auch eine Rolle spielen, eine wichtige, ist ein bisschen mein Punkt ;)

    Ich würde nicht alles auf die Beschneidung schieben, aber sie ist ein Teil des ganzen.
    Wie gross dieser Teil ist, muss ich noch rausfinden.


    Eine berechtigte Frage. Vor allem, wenn man bedenkt, dass gerade junge Frauen noch die größte Auswahl an Männern haben.

    Es wäre vielleicht auch einfach für uns beide scheisse. Ich schäme mich, und sie fühlt sich schlecht, dass ich nichts empfinde.

    Wieso soll der Hass ungerechtfertigt sein? Ich glaube, dass jede Emotion eine Berechtigung hat. Du solltest deine Eltern auf jeden Fall konfrontieren, falls du es für möglich erachtest. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass dieser Eingriff absolut vermeidbar gewesen wäre.

    Werde ich; nicht dass viel dabei herauskommen wird.
    Ja, diesen Verdacht habe ich auch. Macht alles irgendwie noch sinnloser, verletzender und bitterer.

    Wieso soll der Hass ungerechtfertigt sein? Ich glaube, dass jede Emotion eine Berechtigung hat.

    Sie "wussten es halt nicht besser". Aber du hast recht, ich fühle mich wie ich mich fühle.


    Wenn ich masturbiere, dann versuche ich explizit auf Pornos zu verzichten, in denen sexuelle Befriedigung stattfindet. Wenn ich sehe, wie viel Spaß andere Menschen mit ihrer Sexualität haben, dann löst es in mir ein unangenehmes Gefühl aus, welches dazu führt, dass mein Penis wieder erschlafft.

    Ich glaube bei mir ist es eher der Gedanke, wie wenig ich dabei empfinden würde.

    Nein, das hast du richtig gemacht. Du sollst deinen Penis im schlaffen Zustand messen.

    Super, da bin ich etwas erleichtert.


    Mir geht es allerdings ziemlich scheisse im Moment. Gibt auch nicht wirklich Leute mit denen ich darüber reden würde.

    Zum Abschluss
    A) deine Geschichte ähnelt in vieler Hinsicht der meinigen, Philip.
    B) ich möchte mich jetzt unbedingt gerne näher mit dem Restoring befassen.

    Wenn ich masturbiere, dann versuche ich explizit auf Pornos zu verzichten, in denen sexuelle Befriedigung stattfindet. Wenn ich sehe, wie viel Spaß andere Menschen mit ihrer Sexualität haben, dann löst es in mir ein unangenehmes Gefühl aus, welches dazu führt, dass mein Penis wieder erschlafft.

    Hallo zusammen.

    Ich poste hier mal eine leicht veränderte Version dessen, was ich schon in einem anderen Forum geschrieben habe.

    Zum Verständnis: Ich bin eigentlich Schweizer, halte mich aber derzeit im Rahmen eines universitären Austauschprogrammes in England auf.

    Wo soll ich anfangen? Ich habe bereits eine lange Historie an Depressionen und Angstzuständen hinter mir; die ältesten Arztzeugnisse zu meinem mentalen Zustand gehen bereits in das Alter von vier oder 5 Jahren zurück. Richtig schlimm ist es aber erst in den letzten paar Jahren geworden; allerdings schwankt mein Gemüt auch hier sehr von Phase zu Phase, manchmal geht es mir auch für längere Zeit okay bis gut. Ich zeige anderen Leuten eher selten wie es mir geht, und in meinem Freundeskreis bin ich, glaube ich zumindest, eigentlich generell als recht lustiger und intelligenter, wenn auch verpeilter, Typ bekannt. Ich gehe seit etwas über einem Jahr wöchentlich einmal in eine Psychotherapie. Für England musste ich das aber leider unterbrechen.

