Beiträge von Etwas
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Jedes dritte Kind wird heute "unehelich" geboren. In dem Fall hat die Mutter zunächst automatisch das alleinige Sorgerecht, auch wenn sie mit dem Vater in häuslicher Gemeinschaft (früher nannte man das "wilde Ehe") lebt. Der Vater hat zunächst überhaupt kein Mitsprachrecht. Er darf nur zahlen und sich kümmern. Erst durch ein Machtwort des Bundesverfassungsgerichtes -noch nicht so lange her - haben "uneheliche" Väter überhaupt die Möglichkeit Sorgerecht zu erlangen bekommen.
Aber - auf Antrag! Das dauert! In der Zeit kann Mutter das Baby "bequem" und mit unzureichender Betäubung - sogar von einem Nicht-Mediziner genitalverstümmeln lassen.
Der Vater kann nichts dagegen machen. Wenn er hinterher gegen die Mutter und den Verstümmler klagt, wird der Richter sagen - "Was wollen sie denn? Die Mutter hatte zur fraglichen Zeit das alleinige Sorgerecht, und der alleinige Sorgerechtsinhaber weiß stets am besten was dem Wohl des Kindes dient (die irreversible Zerstörung eines funktionalen Teils des Geschlechtsorgans)!"Ja, genau das. Und das ist, wie ich finde, ein in Deutschland immer noch absolut unhaltbarer Zustand. Du bist als Vater in diesem Land noch immer nur Elternteil 2. Klasse - und bleibst es auch. Denn wenn die Frau Mama der Meinung ist, sie braucht keinen Mann (gleichbedeutend mit: "Das Kind braucht keinen Vater"), dann kriegst du selbst auf Antrag kein Sorgerecht, sondern musst es dir ganz klassisch vor Gericht erstreiten - wobei du da stichhaltige Argumente vorbringen musst (der Vater des Kindes zu sein ist nicht stichhaltig genug, sich auch rechtlich drum kümmern dürfen zu wollen), warum die Mama das nicht alleine kann.
Wie kann so etwas in einem modernen, angeblichen "Rechtsstaat" noch möglich sein...? So viel zum Thema Bananenrepublik.
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Was ist es doch immer wieder eine Genugtuung, von solchen Berichten zu lesen. Da bestätigt sich's wieder, dass der ganze Kampf doch mal etwas wert war.
Ich selbst habe mit meinem mittlerweile erwachsenen Sohn die gleiche Odyssey durch. Vorhaut wirklich von Geburt an EXTREMST eng, so eng, dass Pinkeln wirklich nur in Tropfenform bzw. allenfalls mal in einem dünnen Rinnsal möglich war. Im stehen pinkeln? Im Leben nicht! Selbst im sitzen rann es noch den Penis und die Hoden runter, statt einfach abzulaufen.
Also war klar, da muss was gemacht werden. Also los ging die Odyssey. Mein äußerst lieber Kinderarzt, den ich selbst schon aus meinen Kindertagen kannte, riet zur Behandlung mit Salbe, war aber selbst demütig genug, uns zu raten, seine Meinung von einem "Kollegen vom Fach" abklären zu lassen. Oh je, wenn er gewusst hätte, was er uns damit antut...
Der erste Urologe: "Das muss ab, Sie sehen doch selber dass da nichts zu bewegen ist". Aufgestanden, raus.
Die nächsten 3 nahezu gleiche Aussage.
Der nächste schaute sich den Kleinen beim pinkeln an (er musste während der Untersuchung mal, was der Urologe natürlich sehr nützlich fand) und schlug die Hände über'm Kopf zusammen, weil der Kleine dafür halt ein paar Minuten brauchte bis er wirklich "fertig" war und die Vorhaut sich halt wirklich ordentlich aufblies. Der rannte förmlich zu seinem Schreibtisch und füllte die OP-Überweisung aus und konnte überhaupt nicht verstehen, dass ich da nicht sofort "ja" zu sage, nachdem ich ihn da hab pinkeln sehen (aber das hatte ich auch viele Male vorher schon). Als ich wirklich auf mein NEIN bestand, drohte er mir sogar damit, das Jugendamt anzurufen und die OP-Erlaubnis erzwingen zu lassen - denn ich setze quasi das Leben meines Kindes aufs Spiel (so seine Originalaussage).
Mein Kleiner war mehr als verschüchtert, und ich verließ natürlich umgehend die Praxis, nicht ohne die Drohung, ihn bei Nachricht vom Jugendamt öffentlich an den Pranger zu stellen und ihn anzuzeigen. Das zog wohl, jedenfalls hab ich vom Amt nie etwas gehört.Natürlich stellte sich mir nach all diesen Antworten ernstlich die Frage, ob ich mit meiner Weigerungshaltung wirklich richtig lag. Der Kleine brauchte tatsächlich für jedes Pinkeln immer recht lange, wie gesagt, es ging immer nur schnell tröpfelnd oder, wenn er wirklich mal ganz dringend musste, auch mal ein dünner durchgehender Rinnsal, aber von Strahl konnte da kein Mensch sprechen. Und, wie gesagt, im stehen war es nie möglich und selbst im sitzen wurde Penis, Hodensack und sogar Po (weil's ja immer nach hinten lief - quasi wie bei den Mädchen) bewässert, was natürlich gerade draußen schon durchaus unpraktisch war. Aber es war nichts, was man nicht gelöst bekam.
