Beiträge von susanna

    Eine Antwort von Jim Keen:

    Zitat

    "Fortunately, we were able to attend a friend’s bris before we
    had kids, so I got to see what a beautiful ceremony it is. Perhaps
    finding one you can attend might also help your husband’s comfort level." He has been in an interfaith relationship for 28 years, and has been
    an active participant with his wife in raising their two Jewish
    daughters.

    Ein Glück - Mädchen! Die ganz ohne "beautiful ceremony" auskommen und trotzdem "Jewish" aufwachsen.

    Zitat

    "Wieso Vorhautwiederherstellung?


    Hab sie ja nicht grundlos entfernen lassen :thumbup:


    2 Daumen hoch-sagt doch schon alles - oder?

    cut40114, hoffentlich volljährig, hat sich offensichtlich eigenverantwortlich zu dieser Operation entschlossen.
    Dem Risiko für die gezeigten Wundheilungsstörungen, sowie auch noch viel schwerwiegenderen Risiken, hat er davor schriftlich zugestimmt.
    Es ist gut, dass seine kleine Dokumentation hier steht, die zeigt, dass ein beschnittener Penis zuallererst einmal ein verwundeter ist.

    Zitat

    “there is no necessity to cease this procedure unless there will be
    clear-cut scientific evidence for endangering the baby by MBP in a
    statistically significant rate.
    This has yet to be proven.”

    Also, solange es nur die berühmten "Einzelfälle" trifft, die statistisch nicht ins Gewicht fallen, ist alles in Ordnung.

    Zitat

    "He is circumcised."

    Das klingt so, als wäre das irgendwie so passiert.
    Doch ein schlechtes Gewissen?

    Die anderen Statements beginnen alle mit "I" oder "we".

    "I let him be circumcised." wäre doch ehrlicher.

    Zitat

    However, narrative accounts and scientific studies may not be sufficient
    to convince anti-circumcision groups of the value of this medical
    procedure, contributing to the ongoing, prolonged debate whether to cut
    or not.

    Ja ja, diese renitenten Verfechter des Rechts auf körperliche Unversehrtheit und sexuelle Selbstbestimmung für alle.
    Ein schlechter Artikel, der die eventuellen minimalen Vorteile der Vorhautlosigkeit mit der Frage der Zwangsbeschneidung an Minderjährigen verquickt.

    Etwas weiter unten:

    Es gibt glücklicherweise überall vernünftige Leute.

    Auch wenn dieser Eingriff auch in D praktiziert wird - die Mehrheit genießt ihr Sexualleben mit ihrem kompletten Genital. ^^

    Und auf Onlineanfragen nach dieser OP kommen auch viele Rückmeldungen von Ärzten, die eindeutig abraten, u. a. auch mit der Begründung, dass es danach, ähnlich wie bei der Vorhautentfernung beim Mann, zu sensorischen Einbußen kommen kann.

    Na was nun?
    8|

    Zitat

    Um den Trend hin zu mehr Neuerkrankungen zu stoppen,
    schlagen die Autoren eine HPV-Impfung für Jungs vor sowie mehr Aufklärung zu
    sexuell übertragbaren Krankheiten und der richtigen Hygiene im Intimbereich.
    Auch die frühe Behandlung einer Vorhautverengung (Phimose) und die umstrittene
    vorsorgliche Beschneidung von Jungen
    stellen sie zur Debatte.

    Immerhin werden die effektiven nichtinvasiven Ansatzpunkte zuerst genannt.

    Was mich etwas wundert ist, dass die gestiegene Lebenserwartung als mögliche Ursache für die erhöhten Fallzahlen nicht diskutiert wird.
    Denn der Peniskrebs ist doch eindeutig ein Alterskrebs.
    Und die entsprechenden Alterskohorten werden in den letzten 20 Jahren größer geworden sein.

    Zitat

    Habe meine Befragung nun auf Mütter 8-12 jahriger ausgeweihtet. Jeder zweite ist "aus medizinischen Gründen beschnitten".

