Beiträge von Hickhack

    Kortison gibt es so weit ich weiß nur auf Rezept. (Ich hab' noch 'ne neue Tube zu Hause, weiß aber nicht, ob die nicht schon über's Verfallsdatum ist?)

    Mein Sohn hatte das Problem ja auch und es hat sich durch permanentes Training (auch ohne Salbe, d.h. beim Pinkeln und Waschen und - ich nehme es zumindest an, alles andere wäre unrealistisch - bei der SB) im Prinzip "von alleine" erledigt.

    Nachdem er aber auch noch mal ankam, er wollte es nochmal checken lassen, hab' ich bei meinem letzten Termin bei meinem Urologen direkt einen Doppeltermin für meinen Sohn mit gemacht. Überweisung braucht's dafür nicht.

    Natürlich. Die Zirkumzision am unmündigen Jungen ist meiner Meinung nach ausschließlich durch einige wenige medizinische Gründe zu rechtfertigen - die nebenbei beim Erwachsenen genauso greifen würden - und ihre Legalisierung dürfte ihrem Wesen nach schon nicht von der subjektiven Einschätzung anderer Betroffener abhängen.

    Aber es ist ja tatsächlich ein gern gebrachtes Argument, daß sich der größte Teil der Betroffenen nicht beklagt. Das mag ja - aus den verschiedensten Gründen - auch so sein, mich würde allerdings wirklich mal die wissenschaftlich-messbaren Auswirkungen der Zirkumzision auf das Orgasmuserleben, die Sensitivität der verschiedenen Areale des Penis, die im Vergleich benötigte Reibung, den im Vergleich benötigten Druck und nichtzuletzt auf Hirnströme, Schmerz- und Lustempfinden interessieren.

    Schon allein um den sonst gerne negierten Schaden mal zu beziffern.

    Das halte ich für eine kaum messbare Frage.

    Diejenigen, die es nicht anders kennen, können zwangsläufig nur sagen, ob sie ein befriedigendes Sexleben haben oder nicht. Aber sie werden keinen Vergleich anstellen können.

    Auch, was "länger können", "zu früh kommen", etc. angeht, wird man nur "Ist-Zustände abfragen können, aber nur wenige Vorher-Nachher-Urteile.

    Und selbst bei denen wird es noch einen Faktor der psychologischen Kompensation geben, je nachdem ob der Zirkumzidierte die Wahl hatten oder die Entfernung der Vorhaut selbst angestrebt hat, ob es eine rein wertschätzende Umgebung gibt, ob mit der Zirkumzision eine soziale/sexuelle Aufwertung von außen verbunden ist, etc.

    Überhaupt traue ich keiner Umfrage über Sex nachdem hier eigentlich immer geschönt oder gelogen wird.

    Diese Faktoren greifen in ähnlicher Form auch bei unmündig Zirkumzidierten.

    Meiner Meinung nach sind die tatsächlichen Auswirkungen nur in einer Massentestung festzustellen, bei der das sensorische Potenzial samt Hirnströmen und Vitalzeichen erfasst wird. Also unter der Fragestellung welcher Penis vermittelt seinem Träger welchen Grad an körperlicher Reaktion unter Live- und unter Laborbedingungen.

    Idealerweise in Kohorten nach Alter der Probanden und innerhalb der Beschnittenen nach der Dauer des zirkumzidierten Zustandes.

    Man müsste zwar über 20 000 Männer finden, die unter diesen Bedingungen zum Sex bereit wären, aber nichts ist völlig unmöglich.

    Ich weiß, der Thread ist schon alt, aber man erlaube mir doch noch einen kleinen Tip um die direkte Frage an die Eltern zu umgehen:

    Photoalben aus der eigenen Kindheit

    Zumindest meinem Eindruck nach gibt es in fast jedem Haushalt in dem seit den 70ern mal Kleinkinder gelebt haben auch Nacktbilder dieser Kinder beim Baden, Trockenwerden, am Strand oder im Garten auf denen man vielleicht einen Hinweis auf den damaligen Vorhautstatus erkennt. Und wenn nicht in der elterlichen Wohnung dann vielleicht in der Verwandtschaft bei der man mal Ferien gemacht hat oder ähnliches.

    Den Bericht von Mandela finde ich allerdings noch in anderer Hinsicht recht merkwürdig.

    Soweit ich weiß ist Südafrika zum einen ein Vielvölkerstaat (und längst nicht alle Stämme dort unten praktizieren die MGM) zum anderen gibt es einen Südafrikanischen - sind wir mal großzügig - Rechtsstaat.

    Was Mandela beschreibt klingt allerdings eher so, als stünde das Stammesrecht über der allgemeinen Rechtsprechung. Ich kann nicht beurteilen, ob die Verfassung Südafrikas das so vorsieht (ich kann es mir fast nicht vorstellen), noch weniger allerdings kann ich nachvollziehen, wie S L-S auf die Idee kommt, eine solche archaische Gesellschaftsorganisation auf Stammesbasis als Argument und als Vorbild für die Gesetzgebung eines westeuropäischen Staates zu nehmen, in dem der "Stammesgedanke" schon seit rund anderhalb Jahrtausenden einen mehr oder weniger sanften Tod gestorben ist.

    Sorry, wenn ich mich hiermit vielleicht zu weit aus dem Fenster lehne. Vermtl. kann ich tatsächlich vieles nicht nachvollziehen, aber ein paar Punkte fordern bei mir Widerspruch geradezu heraus.

