werner. Alles gut, ich war tatsächlich unsicher, ob du mich des "Nachbetens" bezichtigen würdest. Danke für die Klarstellung. Mir macht dieses "der Islam gehört zu Deutschland" Bauchschmerzen, weil der Satz so apodiktisch (im Bewusstsein der Notwendigkeit gesprochen) daherkommt. "Der Islam wird ein Teil Deutschlands" empfände ich als weniger problematisch. Dieser (der letztgenannte) Satz drückt für mich eine - noch nicht abgeschlossene - gesellschaftliche Anerkennung aus, der erstgenannte aber stellt den Islam als Kulturbringer auf die gleiche Stufe wie das Christentum, was zwar international und geschichtlich gesehen richtig ist, falsch aber in der Eingrenzung auf Deutschland und die deutsche Geschichte. Da sind wir in einer anderen Lage als zum Beispiel Spanien (europäisch gesehen) oder Afrika (interkontinental gesehen). - Und nebenbei, "gehört" im Sinn von "ist dauerhaft verbunden" oder "ist Eigentum" oder "ist ein Charakteristikum" oder "muss mitgedacht werden"? Was, wenn denn einer sagen wollte, "Nationalsozialische Ideen gehören zu Deutschland"?
Beiträge von Descant
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Guy - Danke.
Machtnix - Du weißt natürlich schon, dass nach GG Artikel 102 die Todesstrafe abgeschafft ist? Um das zu ändern müssten 2/3 des Parlaments anders entscheiden. Kaum vorstellbar, dass sich so viele Scharia-Freunde und "um Zucht-und-Ordnung -wieder-herzustellen-brauchen- wir-strengere-Strafen-bis-hin zur-Todesstrafe"-Protagonisten unter den Abgeordneten werden finden lassen. - Unter der Vielzahl von Geboten, die "angeblich" auf Gott zurückzuführen sind, wirst du überdies genug finden, die auch für die Christen gelten, nicht zu vergessen, dass Jesus selbst auch Jude war, und audrücklich sagte, er werde kein Gebot aufheben.
Zum Aufheben habe ich einige interessante Überlegungen hier gefunden, die mir auch neu waren und die ich noch weiter bedenken will. Schon jetzt aber würde ich sagen: ein interessanter Ansatz auch für Juden zum Umgang mit "heiligen Worten." -
Ja. Beteilige ich mich gern dran, aber das geht erst zum Wochenende. Jetzt muss ich mich aus Arbeitsgründen auf die Rolle des Lesers beschränken.
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werner. Hallo Werner, die anderen haben weder mir was nachgebetet noch ich den anderen. Alle Beiträge sind unabhängig von einander enstanden, beruhen also auf eigener Auffassung - und haben somit ein gewisses Maß an Plausibiliät. Wahrscheinlich müsste man Herrn Habermas selbst fragen, wie er denn zur Beschneidung steht. Mich erstaunt zwar seine Wendung - ich bleibe bei meiner These - so wie du wohl auch bei der deinen. Ansonsten ist er damit der Richtung gefolgt, die er schon 2008 in einer Gastvorlesung an der Uni Münster über die Revitalisierung der Weltreligionen aufgezeigt hat, und der ich zusehends verwirrt live folgen konnte (bzw. nachher nicht mehr).
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Am 2. November wird der Bundesrat über die Gesetzesvorlage zur Regelung der Beschneidung beraten. Mehrere Ausschüsse haben sich auf einen modifizierten Entwurf/Beschlussvorschlag geeinigt. Näheres hier.
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Damit ist mein Beitrag hinfällig. Danke Götz.
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Dieser Beitrag hat sich erledigt.
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Im Zusammenhang mit der von mir angezettelten Habermas-Diskussion bin ich auf diesen "recht"interessierten Artikel von Berthold Löffler gestoßen: Integration zwischen Multikulturalismus und Assimilation, in dem er im Abschnitt "Recht als Integrationsmotor" und mit Bezug auf Habermas die entsprechenden Grundgesetzartikel einander gegenüberstellt und diskutiert. Die habermasche Diskursebene bezeichnet er als "lichte Höhe der Abstraktion". Da stimme ich zu.
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werner - ich habe meinen letzten Beitrag um ein paar Zusatzinfos (Verweis auf Kommentare etc) ergänzt, die meine Sicht der Dinge stützen.
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Anna. Mit Sicherheit nicht, aber manchmal wohl im Penis.