    Etwas worunter ich immer besonders gelitten hatte, war niemals eine Beziehung zu haben. Ich weiss nicht einmal genau woran das liegt. Im Gymnasium lag die Erklärung zumindest einigermassen auf der Hand: Ich sah lange Zeit sehr sehr jung aus. Das machte die Sache nicht gerade einfach. Aber seither? Keine Ahnung. Aufzuzählen was ich mit meinem Psychotherapeuten alles dazu besprochen habe, geht hier wohl etwas zu weit. Jedenfalls wurde ich oftmals auf sehr grausame Art "friendgezont", am schlimmsten war es im letzten Jahr. Irgendwie ziehe ich es an, sehr nahe mit Frauen zu sein, die ich liebe, aber dann dennoch keine Beziehung mit ihnen eingehen zu können.

    Fakt ist, dass ich, obwohl ich weder hässlich noch total introvertiert bin, in meiner zur Dramatik neigenden Art schon fast damit gerechnet hatte, als Jungfrau zu sterben. Nun hatte ich aber in den letzten Monaten gleich zweimal die Gelegenheit zu Sex, und weiss, dass ich auch noch zu mehr Gelegenheiten kommen könnte. Vielleicht sind die Frauen hier in England tatsächlich etwas "lockerer"? Oder vielleicht sehe ich besser aus als auch schon, oder habe mehr Selbstvertrauen entwickelt?

    Wie dem auch sei: Warum sage ich nur "Gelegenheit zum Sex"? Weil ich in beiden Fällen nicht kommen konnte. Mein Penis wurde nicht steif, kein bisschen. Beim ersten Mal dachte ich mir noch nicht sonderlich viel dabei: Ich fühlte mich unwohl und schob es auf "Performance Anxiety". Aber beim zweiten Mal? Ich habe vorher lange mit dem Mädchen gesprochen und wir hatten uns eigentlich gut verstanden. Ich war auch nicht übermässig nervös dabei, denke ich. Aber ich fühlte einfach nichts oder fast nichts in meinem Penis.

    Nachdem wir uns verabschiedet hatten, begann ich zu googlen. Ich denke auch nach wie vor, dass meine Dysfunktionalität teilweise psychisch zu erklären ist.
    Aber ich glaube, dass das möglicherweise nicht alles ist. Auch die Erklärung mit der Performance Anxiety schien mir dieses Mal nicht mehr ganz stimmig zu sein.
    Vielmehr glaube ich, dass es auch mit meiner Beschneidung zusammenhängen könnte.

    Ich wurde bereits in relativ frühem Alter aus medizinischen Gründen beschnitten. Das einzige was ich noch davon weiss, sind dumpfe Erinnerungen an Schmerz und Blut und Tränen. Seither habe ich nicht mehr besonders oft über meine Beschneidung nachgedacht.
    Bis ich auf Foren und Artikel stoss, in denen andere Männer über ihre Erlebnisse berichteten.

    Wie gesagt, ich möchte hier nicht alles monokausal erklären, es spielen viele Dinge in meine Situation hinein (auch viel Psychisches), aber so viele Dinge machen jetzt mehr Sinn. Es ist fast schon unheimlich, wie sehr die Erlebnisse anderer meinen eigenen zu ähneln scheinen: Sie berichten von derselben Taubheit im Penis, derselben Mühe mit der Masturbation, derselben Unempfindlichkeit bei oraler Befriedigung oder Kondom, demselben Frust, derselben Scham, demselben Gefühl von Verlust und Machtlosigkeit.

    Es ist seltsam, dass ich so wenig über meine Beschneidung nachgedacht hatte. Irgendwie habe ich es vielleicht immer als selbstverständlich angesehen, dass mir meine Eltern und die Ärzte nichts antun würden, was solche Auswirkungen für mein gesamtes zukünftiges Leben haben würde. Dabei war alles ja eigentlich schon immer irgendwie dagewesen: Ich habe sehr spät überhaupt mit der Masturbation begonnen, und die Schwierigkeiten haben sich schon früh abgezeichnet. Meine Eichel bekam schnell Risse und blutete beinahe. Ich musste andere, seltsamere Techniken finden (oft liege ich auf einem Tuch, etwas eklig ich weiss) und das meiste spielte sich eher im Kopf als im Penis ab. Mit Gleitcreme geht es, aber sonst scheine ich manchmal fast etwas taub zwischen den Beinen zu sein. Ebenfalls fand ich immer seltsam an mir, dass ich bei der Masturbation meistens nur indirekt an Sex denke, und normalerweise eher einfach Bilder von schönen Frauen anschaue und mir vorstelle mit ihnen zusammenzusein oder so. Ich frage mich, ob auch das mit der Beschneidung zusammenhängt; damit, dass ich unbewusst vielleicht schon immer ahnte, dass ich beim Geschleichtsverkehr nur wenig körperlich empfinden könnte. Möglicherweise liegen die Ursachen hier aber auch anders. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder bin das nur ich?