    Wenn du dich da nicht unter den Nutzern von Onlineforen, sondern Familien in deiner unmittelbaren Umgebung umgehört hast, deutet dieses Ergebnis stark darauf hin, dass ihr Vorhautamputationsfreudige Ärzte ansässig habt (was natürlich nicht zwingend bedeutet, dass euer Arzt dazugehört).

    Mit deinem Vorhaben, dich gezielt an einen Kinderarzt außerhalb eures unmittelbaren Einzuggebiets zu wenden, der die normale physiologische Entwicklung besser im Blick hat, liegst du goldrichtig!

    Man muss das einfach im Hinterkopf behalten:
    Ärzte (ohne jetzt irgend jemanden persönlich diskreditieren zu wollen) verdienen ihr Geld in unserem aktuellen Gesundheitssystem größtenteils nicht mit geduldigem Zuwarten inkl ermutigendem Zuspruch für ihre Patienten oder deren Eltern, sondern mit möglichst hohen Fallzahlen (= pathologischen Befunden) und möglichst aufwändiger und invasiver Aktion.
    Deshalb sind die Zahlen z. B. für Rücken- oder Knieoperationen in Deutschland vergleichsweise sehr hoch, ohne dass es den Menschen diesbezüglich deshalb besser gehen würde als in Ländern mit viel weniger Operationen.
    Mein Mann hatte vor 4 Jahren einmal nur ein paar Tage lang Kniebeschwerden und war damit zum Orthopäden. Der riet ihm nach gründlicher Untersuchung sofort zur möglichst baldigen Operation, was er (selbst auch Arzt und deshalb vertraut mit den falschen Anreizen im Vergütungssystem) dankend aber bestimmt ablehnte. 10 Tage später war alles wieder in Ordnung und blieb es seitdem auch.

    Hallo Jennijen

    Ich finde es super, dass du dich so genau und umfassend informierst vor einer eventuell unnötigen Operation im Intimbereich deines Sohnes, den die meisten als Kleinigkeit abtun.

    Auch ich möchte dir empfehlen: Lass noch einmal einen anderen Kinderarzt (keinen Urologen oder Chirurgen!) draufschauen.
    Oder warte einfach ab. Er kann lernen, seine eigene Schmerzgrenze bei der Beschäftigung mit seinem besten Stück besser zu berücksichtigen.

    Was du beschreibst, bewegt sich immer noch im Rahmen der normalen Entwicklung, zumindest was die Zurückziehbarkeit und Weite der Vorhaut betrifft.
    Auch bei meinen Zwillingssöhnen hatte die Eichel mit 5 "noch nie Tageslicht gesehen" - und es sah vor allem auch so aus, als ob das nie der Fall sein würde. Das blieb auch so, bis sie etwa 12 Jahre alt waren!
    Durch Mikrotraumen entstandene Narben können, wenn nötig, auch anders behandelt und werden als durch Abschneiden, die Haut deines Sohnes hat aufgrund seines jungen Alters noch ein enormes Regenerationsvermögen.

    Meiner Freundin wurde auch "ganz dringend" zu einer Radikalbeschneidung bei ihren Söhnen (mit einer ähnlichen Symptomatik) im Kindergarten- bzw Vorschulalter geraten.
    Der erste Op Termin platzte wegen einer Bronchitis, der nächste drei Monate später durch eine Magen-Darm-Grippe und beim letzten kam ein Familienfest dazwischen. Und dann hatte sich das "Problem" von alleine erledigt.

    In z. B. Finnland wird nur etwa einer von 100 Jungs an der Vorhaut
    (meist vorhauterhaltend) operiert, während hierzulande über 10%
    "medizinisch notwendig" ihre Vorhaut verlieren.

    Du triffst mit deinem Verdacht, dass die Diagnose "Behandlungsbedürftige Phimose" sehr lax gestellt wird, also voll ins Schwarze!

