Beiträge von E.H.M.

    Was mir heute durch den Kopf ging:
    Ist es nicht sogar besser, dass diese Kritik nun weiter bekräftigt wird?

    Ich bin mir sicher, auch wenn die AAP die Zwangsbeschneidung nicht schön geredet hätte. Die Regierung hätte andere Vorwände gesucht. Nun wird an einem Pfeiler auf den das Gesetz beruht angenagt.

    Man redete von "sexuellen Selbstbestimmung" und diese wird beeinträchtigt. Und ich persönlich sehe sehr wohl Parallelen zwischen "herkömmlichem" sexuellen Missbrauch an Kindern und Beschneidung von Kindern.


    Hoffen wir dass es genügend Richter ähnlich sehen.

    Für mich stellt sich immer eine Frage. Können wir selber so einen Fall konstruieren? Damit meine ich nicht ein Kind zu beschneiden, es reicht ja anscheinend schon wenn sich die Eltern uneins sind. Oder vielleicht kann es ja doch auch sein das ein z.B. 16 Jähriger sich juristisch währen kann.

    Ist so etwas nicht denkbar? Der Grund ist den Eltern (fast) freigestielt. Also kommt so gut wie jeder mit minderjährigen (männlichen) Kindern in Frage. Und es ist auch schwerer nachzuweißen, dass nie die wirkliche Absicht einer Beschneidung bestand.

    Die Politik hat einfach Tatsachen geschaffen... vielleicht sollten wir uns daran ein Vorbild nehmen.



    Ich frage mich oft warum man in diesen Land noch mehr Respekt ein fordert?
    Zumindest bei den etabliertenReligionen.
    Sie bekommen neben fast 10 Millionen Kirchensteuer noch zusätzliche Förderungen, auf Basis von Gesetzen die ihren Ursprung nicht im letzten, sondern im vorletzen Jahrhundert haben.


    Dazu kommen dann auch noch Sonderstellungen in Gesetzen, und Erwähnung in Verfassungen und dem Grundgesetz.
    http://www.change.org/de/Petitionen/…tm_medium=email


    Die Bedürfnisse anderer Religionen wird meist nicht mal dann entgegen gekommen wenn man nur ein wenig kulantere Gesetze bräuchte. Und ich denke dabei an Handlungen die niemanden anders beeinträchtigen.


    Religionslosigkeit wird zuwenig Achtung vor den religösen Gefühlen vor geworfen. Nun mich hat auch noch nie jemand um Verzeihung gebeten dass ich indirekt Gelt gezwungener Massen an die Kirche abtrete, ob wohl ich keine Kirchensteuer zahle.

    Sie fordern eigentlich nur mehr "Respekt" für die großen systematisierten Religionen. Nicht für den einzelnen Gläubigen, dienen ihnen eher als Vorwand.

    Und die einfachen Gläubigen sind es wohl auch die am meisten den Unmut gegen die großen Religionen abbekommen. Was so auch nicht stimmen kann.

    Ich finde das Thema gar nicht so abwegig.
    Es geht hier um Macht, psychische und physische Gewalt.

    Würde ich meiner Tochter oder meinem Sohn Selbstbefriedigung verbieten, gar ihnen es durch Instrument erschweren. Ich bezweifele dass man mir meine Kinder weiterhin anvertrauen würde.

    In dem Fall hab ich nichts (physische) irreversibel geschaffen. Doch ich habe einen Zwang ausgeübt, den niemand über anderer ausüben dürfte. Diese Vorgehensweise dürfte wohl annähernd jeder Richter in Deutschland als entwürdigend betrachten. (zumindest hoffe ich das inständig)

    Der irreversible Eingriff der Beschneidung ist aber per Gesetz erlaubt.

    Das bedeutet ein temporärer teilweiser Entzug der sexuellen Selbstbestimmung ist verboten.
    Ein permanenter teilweiser Entzug der sexuellen Selbstbestimmung und der körperlichen Unversehrtheit ist hingegen erlaubt.


    In beiden fällen habe ich meine Macht über ein Kind missbraucht um es nach meiner Vorstellung zu formen.
    Eben dies ist auch damals passiert.

    Und es passiert auch heute noch, so und in anderen Formen.
    Warum sonst standen auch Missbrauchsopferverbände an unserer Seite?
    Weil es letztlich wenig ausmacht, warum man Macht missbraucht und anderen seinen ungefragt seinen Willen aufzwingt.


    Wenn das etwas holprig klingt, dann liegt das an der Urzeit und meinem Schlafmangel, tut mir leid.

    Manche mögen mir nun vor werfen naive Hoffnungen zu hegen, aber ich hoffe, dass dies eine Zeitungsente ist.


