Hallo Jennijen
Ich finde es super, dass du dich so genau und umfassend informierst vor einer eventuell unnötigen Operation im Intimbereich deines Sohnes, den die meisten als Kleinigkeit abtun.
Auch ich möchte dir empfehlen: Lass noch einmal einen anderen Kinderarzt (keinen Urologen oder Chirurgen!) draufschauen.
Oder warte einfach ab. Er kann lernen, seine eigene Schmerzgrenze bei der Beschäftigung mit seinem besten Stück besser zu berücksichtigen.
Was du beschreibst, bewegt sich immer noch im Rahmen der normalen Entwicklung, zumindest was die Zurückziehbarkeit und Weite der Vorhaut betrifft.
Auch bei meinen Zwillingssöhnen hatte die Eichel mit 5 "noch nie Tageslicht gesehen" - und es sah vor allem auch so aus, als ob das nie der Fall sein würde. Das blieb auch so, bis sie etwa 12 Jahre alt waren!
Durch Mikrotraumen entstandene Narben können, wenn nötig, auch anders behandelt und werden als durch Abschneiden, die Haut deines Sohnes hat aufgrund seines jungen Alters noch ein enormes Regenerationsvermögen.
Meiner Freundin wurde auch "ganz dringend" zu einer Radikalbeschneidung bei ihren Söhnen (mit einer ähnlichen Symptomatik) im Kindergarten- bzw Vorschulalter geraten.
Der erste Op Termin platzte wegen einer Bronchitis, der nächste drei Monate später durch eine Magen-Darm-Grippe und beim letzten kam ein Familienfest dazwischen. Und dann hatte sich das "Problem" von alleine erledigt.
In z. B. Finnland wird nur etwa einer von 100 Jungs an der Vorhaut
(meist vorhauterhaltend) operiert, während hierzulande über 10%
"medizinisch notwendig" ihre Vorhaut verlieren.
Du triffst mit deinem Verdacht, dass die Diagnose "Behandlungsbedürftige Phimose" sehr lax gestellt wird, also voll ins Schwarze!
Alles Gute,
susanna