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Hallo Leute, was bei Euch als Werbung erscheint, hängt davon ab, welche Seiten ihr sonst so besucht und in wieweit ihre euren Browser für die Abfrage der zugehörigen cookies durch die Werbebranche (ggf. Google) geöffnet habt. Mittlerweile setzen sich die Dinger so fest in das System, dass selbst (z.B. für die Web.de - User) die Add-ons für den beliebten Fireworks-Broweser hilflos erscheinen. Letzteren solltet ihr aber auf jeden Fall mit dem Add-on "BetterPrivacy" ausrüsten. (Ich hoffe, Anna ist bei ihrer Haarkosmetik-Suche fündig geworden.
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Zitat
Faust. Erster Teil, Studierzimmer. Mephistoles: Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, Und grün des Lebens goldner Baum.
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Vermutlich wird die Wahrheit ein Stück weit auf allen Seiten liegen. Einige (auch gegenwärtige) Antisemiten werden die Zwangsbeschneidung als ein weiteres Argument für ihren Antisemitismus verwenden (auch wenn ihnen dieses Ritual sonst vollkommen egal ist), andere - die sich vielleicht als Menschenfreunde verstehen, werden aufgrund ihrer Ablehnung dieses Rituals zu Antisemiten (womit ihre Menschenfreundlichkeit sich konterkariert), und wieder andere - zu denen wohl die meisten in diesem Forum hier gehören - lehnen die Zwangsbeschneidung ab, weil sie das Kind schützen wollen, ohne deswegen Ressentiments gegenüber bestimmten Religionen oder Weltanschauungen aufzubauen.
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dass Habermas für die Beschneidung ist. Seinen Vortrag kann man nämlich so oder so interpretieren (was ich kritisiere, denn ich möchte eigentlich nicht mühsam herausfinden, welchen Standpunkt ein Redner hat). Ein Wort weglassen kann ja bekanntlich schon den ganzen Sinn eines Satzes ändern ("ich lieben dich [nicht]), einen Satz überlesen, den Sinn des Vortrags bzw. das Anliegen des Vortragenden. Der Satz aber, der mich den Vortrag auch als ein Befürworten der Beschneidung deuten lässt, heißt [Hervorhebung von mir]:
ZitatIn seinem Urteil über die Zulässigkeit der Beschneidungspraxis von Muslimen (und Juden) verkennt das Kölner Landgericht, dass zusammen mit den eingebürgerten Muslimen «auch der Islam zu Deutschland gehört».
In dieser Interpretation fühle ich mich ausnahmsweise im Einklang mit dem katholischen Nachrichtendienst, der die entsprechenden Stellen aus dem Vortrag zusammengefasst hat.
Hier noch ein paar Artikel, die meine Interpretation teilen.
Deutschlands Gewissen hat sich gemeldet! | SABAH AVRUPA - Die Türkische Tageszeitung.
Kommentare zu: Religion nicht in Privatsphäre verbannen « Atheist Media BlogNur mal ein Beispiel aus diesen Kommentaren:
ZitatBis zur Mitte des Artikels kann ich Habermas folgen, danach geht es mir
wie anderen hier: Ich verstehe nicht, wie er aus dem vorher Gesagten
eine Zustimmung zur Beschneidung Minderjähriger ableiten kann.Ausserdem die entsprechende Wertung des Habermas-Artikels in der Plenarsitzung des Ethikrates, Protokoll , S. 11 f.
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... wie ich mit Erstaunen lese. Begründung: "Der Islam gehört zu Deutschland." Wer den Satz in seinem Vortrag "Wie viel Religion verträgt der liberale Staat" findet, darf ihn gern behalten.
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Weitere Aspekte zum Thema im Blog "Savoir ou se faire avoir". Beschneidung - Ignoranz und Sexismus.
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Kernthese von Doris Wolf in ihrem "anderen Ägypten-Buch (auch unter dem Blickwinkel des frühen Matriachats) ": Das effektive Ziel der männlichen und der weiblichen Genitalverstümmelung ist die Unterdrückung des natürlichen Geschlechtstriebes der Nachkommen, die Kontrolle ihrer sexuellen Lust und Lebensfreude und eine schwere Verletzung ihrer körperlichen und seelischen Freiheit und Unversehrtheit!
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Götz: sicher nicht die Kondomhersteller - zumal ich jetzt schon des öfteren gelesen habe, dass beschnittene Männer dazu neigen kein Kondom zu benutzen, denn sie fühlen sich ja so schon geschützt.