    Ich habe gerade keine Ahnung wie ich mit der Situation umgehen soll. Ich bin 22 Jahre alt, und werde vielleicht nie im Leben auch nur einigermassen guten Sex haben; möglicherweise werde ich ohne Viagra nicht einmal dazu in der Lage sein überhaupt so irgendetwas wie Sex zu haben. Es ist als würde ich stetig in einem Alptraum aufwachen, und dann feststellen, dass dieser Alptraum mein Leben ist. Ich bin wie gelähmt. Ich sollte bis morgen einen Aufsatz für die Uni schreiben, aber ich kann mich nicht konzentrieren. Gestern lag ich für Stunden einfach nur in meinem Bett, und habe mehr geweint als in Jahren zuvor. Soll ich Mädchen die ich mag, überhaupt noch ansprechen? Welche junge Frau möchte in einer solchen Beziehung sein? Werde ich jetzt überhaupt jemals in einer Beziehung sein können? Was tue ich, wenn ich mich wieder verliebe? Ich weiss, dass ich etwas zu Panik neige.

    Wie seltsam, dass so viel an so einem kleinen, unscheinbaren Hautlappen zu hängen scheint!

    Übertreibe ich? Vermutlich. Ich kann es gerade nicht mehr sagen. Ich weiss, dass es vermutlich nicht gerecht ist, aber ich verspüre einen regelrechten Hass auf meine Eltern. Ich weiss nicht, ob ich sie konfrontieren soll. War dieser Eingriff wirklich unumgänglich? Wie konnte man mir das antun? Es scheint mir nicht fair zu sein. Man hat mir etwas genommen, dass ich nie zurückbekommen werde. Ursprünglich wollte ich über Weihnachten nach Hause gehen. Möchte ich sie gerade überhaupt noch sehen? Unsere Beziehung ist eh schon problematisch.

    Ich habe hier in England jetzt mit einer Hypnotherapeutin und einer Psychotherapeutin Kontakt aufgenommen; ich brauche wieder jemanden zum Reden. Und deswegen habe ich mich auch hier angemeldet: Ich habe bereis viele gute Ratschläge gefunden, wie man seinen Penis wieder etwas sensibilisieren kann. Urea-Salbe habe ich schon gekauft und zwei Exemplare von Manhood bestellt. Ich fürchte aber, dass sie zu klein sind, da ich unüberlegterweise im nicht-eregierten Zustand gemessen habe und über einen Blut-Penis verfüge.

    Sobald ich Zeit habe, möchte ich mich auch genauer über Restoring informieren.

    Wie gesagt, ich schreibe das jetzt alles aus einer sehr emotionalen Reaktion heraus. Möglicherweise sieht in ein paar Wochen auch alles schon wieder anders aus. Aber momentan bin ich gerade in einem tiefen Loch gefangen. Vielleicht ist es aber auch okay, sich zumindest ein paar Tage für ausgiebiges Selbstmitleid und Trauer zu nehmen. Ich könnte mir jedoch auch vorstellen, dass dies der Beginn einer erneuten langen Depression ist. Es fällt mir etwas schwer, ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

    Ich bin allerdings sehr dankbar dafür, dass dieses Forum existiert, auch wenn manche der Geschichten mir zusätzliche Angst gemacht haben.

    Liebe Grüsse


    PS: Eine seltsame Frage, aber gäbe es hier irgendjemandem, dem ich irgendwie ein Foto von meinem Penis zukommen lassen dürfte. Mich würde einfach eine Zweitbeurteilung des angerichteten Schadens ausgesprochen interessieren. Ich selber kann das so schlecht einschätzen. Wäre superlieb.