    Indonesien: Mutter ermordet Sohn, weil dessen Penis nach Beschneidung schrumpft

    Zitat

    In Indonesien ermordete eine Mutter ihren sieben Jahre alten Sohn, weil dessen Penis zu klein war.

    Die 38-Jährige gab an, sie hätte ihren Sohn ertränkt, weil dessen Penis nach der Beschneidung geschrumpft sei und sie Angst um die Zukunft ihres Kindes hatte.

    "Es scheint, dass sie den Mord bewusst begangen hat", so die Polizei: "Sie hat eine Badewanne mit Wasser gefüllt, das Kind gefesselt und ertränkt. Danach zog sie ihn an. Sie hat alles sehr ordentlich gemacht, aber wir empfehlen dennoch, dass sie sich einer psychiatrischen Untersuchung unterzieht".

    Zur Erinnerung, ich habe nach einen möglichen Schadensersatz für Betroffene gefragt und
    nach der Rechtfertigung gegebenenfalls gegen den Willen des zu operierenden zu handeln.

    in allen anderen Fällen müsste der Sorgeberechtigte gegen sich selbst klagen - ich wage mal zu bezweifeln, daß das ein Gericht annimmt...

    In der Klinik sagte man mir, dass es durchaus zu einen Rechtsstreit kommen könnte. Das Kind würde demnach einen Betreuer gestellt bekommen der es gegen seine Eltern vertritt. Nur ging es bis her um indizierte Behandlungen.
    Wie es in diesem Fall wäre konnten sie mir nicht sagen. Sieht so aus als wäre da wieder eine rechtliche Grauzone.

    Warum nicht? Oder kennst Du irgendeine Klausel, das der Junge irgendein Mitspracherecht hätte? Vielleicht musst Du etwas länger nach einem Arzt suchen, aber auf Privatrechnung sollte das kein Problem sein.
    Wenn der Bengel seine Zeit mit wichsen vergeudet oder mit den falschen Weiber rummacht (oder gar mit einem anderen Kerl) muss man halt zu härteren Maßnahmen greifen...

    (Ich teile NoCuts Optimismus, daß die Eltern sich von diesen Studien abschrecken lassen in keinster Weise.)

    Nein, nur höre ich über das Gesetz an
    sich nur wenig konkretes. Zwar hab las ich, dass es ohne diese die
    „Veto-Klausel “ verabschiedet wurde. Nur konnte ich es mir
    schlecht vorstellen. Denn bei Behandlungen von Kindern fliesen ihre Wünsche je nach Entwicklungsstand und Behandlung mit ein. Natürlich hängt das auch vom Arzt ab.

    Zitat

    Dazu Prof. Dr. med. Dr. jur. Christian Dierks :

    „Selbst mit einem nicht einwilligungsfähigen Kind sollte man sich über die
    Handlungsoptionen verständigen. Man kann ein nicht
    einwilligungsfähiges Kind nicht so ohne weiteres gegen seinen Willen
    behandeln. “

    Meines Wissens können auch Kinder im Einzelfall indizierte Behandlungen untersagen, gegen den Willen beider Eltern und selbst dann wenn dies den Tod zur Folge hat. Wie gesagt sind das aber alles Einzelfälle und ich hab nicht nichts davon gehört wie es weitergeht sollten sich die Eltern gegen Arzt und Kind stellen. Wie sieht es dann bei einer nicht indizierten Behandlung aus? Kann man sich schon als Kind juristisch wehren?
    Das wäre ein interessanter Präzedenzfall, würde ein 16 Jähriger seine Eltern deswegen anzeigen.

    Die Studie ist aber auch noch aus einem anderen Grund sehr wichtig: während der Beschneidungsdebatte mussten wir uns ja unentwegt anhören, dass die Beschneidung eine Lappalie sei: der Säugling spürt überhaupt nichts, das Kleinkind achtet nicht auf den Schnitt, sondern auf die Geschenke, und die Komplikationsrate sei fast gleich minus null. Auswirkungen auf die spätere Sexualität habe das rein überhaupt nicht. Bisher hatten wir, um dagegen zu argumentieren, zwar viele Einzelfälle und auch Untersuchungen, aber nur mit wenigen Probanden. Jetzt haben wir eine sehr grosse Kohorte!

