Posts by Koala

    Hallo. Nach einer schon mehr als 13 Jahre zurückliegenden Total-OP der Vorhaut leide ich immer noch (und teilweise verstärkt) unter den Folgen Gefühlstaubheit oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Wer kennt einen vertrauenswürdigen Arzt, der sich mit dem Thema auskennt? Ich wohne in Potsdam, würde aber auch weiter fahren, wenn es Sinn macht.
    Danke vorab. Gruß Koala

    Tatsächlich hatte 6 Wochen nach der OP (Anfang November 2012) noch alles funktioniert. Ist mir deshalb in Erinnerung geblieben, weil ich damals Versuche mit Slowsex gemacht hatte. Allerdings war das nicht dauerhaft, letzter Sex dann SommMeine

    Sehe gerade, dass ich einen Fehler korrigieren muss. Bei den zitierten Erinnerungen habe ich Erfahrungen vor und nach der OP verwechselt. Die positiven Versuche waren vor der OP. Die wenigern Versuche mit Slow Sex nach der OP endeten schon nach einer Woche mit Schmerzen in der Eichelspitze.

    Leider war die Hoffnung vergebens. Der Urologe hat nicht auf den Brief geantwortet. Also leider nichts mit "gesprächsbereit". Ok, ein Versuch war es wert. Bleibt nur die immer mal wieder hochkommende Wut auf diese Zunft...
    Auf meine Anfrage bezüglich einer Stellungnahme zur Kostenübernahme Stoßwellentherapie durch die Krankenkasse schickt er mir gestern (nach zweimaligem Nachfragen per Email) eine Bescheinigung mit Befund "Induratio penis plastica". Könnte mir eigentlich egal sein, wenn es zur Kostenübernahme führen würde. Wahrscheinlich gehört das aber zur Verdrängung des Themas dazu...
    Ich wollte eigentlich Anschreiben an BARMER machen mit Schilderung der Symptome (die bei ihm völlig fehlen). Das macht dann natürlich keinen Sinn.

    Dass du bei diesem Arzt ruhig geblieben bist, finde ich äußerst respektabel. Ich hätte diesem Mann die Leviten gelesen und danach die Praxis fluchtartig verlassen.

    Ich habe ihm gerade eine Mail geschickt mit Angabe der Studien plus Kurzfassung der Ergebnisse von 2 Studien. Zum Abschluss meine Frage an ihn:

    "Ich hatte Ihnen ja erzählt, dass die Eichel nach der OP sexuell relativ
    empfindsam war. Allerdings hat sich das bis 2015 radikal reduziert. Fakt
    ist, dass der faktische Verlust des Sexuallebens seitdem einen
    erheblichen Verlust an Lebens- und Beziehungsqualität bedeutet. Ich
    glaube nicht, dass ich ein Ausnahmefall bin. Ich denke, dass die
    Urologie als Wissenschaft eine Verantwortung hat, sich mit den
    Kollateralschäden einer Vorhautamputation zu befassen.


    Ich habe Sie als gesprächsbereit erlebt. Ich hoffe, dass Sie diese
    Fragen als berechtigt ansehen können."

    Viel Info...erstmal ein paar Fragen, um mir ein Bild zu machen, dass alles zu sortieren...

    Du bist wie alt...du ließt dich damals warum beschneiden? Wie wurdest du aufgeklärt über Möglichkeiten der Beschneidungsarten und mögliche neg. Folgen?

    Jetzt 66, bei OP 58. Ajusführliche Geschichte siehe 4 Jahre danach geht nichts mehr


    Und erst durch lesen von Aufzeichnungen aus 2012 wurde dir klar, dass damals, unmittelbar nach deiner Beschneidung eigentlich alles gut war?

    Das alles gut war, kann ich nicht sagen, dazu ist es zu lange her. Aber ich weiß, dass die beschnittene Eichel damals sexuell sehr empfindsam war. Zumindest in der ersten Zeit danach. Über die Zeit danach weiß ich allerdings zu wenig. Sex war eher selten, endgültiges Aus dann 2015.


    Wenn du unmittelbar nach dem Eingriff keine Einschränkungen bemerkt hast...dieser Zustand ist wieder "herstellbar"...dafür braucht es keine Begutachtung eines Urologen...sondern einen guten Sextherapeuten...

    Dass es danach noch rlativ gut war, war mir ja garnicht mehr in Erinnerung. Ob der Zustand von damals (nach der OP) wieder herstellbar ist, weiß ich nicht, könnte aber theoretisch möglich sein. Sexualtherapeut vielleicht, aber vorerst werde ich die Sache mit der Stoßwellentherapie beginnen.

