Das letztgenannt Zitat erinnert mich an eine Stellen in einem Essay von Michel de Montaigne (Von der Angewohnheit und von der Mißlichkeit, gewohnte Gesetze zu ändern), wo er schreibt:
ZitatDer Gesetzgeber von Thurien verordnete, daß ein jeder, der ein altes Gesetz abgeschafft oder ein neues eingeführt wissen wollte, sich mit dem Strick um den Hals dem Volk darstellen solle, damit, wenn sein neues Gesetz nicht von jedermann gebilligt würde, er auf der Stelle erdrosselt würde.
Diese Sitte pflegen wir natürlich nicht, aber bedeutend mehr Respekt vor bestehenden Gesetzen sollten wir haben. Hans Dichgans hat das in seinem Buch "Vom Grundgesetz zur Verfassung" mal für das Grundgesetz zusammengezählt und kam auf die Zahl von 19 Grundgesetzänderungen in den ersten 19 Jahren (also einmal im Jahresdurchschnitt), demgegenüber 7 Änderungen in den ersten 7 Monaten des Jahres 1969 (Dichgans, Hans: Vom Grundgesetz zur Verfassung. Überlegungen zu einer Gesamtrevision Düsseldorf Wien 1970 (Econ), S. 9.
Aber vielleicht kennen unserer Abgeordneten ja noch diese Geschichte von Thurien, und präsentieren sich deswegen meist mit Krawatten (Stricke sind out).