Der wichtigste Punkt, bei meiner Weigerungshaltung zu bleiben, war mein Sohn selbst. Ich habe ihn viele Male gefragt, ob ihn das stört, ob ihm etwas weh tut etc. Seine durchgängige Antwort war immer NEIN, es ist OK. Auch als er in die Schule kam und mitunter (z. B. auf Wandertagen etc.) mal mit anderen Jungs zusammen mal im Wald o. ä. outdoor ohne meine Hilfe pinkeln musste, und sein "Handicap" für andere definitiv sichtbar wurde (denn fast alle anderen stellten sich, und er hockte sich eben und brauchte entsprechend länger), wollte er nichts daran geändert haben. Die anderen fragten einmal nach, aber dann war das Thema erledigt - während die zwei beschnittenen Jungs in der Klasse wesentlich mehr unter Hänseleien zu leiden hatten.
Lange Rede kurzer Sinn, mein Sohn ist heute erwachsen, hat seine Vorhaut immer noch. Letzter mir bekannter Stand ist, dass sie noch immer nicht zurückziehbar ist. Doch er hat eine liebe Freundin, definitiv auch schon sein "erstes Mal" hinter sich, und mit Sicherheit auch mit seiner Freundin schon viele Male (gehe ich jetzt mal von aus), und es ist alles OK. Operieren hat er sich jedenfalls nicht lassen - und er ist mir bis heute sehr dankbar dafür, dass auch ich das nicht gegen seinen Willen habe machen lassen.
Deshalb - liebe hier schreibende Mama - kann ich sie nur in Ihrer Haltung bestärken, und Sie dafür beglückwünschen. Ich finde es toll, dass Sie sich auch so vehement gegen die breite Masse an Ärzten stellen, die für Ihren Sohn schon das Messer wetzen. Auch er wird Ihnen das später danken.
Und so wie ich Sie verstanden habe, geht es bei Ihrem Sohn ja sogar ein Stück zurück zu ziehen. Da ist ja noch weniger "Dringlichkeit" drin, als bei meinem damals.Machen Sie weiter so.
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Es geht um meine fast schon gewordene "Lieblings"seite, jameda.de. Dort kann man eigentlich Ärzte auf ihre Qualität hin bewerten - allerdings wird alles negative sowieso sofort von den Ärzten angefochten und von jameda katzbuckelnd entfernt. Scheinbar fließt da doch eine Menge Geld...
Unter anderem findet sich dort auch ein "Lexikon" zu versch. Medizinthemen, und natürlich gibt's auch auf "Phimose" hin einen Treffer. Die Inhalte stammen von Brockhaus - und da offenbart sich auf schmerzliche Weise, wie rückständig Brockhaus auch im Jahre 2016 noch ist. Denn der Brockhaus-Eintrag sagt zum Thema Phimose folgendes:
Zitat
Phimose
Synonyme: Vorhautverengungangeborene oder (z. B. durch Geschlechtskrankheiten) erworbene Verengung der Vorhaut des männlichen Glieds. Die Vorhaut lässt sich nicht über die Eichel zurückziehen. Eine über das Kleinkindalter hinaus bestehende Phimose wird operativ beseitigt, da sie u. a. die Entstehung eines Peniskarzinoms begünstigt.
Das lässt mir ja förmlich die Fußnägel hochrollen, also habe ich umgehend eine Mail an Jameda geschrieben, in welcher ich doch mit einem gewissen Nachdruck um Überarbeitung solcher Informationen bzw. um Entfernung solchern, wenn sie von Drittquellen stammen, bitte:
ZitatAlles anzeigenSehr geehrtes Jameda-Team,
aufgrund eigener Betroffenheit bei meinem Kind bin ich auf Ihrem Webangebot auf den Lexikon-Eintrag zum Thema Phimose (Vorhautverengung) gestoßen.
Nach mittlerweile gründlicher Recherche - da auch ich meinen Sohn keiner höchstwahrscheinlich unnötigen Operation aussetzen möchte - kann ich guten Gewissens sagen, dass der dortige Eintrag nicht mehr den aktuellen medizinischen Leitlinien zu diesem Thema entspricht. Diese besagen, dass eine Phimose bis ins hohe Jugendalter als ein Normalzustand angesehen wird. In einer besonders groß angelegten Studie von Jakob Øster aus bereits dem Jahre 1968 geht ganz klar hervor, dass von 96% der Jungen, die bei der Geburt eine nicht zurückziehbare Vorhaut aufwiesen, der Anteil bis zum 16. Lebensjahr bei den gleichen Jungen auf unter 1% gesunken war. Auch spätere Studien belegen diese Zahlen und kommen zu nahezu gleichen Ergebnissen.
