Sorry, wenn ich mich hiermit vielleicht zu weit aus dem Fenster lehne. Vermtl. kann ich tatsächlich vieles nicht nachvollziehen, aber ein paar Punkte fordern bei mir Widerspruch geradezu heraus.
Vorweg: ich bin im Moment in einer Umbruchphase an deren Ende mein Leben ziemlich anders ausehen wird, als es bisher war. Dieser Prozess hat etliche Therapiestunden gebraucht und einige - teils schmerzhafte und teils auch unmöglich erscheinende - Entscheidungen erfordert und wird auch noch einige solcher Entscheidungen fordern.
Das erste ist die Altersfrage: Mit 30 ist das Leben noch längst nicht vorbei. Ich bin jetzt Mitte 40 und bin jetzt erst an den Punkt gekommen zu sagen, ich will mir selbst noch eine Chance geben "Glück" zu erleben. Wobei "Glück" natürlich sehr subjektiv ist. Nun rechne ich nicht damit nochmal 40 Jahre zu haben - im Gegenteil - aber ich musste akzeptieren, daß auch wenn die verbleibende Zeit vllt. knapp ist, ich nicht so weitermachen kann wie bisher.
Akzeptieren musste ich auch meine "körperlichen Einschränkungen". Nun fehlen mir zwar keine Körperteile und im Großen und Ganzen funktioniert auch alles mehr oder weniger gut, aber das was da ist ist jetzt nicht so, als daß ich gerne in Spiegel schaue oder mich für "liebenswert" halte bzw. gehalten hätte. An diesem Punkt kämpfe ich auch immer noch und zumindest der Wille wenigstens das in Angriff zu nehmen, was überhaupt (noch) reparabel ist, ist noch nicht ganz erloschen.
Das Gefühl Menschen nicht zu mögen, ist mir SEHR vertraut, aber ganz ohne andere geht es tatsächlich nicht. An dieser Stelle hoffe ich im Moment vorallem auf die Vorausaage meiner Therapie, daß ich die "richtigen" Menschen finde, wenn ich das "richtige" (sprich meinen "wahren" Willen) tue.
Pornos finde ich ein sehr heikles Thema, da sie ähnlichen Prozessen unterliegen wie Alkohol und andere Drogen. Die Abstumpfung des Gefühls bei der SB bei häufigem bzw. übermäßigem Konsum ist völlig unabhängig vom CI. Und nebenbei: nicht nur die Sensitivität des Penis lässt dabei nach, sondern auch die des Hirns. Als Ersatz für eine reale sexuelle Beziehung taugt die Kombination aus Pornos und SB meiner Meinung nach nicht. Und das, obwohl ich mein "Equipment" auch nicht so wirklich attraktiv finde und durch mein - durch Erziehung deutlich verstärktes - Schamgefühl zusätzlich gehemmt bin.
Insofern muss ich 92er zustimmen: Sich die negativen Aspekte, die eigenen Unzulänglichkeiten, die Selbstzweifel, etc. Immer wieder selbst vorzuführen verhindert zuverlässig, daß man das Positive in jeder Sache erkennen und genießen kann.
Ich bin mir im Klaren darüber, daß eine Amputation ganzer Gliedmaßen, entstellende sichbare Narben (gerade im Gesicht) da noch eine ganz andere therapeutische Betreuung brauchen und das mit "Nimm dich so an, wie Du bist" nicht abgetan werden kann. Insofern habe ich auch lange überlegt, ob ich dieses Posting überhaupt absende, weil ich letztlich nicht körperlich nachvollziehen kann, was in Euch vorgeht - auf der anderen Seite würde ich Euch einfach gerne knuddeln und "beweisen", was alles gehen könnte. 