Hallo, auch wenn der Beitrag nun etwas älter ist, mich erinnerte das sehr an die Geschichte meines Bruders.
Bei mir selbst gab es auch eine Vorhautverengung, die ich leider bis zu meiner Beschneidung in der späten Jugend nicht in den Griff bekommen habe.
Ich muss aber sagen das ich als Kind nie darauf untersucht wurde. In den 80ern wohl nicht so üblich. Das etwas nicht stimmt habe ich erst beim urinieren mit etwa 12 bemerkt, wenn andere Kinder sich mal eben hinstellten, Vorhaut zurück und los, war es bei mir ein komplizierter Akt.
Bei meinem Bruder, 14 Jahre unterschied habe ich schon früh die Befürchtung gehabt das diese Geschichte erblich ist. Und als er 5 war auch tatsächlich die Diagnose, Phimose. Bei ihm ging beim urinieren auch nicht mehr viel und er hatte sichtbar schmerzen und wollte gar nicht mehr aufs WC gehen.
Meine Eltern waren von einer Beschneidung nicht gerade angetan, daher versuchten sie Bäderzusätze, Heilsalben uvm.
Half aber alles nicht, wodurch sie einer Beschneidung einwilligten. Da machten sie aber aus Unwissen auch den Fehler und haben sich nicht ausreichend informiert bzw. konnten gar nicht ahnen das es da verschiedene Stile gibt. Scheinbar wollten sie die Beschneidung so gering wie möglich halten und daher gab es nur eine Art Teilbeschneidung.
Und daraus resultierte auch das gleiche Problem wie bei dir. Ob man nun ein Baby oder ein Kind oder sogar einen Erwachsenen beschneidet macht auch beim Stil einen Unterschied wenn man etwas auf die Optik gibt. Und wenn man später so beschnitten wird das ein Teil der inneren Vorhaut erhalten bleibt gibt es eben zum einen den Farbunterschied der Haut, zum anderen, wenn dann noch locker beschnitten wurde den eher hässlichen Schub hinter oder halb über der Eichel.
Mein Bruder wurde da auch zum Nichtduscher in der Schule. Und ich glaube das hat ihn schwer geplagt. Mir ist nur bekannt das er sich mit 19 als er ausgezogen ist nachbeschneiden lies, dabei wurde aus der halben Beschneidung eine extreme. Und danach hatte er auch erst die ersten langen Beziehungen zu Frauen.
Ob die Entscheidung bei einer so starken Phimose wie bei dir gerechtfertigt war vermag ich als Nichtmediziner nicht zu beurteilen, aber wenn schon Urinieren zum Problem wird, würde wohl jedes Elternteil einwilligen.
Bei mir selbst war wohl auch die Vorhaut schon etwas an der Eichel angewachsen, konnte sie erst mit 15 nach vielen Monaten mit Cremen und Dehnen unter starken Schmerzen zurückziehen. Und das waren Schmerzen die ich keinem Kind zumuten würde. Als würde man eine Gabel in die Eichel stecken und dann bis zum Schaft zurückschneiden.
Geholfen hat es alles nichts da die Vorhaut immer riss, heilte und wieder riss. Nach geschätzten 10 Urologen die alle meine Vorhaut retten wollten die am Schluss nur mehr aus 100 Narben bestand hab ich dann eine private Beschneidung bezahlt. Straff, Bändchen weg und ohne Erhalt der inneren Vorhaut. Mein ehrliches Fazit, optisch perfekt, Gefühlsverlust etwa 30 Prozent.
Ich bin froh und hätte mir gewünscht das meine Eltern das schon als Kind erledigt hätten. Mir hat die Phimose die ersten Beziehungen versaut, jahrelange Schmerzen bereitet und mich dann aufgrund der extremen Vernarbungen zum radikalsten Schnitt gezwungen. Also nichts tun, bzw. auf Cremewunder zu warten ist oft nicht der richtige Weg, auch halbherzige Beschneidungen wie bei meinem Bruder schlagen Wellen weil sie oft entstellend wirken.
Bei all den vielen Urologen sollte man jemanden finden der dem jeweiligen Alter gerecht anpasst und auch auf die Ästhetik achtet. Allerdings nur wenn wirklich nichts mehr ohne OP geht. Denn es ist und bleibt unüblich bei uns und wird jedes Kind etwas belasten wenn es um Duschen in der Schule etc. geht.
Wenn es also wirklich hässlich aussieht, man kann der Optik wegen später einmal nachbeschneiden. Geht dann aber meistens auf Kosten der sehr erogenen Zonen.