Bitte Teil 1 lesen
Unter anderem laß ich auch von einer zunehmenden Verhornung der Eichel mit dem Alter, dass ich zu 100% bestätigen kann. Denn früher hatte ich in der Dusche zufällig den Penis an einem Bein anliegen, während das andere ausversehen über die Eichel glitt (etwas komisch zu beschreiben), was ein komisches, aber tolles Gefühl mit sich brachte. Nun ist dem nicht mehr so, sprich die Eichel muss an Empfindlichkeit verloren haben. Ich realisierte, dass ich nun schon noch weniger Empfinden besitze, als noch Jahre zuvor. Damals war ich vielleicht 11 oder 12. Ich realisierte, meine Zeit läuft gegen mich.
Auch von Oralsex konnte ich mir bis heute nichts abgewöhnen, weshalb dürfte jedem klar sein. Ich bin sehr froh, dass meine Freundin trotz aller Probleme zu mir gestanden hat und versucht hat, das beste aus der Situation gemacht hat. Denn leider ist es ja so, dass leider die Vielzahl der Frauen sofort schnelle Beine bekommen, wenn es im Bett nicht läuft. Und welcher Mann erzählt gern von seinen sexuellen Problemen? Über Schmerzen hatte sie sich auch schon beklagt. Das liegt daran, dass der natürliche Gleiteffekt der Vorhaut fehlt, und so die harte Eichel in ihr reibt. Das ganze ging sogar soweit, bis sie angefangen hat zu weinen.
Die Beschneidung ist mehr als nur das Entfernen einer "nutzlosen" Haut. Im Buch "Ent-hüllt" sprach der Autor Bereiche an, welche durch die Beschneidung betroffen sein können. Ein auch für mich entscheidender Punkt war das Thema "Beschnittene Männer können unter Umständen keine innige Beziehung zu Frauen aufbauen". Und wieder fand ich mich in der Meinung des Autors verstanden...
Ich kannte dieses Kribbeln im Bauch, wenn man verliebt ist. Ebenso suchte ich durchaus den Kontakt zum weiblichen Geschlecht, aber eben nur in der Zeit, in der ich die Folgen meiner Beschneidung noch nicht kannte. Seit meiner ersten Recherche sind all diese Gefühle schlagartig verstummt und auch bis heute nicht wieder aufgetaucht. Und ja, ich liebe meine Freundin, jedoch auf meine Art und Weise, die wirklich sehr schwer zu beschreiben ist. Denn ich hatte von Anfang an nie diese Schmetterlinge im Bauch, nicht bei ihr, und auch nicht bei den Mädchen davor (nach meiner Erkenntnis). Außerdem habe ich meine Freundin (wie im Buch als eine mögliche Folge genannt) oft "ausversehen" verletzt. Nicht mit Taten, sondern mit Worten. Einfach deshalb, weil ich mich nicht in Menschen hineinversetzen kann und zu oft sage: "Ach ist doch nur Spaß", während meine Partnerin zutiefst verletzt ist. Ich würde also von mir behaupten, dass ich unfähig bin, einen Menschen zu lieben, so wie es jeder andere tut beziehungsweise dazu im Stande wäre. Und das führte in unserer Beziehung mehrmals dazu, dass ich sie rücksichtslos und gefühlskalt behandelte, was zu ständigen on/off-Situationen führte. Als ich ihr von meiner nicht vorhandenen Gabe erzählte, war sie zutiefst verletzt. Ist ja auch verständlich. Warum ist man denn mit jemandem zusammen, den man nicht liebt? Es hat sie viele Nerven gekostet, jedoch hat sie all dies aus Liebe zu mir akzeptiert.
Und genau deshalb möchte ich, dass die Menschheit da draußen endlich erkennt, welchen Schaden eine Beschneidung anrichten kann, jedoch ist ein unerfülltes Sexleben dank mangelndem Empfindungsvermögen schon Strafe genug. Und nehmen wir mal an, der Trieb lässt endlich nach, da es eben keine Erfüllung bringt, dann möchte diese Person auch logischerweise keinen Sex mehr. Und was passiert, wenn der andere Sex möchte und dieses Bedürfnis aber nicht befriedigt bekommt? Genau: der Partner geht fremd, das Vertrauen ist im Keller, es kommt zur Trennung. Genau deswegen kann und wird eine Beschneidung das komplette Leben des Betroffenen negativ beeinflussen, inwiefern das ganze stattfindet, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Es wurde weit mehr Sachverhalte im Buch aufgrund Studien aufgelistet, auf die ich jetzt nicht näher eingehen werde. Schließlich vermisst man ja nichts, das man nicht kennt. Und wenn sich jemand um diesen Sachverhalt keine Gedanken macht, denkt man, man ist normal und alles ist so, wie es soll. Wenn man einem Blinden nicht sagt, dass andere Menschen etwas sehen, würde es dem Blinden nicht stören. Er würde denken, er wäre normal, da er es nicht anders kennt.
Was ich damit sagen will ist, dass ich mit dieser Frau wahnsinniges Glück habe, denn jede andere hätte mich sicherlich verlassen.
Und ohne Sex kann anscheinend im 21. Jahrhundert keine Beziehung mehr funktionieren. Deshalb möchte ich jeden warnen, der über eine freiwillige Beschneidung nachdenkt und auch all diejenigen ansprechen, die in die Entscheidung über eine Beschneidung involviert sind. Egal ob es die Eltern sind, dessen Sohn aufgrund der oberflächlichen Diagnose "Vorhautverengung" beschnitten werden soll oder ob es sogar die Freundin möchte, da der Penis danach hygienischer ist und "ästhetischer" aussieht. !!!Bitte lasst euren Sohn nur beschneiden, wenn es wirklich absolut notwendig ist und es keinerlei Auswegmöglichkeiten gibt. Und anstatt gleich alles zu entfernen, bitte erst einmal so viel, wie von Nöten ist, auch wenn dann das Risko auf eine weitere Operation bestehen bleibt!!!
Sollte ich in meinem Leben jemals einen Sohn haben, der beschnitten werden soll, werde ich alles Erdenkliche tun, dies zu verhindern. Denn das Recht auf körperliche Unversehrtheit gibt es nicht umsonst, also bitte wartet mit der Beschneidung, wenn es denn schon unbedingt sein muss, bis das Kind frei entscheidungsfähig ist...
Mein Leben ist teilweise zerstört und ich versuche nun, das beste aus dieser Situation zu machen. Jedoch merke ich gerade dann, wenn etwas in den anderen Lebensbereichen, z.B. dem Sport nicht funktioniert, mich das ganze noch mehr hinunterzieht, da ich nichts mehr habe, was mich auffängt. Keine liebevolle Beziehung mit meiner Freundin, keinen erfüllenden und sorgenvergessenden Sex, kein Gefühl, "komplett" zu sein. Ob meine Beschneidung überhaupt unbedingt nötig war, oder ob man nur aus Bequemlichkeit des Arztes handelte, der in keinsterweise über die Nachteile aufgeklärt hatte (weil er sie wahrscheinlich nicht kannte), möchte ich garnicht erst in Erfahrung bringen. Das ist wie, wenn man zu einem Blinden sagen würde, dass seine Augenoperation auch hätte besser gelöst werden können.