    Ich hatte gestern Termin bei Urologen in Berlin: Dr. Pottek, Chefarzt Rekonstruktive Urologie und Geschlechtsinkongruenz am Urban-Krankenhaus in Berlin. War mir empfohlen worden von meinem Sexualtherapeuten Marc Rackelmann, bei dem ich allerdings 8-12 Monate warten muss...
    Im Vorfeld hatte ich mal alte Aufzeichnungen, Tagebücher etc. durchgesehen. Tatsächlich hatte 6 Wochen nach der OP (Anfang November 2012) noch alles funktioniert. Ist mir deshalb in Erinnerung geblieben, weil ich damals Versuche mit Slowsex gemacht hatte. Allerdings war das nicht dauerhaft, letzter Sex dann Sommer 2015.
    Gestern nun der Termin. Seine Aussage: prinzipiell alles ok, die auftretenden Schmerzen an der Eichelspitze (wenn es erotisch wird) kann er allerdings auch nicht erklären. Stoßwellentherapie könnte er versuchsweise empfehlen, zur Reaktivierung oder Neubildung von Zellen.... Wahrscheinlich Selbstzahler, 4 x 150 Euro ca....
    Ich habe ihn dann nochmal grundsätzlich zum Thema Vorhaut und Beschneidung befragt, ich hatte ihm vorab die Grafik von Sorrels geschickt. Dem widersprach er: das wäre eine These aus Kalifornien, wäre allerdings nicht gedeckt durch Studienlage... Nach meinen Aufzeichnungen, siehe oben, konnte ich ihm da nicht widersprechen.
    Meine Frage: dann bleibt aber immer noch das Problem des fehlenden Schutzes der Eichel mit den Folgen wie bei mir: Taubheit oder Schmerzen. Er mit dem üblichen Argument: das sind Einzelfälle. Schließlich übliche Prozedur in vielen Kulturkreisen.
    Fazit:
    - Nach meinen Aufzeichnungen von damals könnte es eine Lösung geben. Auf jeden Fall scheint die Eichel sensibler zu sein, als in der Grafik von Sorrells dargestellt.
    - Es könnte sein, dass der Schmerz in der Eichelspitze und die Taubheit dort mit dem ständigen Druck des DTR zu tun hat. Ich will erstmal Pause einlegen und eher die Sensibilität fördern... (obwohl ich auch bisher nachts immer eingecremt hatte, ohne jegliches Gerät)
    - Und ich werde vllt. mal den Versuch mit der Stoßwellentherapie versuchen.

    Zusatzfrage: ich will dem Dr. Pottek, da er prinzipiell gesprächsbereit war, doch noch einmal ein paar Fakten zum Umfang des Problems (Folgen und statistische Schätzungen?) schicken. Da ich nicht alles durchsehen will, was hier bestimmt auf der Webseite zu finden ist, meine Frage an die Experten unter Euch: Könnt Ihr mir ein paar Links etc. schicken?

    Danke vorab...

    Diese Ärzte gibt es schon...aber welche Folgen das für DICH hat...wie soll einer das für dich einschätzen...und was würde das für dich bedeutet?

    Ehe ich eine Therapie beginne, die ich wahrscheinlich privat bezahlen muss (siehe Therapeut oben), möchte ich vorher wissen, was erreichbar wäre. Es macht einen großen Unterschied, ob ich eine Chance sehe, dass ich überhaupt noch Sex haben kann oder ob es darum geht, dass ich mich damit abfinden muss, dass nichts mehr zu erwarten ist. Insofern möchte ich genauer eingrenzen können, was eindeutig physiologisch bedingt ist oder was traumatisch,also psychosomatisch, bedingt ist und eventuell bedingt (auf einem entsprechend niedrigen Level) "geheilt" werden könnte. Das will ich vorher abklären, bevor ich bereit bin, 80-100 Euro pro Stunde Therapie zu bezahlen.

    Wenn du mit Schaden den verlust an erogenen Gewebe meinst, kannst du ja mal überprüfen, was man dir von den roten und violetten Bereichen noch übrig gelassen hat.

    Von Rot und violett ist praktisch nur die Narbe an Vorder- und Rückseite geblieben. Also praktisch nichts. Und beim dunkelblauen Bereich, der Penisschaft vor allem, der sollte ja laut Grafik von hellblau zu dunkelblau, also empfindsamer geworden sein, spüre ich nichts.
    Unter diesen Umständen einer Total-Beschneidung müsste das aber vielen so gehen. Oder man muss mit dem ergebnis einer deutlich geringeren Sensivität leben. Das geht ja vielleicht auch, wenn denn überhaupt noch was zu spüren ist. Bei mir ist aber auch das praktisch blockiert.