    Ich überlege ernsthaft, meinen nächsten Urlaub in Belgien zu verbringen. :D

    Da stimme ich dir zu. Die bisherigen Studien waren recht klein gehalten. Da hat diese ein klaren Vorteil. Aber wenn man alle im Kontext sieht merkt man, dass diese Ergebnis wiederholbar ist.
    Die Betroffenen sind keine Einzelfälle, sie sind die Regel.
    Nur wissen wir leider zu gut, dass Die vehementen Verfechter der Zwangsbeschneidung wenig auf Fakten geben. Dann würde schon der Fakt genügen dass erogenes Gewebe entfernt wird um sie zum Umdenken zu bewegen.
    Aber wie schon einmal ein geistlicher in dieser Debatte sinngemäß meinte, „es geht ja nicht nur um das weltliche Wohl der Kinder“.
    Wenn einen das Sexleben und damit auch weite Teile des restlichen „weltlichen“ Lebens, seiner Kinder egal ist, wird einem auch die Studie egal sein.
    Doch ich hoffe, dass solche „Hardliner“ rarer gesät sind als ich befürchte.


    :D Uhrlaub gibt es bei mir selten...

    Ich überlege dagegen immer noch ob man nach dem neuen Gesetz nun sein Sohn (formell) bis
    18 zwangsweise beschneiden lassen darf.  :huh:

    Dass die " Erwachsenen-Gruppe" ihr Empfindungsvermögen besser einschätzen konnte, ist eine Hypothese. Kann sein, muss aber nicht.

    Natürlich haben Selbsteinschätzungen immer ihre Fallstricke. Hier wurde aber nicht nach irgendwelchen nebulösen " Einstellungen" gefragt, sondern - erstmalig - nach ganz konkreten Empfindungen an eng umrissenen Körperstellen. Das ist ein gewaltiger Fortschritt. Ausserdem wurde eine sehr grosse Menge befragt, was einzigartig ist.

    Irgendwie ist mir nicht ganz klar, warum eine der für die Beschneidungskritik wichtigsten Untersuchungen der letzten Jahre, deren Verbreitung um die Welt ging, und sofort auf allen Intaktivisten-Seiten veröffentlicht wurde, von Euch so in die Mangel genommen wird. Vielleicht sollten wir einfach warten, bis die Untersuchung - wie Guy angekündigt hat - übersetzt worden ist und auf BvJ erscheint.

    Die Studie an sich möchte ich nicht
    kritisieren. Eher wie sie dort rüber gebracht wird.
    Denn solchen Erhebungen sind erst der
    erste Schritt. Man erhält Zahlen welche zu interpretieren gilt.Und
    wer sich an seine Schulzeit erinnert, und Statistik in Mathematik
    hatte, weiß wie sehr man sich täuschen und tricksen kann.
    Das nicht nach vor und danach gefragt
    wurde dachte ich mir schon. Sonst wäre es auch zu speziell.
    Aber der Befragte wird fast
    zwangsläufig seine Erfahrungen einfließen lassen.
    Was bei einem eben bedeutet dass er
    ohne den Vergleich sein Empfinden besser bewertet als der mit
    Vergleich.
    Abstrakt gesagt leben die beiden
    Gruppen in einem unterschiedlichen Bezugssystem.
    Das ist nun aber nur meine Erklärung
    für die Zahlen.

    Denn mir fällt kein Grund ein weswegen
    bei Erwachsenen mehr Nerven verloren gehen sollten.
    Aber vielleicht würde dem nächsten
    etwas einfallen und schon legt er die Zahlen anders aus.

    Daher auch meine Aussage zu
    Befragungen, dort spielen zu viele Faktoren rein. Aber sie sind auf
    jeden Fall ein Anzeichen in welche Richtung die Ergebnisse eines
    standardisierten Versuches gehen würden.

    Die Ergebnisse werden dürftig veranschaulicht.
    Aber selbst hier fällt auf, dass es
    ein Unterschied zwischen den als Kind zwangsbeschnittenen und den als
    Erwachsenen beschnittenen gibt. Was nur logisch ist da den einen der
    Vergleich fehlt und den anderen nicht.

    Die Aussage „Im Übrigen waren im Erwachsenenalter Beschnittene schlechter dran als
    im Kindesalter Operierte.“ ist
    ein Trugschluss. Zwar sehen die Zahlen danach aus, aber dies sagt nur
    aus, dass die „Erwachsenen-Grube“ ihr Empfindungsvermögen besser einschätzen konnte.
    Wenn man immer mit 50% leben musste,egal von was, wären es für ein selbst 100%.

    Dennoch, Befragungen sind mir zu
    subjektiv.

    Solche Menschen sollten vermehrt an die Öffentlichkeit gehen. Doch dort werden sie Übergangen und mit Schmähungen überzogen oder sogar bedroht.
    Dazu der Umstand, dass Männer schon sich selbst ungern Probleme eingestehen, stelle ich mir nicht die Frage warum so viele schweigen.