Hallo Zusammen,
bin ja noch neu hier, doch finde ich eure Themen spannend und interessant .
Nach meinem Erleben und Erfahrungsbereich kann ich über Sexualität sagen, daß sie so bunt ist wie der Regenbogen Farben hat. Daß ein unbeschnittener Mann unsensibler für Empfindungen am Penis ist, ist eine Tatsache. Bei den Sexualpraktiken, bei denen es ums reine Stoßen geht und um das hinauszögern des Orgasmus, ist der unbeschnittene, unreife Mann in aller Regel im Vorteil. Doch nich jeder Sexualpartner wünscht "Pornosex", und das traurige und bittere an der Zwangsbeschneidung ist, daß ein Mann dem dies geschehen ist , kaum mehr selbst über seine persönlichen sexuellen Vorlieben entscheiden kann. Der unbeschnittene Mann, der im Laufe seines Lebens feststellt, daß er lieber längeren und härteren Sex hätte, könnte diesen Schr(n)itt ja immer noch gehen. Wahr ist aber auch, daß Sexualität nicht nur von der Physis abhängt. Die Erregbarkeit bei Mann und Frau findet auch im Kopf und im Herzen statt, hat viel mit der Persönlichkeit des Einzelnen zu tun, im schlechtesten Fall ist sie von der Gesellschaft gesteuert. Doch es gibt in allen Bereichen der Sexualität, bei beschnittenen wie unbeschnittenen Männern, Variationsmöglichkeiten. Wenn der Fokus immer öfter nicht nur auf die Geschlechtsteile und den Höhepunkt gerichtet, und man mehr den ganzen Körper und den Menschen an sich mit ins Liebesspiel einbeziehen würde, ist der Genuß bei allen Beteiligten um ein Vielfaches höher als beim bloßen Akt und dem viel überschätzten Höhepunkt. Oft hat Sex ja auch mit Leistung und Erfolg, mit Dominanz und Unterwerfung zu tun. Wenn die beteiligten Partner alle die gleichen Spielregeln wünschen ( Voraussetzung dafür ist eine Bewusstheit über die eigenen Vorlieben ), hat jede Ausrichtung ( außer der Pädophilie ) ihr Recht auf Ausübung.
Jetzt bin ich doch etwas abgeschweift. Verzeihung, Hier geht es mehr um die große Frage, weshalb Männer und Frauen oft unterschiedliche sexuelle Bedürfnisse haben, und ob das im Hauptsächlichen mit der Beschneidung zu tun hat. Ich muß Ja und Nein dazu sagen. Wie nun mitlerweile sicherlich außer Frage steht, ist der unbeschnittene Mann in aller Regel berührungsempfindlicher. Das bedeutet aber nicht, daß dieser Mann generell der einfühlsamere Partner sein muß. Seine Persönlichkeit hat Einfluß auf seine sexuellen Bedürfnisse und Praktiken, die allerdings oft auch vom landeskulturellen Männerbild beeinflusst wird. Sexualität will geübt werden, gelernt voneinander. Die Physis der Partner spielt dabei eigentlich eine untergeordnete Rolle. Wie stark sie beim Zusammenspiel der sich Liebenden abhängt, ist individuel verschieden. Einen Eingriff in den Körper aber, der nicht selbst entschieden ist, ist würdelos und ungesetzlich. Die Beschneidung verändert in jedem Fall die Physis mit nachaltigen Auswirkungen. Und das darf und kann niemand für mich entscheiden.
Ich hoffe ich bin nicht vollends am Thema hier vorbei gesegelt...
Beste Grüße
Sandra, Massage- und Tantratherapeutin