Die Aussage, eine über das Kleinkindalter hinaus bestehende Vorhautverengung habe operativ beseitigt zu werden, ist durch keine moderne wissenschaftliche Erkenntnis mehr gestützt, entspricht nicht mehr heutigen Behandlungsleitlinien und stellt somit eine höchst problematische Aussage für ratsuchende Laien dar. Auf einem Medizinerportal erwägt eine solche Aussage daher eher der Verdacht der willentlichen Begünstigung entsprechend pro-operativ eingestellter Ärzte, da ein medizinischer Laie auf der Suche nach entsprechenden Informationen so möglicherweise eher zu einer OP-Zustimmung hin beeinflusst wird.Die Aussage, dass für den o. g. Fall eine operative Beseitigung der Vorhautverengung zu erfolgen habe, da diese die Entstehung eines Peniskarzinoms begünstigt, verschärft die vorliegende Problematik noch weiter. Diese Aussage ist durch zahlreiche Studien widerlegt. Ein direkter Zusammenhang zwischen dem Vorliegen einer Vorhautverengung und einem aufgetretenen Peniskarzinom konnte in keinem der studierten Fälle nachgewiesen werden. Die Wahrscheinlichkeit, durch das bloße Vorliegen einer Vorhautverengung ein Peniskarzinom zu bekommen, ist statistisch gesehen geringer als das Risiko, als MANN an Brustkrebs zu erkranken!
Mir ist klar, dass der vorliegende Lexikoneintrag aus einer dritten Quelle stammt. Da Sie jedoch als medizinisches Informationsportal fungieren und sich potentielle Patienten auf der Suche nach Informationen auf Ihrem Webangebot bewegen, haben Sie eine besondere Sorgfaltspflicht bei der Auswahl der zur Verfügung gestellten Informationen zu wahren. Dies ist im hier vorliegenden Fall sträflich vernachlässigt worden, und ich bitte Sie äußerst eindringlich, diesem Umstand abzuhelfen.
Sollten Sie Nachweise zu den von mir hier getätigten Aussagen wünschen, können diese gern zur Verfügung gestellt werden.
Mit freundlichen Grüßen
Die Antwort darauf kam prompt - und was soll ich sagen: Man zeigt sich wohl tatsächlich einsichtig:
ZitatAlles anzeigenSehr geehrter Herr ......,
vielen Dank für Ihre Nachricht. Der Lexikon-Eintrag stammt von Brockhaus, deshalb haben wir auf die Inhalte keinen Einfluss. Ich werde allerdings veranlassen, dass die veraltete Information entfernt wird.
Herzliche Grüße
Jeannette Stowasser
RedakteurinTel: 089 - 2000 185 46
Fax: 089 - 2000 185 89Sieh an, sieh an, scheinbar nützt es also mitunter doch etwas, auch die sog. "Fachkräfte" mal auf ihre Sorgfaltspflicht hinzuweisen.
Nun überlege ich ernsthaft, Brockhaus selbst mal einige wissenschaftliche Fakten "um die Ohren zu werfen". -
Warum dieses (wenn man fragen darf)?
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Hallo Hickhack,
nun, ich finde deine Einstellung schonmal absolut lobenswert. Sehr gut. Da bin ich wirklich mal froh für deinen Sohn.
Welche Frage hier mal noch gar nicht aufgekommen ist: Wie stark ist denn die Verengung überhaupt ausgeprägt? Bevor ihr euch nämlich jetzt die Köpfe wer weiß wie heiß macht, stellt sich doch die Frage, ob man tatsächlich jetzt noch gezielt mit Salbe dran muss, oder ob sich das nicht mit "gewissen Spielereien", die Jungs in diesem Alter nunmal schon an sich vornehmen, ohnehin bald von selbst erledigt.
Hat er denn irgendwas verlauten lassen, ob bzw. warum ihn der derzeitige Zustand stört?
Und abschließend eines noch:
Es MUSS sich nicht zwingend etwas tun. Wenn er aus irgendwelchen Gründen die Verengung nicht behoben bekommt, so ist er damit weder körperlich noch sexuell irgendwie behindert. Es gibt dann vielleicht noch eine kleine Sache zu beachten, nämlich das beste Stück vor dem anstehenden Sex dann ein Wenig mit etwas flutschigem einzuschmieren (Babyöl, Vaseline etc.), dann geht die Vorhaut völlig problemlos mit "rein" bzw. erst einmal wird er ja wohl hoffentlich ohnehin mit Kondom Sex haben, und dafür braucht er gar keine zurückziehbare Vorhaut, denn ein Kondom lässt sich wunderbar auch über einen Penis mitsamt nicht zurückziehbarer Vorhaut drüber abrollen. Das ist überhaupt kein Thema, erfordert nur (wie mit zurückziehbarer Vorhaut auch) etwas Übung.Also, macht euch da mal keinen Stress.
Grüße vom Etwas