    Vorweg: ich bin im Moment in einer Umbruchphase an deren Ende mein Leben ziemlich anders ausehen wird, als es bisher war. Dieser Prozess hat etliche Therapiestunden gebraucht und einige - teils schmerzhafte und teils auch unmöglich erscheinende - Entscheidungen erfordert und wird auch noch einige solcher Entscheidungen fordern.

    Das erste ist die Altersfrage: Mit 30 ist das Leben noch längst nicht vorbei. Ich bin jetzt Mitte 40 und bin jetzt erst an den Punkt gekommen zu sagen, ich will mir selbst noch eine Chance geben "Glück" zu erleben. Wobei "Glück" natürlich sehr subjektiv ist. Nun rechne ich nicht damit nochmal 40 Jahre zu haben - im Gegenteil - aber ich musste akzeptieren, daß auch wenn die verbleibende Zeit vllt. knapp ist, ich nicht so weitermachen kann wie bisher.

    Akzeptieren musste ich auch meine "körperlichen Einschränkungen". Nun fehlen mir zwar keine Körperteile und im Großen und Ganzen funktioniert auch alles mehr oder weniger gut, aber das was da ist ist jetzt nicht so, als daß ich gerne in Spiegel schaue oder mich für "liebenswert" halte bzw. gehalten hätte. An diesem Punkt kämpfe ich auch immer noch und zumindest der Wille wenigstens das in Angriff zu nehmen, was überhaupt (noch) reparabel ist, ist noch nicht ganz erloschen.

    Das Gefühl Menschen nicht zu mögen, ist mir SEHR vertraut, aber ganz ohne andere geht es tatsächlich nicht. An dieser Stelle hoffe ich im Moment vorallem auf die Vorausaage meiner Therapie, daß ich die "richtigen" Menschen finde, wenn ich das "richtige" (sprich meinen "wahren" Willen) tue.

    Pornos finde ich ein sehr heikles Thema, da sie ähnlichen Prozessen unterliegen wie Alkohol und andere Drogen. Die Abstumpfung des Gefühls bei der SB bei häufigem bzw. übermäßigem Konsum ist völlig unabhängig vom CI. Und nebenbei: nicht nur die Sensitivität des Penis lässt dabei nach, sondern auch die des Hirns. Als Ersatz für eine reale sexuelle Beziehung taugt die Kombination aus Pornos und SB meiner Meinung nach nicht. Und das, obwohl ich mein "Equipment" auch nicht so wirklich attraktiv finde und durch mein - durch Erziehung deutlich verstärktes - Schamgefühl zusätzlich gehemmt bin.

    Insofern muss ich 92er zustimmen: Sich die negativen Aspekte, die eigenen Unzulänglichkeiten, die Selbstzweifel, etc. Immer wieder selbst vorzuführen verhindert zuverlässig, daß man das Positive in jeder Sache erkennen und genießen kann.

    Ich bin mir im Klaren darüber, daß eine Amputation ganzer Gliedmaßen, entstellende sichbare Narben (gerade im Gesicht) da noch eine ganz andere therapeutische Betreuung brauchen und das mit "Nimm dich so an, wie Du bist" nicht abgetan werden kann. Insofern habe ich auch lange überlegt, ob ich dieses Posting überhaupt absende, weil ich letztlich nicht körperlich nachvollziehen kann, was in Euch vorgeht - auf der anderen Seite würde ich Euch einfach gerne knuddeln und "beweisen", was alles gehen könnte. :/

    Drei Anmerkungen:

    Der 2jährige starb anscheinend an einer Narkosereaktion. Bedauerlicherweise wäre das bei einer Mandel-OP vermutlich ebenso eingetreten.

    Der kleine Bruder hatte lt. Pressemitteilungen sehr starke Nachblutungen.

    Interessant finde ich aber diesen Hinweis:

    the clinic, one of the few in Perth where GPs carry out male circumcisions.

    So ganz eindeutig verstehe ich diesen Hinweis nicht. Ist die Klinik nun eine der wenigen, die überhaupt Zirkumzisionen durchführen oder ist es eine der wenigen in denen (statt Urologen) Allgemeinmediziner diese Eingriffe machen?

    Das mit den Allgemeinmedizinern scheint so ungewöhnlich nicht zu sein:

    Australian Medical Association WA (AMA WA) President Mark Duncan-Smith urged parents considering circumcision for their children to seek advice from their doctor.

    "This is a conversation to have with your trusted GP to get some quality, appropriate advice so a proper decision can be taken," he said.

    Man kann natürlich auch als Unbeschnittener sowas bekommen, keine Frage...

    Oh ja. Und auch ganz ohne andere massive Traumata.

    In meinem Päckchen ist einiges drin, Belastungen, die ich teilweise seit der Pubertät mit mir herumtrage, obwohl ich das hatte, was man gemeinhin als "glückliche Kindheit" bezeichnet.

    Trotzdem war in meinen Therapiegesprächen der letzten Jahre die Akzeptanz bestimmter Aspekte meiner Physiologie wie auch meiner Psyche immer wieder ein ganz zentraler Punkt. Ich bin jetzt fast Mitte 40 und habe teilweise immer noch Angst vor mir. An der Unterscheidung zwischen den Dingen, die man ändern kann und denen, die man nicht ändern kann und der Akzeptanz dieser Faktoren werde ich vermutlich noch lange Jahre knabbern. Von den daraus resultierenden Folgen mal ganz abgesehen.