    Wenn man einen Arzt um die Abschätzung der durch eine Beschneidung entstandenen Schäden bittet, ist leider zudem damit zu rechnen, dass man keine ehrliche Antwort bekommt und die Probleme auf die Psyche geschoben werden.

    Hat denn niemand bisher einen Arzt gefunden, der offen und ehrlich mit dieser Problematik umgeht und Erfahrungen mit diesen Folgen hat? Ich will ja nur abklopfen, was physiologisch unabänderlich ist, damit ich weiß, was ich tatsächlich woanders bearbeiten müsste.

    Wie wäre es mit dem hier? w-a-praxis.de/psychotherapie-i…ng-genitalverstuemmelung/

    Danke für den Tip. Allerdings suche ich immer noch einem Arzt, der mir sagen kann, wie meine Beschneidung und die Symptome aus rein physiologischer Sicht einzuordnen sind. Ob also theoretisch noch Hoffnung für eine Besserung besteht oder ob ich mich damit abfinden muss. Wäre natürlich gut, wenn der Arzt entsprechende Kenntnisse und Erfahrungen hat. Was offensichtlich die meisten Urologen oder Andrologen nicht haben.

    Hier nochmal als gesondertes Thema, um die Frage schon im Thema deutlich zu machen (hatte die Anfrage gestern in einem alten Themavon Februar 2018 gestellt).
    Meine Beschneidung liegt schon länger zurück, 2012. Letzter Sex 2015. Seit Sommer 2017 Dehnung mit DTR, bisher praktisch vergeblich. Ich nehme zur Kenntnis, dass die Vorhautdehnung vielen hilft, überhaupt wieder Sex haben zu können. Bei mir klappt das nicht. Wenn es irgendwie erotisch wird, kommt zwar sofort eine Erektion, die ist aber verbunden entweder mit einem tauben Druckgefühl (günstigstenfalls) oder mit einem schmerzhaften Ziehen in der Eichelspitze. Die Frage ist für mich, was ist physiologisch bedingt, also durch die Beschneidung, und was ist vielleicht eine traumatische Folge, eine Art psychosomatische Reaktion.
    Habe mich schon bei einem Sexualtherapeuten angemeldet, Wartezeit 6-8 Monate. Aber die physiologische Seite würde ich gern vorher klären. Kennt jemand einen guten Arzt, der sich mit der Materie wirklich auskennt?

    Was genau hast Du da gemacht? Pornos angesehen, bei angelegtem DTR?

    Ja.

    Und danach hattest Du Schmerzen an der Eichel?

    Richtig.

    Versteh ich richtig, dass Du regelmäßig den DTR nutzt und dehnst, trotzdem keine Fortschritte hast?

    Korrekt.

    Und wenn Du ein angenehmes Gespräch mit Deiner Frau hast, schmerzt auch Deine Eichel?

    Ja. Was früher erotische Gefühle ausgelöst hat, führt jetzt zwar zur Erektion, aber verbunden nur entweder mit einem (tauben) Druckgefühl oder mit ziehendem Schmerz an der Eichelspitze.

    Ich will mal eine Aktualisierung meines damaligen Berichtes bringen. Inzwischen sind ja fast drei Jahre vergangen. Ich hatte eine ganze Weile nur den Retainer getragen, nachdem sich (nach über vielleicht 1-1,5 Jahren) kein Erfolg eingestellt hatte; diesen allerdings den ganzen Tag, nur als Schutz. Seit vielleicht einem Jahr nehme ich wieder den DTR, wieder ohne Gummis. Leider hat sich an der Situation praktisch nichts verändert. Im Gegenteil: bis vor einiger Zeit habe ich mir alle paar Wochen ein paar Pornos reingezogen, einfach, um mal wieder Lustgefühle zu spüren. Allerdings nur durch die optische Reizung, bei angelegtem DTR und entsprechendem Druck gegen den DTR-Körper. Auf eine aktive Unterstützung per Hand musste ich schon verzichten, weil das nur zu nachträglichen Schmerzen der Eichel führte. Inzwischen habe ich es ganz aufgeben müssen, weil nach jeder derartigen Aktion tagelang die Eichel schmerzte. Zwar nicht schlimm, aber fast permanent.
    Einen solchen Schmerz spüre ich auch oft, wenn es mal etwas näher wird mit meiner Frau. Es reicht, wenn wir uns im Gespräch nah sind. Der letzte GV war 2015...
    Meine Frage: Ich will mal einen Arzt kontaktieren, um Klarheit darüber zu bekommen, was physiologisch bedingt ist und was vielleicht psychosomatisch ist, eine Art traumatische Überreaktion. Ich habe mich schon angemeldet bei einem Sexualtherapeuten in Berlin. Anmeldezeit 6 Monate. Umso mehr will ich erstmal die genannte Frage klären.
    Kennt jemand von Euch einen solchen Arzt?