    Alles Gute,
    susanna

    Die einen können sich auf einen Gottesbefehl oder eventuelle minimalste gesundheitliche Vorteile, die in unethischen Menschenversuchen eruiert worden sind, berufen, die anderen glücklicherweise nicht.

    Klar, das ist alles ziemlich schräg in der aktuellen Debatte.

    Vielleicht auch so eine Art überschießende Kompensationsreaktion, weil viele spüren, dass man da vor Kurzem komplett versagt hat mit dem Kinderschutz?

    Zitat

    2. Was mich an dem Bericht stört, ist dass er z.T. wie
    Selbstverstümmelungspropaganda wirkt. Hoffentlich lassen sich daraufhin
    nicht junge Männer die Vorhaut amputieren, in der Hoffnung, dann mehr
    "Schlag" bei den Frauen zu haben

    Ich halte diesen Bericht für sehr gelungen, weil er auch all die beschnittenen Männer anspricht und miteinbezieht, die mit ihrem Zustand hochzufrieden sind (aus welchem Grund auch immer), ebenso Frauen, die einen beschnittenen Penis bevorzugen.

    Er zeigt deutlich auf, dass die eventuelle chirurgische Ausgestaltung der Intimzone ganz allein die persönliche Sache des Betreffenden ist, unabhängig von den Vorlieben/ religiösen Bedürfnissen der Eltern oder sonstwem.

    Wenn überhaupt Rückbezug auf die Deutsche Geschichte, dann in der Form, dass zwischen Kindern mit unterschiedlichsten religiösen Hintergrund oder dem Geschlecht nicht unterschieden werden darf, und sonst nichts. Auf die besondere Schutzbedürftigkeit jüdischen Brauchtums aufgrund der Nazizeit wurde ja vom Ethikrat in der "Beschneidungsdebatte" hingewiesen, eine aus meiner Sicht nicht überzeugende Argumentation.

    Ich kann in der Petition oder der Kritik am Jüdischen Krankenhaus keine Infamie erkennen. Oder wenigstens nicht mehr, als auch in der öffentlichen Kritik z. B. an Kornwestheim und Herrn Baker enthalten ist.
    Ob Steilvorlagen für die Antisemitismusdiffamierung strategisch ungünstiger sind als selbige für die Islamhasserkeule, darüber kann man geteilter Meinung sein.

    Ich finde es völlig akzeptabel, dass man in dieser Frage schlichtweg seinem eventuell mulmigen Bauchgefühl folgt.

    Aber rational überzeugt es mich nicht, eine medizinische Einrichtung, die nicht nach dem aktuellsten medizinischen Standard arbeitet, von öffentlicher Kritik auszunehmen, nur weil sie jüdisch ist und die Antisemitismuskeule droht, unterfüttert mit Argumenten wie z. B., dass die Klinik ja einen hervorragenden Ruf hätte. Auch muslimische Ärzte oder weltanschaulich ungebundene Urologen mit einem unterentwickelten Bewusstsein für Menschenrechte auch für Kinder und die natürlichen Funktionen der Vorhaut werden in der Mehrzahl ansonsten in ihrem Fachgebiet Hervorragendes leisten.

    Vielleicht sollte man es ganz unterlassen, einzelne Praxen oder Krankenhäuser anzugehen?
    Sie alle tragen jeweils nur zu einem winzigen Bruchteil zur gesamten Beschneidungsrate von minderjährigen gesunden Jungen hierzulande bei.

    Die Möglichkeiten und Grenzen der Aufklärung, geballt.

    Welcher Mann will schon wissen, dass seinem besten Stück mit der Vorhautlosigkeit eventuell irgend etwas fehlt, zumal er es anders ohnehin nicht kennt? Aus individueller Perspektive ist es nur psycho-logisch, das zu ignorieren.

    Deshalb halte ich bei unserem Anliegen das Pochen auf das uneingeschränkte Recht auf körperliche Unversehrtheit und sexuelle Selbstbestimmung für beide Geschlechter für mindestens ebenso wichtig wie die Aufklärung über mögliche negative Effekte.