Jede Operation birgt das Risiko eines Traumas. Ich hatte ja nur eine Frenulotomie (und bin mir bis heute nicht ganz sicher ob es nicht eine partielle Frenulektomie war), aber dennoch ist es eine OP- und in gewisserweise auch eine Modifikations- bzw. Verstümmelungserfahrung.
Bei einer Zirkumzision ist der Effekt weitaus deutlicher und geht bei der Amputation ganzer Gliedmaßen auf eine für mich nicht einmal vorstellbare Ebene.
Soweit eine solche Operation medizinisch unvermeidbar ist und ein Krankheitsbild vorliegt, dem anders nicht beizukommen ist, ist die Auseinandersetzung des Patienten mit den Folgen schon nicht einfach (was in schwereren Fällen noch untertrieben ist).
Im Bezug auf die Zirkumzision lässt sich allerdings feststellen, daß der Eingriff bei Kindern und Jugendlichen bei höchstens 1-2 von 100 Jungen eines Jahrgangs bis zu seinem 18. Geburtstag medizinisch unvermeidbar sein könnte. Alle anderen Jungen die einer Zirkumzision unterworfen werden, werden schlicht verdinglicht und den ästhetischen, religiösen, kulturellen oder sonstigen Fimmeln ihrer Eltern ausgeliefert.
Selbst bei erwachsenen Männern ist die Zahl der Fälle in denen eine medizinische Unausweichlichkeit vorliegt sehr gering.
Die Unterscheidung zwischen medizinisch unausweichlich und "vom Mediziner gewünscht" ist bei vielen Ärzten aber leider nicht so einfach. Auch Eltern sind in vielen Fällen schlicht nicht ausreichend informiert um eine aufgedrängte Zirkumzision einfach auszusitzen.
Von daher ist - so habe ich es zumindest verstanden - das Ziel dieser Foren-Community - nach bestem Wissen und Gewissen von unnötigen Zirkumzisionen abzuhalten und die Zahl der Eingriffe auf die zu beschränken, die es entweder partout wollen und als Erwachsene VOLLINFORMIERT einwilligen oder die aus gesundheitlichen Gründen operiert werden MÜSSEN. Letzteren zu helfen mit den Folgen klarzukommen ist dann der nächste Schritt.