    Danke Weguer für die klare Stellungnahme. Es gibt eben doch klare wissenschaftliche Aussagen. Ich hatte von diesen Studien leider auch erst nach meiner Beeschneidung gelesen. Eben weil ich mich beim Urologenportal und ähnlichen Pfuscherärzten informiert hatte.
    Ausführliche Information über diese und weitere Studien auch auf. http://flexikon.doccheck.com/de/Sexuelle_Au…er_Zirkumzision

    Zitat: Im Durchschnitt enthält die Vorhaut über 73m Nervenfasern rund 20000 überwiegend spezialisierter Nervenenden einschließlich (Meissner-Körperchen, Vater-Pacini-Körperchen, Rufini-Körperchen und Merkel-Zellen). Diese spezialisierten Nervenenden können selbst leichteste Berührungen und Temperatur- und Texturunterschiede detektieren. Die Vorhaut ist damit sensibler als die Lippen oder die Fingerspitzen.[5] Im Vergleich dazu befinden sich auf der Glans penis nur rund 4000 überwiegend unspezialisierte freie Nervenenden, sogenannte Nozizeptoren, die lediglich Schmerzreize aufnehmen können.


    Genau diese Informationen fehlen in der Öffentlichkeit. Und in einem kritischen Artikel zum Thema gehören diese Fakten hinein, statt: "wir wissen es nicht, es ist rein subjektiv, vom mann zu Mann verschieden." Vielleicht findet man auch Frauen, die ihre Beschneidung toll finden, weil sie ja immer noch den vaginalen Orgasmus haben...

    Wie geht es deiner Frau damit? Fehlt ihr die Intimität und Nähe nicht auch? Weiß sie, wie sehr du mit den Folgen dieses (sehr wahrscheinlich unnötigen) Eingriffes leidest? Hast du mit ihr da geredet, konntest ihr Einblick geben?

    Natürlich fehlt ihr das alles. Und wir können auch offen darüber reden. Sie hat auf jeden Fall Verständnis, aber - das Defizit bleibt natürlich. Wenn sie jünger wäre, würde es wahrscheinlich kaum funktionieren. So arrangieren wir uns halbweg...

    Quote from urolüge

    Hast du noch morgendliche Spontanerektionen?

    Nix mehr. Ich hoffe, dass das Restoring auf Dauer wieder positive Wirkungen zeigt, aber im Moment ist erstmal alles tot.

    Quote from urolüge

    Insgesamt würde ich sagen, dass da mehr zusammenkam. Und um das alles aufzudröseln würde ich dir raten professionelle Hilfe bei einem Therapeuten zu suchen, um damit besser umgehen zu können.

    Jein. Ich habe ganz gute Freunde, mit denen ich darüber reden kann. Therapie habe ich versucht, hatte ich früher auch schon, scheint aber im Moment nicht dran zu sein. vielleicht später.
    Danke trotzdem für Deine offene Antworten und interessierte Fragen.

    Quote from Urolüge

    das ist auch gut so, und darf so sein. Der Fehler ist, wenn nur eine Meinung offiziell anerkannt und gesehen wird...

    Sorry, da bin ich offensichtlich missverstanden worden. Es geht nicht darum, dass es individuelle Unterschiede bei der Wirkung oder Verarbeitung einer Beschneidung gibt. Sondern um eine eindeutige wissenschaftliche Aussage, welche Funktion die Vorhaut hat, ob diese für das sexuelle Empfinden vernachlässigbar ist oder nicht. Dass wir aufhören, zweifelhafte Befragungen als Massstab zu nehmen. (Urologenportal: viele Männer sprechen von einer gesteigerten sexuellen Empfindlichkeit) Deren Wahrheitsgehalt abhängig davon ist, ob beschnittene Männer den Verlust zugeben können oder es lieber verdrängen. Schon garnicht, wenn sie garnicht den Vergleich ziehen können, weil sie frühzeitig beschnitten worden sind.